Abay – Everything’s Amazing And Nobody Is Happy

VÖ: 12.08.2016

Genre: Indie-Pop/-Rock

Label: Unter Schafen

Manchmal ist es echt wichtig, dass man einer Musik die Chance gibt, die sie verdient hat, bevor man sie womöglich allein nur wegen der Künstler und ihrer klanglichen Vergangenheit vorverurteilt. So kann man angesichts mancher Kritiken, die über neue Veröffentlichungen verfasst werden, schon mal die Frage stellen, ob die diese auch wirklich aufmerksam angehört wurden, vielleicht doch bereits im Vorhinein als wenig hörbar abgetan oder man dem Musiker, dessen gegenwärtiger oder auch ehemaligen Band ohnehin nie etwas abgewinnen konnte. Ist ja oftmals nicht absichtlich oder böswillig, bei den vielen Platten, die erscheinen, muss man ja auch oft eine Vorauswahl treffen, da fallen diejenigen, denen man aus oben genannten Gründen nicht viel Potential zuspricht, häufig automatisch heraus. So spricht sich auch hicemusic nicht davon frei, manchen Alben nicht immer die nötige Aufmerksamkeit zu widmen, die sie eventuell verdient hätten. Zugegeben, bei der personellen Konstellation der folgenden Band war auch hier zunächst eher Skepsis vorherrschend. Hinter Abay verbergen sich Ex-Blackmail-Sänger und Namensgeber der neuen Formation, Aydo Abay, sowie Jonas Pfetzing, der hauptamtlich Gitarrist bei Juli ist, was jetzt keine allzu hohen Erwartungen bei hicemusic geweckt hat. Denn auch wenn hier das Frühwerk von Blackmail durchaus geschätzt wird, waren manch weitere musikalische Aktivitäten der beiden Künstler wenig oder zumindest nicht immer durchgehend überzeugend. Aber: Zum Glück hat man hier der Musik die erwähnte Chance gegeben, denn das Debüt von Abay ist wirklich gut gelungen (das Potential wird allerdings schon auf der 2014er EP Blank Sheets angedeutet). Schön eingängige, aber nicht zu rührselige Pop/Rock-Songs, die in der Mehrheit Genre-Klischees umschiffen als auch klug und dynamisch arrangiert sind. Vorbilder sind zwar herauszuhören, dennoch ist dem Album ein individueller Charakter nicht abzusprechen!

Note: 2,3

http://abay.me/

 

Veröffentlicht unter A, Abay, Alben, Künstler A-Z, Neuentdeckungen | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Wild Beasts – Boy King

VÖ: 05.08.2016

Label: Domino

Genre: Art-/Synthie-Pop, (Funk-)Rock

Die Wild Beasts aus Großbritannien gehören in der Indie-Szene zu jenen Bands, deren Mitglieder (zum großen Teil) einem akademischen Hintergrund entstammen – wie zum Beispiel auch Django Django oder Alt-J. Das ist natürlich allein gesehen noch kein Merkmal, welches zwangsweise einhergeht mit musikalischer Klasse. Allerdings muss man jenen Formationen zugestehen, dass ihre klanglichen Experimente, die sicherlich auch durch eine Kenntnis künstlerischer Themenbereiche (über die Musik hinaus) herzuleiten sind, beim Hörer oftmals Neugier wecken und zu beeindrucken wissen, eben durch Elemente, die im (Pop-)Alltag nicht gewöhnlich sind. Die Wild Beasts haben auf ihren bisherigen vier Alben immer wieder  Klangforschungen betrieben, die von der Öffentlichkeit sehr positiv aufgenommen wurden. Schaute man beispielsweise im jeweiligen Veröffentlichungsjahr in die Bestenlisten nationaler als auch internationaler Fachzeitschriften, war der Name dieser Band oft darin zu finden. Die Experimentierfreude war stets hoch, die Briten waren kaum auf ein Genre festzulegen. Indie Rock als groben Rahmen, der wahlweise mit Elementen aus Avantgarde, Dream- und Synthie-Pop, Electronica, gar Carbaret verziert wurde. Hayden Thorpes charakteristischer Gesang, häufig melancholisch-pessimistisch angehauchte Texte und Instrumentierungen zeichneten die Band aus. Allerdings muss der Schreiber dieser Zeilen zugeben, dass der Sound der Wild Beasts ihn – wenn auch in seltenen Fällen –  auf subjektiver Ebene nicht immer gepackt hat, manchmal seinem Empfinden nach ein wenig überambitioniert wirkte. Album Nr.5, Boy King, das sich dem Thema Männlichkeit – auch in musikalischer Hinsicht – unter verschiedenen Aspekten nähert, überzeugt jedoch nun auch ihn (fast) ausnahmslos. Diesmal wird es rockiger, mit wirkungsvollen Funk- und Synthie-Pop-Elementen, die Songs wie Get My Bang und Celestial Creatures nach vorne pushen. Richtig gut gelungen, das Ganze!

Note: 2,3       

http://wild-beasts.co.uk/

WILD BEASTS – Big Cat from Pablo Maestres on Vimeo.

 

Veröffentlicht unter Alben, Künstler A-Z, W, Wild Beasts | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Mixtape – Songs für August 2016

Ausgabe für August:

 

Viel Spaß beim Hören!

Veröffentlicht unter Allgemein, Songs | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Album des Monats – Juli

Ihr habt das Album des Monats Juli gewählt.

Klarer Sieger ist: Michael Kiwanuka – Love & Hate

 

So wurde gewählt:

1. Michael Kiwanuka – Love & Hate

2. Bat For Lashes – The Bride

3. The Avalanches – Wildflower

 

Vielen lieben Dank für die Teilnahme!

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Laut.fm – hicemusic: Programmübersicht (ab 04.08.)

hicemusic-Programm:

https://hicemusic.wordpress.com/hicemusic-radioprogramm-sendungen/

Veröffentlicht unter Allgemein, Laut.fm - hicemusic Radio | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Album des Monats Juli

Wählt bis zum 05.08. das Album des Monats Juli!

Ihr entscheidet, welche Veröffentlichung „Album des Monats Juli“  wird.

Zur Wahl stehen diejenigen Alben, die in dem Monat veröffentlicht und bei hicemusic vorgestellt wurden.

Ihr urteilt über die Umfrage „Wie bewertest Du die Musik?“. Das Album mit den besten Werten, also idealerweise mit dem Urteil „Großartig“, gewinnt (je mehr Nennungen, desto besser).

Zur Wahl stehen folgende Alben:

The Avalanches – Wildflower

Metronomy – Summer 08

Róisín Murphy – Take Her Up To Monto

Michael Kiwanuka – Love & Hate

Sowie aus den Kurzbesprechungen unter:

https://hicemusic.wordpress.com/juli-2016/

Bat For Lashes – The Bride

Blood Orange – Freetown Sound

Shura – Nothing’s Real

Nonkeen – Oddments Of The Gamble

Bear’s Den – Red Earth & Pouring Rain

MSTRKRFT – OPERATOR

Viel Spaß beim Wählen!

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Kurzkritik – Juli

Bear’s Den und MSTRKRFT in der Kurzkritik – Juli:

https://hicemusic.wordpress.com/juli-2016/

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Kurzkritik – Juli

Shura und Nonkeen in der Kurzkritik – Juli:

https://hicemusic.wordpress.com/juli-2016/

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , | 2 Kommentare

Michael Kiwanuka – Love & Hate

VÖ: 15.07.2016

Label: Polydor

Genre: (Neo-)Soul / Folk-Rock

Es gibt ja im Musikbusiness einige Künstlerinnen und Künstler, die sich an den Genres vergangener ruhmreicher Tage versuchen und von den Kritikern direkt mit den Größen von damals verglichen werden, ohne dass ihnen im Endeffekt die Chance gelassen wird, sich beweisen zu können, zu zeigen, dass sie diese nicht nur kopieren möchten, sondern – wenn dann – den Vorbildcharakter dafür nutzen, eigene Ansätze zu entwickeln, sich am Zeitgeist orientiert musikalisch und (womöglich) gesellschaftspolitisch zu positionieren. Michael Kiwanuka, 29 Jahre alter Brite, ist eine dieser Persönlichkeiten, dem genau das vorher Erwähnte widerfahren ist. Ab 2011, mit Erscheinen einiger EPs und einer Tour im Vorprogramm von Adele, kam ihm die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zuteil. Die Kritiker stimmten Lobeshymnen auf ihn an, Kiwanuka gewann unter anderem den „Sound Of 2012“ der BBC, seine Musik wurde mit den Giganten des Soul – im Generellen des Songwriting – verglichen, u.a. Marvin Gaye, Otis Redding, Bill Withers und Terry Callier. Die Debüt-LP Home Again war nicht nur produktionstechnisch fabelhaft geraten, sondern zeigte sich im Allgemeinen zeitgemäß, trotz der offensichtlichen Referenzen aus traditionsreichen Genres, die von Soul, R&B, über Blues, Jazz bis Folk und Pop reichten. Allerdings soll Kiwanuka kurzzeitig über das Ende seiner Karriere nachgedacht haben, ihm sei der Hype um seine Person zu viel gewesen. Zum Glück hat er umgedacht, denn der Zweitling Love & Hate – vor allem der Einstieg mit den Songs Cold Little Heart und Black Man In A White World – ist grandios, politisch aktuell, vor allem musikalisch mal wieder mannigfaltig ausgelegt, mit vielen hymnischen, erinnerungswürdigen Momenten (à la Pink Floyd oder Ennio Morricone) – z.B. mit effektiven, ins Ohr gehenden Gospelchören als auch Afropop-Bezügen. Neben Künstler(innen), wie z.B. Janelle Monáe, Curtis Harding und D’Angelo, ist weiterhin Michael Kiwanuka zu nennen. Groß!

Note: 2,0

http://www.michaelkiwanuka.com/

Veröffentlicht unter Alben, K, Künstler A-Z, Michael Kiwanuka | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 4 Kommentare

Radiohead – A Moon Shaped Pool

VÖ: 08.05.2016

Label: XL

Genre: Art-Rock / Electronica

Diese Briten sind einfach nicht zu schlagen. Immer wenn man glaubt, man habe diese Band nur im Ansatz verstanden, sie in Momenten erwische, wo sie „Schwächen“ zeigen oder irritiert sind und sich im Kreis drehen, kommen Thom Yorke und Co. daher und strecken einem die Zunge heraus, machen einem deutlich, dass man sich wieder einmal unglaublich geirrt hat. Natürlich sind die Alben, die in Nachfolge der unglaublich genialen OK Computer (1997), Kid A (2000) und dessen „Zwilling“ Amnesiac (2001, mit Meisterstücken wie dem Pyramid Song) erschienen sind, nicht mehr so großartig wie diese, aber wer möchte bitte leugnen, dass Werke wie Hail To The Thief (2003) oder In Rainbows (2007), selbst das letzte,  The King Of Limbs (2011), doch immer noch auf ihre Weise  atemberaubend waren? Es wird sicherlich vielen Menschen ein Rätsel bleiben, wie Radiohead es hinbekommen, die Messlatte so hoch zu legen, dass so gut wie keine Band diese auch nur ansatzweise erreichen können. Denn jetzt legen sie noch einen drauf, indem sie einem ein Album präsentieren, das Songs beinhaltet, die teilweise klanglich in ähnlicher Form schon auf vergangenen Veröffentlichungen zu hören waren (man findet sicherlich immer wieder jeweils ein Äquivalent aus der früheren Zeit). Einige wurden auch schon vor vielen Jahren geschrieben oder gehören nahezu ebenso lang zum Live-Repertoire der Band.  True Love Waits beispielsweise datiert bereits aus dem Jahr 1995! Trotz allem ist A Moon Shaped Pool inhaltlich und musikalisch kohärent, behandelt persönliche Erlebnisse und Erfahrungen (z.B. die Trennung  Yorkes von seiner Lebensgefährtin nach 23 Jahren Beziehung).  Es ist zu vermuten, dass Radiohead ihrer Diskografie ein weiteres Meisterwerk hinzugefügt haben. Denn es ist immer wieder verrückt, wie selbstsicher, versiert die Briten Melodien kreieren können, die den Hörer fesseln, in ungläubiges Erstaunen versetzen. Mit Hilfe des London Contemporary Orchestra und Radioheads Stammproduzenten Nigel Godrich ist ein Album entstanden, dessen Größe sich wohl erst nach einiger Zeit offenbaren wird. Songs wie Burn The Witch oder Identikit sind Stellvertreter eines Wunderwerks!

Note: 1,7 (mit Potenzial nach oben)

 

Veröffentlicht unter Alben, Künstler A-Z, Nachgehakt, R, Radiohead | Verschlagwortet mit , , , , , , | 8 Kommentare