Caribou – Suddenly

VÖ: 28.02.2020

Label: City Slang

Genre: Electronica / Pop

Meine ausgesprochen hohe Wertschätzung für den Kanadier Dan Snaith kam ja höchstwahrscheinlich zuletzt im Jahrzehntrückblick zum Ausdruck, da ich seine beiden als Caribou in der letzten Dekade veröffentlichten Alben Swim (2010) und Our Love (2014) darin aufgelistet habe. Er ist für mich einer der Künstler/innen, die es in den 2000er Jahren stets verstanden haben, die beiden musikalischen Pole Pop und Electronica (anfangs auch Folk) am eindrucksvollsten zusammenzuführen. Denn es wird meiner Meinung oft vergessen, dass schon The Milk Of Human Kindness (2005) sowie Andorra (2007, mit diesem Wahnsinnssong Melody Day ) Meisterstreiche darstellten. Erwähnt seien zudem das frühere bzw. aktuelle Projekt Snaiths  (Manitoba bzw. Daphni), mit denen er ebenfalls Electronica und Pop zusammenführ(t)e, aber auf eine noch andere Weise als unter dem bekanntesten Alias Caribou. Es ist halt so, dass er unter dem letztgenannten Pseudonym bei allem musikalischen Anspruch das Hitpotential dazu kommt, man nehme nur Songs wie Odessa, Sun, Our Love oder Can’t Do Without You. Ich liebe es! Dementsprechend hoch sind meine Erwartungen an das neue  Album Suddenly gewesen, dessen Erscheinen (nach 6 langen Jahren!) mit den absolut beeindruckenden Singles Home und You And I Ende des letzten Jahres angekündigt wurde. Was soll ich sagen? Ich bleibe weiterhin ein Riesenfan von Dan Snaith, soviel ist sicher. Wer es so beeindruckend hinbekommt, einen Song wie erwähntes, mit einem grandiosen Sample von Gloria Barnes aufwartendes Home an die Glanzzeiten der eigenen Diskografie erinnern zu lassen, dabei aber so viele neue Ideen dezent wieder einfließen zu lassen, dem ist doch jegliches Lob sicher (zumindest von mir)! Generell schafft er es als Caribou, wieder Pop und Electronica spannend zu synthetisieren – mit vielfältigen Ideen (z.B. passend ausgewählten Hip-Hop-Samples) – und diese mit unterschiedlichen Genres zu kombinieren. Mir gefällt zudem der Verweis auf die eigene Diskografie (z.B. die frühe IDM-Phase als Manitoba, mit hypnotischem Leiern im Stile Boards Of Canadas), die nicht einfach zitiert, sondern originell in einen modernen Kontext verpflanzt wird. Vielleicht spielt Suddenly (noch) nicht in der Liga der beiden Vorgänger, doch Snaith hält genügend Ideen für die neue Dekade bereit, das steht fest!

Note: 2,0 (vorerst)      

http://www.caribou.fm/

 

Caribou – Our Love

VÖ: 03.10.2014

Label: City Slang

Irgendwie ist es letztlich doch nicht verwunderlich, dass man mit Our Love nun keine zweite Version von Swim vorliegen hat. Auch wenn eben jener Vorgänger zweifellos brillant war, so hätten Tracks wie Sun, Bowls und vor allem Odessa, die durch Einsätze in Funk und Fernsehen zu (Indie-)Hits avancierten, theoretisch dazu führen können, dass Dan Snaith ein Album aufnimmt, das sich klanglich nicht vom 2010er-Werk unterscheidet. Dass es nicht so gekommen ist, überrascht angesichts der Diskografie des Kanadiers jedoch wenig. Zuerst produzierte er unter dem Pseudonym Manitoba Electronica, die erst im IDM-Stil der Warp-Sounds um Aphex Twin und Boards Of Canada gehalten war, sich aber später Richtung Folk orientierte, und dann als Caribou auf dem Debüt (The Milk Of Human Kindness aus dem Jahr 2005) und dem Zweitwerk (Andorra, 2007) fortgeführt und mit weiteren Elementen (u.a. aus Psychedelia und Shoegaze) verfeinert und bereichert wurde. Swim war dann das Album, das sich von der Folktronica wieder etwas entfernte und trotz experimenteller Minimal-House-Exkursionen die „zugänglichste“ Veröffentlichung war, besonders wegen der bereits erwähnten drei Tracks, aber auch weil das Ergebnis im Vergleich zu den Vorgängern tanzbarer war. Die Musik, der er ab 2011 als Daphni herausbrachte, präsentierte sich hingegen noch unkonventioneller, housiger/technoider und begeisterte zum Beispiel mit afrikanischen Funksounds. Our Love ist letztendlich der Kompromiss zwischen den beiden Klangkonzeptionen. Die beiden Singles Can’t Do Without You und der Titeltrack hätten eventuell auch Platz auf Swim gefunden, so etwas wie Mars wäre wohl auf Daphnis Jiaolong nicht fehl am Platz gewesen. Es gibt Hip-Hop-Beats, einheizende Basslines und Melodien, die eingängig erscheinen, bei genauerem Hinhören sich jedoch als relativ komplex erweisen. Eine grandiose Platte, die von Anfang bis Ende fesselt und klarmacht, dass Dan Snaith einer der begnadetsten Künstler der (Pop-)Electronica ist. Tracks wie die oben genannten als auch das rauschhafte Silver sowie das von Jessy Lanza gefeaturte Second Chance legen Zeugnis davon ab.

Note: 1,7

Eine kleiner Nachtrag zur Rezension der Caribou-Single: Die Bewertung mit 2,3 ist aus heutiger Sicht etwas zu streng, eine 2,0 (oder sogar 1,7) erscheint realistischer.

www.caribou.fm/

 

Caribou – Can’t Do Without You

VÖ: 04.06.2014

Label: City Slang

Daniel Victor Snaith ist momentan mal wieder ein vielbeschäftigter Mann, den er veröffentlicht dieser Tage nicht nur zusammen mit Owen Pallett eine neue Single unter dem Alias Daphni, sondern steckt zudem in den Vorbereitungen für ein neues Studioalbum als Caribou. Es soll in den nächsten Monaten erscheinen und den Titel Our Love tragen. Daraus gibt es vorab die Single Can’t Do Without You zu hören, die mit ihrem Loops an den fantastischen Track Sun aus dem Vorgänger Swim erinnert. Dieses Niveau wird zwar nicht ganz erreicht, trotzdem überzeugt die neue Veröffentlichung aufgrund der Hookline und eines stets vorantreibenden Beats.

Note: 2,3

www.caribou.fm/

 

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