Everything Everything – Get To Heaven

VÖ: 19.06.2015

Label: RCA

Genre: Indie Pop / Art Rock

Die Briten Everything Everything haben mit den beiden Vorgängern Man Alive (2010) und Arc (2013) bestechende Argumente vorgebracht, weshalb sie in einem Atemzug mit Bands wie Alt-J oder Django Django genannt werden sollten. Denn sie begegneten den verschiedensten Stilen ebenso aufgeschlossen und unerschrocken wie es die erwähnten Formationen stets getan haben und machten auch deutlich, dass sie dabei gleichfalls den Blick über die Bereiche außerhalb der Populärmusik wagen. Die Redakteure des New Musical Express haben vielleicht ein wenig übertrieben, sie gleich als die „Picassos des Pop“ zu bezeichnen. Auch einige Vergleiche sind amüsant – wie z.B. jener von Paul Lester, der die Musik als eine Mischung von R&B und Progressive Rock ansah:„(…) think Timbaland if he cocked an oblique ear to Yes“. Aber wirklich falsch liegen sie nicht, vor allem weil sie mit diesen Ausführen nur ausdrücken wollen, wie vielseitig Everything Everything sind. Dies ist angesichts der musikalischen Vorbilder der Mitglieder wiederum kein Wunder: Michael Jackson, Radiohead, Nirvana, The Beatles, Destiny’s Child, R.Kelly und wahrscheinlich noch einige mehr. Unkonventionelle Melodie- und Rhythmusstrukturen, markanter Falsett-Gesang des Vokalisten Jonathan Higgs und ausgefallenere Formen des Songwritings sind nur ein paar Ausdrucksmittel, die aus dieser Experimentierfreude resultieren. Das Quartett präsentiert auch auf Get To Heaven einen vielseitigen Klangkosmos, der komplexe musikalische Formen bereithält, dabei aber niemals in Verkrampfung oder Überheblichkeit ausartet. „Eingängige“ Hits im Stile von Kemosabe gibt es nämlich auch auf diesem Album zu hören, die vereinzelt Bands wie die Foals oder Alt-J anklingen lassen, jedoch stets einen individuellen Touch beibehalten. Die klasse Singles Distant Past und Regret, aber auch der Opener To The Blade oder The Wheel (Is Turning Now) können als Aushängeschilder einer wunderbaren, künstlerisch wertvollen Platte angesehen werden. Produzent ist Stuart Price!

Note: 2,0

www.everything-everything.co.uk/

 

Everything Everything – Regret – Director Of Photography from David Tree on Vimeo.

Everything Everything – Distant Past – Director of Photography from David Tree on Vimeo.

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