Bilderbuch – Magic Life

VÖ: 17.02.2017

Label: Maschin

Genre: Indie-/Funk-Rock, R&B

Letzten Samstag hat der Schreiber dieser Zeilen sich (zu Teilen) auf dem Fernsehsender Vox die ziemlich interessante, ausgesprochen ausführliche Dokumentation (ca. 260 Minuten) über DIE österreichische Pop-Berühmtheit der letzten Jahrzehnte angeschaut:  Er war Superstar – Falco. Eine Legende wird 60. Es wurden unter anderem unveröffentlichte Aufnahmen und intime Interviews – mit Johann „Hans“ Hölzel selbst sowie engsten Verwandten, Bekannten und weiteren Persönlichkeiten, u.a. Udo Lindenberg und dem Duo Bolland & Bolland (das für Falco u.a. Rock Me Amadeus schrieb und produzierte) gezeigt. Keine sensationelle Doku, aber durchaus informativ und anschaubar. In diesem Zusammenhang stellt sich schon die Frage, welche Musiker aus Österreich in diese Fußstapfen treten, wo sich doch in den letzten Jahren einige Künstler und Bands (Wanda, Kreisky, Der Nino aus Wien, Ja, Panik etc.)  hervortaten und durchaus mit Falco verglichen wurden. Zum Teil lediglich aus dem Grund des übereinstimmenden Herkunftslandes, aber bei einigen lassen in Bezug auf den Sound und dem damit verbundenen Habitus – z.B. diese unverwechselbare Mischung aus zur Schau getragener Arroganz, Selbstbewusstsein sowie Witz – auf jeden Fall Parallelen ziehen.  Zu diesen Bands gehört in jedem Fall ebenso Bilderbuch, das wie das Vorbild in der Wiener Musikszene groß gewordene Quartett, welches die Kritiker mit seinen Live-Shows und Alben, insbesondere dem letzten, Schick Schock, begeistern konnte, im deutschsprachigen Raum auch kommerziell erfolgreich war. Zu Recht, eine faszinierendes Genre-Wundertüte, die begeisternde Sounds und originell-gewitzte Texten bietet. Auf dem neuen, dem vierten Tonträger präsentiert man ähnliche Strukturen, insgesamt nicht ganz so konsequent wie auf besagtem Vorgänger. Dennoch, auch wenn die Songs etwas Anlauf benötigen, werden sie zu großen Teilen im Verlauf über den Durchschnitt gehoben, weil Bilderbuch originelle Wendungen einbauen, u.a. Rhythmusvariationen und wunderbare funky Gitarren-Soli (z.B. in Bungalow und I ❤ Stress). Textlich ist das eh ideenreich, durchaus mit gesellschaftskritischer Note versehen, hier in diesem Fall mit der Kombination der musikalischen Mittel in Prince-Manier erotisch aufgeladen, gewohnt exzentrisch vorgetragen von Sänger Maurice Ernst. Etwas Trash gibt es hier natürlich auch (z.B. in SUPERFUNKYPARTYTIME). Wie bereits erwähnt, nicht so gut wie Schick Schock, aber trotzdem zeigt Bilderbuch, das sie weiterhin zu den spannendsten Formationen aus Österreich gehören. Ob sich das mit Falco vergleichen lässt und die Qualität der Veröffentlichungen zu dessen größten Zeiten erreicht, muss jeder für sich selbst entscheiden!

Note: 2,3 (nach den ersten Eindrücken)

http://www.bilderbuch-musik.at/

 

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Sinkane – Life & Livin‘ It

VÖ: 10.02.2017

Label: City Slang

Genre:  World / Funk / Psychedelia

Richtige fundierte Recherche ist halt alles, oder zumindest Genauigkeit! Da hat hicemusic doch ein wenig geschludert, als er die Rezension zur vom letzten Album  Mean Love ausgekoppelten Single How We Be schrieb. Sinkane ist nämlich nicht ein Künstler in Solofunktion, sondern eine Band  um den Briten sudanesischer Herkunft, Ahmed Gallab! Mit einem lag man hier bei hicemusic aber schon damals richtig, denn diesen Mann kann man ohne zu übertreiben als vielseitig bezeichnen. Der Künstler ist viel herumgekommen, hat mit Musiker/innen unterschiedlichster örtlicher, stilistischer und kontextueller Herkunft  zusammengearbeitet, seien es Caribou, Yeasayer, Of Montreal oder Eleanor Friedberger, zudem betreibt er schon seit ein paar Jahren das Projekt Atomic Bomb! Band, unter dessen Regie Songs des großartigen, vor kurzem leider verstorbenen nigerianischen Künstlers William Onyeabor interpretiert werden und sich neben einigen seiner Kollegen von Sinkane schon so einige Prominenz zusammengefunden hat. Alexis Taylor (Hot Chip) , Pat Mahoney (LCD Soundsystem) und Money Mark (Ex-Beastie Boys) gehören gar zum festen Kern, aber auch die World Music-Spezies David Byrne, Damon Albarn, Pharoah Sanders (uvm.) waren dabei. Musikalische Vielfalt war stets ein Markenzeichen, insbesondere wenn Gallab zusammen mit seiner Band Sinkane musizierte. Auf bisher fünf LPs wurde eine überaus beträchtliche Bandbreite an Stilrichtungen bedient, von psychedelischem, krautigem und dronigem Rock über Jazz, R&B, Funk, Reggae über Electronica gab es so einiges zu hören, immer kombiniert mit Musiken aus aller Welt (z.B. seiner Heimat Sudan). Dieser Abwechslungsreichtum manifestiert sich natürlich ebenso auf dem neuen Werk, das mannigfaltige, vermehrt an afrikanischer Tradition orientierte Melodie- und Rhythmusstrukturen auffährt. Dies beeindruckt sehr, einige verschieden Stimmungen werden geboten. Tolle sonnige Platte, die den Sommer schon vorwegnimmt!

Note: 2,0

https://www.sinkane.com/

 

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Kurzkritik – Februar

Blackfield und Rag’n’Bone Man in der Kurzkritik – Februar:

https://hicemusic.wordpress.com/februar-2017/

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Sampha – Process

VÖ: 03.02.2017

Label: Young Turks

Genre: Electronica / Soul / R&B

Der Anfang des Debüts von Sampha Sisay ist schon so klasse, dass man sich gar keine Sorgen machen muss, es handele sich hier um eine Sammlung einzelner guter Singles, die von weniger interessanten Songs umrahmt werden, nur dass am Ende eine LP dabei herausspringt. Ein Vorwurf dieser Art wäre dem vielseitigen 28-jährigen Künstler gegenüber aber auch einfach zu unfair. Seine schon seit einigen Jahren ist Sampha aktiv, in unterschiedlichsten Funktionen. Da wären einerseits die Features (sowohl Gesangs- als auch Produktionsparts) auf Alben einiger bekannter Musiker/innen wie Beyoncé, Jessie Ware, SBTRKT, Drake, Kanye West oder zuletzt Solange zu nennen. Andererseits seine Remixe und Coverversionen (u.a. von The XX, Prince, Air). Nicht zu vergessen natürlich seine bereits der Öffentlichkeit zugänglich gemachten EPs Sundanza (2010) und Dual (2013), in deren Folge er im renommierten „Sound Of 2014“-Poll der BBC landete. Trotz all dieser Vorschlusslorbeeren überrascht diese Souveränität, die Sampha hier an den Tag legt, doch ein wenig. Denn es sollte ja bekannt sein, dass eine hochgelobte EP nicht unbedingt auch ein qualitativ ebenbürtiges Debüt zur Folge haben muss (sicherlich gab es da den einen oder anderen Vertreter in jüngerer Vergangenheit, auch wenn dem Schreiber dieser Zeilen gerade keiner einfallen möchte).  Sei’s drum, hier wird dem Hörer ein in sich kohärentes, mit einem durchgehenden Spannungsbogen versehenes Werk abgeliefert, das klanglich perfekt in den Katalog des Labels Young Turks passt. Das ist gleichbedeutend damit, dass hier eine abwechslungsreiche klangliche Mischung aus Electronica-, Soul- und R&B-Elementen geboten wird, die Sampha zusammen mit Rodaidh McDonald kreiert hat (der sich bereits für Werke von u.a. The XX, Adele und Vampire Weekend verantwortlich zeichnete). Die Folge ist, dass der Sound nicht nur klarer klingt, sondern auch noch ausgereifter. Sampha Sisay lässt seinen Songs noch mehr Freiräume zur Entwicklung, baut spannungsfördernde Wendungen ein. Hier kommen all seine exzellenten Fähigkeiten als Sänger, Produzent, Pianist und Songwriter ausgiebig zur Entfaltung, Sampha legt beispielsweise unheimlich intime Texte vor, nachzuhören unter anderem auf dem emotionalen Song (No One Knows Me) Like The Piano (den er seiner an Krebs verstorbenen Mutter gewidmet hat).  Insgesamt ein wirklich schillerndes Debüt!

Note: 2,0

http://sampha.com/

 

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Kurzkritik – Februar

Elbow, Fufanu und The Naked And Famous in der Kurzkritik – Februar:

https://hicemusic.wordpress.com/februar-2017/

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Album des Monats – Januar

Ihr habt das Album des Monats Januar gewählt.

Sieger mit deutlichem Abstand und völlig verdient ist: The XX – I See You

 

 

So wurde gewählt:

  1. The XX – I See You

2. Various Artists – La La Land (Original Motion Picture Soundtrack)

3. Klangstof – Close Eyes To Exit

 

Vielen lieben Dank für die rege Teilnahme!

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Laut.fm – hicemusic: Programmübersicht (ab 06.02.)

hicemusic – Programm:

https://hicemusic.wordpress.com/hicemusic-radioprogramm-sendungen/

 

Viel Spaß beim Hören!

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Mixtape – Songs für Februar 2017

Ausgabe für Februar:

 

Viel Spaß beim Hören!

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Album des Monats Januar

Wählt bis zum 07.02. das Album des Monats Januar!

Ihr entscheidet, welche Veröffentlichung „Album des Monats Januar“  wird.

Zur Wahl stehen diejenigen Alben, die in dem Monat veröffentlicht und bei hicemusic vorgestellt wurden.

Ihr urteilt über die Umfrage „Wie bewertest Du die Musik?“. Das Album mit den besten Werten, also idealerweise mit dem Urteil „Großartig“, gewinnt (je mehr Nennungen, desto besser).

Zur Wahl stehen folgende Alben:

Klangstof – Close Eyes To Exit

Loyle Carner – Yesterday’s Gone

SOHN – Rennen

Various Artists – La La Land (Original Motion Picture Soundtrack)

The XX – I See You

 

Sowie aus den Kurzbesprechungen unter:

https://hicemusic.wordpress.com/januar-2017/

Bonobo – Migration

The Flaming Lips – Oczy Mlody

Austra – Future Politics

Cherry Glazerr – Apocalipstick

Foxygen – Hang

Run The Jewels – Run The Jewels 3

Schnipo Schranke – Rare

 

Viel Spaß beim Wählen!

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Various Artists – La La Land (Original Motion Picture Soundtrack)

VÖ: 13.01.2017

Label: Interscope

Genre: Pop / Jazz

Es ist ja kein Geheimnis, dass Filme, die sich detailliert mit Musik beschäftigen bzw. diese in ausreichendem Maße einsetzen, sehr beliebt in Hollywood sind und bei den alljährlichen Oscar-Verleihungen häufig zu den Favoriten zählen, nicht selten dort abräumen. Da wären zum einen Biopics (z.B. über Johnny Cash oder Ray Charles) oder eben Musicalfilme zu nennen. Insbesondere letztere haben es den Machern dort angetan, das war schon zu frühen Zeiten so, erinnert sei da an die Metro-Goldwyn-Mayer-Werke – z.B. The Broadway Melody (1929) oder später Ein Amerikaner in Paris (1951, mit Gene Kelly) – oder The Sound Of Music (1965). Ebenso Filme der „jüngeren“ Vergangenheit gewannen oder waren zumindest nominiert, unter anderem Moulin Rouge (2001), Chicago (2002) oder Les Misérables (2012). Somit nicht überraschend, dass auch La La Land für dieses Jahr gelistet wird. Es gilt zudem als höchst wahrscheinlich, dass die neue Arbeit von Damien Chazelle, der bereits 2014 das wunderbare Jazz-Musikdrama  Whiplash (bekam 3 Oscars, unter anderem verdienterweise der Nebendarsteller J.K. Simmons) vorlegte, in vielen, wenn nicht allen Sparten, in denen sie nominiert ist (14!), abräumen wird. Es wird bereits in der Mehrheit von den Kritikern umjubelt, allerdings gibt es auch durchaus gemäßigte bzw. negative Bewertungen zu lesen. Der Autor dieser Zeilen muss zugeben, dass er La La Land (noch) nicht gesehen hat, weshalb es auch schwer ist, den zugehörigen Soundtrack endgültig einzuschätzen, könnte es doch durchaus Bedingung sein, ihn in seiner Gesamtheit zu erfassen und in einen Kontext zum Film zu setzen. Ein romantisches Musical, das sich als Ode an oben genannte alte Genrewerke und das „alte Hollywood“ versteht, dabei in der Gegenwart verankert ist und vor allem ausreichend Jazz einbaut. Für den Soundtrack zeichnete sich Justin Hurwitz verantwortlich (der Chazelles Filme stets mit Musik unterlegt hat), unterstützt von Angelique Cinelu, Marius de Vries und John Legend,  die Musicalnummern wurden von den Schauspielern (Emma Stone, Ryan Gosling u.a.) selbst eingesungen. Auch hier gibt es durchaus konträre Meinungen*. Die Musik ist in beiden dafür vorgesehenen Sparten, Score als auch  Original Song  – in letzterer sogar zweimal, für City Of Stars und Audition (The Fools Who Dream) – für den Oscar nominiert. Der Autor dieser Zeilen war vor dem ersten Hören eher skeptisch, muss aber zugeben, dass er von einigen Songs recht angetan ist, vor allem von jenen jazzig-souligen.  Andererseits gibt es auch richtig kitschige Passagen, die sich nicht von konventionellen Standards abheben können. Die positiven Momente scheinen zu überwiegen, eine Bewertung fällt dennoch schwer.

* Unter anderem schreibt Sven Kabelitz bei laut.de: „Ein hassenswerter Soundtrack, der über die nächsten Jahrzehnte seinen Weg in jede Musiksammlung findet, die nichts auf sich hält.“

Note: 2,7 (den ersten Eindrücken zufolge)               

Erster Beitrag für die neue Rubrik „Kontrovers“: Was haltet ihr von der Musik? Seid Ihr Fan, ist sie euch egal oder findet ihr sie schrecklich? Dies könnt ihr gerne unten in den Kommentaren mit hicemusic ausführlich diskutieren! Bewerten dürft ihr den Film wie gewohnt in der Umfrage (siehe unten)!

http://www.lalaland.movie/

 

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