März 2017

Laura Marling – Semper Femina

VÖ: 10.03.2017

Label: More Alarming

Genre: Folk-Rock / Alternative-Rock

Der Schreiber dieser Zeilen muss zugeben, dass er weder wirklich ein ausgewiesener Kenner noch ein glühender Fan des gegenwärtigen Folk ist. Dennoch gibt es in diesem Genre Künstlerinnen und Künstler, die ihm allerhöchsten Respekt abverlangen, deren Musik ihn zu packen und zu faszinieren versteht, ihm die Reize der Stilart  nachvollziehen lassen. An vorderster Front steht da zweifellos Laura Marling, die – das neue Werk einberechnet – sechs wundervolle Alben seit 2008 veröffentlichte, sich auf diesen mit unterschiedlichsten, gerne auch komplexeren Themen beschäftigt, stets ihre persönliche Gefühlswelt offen gelegt hat. Wie der Titel Semper Femina verrät, geht es um die Facetten der Weiblichkeit (was sie ursprünglich aus der Perspektive eines Mannes erzählen wollte). Musikalisch unterlegt sie dies mit vielseitigen Klängen, die über den Folk hinausgehen, stets unkonventionelle Wege einschlagen. Gerade aus diesem Grund ähnlich begeisternd  wie die Musik anderer außergewöhnlicher Stellvertreter/innen des Genres (Aimee Mann, Cat Power, Sufjan Stevens, Joanna Newsom etc.). Man höre nur Soothing und lasse sich überzeugen!

Note: 2,0 (mit Tendenz nach oben)

https://www.lauramarling.com/

 

 

Spoon – Hot Thoughts

VÖ: 17.03.2017

Label: Matador

Genre:  Indie-/Art-Pop

Spoon gehört zu diesen Bands, denen leider viel zu wenig Aufmerksamkeit zuteilwird. Die Texaner existieren schon seit 1993, sind aber über Indie-Kreise kaum bekannt, trotz toller bis fantastischer LPs, allen voran die Anfang bis Mitte der 2000er Jahre erschienenen Kill The Moonlight, Gimme Fiction und Ga Ga Ga Ga Ga. Das tolle an ihnen ist vor allem, dass sie diese Art von Pop schreiben, der mal eingängig sein kann, sich aber dennoch abseits schon allzu bekannter Pfade bewegt. So befinden sich in ihrer Diskografie einige Songs, die sich mit ihrem experimentellen Charakter einigen Hörern von Anfang ins Ohr drängen werden. Allein das letzte Werk They Want My Soul hatte mit Rent I Pay, Do You und Inside Out diese Hochkaräter aufzubieten. Doch auch Hot Thoughts hat mit dem Titelsong und Can I Sit Next To You diese Kandidaten im Programm, die wie der Rest des Albums lässig zwischen Indie- und Art-Pop-Sounds mit einem großen Schuss Funk und anderen Experimenten pendeln. Mal wieder ein Volltreffer!

Note: 2,0

http://www.spoontheband.com/

 

 

The Jesus And Mary Chain – Damage And Joy

VÖ: 24.03.2017

Label: Rykodisc

Genre: Alternative-Rock / Noise-Pop

Der 24. März ist ein Tag der Comebacks, von Bands unterschiedlicher stilistischer Couleur. Neben Soulwax (siehe unten) und der Kelly Family (!) haben The Jesus And Mary Chain nun ein neues Album veröffentlicht. Wie wohl bekannt ist, werden die Schotten um die zänkischen Brüder Jim und William Reid als eine der einflussreichsten Formationen des Shoegaze und generell des Alternative-Rock angesehen. Insbesondere ihr Debüt Psychocandy (1985) ist eines der meistgenannten Werke, wenn es in den Fachzeitschriften um die besten Werke der 1980er geht, gehört beispielsweise zu den 1001 Albums You Must Hear Before You Die. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Band ja seit mittlerweile wieder 10 Jahren wiedervereinigt ist, aber erst nach 19 Jahren ein neues Studioalbum veröffentlicht hat. Irgendwie beschwört dieses den Glanz alter Tage wieder, ist auch recht ordentlich geraten, aber Neues wird hier nicht erzählt. War ja aber auch nicht unbedingt zu erwarten, geht also insgesamt in Ordnung!

Note: 2,7

http://thejesusandmarychain.uk.com/

 

 

Soulwax – From Deewee

VÖ: 24.03.2017

Label: Play It Again Sam

Genre: Synthie-/Dance-Pop, Electronica

Es wird doch noch sicherlich den einen oder anderen da draußen geben, der sich erinnert, dass es da mal so zwei verrückte Belgier gab, die Emerson, Lake & Palmer mit Basement Jaxx mischten, The Stooges mit Salt ‘N Pepa, Dolly Parton mit Röyksopp etc., was absolut großartig funktionierte. Sie nannten sich 2ManyDJs, eines der Pseudonyme der beiden Brüder David und Stephen Dewaele. Vor allem, das war ja nur eine der Experimente (Stichworte: Der Soundtrack zu Belgica). Deren Hauptband Soulwax legte Ende der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre brillante Alben vor: Much Against Everyone’s Advice  und Any Minute Now. Zunächst noch an alternativem Rock orientiert, deutete man auf letztgenannter Platte schon die elektronische Richtung an, die auf dem neuen, nach 13 langen Jahren erscheinenden offiziellen Album nun das zentrale Merkmal darstellt. Das Ergebnis ist mehr als zufriedenstellend. Von Anfang an wird man von den Electronica-Sounds eingenommen. Versprüht richtig Laune, tolles Comeback!

Apropos: Die Band werden einige GTA 5-Zocker kennen, dort gab es einen eigenen Radiosender: Soulwax FM!

Note: 2,0

http://soulwax.com/

 

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