Mai 2020

Austra – HiRUDiN

VÖ: 01.05.2020

Label: Domino

Genre: Art-Pop / Electronica

Von der Musik der stimmgewaltigen Sängerin Katie Stelmanis (damals hatte sie noch eine Band um sich) war ich vor allem vor 7 Jahren fasziniert, als das zweite Album Olympia erschien. Der nicht weniger ambitionierte Nachfolger mit dem vielsagenden Titel Future Politics (2017) wurde ausgerechnet am Tag der Vereidigung von Donald Trump veröffentlicht. Allerdings hatte man sich ein wenig verhoben. Da gefällt mir HiRUDiN wirklich besser, auf dem Stelmanis zwar erstmals solo aktiv ist, aber sich einige großartige Gastmusiker/innen eingeladen hat. Die 34-Jährige singt von unglücklichen Beziehungen und anderen persönlichen Angelegenheiten in wirklich klasse arrangierten Songs. Gutes Album!

Note: 2,3

http://www.austramusic.com/

 

 

Ghostpoet – I Grow Tired But Dare Not Fall Asleep

VÖ: 01.05.2020

Label: PIAS

Genre: (Alernative-/Progressive-)Rock / Ambient / Electronica

Auf dem neuen Album des 37-jährigen Briten Obaro Ejimiwe alias Ghostpoet kommen wieder einige Genres vielseitig zum Ausdruck, von verschiedenen Rockstilen, Blues über Ambient, Electronica bis Jazz sowie weiteren Spielarten. Das ergibt eine ganz spezielle Atmosphäre, die oft ins ziemlich Düstere abdriftet. Passt ja zum Thematischen, da der Künstler sich schon sehr existenziellen Grundsatzfragen angesichts aktueller sozialpolitischer Verhältnisse stellt. Gefällt mir ziemlich gut, wobei ich davon ausgehe, dass der neue Tonträger noch an Relevanz und musikalischer Prägnanz hinzugewinnen wird!

https://www.ghostpoet.co.uk/

Note: 2,3 (mit Tendenz nach oben)

 

 

Mark Lanegan – Straight Songs Of Sorrow

VÖ: 08.05.2020

Label: PIAS

Genre: (Alternative-/Folk-)Rock

Mark Lanegan – der mit seiner Ex-Band, den Screaming Trees, zu den wichtigsten Vertretern des Grunge zählt und sicherlich einen großen Anteil an der Großartigkeit der Platten von den Queens Of The Stone Age hatte – als auch Werke anderer Künstler/innen (unter anderem Isobel Campbell, Unkle, Melissa Auf der Maur) mit seiner markanten Bariton-Stimme vergoldet hat – ist natürlich ebenfalls mit seinen Solo-Werken hervorzuheben – auch wenn diese leider kommerziell nicht so erfolgreich waren. Auf Straight Songs Of Sorrow verarbeitet Lanegan seine wahrlich nicht einfache Vergangenheit, die von einigen Rück- und Schicksalsschlägen bestimmt war…und das Ergebnis ist wirklich richtig gut. War ja zu erwarten!

Note: 2,0

https://www.marklanegan.com/

 

 

Sleaford Mods – All That Glue

VÖ: 15.05.2020

Label: Rough Trade

Genre: Post-/Electro-Punk

Die beiden britischen Jungs Jason Williamson und Andrew Fearn sind ein unglaubliches Phänomen! Sie halten sich nicht an diesen, im Musikbusiness üblichen 2-3-Jahres-Veröffentlichungsrhythmus und hauen die Platten nur so raus. Erst im Februar letzten Jahres Eton Alive – das hier bei hicemusic zum Album des Monats gewählt wurde. Jetzt gibt es die großartige Compilation All That Glue, die unter anderem die Essenz der bisherigen Studioalben beinhaltet, aber ebenso bisher unveröffentlichte Songs. Diese Mischung aus Punk-Energie, minimalen Instrumentals und direkter und markant zum Ausdruck gebrachter Wut über gesellschaftspolitische Ungerechtigkeiten ist im wahrsten Sinne eine Wucht!

Note: 2,0

https://www.sleafordmods.com/

 

 

Moses Sumney – Græ

VÖ: 15.05.2020

Label: Jagjaguwar

Genre: Art-Rock/-Pop / R&B / Soul / Jazz

Ich hatte schon befürchtet, dass es keine gute Idee war, das Debüt von Moses Sumney zu ignorieren, das 2017 veröffentlichte Aromanticism. Klar hatte ich ein paar Songs auf dem Schirm, aber trotzdem…okay, dafür habe ich mir den Nachfolger Græ zu Gemüte geführt. Gott sei Dank, denn das Album sprüht nur vor Ideen! Ein musikalisch absolut vielseitiges, fantastisch instrumentiertes, einige unkonventionelle Strukturen aufweisendes Wunderwerk, das sich jeglichem Schubladendenken entsagt, übrigens auch auf gesellschaftspolitischer Ebene. Einige Größen haben hier ausgeholfen (u.a. Daniel Lopatin, James Blake und Thundercat). Ich muss es noch einordnen, bin aber sicher, dass das Album schon eines der besten diesen Jahres ist – mindestens!

Note: 1,7 (mit Potential nach oben)

https://www.mosessumney.com/