Arctic Monkeys – Tranquility Base Hotel & Casino

VÖ: 11.05.2018

Label:  Domino

Genre: (Baroque-/Lounge-)Pop / (Indie-/Space-/Glam-)Rock

Ich habe das bestimmt schon einmal in irgendeinem Zusammenhang erwähnt, dass ich mich noch genau an einen Bericht eines abendlichen Nachrichtenmagazins – ich meine es war das ZDF-heute-journal – erinnere, in dem eine britische Band mit „Pickelgesichtern“ vorgestellt wurde, die sensationelle neue Indie- und Garage-Rock-Musik machen würde. War ja richtig, das Debüt der Arctic Monkeys – Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not (2006) – ist ein moderner Klassiker und ist mit dem ebenso fantastischen Nachfolger Favourite Worst Nightmare (2007) zu den wichtigsten Alben der 2000er-Indie-Welle zu zählen. Wenn ich jetzt mal so nachdenke, welche von den vornehmlichen britischen und US-amerikanischen, oft mit „The“ anfangenden Bands von damals sind denn heute noch (halbwegs) relevant oder „nur“ noch okay (wenn sie überhaupt noch existieren, Stichwort: The White Stripes oder The Rakes)? Das sind wahrscheinlich nicht viele. Ist ja auch wahrlich nicht leicht! Bei einigen Vertretern habe ich den Eindruck, dass sie beim Schreiben neuer Songs verkrampfen, entweder zu sehr an der Vergangenheit orientiert sind ohne Neues zu erzählen oder nicht so recht wissen, wie sie moderne musikalische Strömungen in ihren Sound durchschlagskräftig verarbeiten können. Den Arctic Monkeys ist das ja auch schon passiert, sie lieferten mit Suck It And See (2011) ein meiner Meinung nach eher richtungsloses, mediokres Rock-Album ab. Nach dem sehr  guten und erfolgreichen AM (2013), das sich (jedoch) wieder mehr den Klängen früherer Tage widmete, bietet man Musik, die schon in Richtung der Last Shadow Puppets (dem anderen Projekt von Frontmann Alex Turner) schielt, aber noch viel experimenteller ausgestaltet ist, sich absolut gekonnt verschiedene Strömungen der popmusikalischen Historie einverleibt – vornehmlich  1950er- bis -70er Sounds. Vor allem: ohne dabei zu verkrampfen oder etwas vorzugeben, was man nicht ist. Das Ergebnis wird wohl nicht jedem Fan der Arctic Monkeys gefallen, die Musik ist alles andere als eingängig, aber in meinen Augen gerade aus diesem Grund so spannend geraten. Well done!

Note: 2,0

http://www.arcticmonkeys.com/

 

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Kurzkritik – Mai 2018

Beach House und Simian Mobile Disco in der Kurzkritik – Mai 2018:

https://hicemusic.wordpress.com/mai-2018/

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Kurzkritik – Mai 2018

Gaz Coombes und Jon Hopkins in der Kurzkritik – Mai 2018:

https://hicemusic.wordpress.com/mai-2018/

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DJ Koze – Knock Knock

VÖ: 04.05.2018

Label:  Pampa

Genre: Electronica / (Psychedelic-)Pop

Das Jahr 2018 – so viel steht jetzt schon fest – hält einige hochverdiente Größen mit fantastischen Alben bereit – gerade im Electronica-Bereich, was mich natürlich besonders freut! Nach dem bestechenden neuen Werk von Mouse On Mars – hier bei hicemusic gerade verdientermaßen zum Album des Monats April gewählt – folgt nun – so viel muss ich jetzt schon verraten – ein weiteres brillantes Statement eines Interpreten, der in diesem Genre ebenfalls schon längst eine Koryphäe ist. Vor allem – das sei hier noch einmal betont – nicht nur in Deutschland, sondern auch international! Klar, ich meine natürlich Stefan Kozalla alias DJ Koze! Ich hatte kürzlich nochmal einen Ohrwurm  von Susanne zur Freiheit, diesem unwiderstehlichen, in diesem Jahr schon 20 Jahre alt (!) werdenden Song von Fischmob (mit so vielen großartigen Gästen wie Dendemann, Smudo, Michi Beck und den Stieber Twins u.a.)! Da fällt bestimmt nicht nur mir auf, an welchen Projekten Kozalla bereits zuvor erfolgreich beteiligt war, in welchen musikalischen Stilrichtungen er unter diesen sich schon kreativ ausgetobt hat. Da wären ja vor allem International Pony und Adolf Noise zu nennen! Seit den 2000ern ist er zudem als DJ Koze unterwegs, hat unter diesem Pseudonym nicht minder fantastische Alben vorgelegt, egal ob offizielle Studioalben (erwähnt sei hier nochmal sein 2013 veröffentlichtes Amygdala)  oder Compilations wie die beiden Reincarnations-Remixplatten. Knock Knock habe ich vor ein paar Wochen das erste Mal beim Joggen gehört und wurde schon da von einigen Tracks mitgerissen. Vor allem fand ich bereits auffällig, wie gut Kozalla die Potentiale der Gäste hier zur Geltung bringen kann, z.B. José González in einem psychedelischen oder Róisín Murphy in einem experimentell-elektronischen Gewand. Jetzt nach  abermaligen Hördurchläufen muss ich hinzufügen, dass DJ Koze das Kunststück gelingt, diese ganzen (stilistisch unterschiedlich einzuordnenden)  Features – u.a. atemberaubende Auftritte von Bon Iver, Kurt Wagner, Sophia Kennedy oder den legendären Arrested Development – gekonnt und mit viel Humor ausgestattet in einem neuen, nicht unbedingt zu erwartenden  Kontext zu präsentieren, das es eine wahre Freude ist. Das hier ist schon jetzt ein Klassiker, soviel steht fest! Gebt ihm noch ein wenig Zeit und Ihr werdet das Album feiern, das verspreche ich Euch!  Schon jetzt herausragend!

Note: 1,7 (mit Potential nach oben)

https://pamparecords.com/

 

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Album des Monats – April 2018

Ihr habt das Album des Monats April 2018 gewählt.

Sieger ist: Mouse On Mars – Dimensional People

Wow, Ihr schätzt die Musik von dem Köln-Düsseldorf-Duo genauso wie ich, es handelt sich aber auch um einen absolut verdienten Sieger im April! Mouse On Mars bieten allerfeinste Sounds im Spannungsfeld von Electronica und Experimental, zusammen mit überragenden Gästen. Eine ideale Wahl, herzlichen Glückwunsch 🙂 

 

 

 

So wurde gewählt:

  1. Mouse On Mars – Dimensional People

2. Unknown Mortal Orchestra – Sex & Food

3. Janelle Monáe – Dirty Computer

 

Vielen lieben Dank für die Teilnahme!

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Mixtape – Songs für Mai 2018

Ausgabe für Mai 2018:

 

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Hören 🙂

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Album des Monats April 2018

Wählt bis zum 13.05. das Album des Monats April 2018!

Ihr entscheidet, welche Veröffentlichung „Album des Monats April 2018“  wird.

Zur Wahl stehen diejenigen Alben, die in dem Monat veröffentlicht und bei hicemusic vorgestellt wurden.

Ihr urteilt über die Umfrage „Wie bewertest Du die Musik?“. Das Album mit den besten Werten, also idealerweise mit dem Urteil „Großartig“, gewinnt (je mehr Nennungen, desto besser).

Zur Wahl stehen folgende Alben:

Drangsal – Zores

Janelle Monáe – Dirty Computer

Mouse On Mars – Dimensional People

Unknown Mortal Orchestra – Sex & Food

 

Sowie aus den Kurzbesprechungen unter:

https://hicemusic.wordpress.com/april-2018/

Eels – The Deconstruction

Wye Oak – The Louder I Call, The Faster It Runs

L.A. Salami – The City Of Bootmakers

Manic Street Preachers – Resistance Is Futile

Die Nerven – Fake

Alexis Taylor – Beautiful Thing

 

 

Viel Spaß beim Wählen!

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Janelle Monáe – Dirty Computer

VÖ: 27.04.2018

Label: Bad Boy

Genre:  Pop / R&B / Soul / Funk

“Sex, Sex, Sex, das ist alles woran sie denken!” Tjaja, das waren die Worte von der Mutter der titelgebenden Hauptperson in Monty Pythons auch heute  immer noch so fantastischen  Das Leben des Brian. Hört man nun das neue Werk der 32-Jährigen US-Amerikanerin Janelle Monáe könnte man meinen,  es gehe ausschließlich um das „Eine“, viele Textpassagen legen es nahe – z.B. wenn sie in Screwed darüber singt, an welchen Orten oder auf welche Art sie Geschlechtsverkehr haben möchte; auch der Albumtitel Dirty Computer lässt diese Assoziationen sicherlich zu. Nicht falsch verstehen, das ist keineswegs zu beanstanden, doch die Künstlerin bewegt sich da sicher noch auf weiteren thematischen Pfaden bzw. lässt sich das Thema Sexualität hier natürlich durchaus breiter interpretieren. Das wird ja schon an Textpassagen erkennbar, deren Adressat  Jedem bekannt sein sollte: „If you try to grab my pussy cat, this pussy grab you back“! Es geht um Selbstbewusstsein und –bestimmung, was in Zeiten der #MeToo-Debatte sowie weiterer aktueller soziopolitischer Ereignisse  verständlich bzw. als Statement von der Künstlerin zu begrüßen ist.  Dirty Computer erinnert andererseits an das Maschinelle, welches Monáes geniales Debüt The ArchAndroid (2010) thematisierte. Doch das würde in die Irre führen, hier steht der Mensch im Mittelpunkt! Was sie dazu musikalisch bietet, ist sowieso aller Ehren wert, ein großartiger Mix aus (Neo-)Soul, R&B und Funk, mit Pop-Hymnen und Hip-Hop. Die Gesangspartner und Produzenten, die Monáe hier als Gäste um sich versammelt, lassen sich sehen, u.a. finden sich hier Pharrell Williams, Grimes und Brian Wilson! Ja, sogar der leider verstorbene Prince war an einigen Songs beteiligt – ein Make Me Feel erinnert deshalb nicht umsonst stark an dessen  Kiss! Ein stilistisch buntes, wichtiges und wirksames Werk, das seinen absolut tollen beiden Vorgängern in nichts nachsteht und mich sofort gefesselt hat! Glückwunsch, Janelle!

Note: 2,0

http://www.jmonae.com/

 

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Drangsal – Zores

VÖ: 27.04.2018

Label: Caroline

Genre: Indie-Pop / New Wave / Post-Punk

Es müsste das erste Mal sein, dass hier in der Kategorie “Kontrovers“ ein Act auftaucht, der von den Kritikern eigentlich relativ bis  sehr gute Wertungen für sein Album erhält. Zumindest habe ich noch keinen Verriss gelesen. Es liegt in diesem Fall an mir,  der gerne einmal erklärt haben möchte, woher die mehrheitliche Begeisterung für Drangsals zweites Album kommt. Das vor 2 Jahren erschienene Debüt des Mittzwanzigers – Harieschaim – hat mir größtenteils gefallen. Insbesondere Allan Align hatte es mit angetan, denn Max Gruber – so der bürgerliche Name von Drangsal – schuf damit einen zwar eindeutig und vornehmlich an den 1980er-New- sowie Dark-Wave-Bands orientierten Pop-Song (dieser war auch mit einer dementsprechenden Klangästhetik  versehen), aber der Künstler machte daraus ja kein Geheimnis, zeigt vielmehr, dass er über eine ausgezeichnete Kenntnis der Musik dieser Dekade verfügt und diese gekonnt in die Gegenwart zu transferieren in der Lage war. Ich kann mir nicht helfen, aber nach dem Debüt verlor ich allmählich das Interesse an Drangsals musikalischem Output.  Die letztjährige Kooperation Keine Angst mit Casper erachtete ich beispielsweise als lange nicht so spannend wie viele Andere. Ähnliche Eindrücke habe ich bei Zores. Es ist relativ schnell klar, dass Drangsal sich erneut den 1980er Jahren widmet, nun vor allem sich klangästhetisch auf das Frühwerk der Ärzte konzentriert (aber auch weiterhin an oben genannten Dark- und New-Wave-Bands sowie der „Neuen Deutschen Welle“). Nun ja, das hat schon seinen Charme, die Texte, die der Künstler wählt, werden ebenso sicher und verdientermaßen Anklang bei einigen Hörern finden, wenn er sie so ehrlich und direkt präsentiert. Da finden sich auf jeden Fall auch interessante Passagen auf Zores – schlecht ist das keinesfalls! –, aber so richtig packt es mich dennoch nicht. Wie findet Ihr das Album? Über Euer Feedback würde ich mich sehr freuen!

Note: 3,0

http://www.drangs.al/

 

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Kurzkritik – April 2018

L.A. Salami, Die Nerven und Alexis Taylor in der Kurzkritik – April 2018:

https://hicemusic.wordpress.com/april-2018/

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