Kurzkritik – September

Death From Above und Angus & Julia Stone in der Kurzkritik – September:

https://hicemusic.wordpress.com/september-2017/

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Ariel Pink – Dedicated To Bobby Jameson

VÖ: 15.09.2017

Label: Mexican Summer

Genre:  Progressive-/Psychedelic-/Avant-Pop , Chillwave

Es ist ja wohl kaum zu bestreiten, dass Ariel Marcus Rosenberg, kurz Ariel Pink genannt, zu den spannendsten und schillerndsten Musikern der Gegenwart gehört, egal wie man nun zu seiner Musik persönlich steht. Insbesondere aus der Sicht heraus, wie er sich künstlerisch den Sounds aus der Jetztzeit und der Vergangenheit, in der Konsequenz der Verschmelzung dieser beiden Pole, widmet. Klar, Psychedelia im Pop ist keine Neuheit, wird ja von Mac DeMarco, MGMT, Animal Collective, Grizzly Bear und wie sie alle heißen, aufgegriffen, in unterschiedlicher Form interpretiert und ausgearbeitet. Ebenso der Rückgriff auf Electronica-Elemente in Kombination mit einer 1980er-Ästhetik (bei Ariel Pink sind allerdings eher die -70er im Fokus), gerne „Chillwave“, „Dream-Beat“ oder „Hypnagogic Pop“  getauft, kennt man bereits, Musiker wie Toro Y Moi, Washed Out, Tycho oder Neon Indian schwören bzw. schworen darauf. So gut einige der genannten Musiker auch sind, geht Ariel Pink noch viel mehr in Richtung Avantgarde, in ähnlicher Form, wie es John Maus tut, orientiert sich zudem an legendären Größen wie R. Stevie Moore, Throbbing Gristle oder Can. Andererseits bleibt der 39-Jährige dem Pop treu, übernimmt dessen Strukturen und Eigenschaften, was in einer tatsächlich individuellen Mixtur resultiert. Ich finde insbesondere die als Ariel Pink’s Haunted Graffiti eingespielten Alben Before Today (2010) und Mature Themes (2012) genial. Sein letztes Werk Pom Pom mag ich auch sehr. Zudem bin ich mir bewusst, dass ich seinen früheren Tonträgern noch etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken habe. Eines ist jedoch klar, seine gegenwärtigen Schritte in der Musik sind von einer eindrucksvollen Eleganz und Durchschlagskraft. So widmet Pink sich nun – wie der Titel verrät – dem ehemaligen, 2015 verstorbenen Singer/Songwriter Bobby Jameson, um den sich ja so einige Geschichten und Mythen ranken, man weiß zumindest, dass er sich aufgrund vieler Schicksalsschläge aus dem Musikbusiness zurückzog, zuletzt bis zu seinem Tod einen YouTube-Channel führte. Passt eigentlich, denn auch Ariel Pink gibt gerne Erzählungen um seine Person und sein Umfeld preis, von denen nicht immer behauptet werden kann, dass sie hundertprozentig wahr sind. Trotzdem, es liegt hier mal wieder ein wundervolles, vielseitiges Werk vor, dass die musikalische Versiertheit des Künstlers überdeutlich macht. Wer sonst bekommt Songs wie Feels Like Heaven, Death Patrol, Another Weekend oder Acting (letzteres ist in Zusammenarbeit mit Dâm-Funk entstanden) so bunt und spannungsgeladen hin? Es gibt zumindest nicht viele davon (okay, John Maus bestimmt)!

Note: 2,0

http://ariel-pink.com/

 

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The National – Sleep Well Beast

VÖ: 08.09.2017

Label: 4AD

Genre: Indie-/Alternative-Rock

Ich bin erleichtert! 4 Jahre kommen mir dann doch immer länger vor, als ich ohnehin schon befürchte, obwohl diese Zeitspanne zwischen dem Release zweier LPs im Musikbusiness keine Ausnahmeerscheinung mehr darstellt. So ewig ist es auf jeden Fall her, als The National ihre letzte Platte – das mal wieder einige Hymnen bereithaltende Trouble Will Find Me (Demons, I Need My Girl u.a.) – veröffentlichten. Seitdem hat sich ja bandintern einiges getan, die Mitglieder hatten andere Projekte initiiert bzw. weiter geführt, nicht nur Frontmann Matt Berninger. Da gab es unter anderem EL VY, LNZNDRF, die Pfarmers etc., in denen sich ebenso die anderen Mitglieder engagierten, zuletzt hatte ja Bryce Dessner dieses Vorhaben, ein Konzeptalbum über Planeten zu schreiben, mit Nico Muhly, Sufjan Stevens und James McAlister in die Tat umgesetzt. Manches funktionierte, manches eher weniger. Über die Hauptband lässt sich jedoch einfach nicht meckern, wenn dann nur auf hohem Niveau. The National hat in der Frühphase schon beachtenswerte Tonträger produziert, spätestens mit Boxer (2007) dann in künstlerischer Hinsicht den Durchbruch geschafft, mit jenen Hymnen, für die man die Formation aus Cincinnati so liebt. Ich sage nur Fake Empire! Für mich zählen der Song sowie das dazu gehörige Album ungelogen zu meinen absoluten Favoriten des letzten Jahrzehnts. Genauso bin ich mir sicher, dass der Nachfolger High Violet (2010) am Ende dieser Dekade zu meinen liebsten Werken gehören wird. Auch hier, großartig geschriebene Songs wie Bloodbuzz Ohio oder Anyone’s Ghost, unvergessliche Geniestreiche! Bei dem bereits zu Beginn erwähnten Trouble Find Me war ich zwar nicht vergleichbar euphorisiert, dennoch fand ich das Ergebnis überaus gelungen. Als ich erstmals die Singles von Sleep Well Beast hörte, erachtete ich sie anfangs als „nur“ gut, muss allerdings sagen, dass sie ihre Wirkung mit jedem weiteren Hören weiter entfalten, vor allem Day I Die und Carin At The Liquor Store. Es gibt manche, die schreiben, dass The National nicht mehr zu überraschen wüssten, zu einer recht oberflächlichen „Stadion-Band“ mutiert seien. Weshalb? Hier gibt es hintergründige Texte, die zum einen persönliche, zum anderen gesellschaftspolitische Bezüge aufweisen, unterlegt von immer noch mitreißenden Melodien, bei denen mit frischen Ideen überrascht wird (Mouse on Mars haben unter anderem ausgeholfen!). Also mir jedenfalls gefällt es nach wie vor ausgesprochen gut!

Note: 2,0      

http://americanmary.com/

 

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Kurzkritik – September

Alvvays und Zola Jesus in der Kurzkritik – September:

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Kurzkritik – September

Tori Amos, Lali Puna und Mount Kimbie in der Kurzkritik – September:

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Spotlight On: NRVS LVRS

PhotoCredit: Peter Prato

„NRVS LVRS aus San Francisco präsentieren eine passend zeitgenössische Interpretation des Indie Pop. Im Kern ist es derselbe Romantic-inspirierte Sound, mit dem [die Band] Stars seit 15 Jahren so erfolgreich ist, aber ergänzt um clevere Elemente des Chillwave, Elektropop und Dream-Pop.“ — PopMatters

Neues Album: Electric Dread (VÖ: 16.10.2017)

Infos zu: NRVS LVRS

Genre: Indie-/Synthie-Pop,  Dark Wave

Wie zu sehen ist, besteht der Name des US-Duos aus einer Aneinanderreihung von Buchstaben,  genauso wie bei SBTRKT oder MSTRKRFT zum Beispiel. Aber ähnlich wie bei  den beiden erwähnten Acts ergibt dies einen Sinn, es handelt es sich natürlich um eine Abkürzung. Die hier vorgestellte Band spricht sich nämlich „Nervous Lovers“. Sie besteht aus Bevin Fernandez und Andrew Gomez, die nicht nur privat verheiratet sind, sondern auch in musikalischer Hinsicht seit 2014 eine kreative Gemeinschaft bilden. Sie stammen aus San Francisco, wo sie in der lokalen Szene schon länger bekannt sind, unter anderem durch ihr ein Jahr nach Gründung veröffentlichtes Debüt The Golden West, welches von den Medien überaus positiv aufgenommen wurde. Die blieb nicht ohne Folgen, denn man ging als Vorband auf Tour mit einigen, auch überregional bekannten Bands (u.a. Jagwar Ma und Telekinesis), engagierte sich zudem selbst in der Szene San Franciscos, knüpfte Kontakte und setzte sich für aufstrebende lokale Talente ein. 2016 begab man sich dann zusammen mit Toningenieur Larry Crane – der bereits mit einigen großen Künstler/innen zusammengearbeitet hat (u.a. Eliott Smith, Death Cab For Cutie) in dessen Jackpot! Studio in Portland, um den Nachfolger zu The Golden West Electric Dread betitelt – zu produzieren. Die Beschreibung, dass man hier mit vielen Electronica-Elementen gespickten Indie-Pop mit Anleihen an Darkwave geboten bekommt, verrät nur ansatzweise, was NRVS LVRS da wirklich für uns zubereitet haben. Wir dürfen jedenfalls sehr gespannt sein, was uns da musikalisch erwartet!

Ich hatte die wunderbare Gelegenheit, Bevin Fernandez und Andrew Gomez zu befragen. So verraten sie unter anderem einige Details über ihre ersten Schritte als Band in San Francisco, ihr neues Album und ihre Kenntnisse über deutsche Musiker/innen. Freut euch auf ein erkenntnisreiches Interview mit den sympathischen US-Amerikanern, viel Spaß!

Interview

  1. Eure Band wurde 2014 in San Francisco, Kalifornien gegründet. Könnt ihr uns etwas über die lokale Musik-Szene dort erzählen? Gibt es irgendwelche Zusammenarbeiten, an denen ihr beteiligt seid?

Die Musik-Szene San Franciscos ist ziemlich seltsam. Die übermäßigen Lebenshaltungskosten in San Francisco erschweren es, Musiker zu sein. Dort sind immer noch einige Bands, welche die Szene am Leben erhalten, San Franciscos Psychedelic- und Garage-Szene ist nach wie vor erfolgreich. BFF.FM ist ein irrer freier Radiosender, bei dem Underground- und aufstrebende lokale Bands in der Bay Area gefördert werden. Dort wird durch die Programmgestaltung des Internet-Radiosenders geholfen, die DIY-Szene aufrechtzuerhalten, durch die Sendungen, die veranstaltet werden. Zudem über den Support, den sie Bands geben, die sich wahrscheinlich keine große PR-Kampagne leisten können, es aber verdient haben, gehört zu werden.

Wir haben versucht, so viel wie möglich zu touren. Wir wissen, wie schwer es ein kann, gute Locations in San Francisco zu buchen. So tun wir unser Bestes, Bands zu helfen, die durch die Bay Area touren möchten, indem wir Shows mit ihnen zusammen veranstalten oder – falls wir diese selbst nicht organisieren können – versuchen, die Betreffenden mit Bands ihres Genres in Kontakt zu bringen und sie zu informieren, welche Locations am Günstigsten für tourende Acts sind.

  1. Euer zweites Album Electric Dread wird am 13. Oktober veröffentlicht. Könnt Ihr in Euren eigenen Worten beschreiben, was musikalisch zu erwarten ist? Gibt es markante Änderungen bezüglich des Sounds im Vergleich zu Eurer vorherigen Veröffentlichung, der Debüt-LP The Golden West?

Electric Dread ist auf jeden Fall in musikalischer Hinsicht düsterer und es lehnt sich mehr an Electronica an als The Golden West. Wir fühlten uns um einiges mehr fokussiert, mit dem Gesamtsound und dem Feeling, das wir auf dieser Platte vermitteln wollten. Wir wurden immer wieder von neuen Synthie-Patches, Drum-Sounds und spezifischen Samples inspiriert, aber jeder Song auf dieser Platte beginnt mit einem dieser Sounds, die im Gegensatz dazu für Gitarre oder Bass geschrieben sind, wie es auf der letzten Platte gehandhabt wurde.

  1. Wer sind Eure Vorbilder? Hat jemand von ihnen einen besonders großen Einfluss auf Eure Sounds, speziell jenem auf Eurer neuen Platte?

Als wir damit begannen, für dieses Projekt Songs zu schreiben, waren wir ursprünglich inspiriert von Künstlerinnen und Künstlern wie Brian Eno, Kate Bush, J Dilla, Daniel Johnston und Dan Deacon. In der Weise, wie diese immer schon Trends ignoriert und die Grenzen der Musik erforscht haben. Wir haben ein großes Verlangen nach neuer Musik und wir suchen ständig nach neuen Sounds. Aber es ist nicht so, dass wir versuchen, Songs wie unsere Lieblingskünstler/innen zu schreiben. Musik zu komponieren mögen wir am liebsten daran, in einer Band zu sein. So würde der Nervenkitzel des Schreibens eines neuen Songs nicht mehr existieren, wenn wir bloß versuchten, unseren Helden nachzueifern. Wir würden eher sagen, wir sind mehr inspiriert von den Herangehensweisen dieser Künstler/innen, was es uns dann erlaubt, unsere eigenen musikalischen Entdeckungen zu machen.

  1. Welche Themen behandelt Ihr in euren Texten? Sind aktuelle gesellschaftspolitische Bezüge zu finden?

Alles in allem, die zwei grundlegenden Themen, die wir auf diesem Album behandeln, sind Trauer und Angst, weil wir beides in beträchtlichem Maße durchgemacht haben, als wir diese Platte geschrieben haben. Einige unserer Familienmitglieder und Freunde sind kürzlich verstorben. Andrew litt in dieser Zeit an Panikattacken, so dass es unmöglich war, dass diese Angelegenheiten nicht unsere Musik durchdringen. Dennoch, wir lieben es aus der Perspektive anderer Charaktere mit unseren eigenen Augen betrachtet zu schreiben. Dies bietet uns mehr kreative Freiheiten, diese Themen tiefer zu ergründen, als wenn unsere Songs nur ausschließlich autobiographisch wären.

Neben dem oben Genannten sind viele der Songs von gesellschaftspolitischen Themen beeinflusst. Der Song Silhouettes zum Beispiel erforscht die Schulzuweisungen, die Frauen in Bezug auf sexuellen Missbrauch in den USA erfahren. Ich dachte über das Thema nach, als der Brock Turner-Vergewaltigungsfall hier in den Vereinigten Staaten Schlagzeilen machte, weil man einen schuldigen Mann wegen einer Vergewaltigung ungeschoren davonkommen ließ. Der Richter sorgte sich mehr um dessen Zukunft, als dass er irgendeinen Vorstoß unternommen hätte, dem Opfer Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Lost To The Max behandelt die Verletzlichkeit des Wesens einer Frau, sich im öffentlichen Raum nicht sicher zu fühlen. Auf unserer ersten Platte geht es um die offenkundige Gentrifizierung und das wirtschaftliche Ungleichgewicht, das durch den neuen Technologie-Aufschwung  in der Bay Area verursacht wurde. So sind wir definitiv daran interessiert, durch unsere Musik ein Statement zu den aktuellen Ereignissen abzugeben.   

  1. Ab Mitte Oktober werdet Ihr auf Tour nach Europa kommen, unter anderem auch Deutschland. Gibt es hierzulande Bands (egal ob diese noch aktiv sind oder nicht), die Euch ein Begriff sind, deren Musik Ihr besonders schätzt?

Deutsche Bands wie Can, Neu!, Kraftwerk, DAF und Tangerine Dream nehmen eine wichtige Stellung in unserer Plattensammlung ein und wir würden sagen, dass sie unglaublich einflussreich und inspirierend für uns sind. Es ist unmöglich für uns, diese Platten aufzulegen und danach keine Lust zu haben, Musik zu machen.

Beim Stöbern auf Bandcamp & Soundcloud sind wir auf einige großartige deutsche Acts gestoßen, die in den USA nicht so viel Berichterstattung erhalten wie sie sollten. Aus dem Stehgreif, wir mögen Candelilla, Slow Steve, Diät, Roosevelt und Levin Goes Lightly sehr gerne. Es ist jedoch eines dieser Dinge, auf die wir uns auf unserer anstehenden Deutschland-Tour freuen, uns mit den Szenen der jeweiligen Städte vertraut zu machen und deutsche Künstler/innen zu entdecken, die wir zuvor noch nicht gehört haben.

Andrew + Bevin
NRVS LVRS
https://www.nrvslvrs.com/

Vielen Dank für das Interview!

 

Video

Aus dem am 13. Oktober erscheinenden zweiten Album Electric Dread gibt es vorab das Video zu ersten Single I Am Almost Perfectly Awake zu sehen:

 

Dazu noch 2 Videos zu Songs aus dem Debüt The Golden West:

 

Audio

Das neue Album Electric Dread gibt es jetzt schon bei Soundcloud komplett zu hören:

 

Tour

Das Duo wird auf Tour nach Europa kommen, darunter sind einige Termine in Deutschland eingeplant (sind fett markiert). Lasst es euch keinesfalls entgehen!

16.10. Monomontag | Winterthur (CH)

17.10. Plan B | Salzburg (AT)

19.10. NBL | Leipzig (DE)

20.10. Fliese | Halle/ Saale (DE)

21.10. Cord | München (DE)

22.10. Scheune | Dresden (DE)

24.10. Helter Skelter | Hamburg (DE)

25.10. Wildenbruch | Berlin (DE)

28.10. Sparte4 | Saarbrücken (DE)

29.10. Wohnzimmerkonzert | Linz (AT)

30.10. Kabinet MUZ | Brno (CZ)

31.10. Herr Vincent | Villach (AT)

2.11. Lendhafen Cafe | Klagenfurt (AT)

3.11. Tumult | Kremsmünster (AT)

4.11. Zelena Dvorana | Zabok (CRO)

 

Web

https://www.nrvslvrs.com/

https://de-de.facebook.com/nrvslvrs/

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LCD Soundsystem – American Dream

VÖ: 01.09.2017

Label: DFA

Genre: Electronica / Dance-Punk / Synthie-Pop

Ich erinnere mich noch genau, wie könnte ich es aber auch vergessen?!? Sommer 2010 auf der Motorradbahn Eichenring, das bei einer kleinen Gemeinde namens Scheeßel liegt. Ein Gelände, das von vielen Besuchern – nicht nur aus den nahe liegenden Städten Bremen und Hamburg – besucht wird, wenn dort jährlich ein Festival stattfindet . Viele Leser werden es natürlich kennen – gemeint ist das Hurricane. Ich war dort damals mit meiner Schwester und ein paar Freunden, freute mich besonders auf die Strokes, Phoenix, Massive Attack und – vor allem – ein schon du dieser Zeit zu Recht gefeiertes Projekt aus New York, LCD Soundsystem. Es hatte bis dahin zwei geniale Alben veröffentlicht, die im Electronica/Dance-Punk-Sektor, nein auch Genre-übergreifend, zu den besten Werken des letzten Jahrzehnts zu zählen sind: LCD Soundsystem (2005) und Sound Of Silver (2007). Ich liebe Hymnen wie Daft Punk Is Playing At My House, Tribulations, Yeah, North American Scum, All My Friends oder Someone Great – und das sind ja nur die Singles, nicht zu vergessen die weiteren Schätze*₁! Auf dem Hurricane hatten sich jedenfalls James Murphy und seine gleichfalls versierte Crew – ich sage nur Nancy Whang! – eingefunden, sie spielten recht früh am letzten Tag des Festivals, lieferten dabei eine grandiose Show ab. Zusätzlich veredelt wurde dies dann durch folgendes Ereignis:  Ich hatte –  so etwas muss man auch erst einmal fertigbringen –vergessen, mehr als nur eine Jacke mit einzupacken. Jeder weiß, der schon einmal dort war, dass das keine gute Idee ist! Es regnet häufig, auch mal heftiger. Genau dies geschah natürlich während besagter Show. Ich wurde pudelnass – und was singt James Murphy?: „But if you’re worried about the weather / Then you picked the wrong place to stay” (aus All My Friends). Aus diesem Grund, weil es mir tatsächlich während der Show egal war, dass da Unmengen an Wasser vom Himmel fielen, gehört dies zu den absolut denkwürdigsten Show-Momenten meines Lebens! Was ich damals nicht wusste, LCD Soundsystem brachten im selben Jahr ein klasse drittes Album,This Is Happening, heraus (es war da bereits veröffentlicht), waren dann aber 2011 weg*₂! Nun, man möchte es ja nicht wahrhaben, aber sie sind wieder da! Als ich das vernahm, war ich voller Vorfreude auf neues Material.  Obwohl mich die im Vorhinein erschienenen Singles Call The Police und American Dream zunächst noch nicht so packten wie erhofft (nach mehrmaligem Hören dann doch), befürchtete ich kaum eine Enttäuschung. Was kann mal also nun über das Comeback-Album sagen? Es gibt hier wieder die großen Referenzen – vor allem auf David Byrne und Brian Eno, auch Grace Jones –, generell werden Sound-Trademarks der Band aufgeboten, jedoch wieder in solch origineller Vorgehensweise, wie man es von Murphy & Co. kennt. Wieder mit einprägsamen, mit Schlagwörtern gespickten  Lyrics! Es ist sicherlich wie auf dem letzten Album: erst findet man es „nur“ gut, nach einiger Zeit jedoch liebt man es!

*₁ Da wäre zum einen die Debütsingle Losing My Edge (2002), in der Murphy davon singt, viele große Ereignisse der Pop-Geschichte an vorerster Front selbst miterlebt zu haben (z.B. Shows von Can, Daft Punk), bei denen auch nicht immer klar ist, dass sie wirklich stattgefunden haben. Ein Glanzstück!

*₂ Es gibt einen fantastischen, absolut empfehlenswerten Film, der das dokumentiert, unter anderem mit einer riesigen Abschiedsshow im Madison Square Garden. Er heißt Shut Up And Play The Hits (dies schrie Arcade Fire-Sänger Win Butler, als Murphy seiner Meinung nach auf der Bühne zu viel geschwafelt habe).

Note: 2,0 (mit Tendenz nach oben)

https://lcdsoundsystem.com/

 

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Minden – Sweet, Simple Things

VÖ: 01.09.2017

Label: Hit City

Genre: Indie-Pop / Soul

Die Indie-Band Minden wurde von mir ja hier bei hicemusic bereits im Rahmen der neuen Reihe Spotlight vorgestellt. Falls ihr es noch nicht getan habt, lege ich euch nochmal ans Herz, das launige Interview mit Sänger Casey Burge zu lesen! Auf die kommende, in der nächsten Woche startende Europa-Tour sei an dieser Stelle ebenfalls ausdrücklich hingewiesen, denn auch Deutschland wird angesteuert (die genauen Daten findet ihr auch hier)! In der heimischen Szene sind sie längst keine Unbekannten mehr, das Quintett hat genug dafür getan, sich im ohnehin für großartige und vielfältige musikalische Spielarten stehenden Portland durchzusetzen. Bands und Künstler/innen wie die Shins, Sleater Kinney, Courtney Love, Elliott Smith und viele mehr stammen ursprünglich daher  oder haben die Ortschaft zu ihrem Lebens- und/oder Arbeitsmittelpunkt erkoren. Nun, Minden kommen ursprünglich aus Kansas City, Missouri (wo sie 2011 gegründet wurden), fanden in Portland jedoch die idealen Voraussetzungen, um musikalisch aktiv zu werden. Die Debüt-LP Exotic Cakes und die EP What’s More Than Appropriate,  verschiedene Kompilationsbeiträge  als auch Live-Shows machten deutlich, dass höchste Ansprüche angestrebt werden. Klanglich wird die Musik, die nun auf dem zweiten Album Sweet, Simple Things zu hören ist, so zwischen gegenwärtigen Bands wie Unknown Mortal Orchestra, Ariel Pink und Phoenix verortet, aber auch Ikonen wie Curtis Mayfield, Sly Stone und Bill Withers werden wegen der funky-souligen Note als Vorbilder herangezogen. Ich kann nur festhalten, dass diese Vergleiche zwar berechtigt sind – dieses lässige, gleichzeitig psychedelische Klangbild ist momentan im Indie-Pop/Rock durchaus beliebt –, das Quintett allerdings nicht so spannend wäre, wenn es keine eigenen Ideen einfließen lassen würde. Dieser Sound ist höchst abwechslungsreich, es werden sehr eingängige Melodien und vorwärts pushende Rhythmen geboten, zudem überzeugt Minden mit spaßigen, gleichzeitig anspruchsvollen Texten (z.B. über Liebe und Sex). Die Single Real Sugar steht repräsentativ dafür, wobei auch andere Songs wirklich in nichts nachstehen – vor allem Artist Statement, Love Is Bad, der Titelsong und das einprägende  All The Girls. Ein wirklich tolles Album, auf dem es einiges zu entdecken gibt, versprochen!

Note: 2,0

http://www.mindenmusic.com/

 

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Kurzkritik – September

Mogwai und Hercules And Love Affair in der Kurzkritik – September:

https://hicemusic.wordpress.com/september-2017/

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Hinweis in eigener Sache!

Ab sofort werde ich hier alle Rezensionen auf hicemusic in der Ich-Form schreiben, damit die Seite nicht so anonym daherkommt (so wie ich es in der Classics-Reihe bereits getan habe), gerade weil es sich ja um eine Privat- und keine Firmenseite handelt.

Sämtliche „Der Autor/Schreiber dieser Zeilen“ oder „man“ gehören also der Vergangenheit an 🙂 Eine Meinung aus der Sicht von „hicemusic“ behalte ich mir aber immer noch vor 😉

Viel Spaß weiterhin beim Lesen dieses Blogs! Es gibt soviel gute Musik, die ich zukünftig zu entdecken hoffe! Freut Euch darauf und begleitet mich gerne dabei 🙂

 

 

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