Ebony Bones – Nephilim

VÖ: 20.07.2018

Label: 1984

Genre: Art-Pop / Jazz / Afrobeat

Ebony Thomas alias Ebony Bones  aus London hat sich schon früh in künstlerischen Kreisen bewegt, hat Theater gespielt (war Klassenkameradin von Amy Winehouse an der Sylvia Young Theatre School) und sie war Darstellerin in der britischen Soap Family Affairs. Nach deren Absetzung 2005 begann die heute 35-Jährige ihre musikalische Laufbahn, auf Anraten des The Damned-Drummers Rat Scabies. 2009 erschien das Debüt Bone Of My Bones, das schon deutlich aufzeigte, dass die Künstlerin sich ähnlich einer Björk nicht an modische Trends halten, sondern einen genreübergreifenden Stil etablieren würde, der gerne kompromisslos in seiner Ausführung ist. Vor allem textlich wurde es düster, sie prangerte sozialpolitische Missstände an, legte dabei Finger in offene Wunden und zitierte entsprechende Literatur (z.B. George Orwell). Der renommierte BBC-Radio-DJ Zane Lowe war total fasziniert, die Single We Know All About You wurde als  „The Hottest Record In The World Today“ bezeichnet. Die Begeisterung für die Platte war allgemein groß, einige Songs fanden Platz in Games, TV-Shows und –Werbungen sowie in Mode-Kampagnen. Ebony Bones ging auf Tour mit einigen Berühmtheiten (wie Cee Lo Green), spielte auf Festivals oder ging Kollaborationen ein (z.B. mit Yoko Ono). Nachdem auch der Zweitling  Behold, A Pale Horse (2013) so von den Kritikern gefeiert wurde, sind die Erwartungen dementsprechend hoch angesichts des Releases von Nephilim. Wie zu erahnen – wenn eine Künstlerin einige Musiker/innen aus den unterschiedlichsten Genres (von Hip-Hop über Punk bis Indie-Pop/Rock sowie Afrobeat) als ihre Vorbilder bezeichnet – ist das neue Werk höchst vielseitig angelegt, vermählt ambitionierten Pop mit Jazz und Klassik sowie weiteren Elementen. In den Texten werden erneut vergangene und gegenwärtige sozialpolitische Missstände (vordergründig der Rassismus) angeprangert und mit teils mal bedrohlich, mal einheizenden Klängen unterlegt. Hätte diesmal schiefgehen können, tut es aber keineswegs. Erneut ein fantastisches Werk, dessen Potential sich im Verlauf des Jahres sicherlich noch entfalten wird!

P.S.: Der Saxophonist Lonnie Youngblood (spielte u.a. mit Jimi Hendrix und James Brown) hat hier auf der Platte einen denkwürdigen Auftritt!

Note: 2,0 (mit Tendenz nach oben)

https://www.iamebonybones.com/

 

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