Interpol – The Other Side Of Make-Believe    

VÖ: 15.07.2022

Label: Matador

Genre: Post-Punk / Indie-Rock

Als um 2001/2002 die ersten Bands der damaligen Indie-Rock-Welle aufkamen, habe ich das ja – wie ich wahrscheinlich schon so einige Male hier bei hicemusic erwähnt habe – zuerst gar nicht mitbekommen. The Strokes, The White Stripes, The Black Keys…all diese habe ich nicht so richtig gekannt. Stattdessen gab es die Nu Metal-Formationen, deren Namen ich hier zu großen Teilen nicht erwähnen möchte. Nun gut, so 2003/2004, als schon einige weitere Bands zu Ruhm gelangten – Franz Ferdinand, Bloc Party, Maxïmo Park, Yeah Yeah Yeahs etc. –, da wurde mir erst klar, was ich da verpasst hatte. Interpol und deren beiden Studioalben – die Meisterwerke Turn On The Bright Lights (2002) und Antics (2004) – habe ich damals zuerst gar nicht so geschätzt, im Zusammenhang mit dem Drittwerk Our Love To Admire (2007), das ich ebenfalls bis heute verehre, habe ich die hohe Qualität der New Yorker erkannt. Doch ebenso wie vor vier Jahren – als Marauder (2018) veröffentlicht wurde, das ich hier übrigens ebenfalls in der „Kontrovers“-Sparte besprochen habe – sehe ich es wie meine Schwester damals schon: man kann nicht immer denselben Song machen, auch wenn er gut ist. Und ich wiederhole es, produktionstechnisch und klanglich gesehen, leisten Interpol fantastische Arbeit. Doch auch die Songs auf The Other Side Of Make-Believe – das zu großen Teilen wirklich ziemlich positive Kritiken bekommt – klingen im Gesamten etwas ähnlich. Es wird sich aber wieder mehr dem Sound der Anfangstage gewidmet bzw. auch jenen Klängen, die El Pintor (2014) ausmachten. Textlich wird es trotz der ganzen gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Umstände – für Band-Verhältnisse – fast schon optimistisch, zumindest wird Durchhaltevermögen proklamiert. Trotzdem bleibt für mich: ich bin noch ein bisschen zurückhaltend, daher auch die erneute Platzierung in der „Kontrovers“-Sparte. Andererseits: das Album ist für mich etwas besser als der Vorgänger Marauder! Was sagt ihr zu dem Album? Auf eure Einschätzungen bin ich gespannt!                              

Note: 2,7 (nach den ersten Eindrücken)

https://www.interpolnyc.com/

Kendrick Lamar – Mr. Morale & The Big Steppers

VÖ: 13.05.2022

Label: Interscope

Genre: (Conscious-)Hip-Hop

Es kommt nicht selten hier in der „Kontrovers“-Sparte vor, dass ein Album sehr gut ist, aber einfach aufgrund der hohen Erwartungen, die ich dann anhand der grundlegend positiven Reviews, von vornherein an das Werk stelle, diesen nicht ganz so entsprechen kann. Das ist ja im Grunde nicht schlimm, aber oft für mich persönlich interessant. Der in ein paar Tagen 35 Jahre alt werdende US-Amerikaner Kendrick Lamar hat zuvor vier großartige Studio-Alben herausgebracht, vor allem Good Kid, M. A. A. D. City (2012) und To Pimp A Butterfly (2015) gelten auch in meinen Augen nicht ohne Grund als absolute Meilensteine. Bei letztgenanntem Werk habe ich mich damals mit meiner Wertung doch recht zurückgehalten, was ich selbst aus heutiger Sicht nicht so recht verstehe. Denn sowohl in musikalischer als auch sozialpolitischer Hinsicht ist es überaus bedeutend, man denke da nur an Songs wie I oder King Kunta, die aus so vielen Gründen für Furore gesorgt haben! Jetzt ist 5 Jahre nach dem ebenfalls beeindruckenden Damn endlich wieder ein neues Album von Lamar erschienen – es handelt sich bei Mr. Morale & The Big Steppers gar um ein Doppelalbum –, das erneut ein klares Bild der aktuellen sozialpolitischen Lage zeichnet. Doch diesmal geht es auch um die Verarbeitung eigener Erlebnisse und Gefühlseindrücke. Dazu gibt es erneut eine Menge innovativer Ideen, die in die Musik einfließen und den Hip-Hop den unterschiedlichsten kaum zu überblickenden weiteren Stilrichtungen öffnet. Dazu so viele spannende Features wie Beth Gibbons (Portishead), Ghostface Killah oder Sampha (aber auch sehr umstrittene wie Kodak Black).  Das Album ist wirklich absolut beeindruckend, keine Frage. Doch trotzdem möchte ich Mr. Morale & The Big Steppers hier in dieser „Kontrovers“-Sparte aufführen, um auch bei euch abzuklopfen, ob ihr es auch für das Meisterwerk haltet wie so viele Kritiker/innen jetzt schon. Oder ist das doch übertrieben? Vielleicht bin ich aber auch viel zu zurückhaltend wie damals bei To Pimp A Butterfly. Auf eure Meinungen bin ich sehr gespannt!

Note: 2,0 (nach den ersten Eindrücken, durchaus mit Potential nach oben)  

https://oklama.com/

             

Jack White – Fear Of The Dawn

VÖ: 08.04.2022

Label: Third Man

Genre: (Blues-/Garage-/Hard-/Progressive-/Alternative-)Rock

Ich habe es ja an dieser Stelle schon allzu oft geschrieben, dass ich alles dafür geben würde, The White Stripes live zu erleben. Doch ich bezweifle, dass es irgendwann der Fall sein wird, dass Jack und Meg White sich wieder treffen und Live-Auftritte planen. Obwohl, vielleicht bei diesem ganzen Reunion-Wahn in den letzten Jahren, wieso eigentlich nicht? Man darf ja wohl noch träumen dürfen! The White Stripes sind aus verschiedenen Gründen einer meiner ewigen Lieblingsbands! Kommen wir zu den anderen Bands von Jack White und seiner Solo-Funktion…ach Moment, das habe ich ja schon mal so oder so ähnlich geschrieben, damals zu meiner „Kontrovers“-Kritik zu Jack Whites Boarding House Reach (2018). Ich habe damals eine 2,7 (also „okay“) als Bewertung gegeben. Jetzt muss ich aus der heutigen Sicht sagen, dass mir nicht so viel aus dem dritten Solo-Album in Erinnerung geblieben ist. Klang dann doch alles irgendwie zu ähnlich. Es macht ja dann eigentlich keinen Sinn, das bei dem weiteren Werk des 46-Jährigen erneut durchzuexerzieren. Oder vielleicht doch? Hmmm…Ich muss sagen, dass mir im Vorhinein die Singles doch recht gut gefallen haben, weil irgendwie vielfältig instrumentiert und mit einer Menge Fun im Blues-/Garage-Rock-Bereich! Fear Of The Dawn bietet auf Albumlänge doch eine Menge an gut geschriebenen Songs, die gerade aufgrund dieses Fakts, dass Jack White hier befreit aufzuspielen scheint, doch Eindruck hinterlassen. Nein, natürlich nicht auf dem Niveau der frühen White Stripes-Veröffentlichung oder des ersten Raconteurs-Werkes. Aber: ich kann der neuen LP schon etwas abgewinnen. Ähnlich wie vor kurzem The Darkness wird nichts unbedingt allzu Neues geboten, aber dennoch gezeigt, dass Rock immer noch jede Menge Spaß machen kann. Hätte man durchaus ja vergessen können, oder nicht? Was sagt ihr dazu? Was haltet ihr von Fear Of The Dawn? Auf eure Meinungen bin ich gespannt 😊    

Note: 2,3   

https://jackwhiteiii.com/ 

Rosalía – Motomami

VÖ: 18.03.2022

Label: Columbia

Genre: Reggaeton / (Experimental-/Flamenco-)Pop

Im Jahr 2018, als das zweite Studioalbum El Mal Querer veröffentlicht wurde und die Musikkritiker/innen in der Folge in Aufruhr versetzt wurden, hatte ich wohl meine Ohren nicht bei mir. Denn anders lässt es sich wohl nicht erklären, dass ich zunächst nichts mitbekommen hatte. Ich bin zwar kein ausgewiesener Experte in Sachen Sounds, die sich außerhalb der räumlichen Sphären west- und mitteleuropäischer bzw. US-amerikanischer Musikkulturen bewegen, aber dennoch bin ich doch stets interessiert an Klängen in Bereichen weitab des Mainstreams und vor allem aus anderen Ländern und von anderen Kontinenten. Insbesondere aus dem Grund, dass ich ja auch die Medien verfolge, in denen unter anderem Rosalías besagtes Zweitwerk besprochen wurde. Immerhin habe ich es dann bei den „Besonderen Erwähnungen“ des Jahresrückblicks aufgenommen. Nun gut, kann man ja mit dem dritten Album der 28-jährigen Spanierin nachholen, dass man sich mit der Musik von ihr genauer auseinanderzusetzen versucht. Auf Motomami werden erneut die verschiedensten Stile zusammengeführt, zentral im Reggaeton zu verorten, aber auch vor allem sich in experimentellen Pop-Bereichen ausprobierend und dann in die verschiedensten und im ersten Moment kaum zu erwartenden Ecken ausufernd, dass es eine wahre Freude ist.  Die unterschiedlichsten Größen waren in der ein oder anderen Art behilflich (u.a. James Blake und The Weeknd). Dazu – passend zu der klanglichen Experimentierfreude – wird hier die Metaphorik des sich wandelnden Schmetterlings präsentiert. Die Musikkritiker/innen sind auf jeden Fall wieder in Aufruhr versetzt wie damals 2018, eigentlich sogar im Vergleich noch mehr. Der Metacritic-Score liegt bei sage und schreibe 94 von 100! Ich kann diese Begeisterung nachvollziehen, wenn auch nicht in diesen hohen Sphären. Die Platte ist von den Stimmungen her unheimlich vielseitig angelegt, doch ich bin trotzdem noch nicht ganz so mitgerissen. Vielleicht kommt das noch, könnte schon sein. Versteht mich bitte nicht falsch, das ist grandios, aber in meinen Augen halt noch nicht das epochale Meisterwerk, für das es bereits so vielfach gehalten wird. Vielleicht bin ich aber doch einfach ignorant 😊 Was haltet ihr von dem Album? Ist es für euch besagtes Meisterwerk? Auf eure Reaktionen bin ich gespannt!

Note: 2,0 (mit Potential nach oben)

https://www.rosalia.com/

Metronomy – Small World

VÖ: 18.02.2022

Label: Because

Genre: Electro-/Indie-Pop / Indietronica

Die britische Band Metronomy finde ich – ähnlich wie genretechnisch ähnlich musizierende Formationen, zum Beispiel Hot Chip, MGMT oder Tame Impala, – echt aufregend. Denn gerade bei Joseph Mount und Co. mischen sich angenehme, den Ohren schmeichelnde Melodien mit elektronischen Spielereien und nostalgischen Ausflügen in nicht unbedingt jederzeit zu erwartende Stilrichtungen. Natürlich ist da oft eine sehr poppige Note enthalten, man nehme nur so grandioses Alben wie The English Riviera (2011) oder den Nachfolger Love Letters (2014), die beide – inklusive der Einbindung jeweils eigener kreativer Ideen – so wundervoll unverkrampft New-und Chill-Wave ausdefinierten, mit ungemein Ohrwurm-verdächtigen Melodien. Eigentlich muss ich sagen, dass der kreative Kopf der Band, Joseph Mount, zusammen mit seiner Band irgendwie noch wirkungsvollere Akzente setzt als wenn er sich mehr in „Solo-Funktion“ verdingt. Auf dem neuen Werk Small World hält er – wie schon auf dem vorangegangenen Metronomy Forever (2019) – den Weg bei, dass er mit seinen vier Mitstreiter/innen zusammen diese smarte Linie zwischen Indie Pop und Electro im Zusammenspiel mit weiteren Stilen weiter nachverfolgt. Ich finde – und deshalb landet dieses Album in der „Kontrovers“-Sparte – dass es Metronomy auf Small World (fast) so gut wie auf Love Letters (2014) gelingt, den Songs eine Magie und Sogwirkung zu verleihen, was den teilweise noch zurückhaltenden Kritiken bisher etwas entgegensteht. Vielleicht bin ich doch etwas zu euphorisch, aber man höre nur so etwas wie It’s Good To Be Back und lasse sich überzeugen, dass man diesen Titel als Zeichen und Motto verstehen kann. Schön auch wie hier die Gesangsharmonien in Love Factory präsentiert werden. Oder wie weitere klangliche und fein instrumentierte Ausflüge in die 1960er- und -70er-Pop-Zeiten unternommen werden. Ich finde das Album fabelhaft! Was sagt ihr zu dem Album? Seid ihr noch etwas reserviert, enttäuscht oder ebenso verzaubert? Auf eure Meinungen bin ich gespannt!

Note: 2,0   

http://www.metronomy.co.uk/ 

Bonobo – Fragments

VÖ: 14.01.2022

Label: Ninja Tune

Genre: Ambient / Electronica

Simon Green ist seit 1999 als Bonobo aktiv. Seine Sounds im Spannungsfeld von Electronica, New Jazz, Downtempo und den Ausläufern des Trip-Hop passten ja perfekt in die Zeit der Jahrtausendwende und damit wohl auch in das Schema des grandiosen Labels Ninja Tune. Bis in die Mitte der 2000er Jahre öffnete der Brite seine Klänge den Einflüssen aus Jazz und World, und zeigte damit auch das Gespür für die modernen Trends in Ambient und Electronica. Die musikalische Qualität der Alben schwankte noch ein wenig – zumindest den damaligen Kritiken zufolge -, doch spätestens mit dem absolut vielseitig gestalteten Black Sands (2010) konnte Bonobo auf sich aufmerksam machen. Die folgenden Werke The North Borders (2013) und Migration (2017) waren ebenfalls richtig klasse, erneut mit Varianten im Klangbild. Ich muss auch zugeben, dass ich erst in den 2010er Jahren mich ausführlicher mit der Musik des Künstlers auseinandergesetzt habe und sie insbesondere wegen dieser – nun ja – „entspannten Aufgeregtheit“, einem poppigen Ansatz, den Spannungsbögen und der Bereitschaft, das Unkonventionelle im Ambient zu verankern, geschätzt habe. Nun hat das neue, nach einer halben Dekade veröffentlichte Album Fragments, das nach wie vor auf Ninja Tune erscheint, zu höchst unterschiedlichen Reaktionen geführt, was ich ehrlich gesagt verstehen kann. Denn das Werk beginnt wirklich stark mit ausgeklügelten, bunt ausgestalteten Klangstrukturen, doch zum Ende geht für mich auch der Drive etwas verloren. Das ist als nicht so schlimm zu erachten, wie es in so manchen negativen Reviews zu lesen ist, aber es ist halt auch ein klein wenig enttäuschend angesichts des hohen Niveaus und der Abenteuerlust der Vorgänger. Andererseits traue ich Fragments auch noch Entwicklungspotential zu. Bin ehrlich gesagt noch verunsichert. Wie geht es euch? Seid ihr begeistert, zufrieden oder ernüchtert vom Album? Ich bin gespannt auf eure Reaktionen 😊

Note: 2,7 (vorerst)  

https://bonobomusic.com/

         

Neil Young & Crazy Horse – Barn

VÖ: 10.12.2021

Label: Reprise

Genre: Folk / Rock

Gerade kurz bevor auch das Jahr 2021 beendet ist, veröffentlicht der Altmeister Neil Young ein neues Album. Nach seinem letztjährigen Werk, dem absolut großartigen Homegrown (mit super aufbereiteten Sounds aus Mitte der 1970er Jahre), hat Neil Young nun Barn veröffentlicht. Der Titel gibt so ein bisschen den Weg vor: es geht um die Scheune, in deren Besitz er und seine Frau Daryl Hannah sind, deren landschaftliche Umgebung, die Erinnerungen und Begebenheiten, die sie und andere Menschen damit verbinden, und so ziemlich alles, über das in Verbindung mit Folk- und klassischem Rock gesungen wird. Das ist auf keinen Fall despektierlich gemeint – ich finde Young ist da auf dem Gebiet des Songwritings immer noch eine der Größten -, es ist aber in dessen Kontext nicht allzu neu. Von einigen Musikkritiker/innen werden schon die höchsten Lobeshymnen angestimmt. Vielleicht habe ich die Qualitäten des Albums in der Gänze noch nicht ganz nachvollziehen können, aber ich empfinde Barn als ein gutes, hochklassig produziertes, aber nicht geniales Werk. Was sagt ihr dazu? Auf eure Meinungen bin ich gespannt!

Note: 2,3     

https://neilyoungarchives.com/

Courtney Barnett – Things Take Time, Take Time

VÖ: 12.11.2021

Label: Marathon Artists

Genre: Indie-/Alternative Rock

Die Sparte „Kontrovers“ habe ich vor einigen Jahren ins Leben gerufen, um zu zeigen, dass ich nicht immer der gleichen oder ähnlichen Meinung von Kritiker/innen aus Fachzeitschriften, Online-Magazinen und anderen Medien bin. Das Abfeiern oder das Abwerten von Alben kann ich nicht grundsätzlich nachvollziehen. Da gab es ja schon einige Beispiele. Andererseits habe ich es oft schon gehabt, dass ich schon ähnlicher Meinung war, ich ebenfalls positive Ansichten über ein Werk vertreten habe. Meistens war von einem Meisterstreich die Rede, aber ich war noch nicht vollauf begeistert. Nun, jetzt angesichts des Erscheinens von Things Take Time, Take Time, dem neuen Album der gefeierten australischen Künstlerin Courtney Barnett, ergibt sich noch eine weitere Ausgangslage. Denn die Kritiken – zumindest in deutschen Medien – sind größtenteils noch etwas verhalten, was angesichts der Reaktionen, die es auf die Vorgänger gab, mich schon etwas verwundert. Jammern auf hohem Niveau sozusagen! Es liegt wohl daran, dass ich das Werk richtig klasse finde. Nein, es ist kein Meisterwerk, aber ich bin da im Vergleich zu manchen Kritiker/innen doch schon begeisterter. Es gibt erneut wieder spannende als auch entspannte Perspektiven auf das Alltagsleben, mit Humor und textlichen Feinheiten kombiniert. Die Songs haben direkt ihre Wirkung bei mir erzielt, weil mir ebenfalls der musikalische Aufbau mit originell-lässigen Melodie- und Harmoniestrukturen (wie in Rae Street, Turning Green oder Write A List Of Things To Look Forward To) zusagt. Nein, Things Take Time, Take Time ist wie bereits erwähnt auch in meinen Augen kein Meisterwerk, jedoch schon ein weiteres sehr gutes Album in der eindrucksvollen Diskografie der charismatischen Sängerin, oder nicht? Was sagt ihr zu der Platte? Auf eure Meinungen bin ich gespannt!

Note: 2,0

https://courtneybarnett.com.au/

James Blake – Friends That Break Your Heart

VÖ: 08.10.2021

Label: Republic

Genre: Soul / R&B / Pop / Electronica

Auf dem vor knapp einem Jahr veröffentlichten Covers hatte es sich angedeutet, dass die Electronica-Elemente zugunsten der Soul-/Pop-/R&B-Klänge reduziert werden. Letztere kann der 33-jährige Londoner ohne Zweifel ebenfalls fantastisch umsetzen, allein durch die Präsenz seiner Stimme. Nun gut, Electronica-Sounds sind nicht gänzlich verschwunden, auch wenn wahrlich die Post-Dubsteb-Zeiten, die er so raffiniert und genial mit seinem unverwechselbaren gleichnamigen Debüt eingeläutet hat, der Vergangenheit angehören. Es ist ja auch zehn Jahre danach ziemlich klar, dass dieser „basslastige“ Elektro-Soul-Pop ein paar Veränderungen bedarf. Andererseits wäre es seltsam, wenn James Blake nicht mehr innovative Soundforschungen betreiben würde. So war es ja auch so, dass einige – ebenfalls namhafte – Künstler/innen auf seine Produktions-Skills gesetzt haben, und das sicherlich nicht ohne Grund! Auf Assume Form  (2019) deutete es sich an, dass neue Töne angeschlagen werden, die sicherlich von den Produzenten-Jobs beeinflusst waren. Allerdings meiner Meinung nach nicht zum Nachteil, größere Präsenz in der Öffentlichkeit und mehr Pop-Elemente im Sound könnten ja auch nicht immer zum Vorteil sein. Klar, vielleicht war die Innovationskraft der frühen Tage nicht ganz erreicht, aber dennoch gingen von dem Künstler weiterhin wichtige Impulse im Spannungsfeld von Pop/Soul/R&B/Electronica aus. Jetzt wo Friends That Break Your Heart erschienen ist und die Kritiken – für James Blake-Verhältnisse – noch einigermaßen zurückhaltend ausfallen – stellt sich für mich die Frage: wie gut ist dieses Album wirklich? Ich finde, dass die Fokussierung auf Soul/R&B, der immer wieder mit anderen Elementen aus anderen Genres gewürzt wird, irgendwie dennoch spannend bleibt. Blake singt erneut vornehmlich über seine Gefühlswelten, in gewohnt ehrlicher und direkter Form. Dabei springen wieder einige tolle Songs heraus, wie z.B. Say What You Will, I’m So Blessed You’re Mine oder Foot Forward. Also, ich finde das Werk wieder gut, auch wenn es den Vergleich mit einigen Vorgängern – geschweige denn dem Debüt – nicht ganz standzuhalten scheint. Wie ergeht es euch mit dem Album? Seid ihr auch begeistert oder eher ernüchtert? Auf eure Meinungen bin ich gespannt!

Note: 2,3 (mit Potential nach oben)    

https://www.jamesblakemusic.com/   

Die Ärzte – Dunkel

VÖ: 24.09.2021

Label: Hot Action

Genre: Punk-/Alternative-Rock / Pop-Punk

Es ist nicht einmal ein Jahr her, als die Ärzte das wirklich gelungene Comeback-Album Hell nach 8 Jahren Platten-Pause vorlegten. So schrieb ich damals: „(…) vor allem die Texte sind wirklich gut geraten, mit gewohnt bösen, bissigen, ironischen und lustigen Stellungnahmen zu Politik und Gesellschaft. Natürlich fehlt da nicht der Klamauk, aber es sind eben diese direkten Statements zu zum Beispiel Rechtsextremismus, Schönheitswahn oder Chris Hemsworth, die mir imponieren.“ Vor allem möchte ich in diesem Zusammenhang betonen, dass mir der klamaukige Stil gerade bei den Ärzten sehr oft ja auch gefallen hat. Vor allem dann, wenn jeglicher Respekt gefehlt hat, der Humor mehrere Ebenen aufbot und hinter dem Ganzen eben besagte bissige Kommentare zu zeitgemäßen Geschehnissen und Entwicklungen steckten. Jetzt ist der Gegenpart zu Hell – ja Dunkel eben – erschienen. Und dieser Nachfolger ist mit gemischten Kritiken bedacht worden, was ich total nachvollziehen kann. Irgendwie bleibt kaum eine Textzeile bei mir hängen, kaum ein Song hinterlässt mit seiner Melodieführung Eindruck. Es wirkt alles so verkrampft, gerade im direkten Vergleich zu Hell. Nein, Dunkel ist für mich keine Katastrophe, das Album ist schon gut produziert, dennoch bleibt wie gesagt kaum etwas hängen. Und das ist schon – vielleicht auch aus meinem Respekt für Die Ärzte heraus – enttäuschend für mich. Was sagt ihr zu dem Album? Auf eure Meinungen bin ich gespannt!

Note: 3,0

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