Oktober 2018

Matthew Dear – Bunny

VÖ: 12.10.2018

Label: Ghostly International

Genre: Electronica / (Elektro-)Pop

“Oh my dear”…Nein, keine dämlichen und billigen Wortspiele bitte! Lieber zu den Fakten: der 39-Jährige US-amerikanische DJ und Produzent Matthew Dear hat nach sechs Jahren wieder ein neues Studio-Album herausgebracht. Ich bin nicht erst Fan von ihm, seit ich seinen Namen des Öfteren im Zusammenhang mit DJ Koze-Veröffentlichungen vernommen habe. Ich muss zugeben, dass ich mir seine Minimal Techno/House- Frühwerke noch einmal genauer zu Gemüte führen sollte, seine Alben Black City (2010, dies habe ich damals rauf und runter gehört) und Beams (2012) haben mir aber vor allem aufgrund der poppigen Note sofort gefallen. Bunny stellt in diesem Sinne keine Neuerfindung dar, es geht erneut in eine eingängigere Richtung. Weil er aber die Klänge weiterhin so gekonnt und detailverliebt zusammensetzt, bereiten mir seine Tracks weiterhin viel Hörvergnügen!

Note: 2,3

https://ghostly.com/artists/matthew-dear

 

 

John Grant – Love Is Magic

VÖ: 12.10.2018

Label: Bella Union

Genre: (Synthie-/Elektro-)Pop / Electronica

Was für ein Album-Cover, mal wieder! Der vielseitige Künstler John Grant hat mich ebenso stets mit klugen Electronica-beeinflussten, sich in unterschiedliche musikalische Richtungen bewegenden Sounds sowie den ruhigeren Passagen, die er entgegensetzte und mit denen er wohl nicht komplett die Verbindung zu seiner Vergangenheit (u.a. mit der Band The Czars) kappen wollte, fesseln können. Seine bisher in den 2010er Jahren produzierten Solo-Alben stellen meiner Meinung nach große Kunst dar, was in meinen Augen neben den besagten Klängen an der facettenreichen Stimme Grants sowie der äußerst persönlichen Note, also seiner ehrlichen Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit in seinen Texten, liegt. Auf Love Is Magic geht es zentral um die Liebe. Dabei offenbart der US-Amerikaner unterschiedliche Sichtweisen darauf. Erneut klug instrumentiert, mit einem klasse Beginn. Insgesamt bin ich (noch) nicht so gecatcht wie von den Vorgängern, doch ich gebe dem Album bewusst Zeit, da es sich ja um John Grant handelt und er immer für Überraschungen gut ist. Ich freue mich schon jetzt auf seine Live-Performance in der Kölner Kulturkirche!

Note: 2,3 (hat aber sicherlich Potential nach oben)

http://johngrantmusic.com/

 

 

Kurt Vile – Bottle It In

VÖ: 12.10.2018

Label: Matador

Genre: Indie-Rock / Americana

Ich hatte schon im Zusammenhang mit der Rezension zu Kurt Viles letzten Werk B’lieve I’m Going Down (2015) – ich sage nur: Pretty Pimpin‘! – geschrieben, dass mir die Musik des 38-jährigen US-Amerikaners so gut gefällt, weil er ähnlich  seiner Vorbilder – Petty, Springsteen, Young etc. – sich mit der Tradition seines Heimatlandes reflektiert auseinandersetze und  neue Perspektiven eröffne. Das hat sich natürlich auch auf Bottle It In nicht geändert, das 1990er-Slacker-Image hat er beibehalten und auch  die psychedelischen Zutaten fehlen weiterhin nicht, ebenso wenig wie die tiefgründigen Lyrics. Das ist zu keiner Zeit bloße Kopie oder zu vergangenheitsbezogen. Gerne ziehen die Songs sich auf bis zu zehn Minuten, bleiben aber im Kern kurzweilig. Eine 2,3 für den Vorgänger war in der Nachbetrachtung vielleicht nicht gut genug eingeschätzt von mir, für Bottle It In vergebe ich sie jedoch erneut, nicht ohne dem Album Wachstumspotential zuzusprechen. Nach dem letztjährigen Volltreffer Lotta Sea Lice mit der wunderbaren Courtney Barnett waren die Erwartungen nur vielleicht im Vorhinein zu groß, vermute ich mal!

Note: 2,3 (mit Potential nach oben)

http://www.kurtvile.com/

 

 

Robyn – Honey

VÖ: 26.10.2018

Label: Konichiwa

Genre: Elektro-/Dance-Pop

Im Bereich des (Dance-)Pop hat sich Robin Miriam Carlsson alias Robyn schon seit vielen Jahren bewährt, auch außerhalb ihrer Heimat Schwedens. Ich habe mich nie so wirklich mit den noch weniger elektronisch geprägten Frühwerken aus den 1990er Jahren beschäftigt, aber spätestens mit dem selbst betitelten, 2005 veröffentlichten vierten Album – das ja wohl sozusagen auch als Neuanfang definiert werden sollte – hat sie meine Aufmerksamkeit gewinnen können. Es ist nicht nur meiner Meinung nach so, dass ihre Interpretierung des Genres und die Umsetzung sie um einiges interessanter macht als viele Kolleginnen/Kollegen aus dem Pop. Unter anderem wegen einer Kompromisslosigkeit, die sich oftmals nicht mit den Strukturen einer Charts-Produktion in Beziehung setzen lässt. Gilt nun ebenso für Honey, das gar getrost zu den am wenigsten zugänglichen Arbeiten Robyns gezählt werden kann. Natürlich richtig gut!

Note: 2,0         

http://robyn.com/

 

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