Sleater-Kinney – The Center Won’t Hold

VÖ: 16.08.2019

Label: Caroline

Genre: Indie-/Punk-Rock

Greil Marcus hat Sleater-Kinney (bekanntlich) einmal als „America’s best rock-band“ bezeichnet. Egal wie man zu einer solchen Einschätzung auch steht, muss man die Bedeutung der Formation für den Punk- und Indie-Rock der 1990er und 2000er Jahre, insbesondere für die Riot grrrl-Bewegung, gesondert hervorheben. Es wurde sich auf den Alben nicht nur für Feminismus stark gemacht, sondern auch auf andere sozialpolitische Themen Bezug genommen, mit starken Texten und begleitet von einer eben solchen Musik. Dann war irgendwann Schluss, ein Jahr nach Release des Werkes The Woods (2005). Fast eine ganze Dekade verging, da erschien das fantastische, von mir damals in höchsten Tönen gelobte No Cities To Love (2015). Die Band präsentierte sich darauf in bestechender Form, mit Melodien und erneut sozialpolitischen Statements, die darlegten, dass Sleater-Kinney immer noch hochaktuell sind, immer noch messerscharf analysieren und kommentieren konnten. Jetzt ist The Center Won’t Hold erschienen, das wieder einmal sehr gute Kritiken bekommen hat, vor allem von internationalen Medien. Hierzulande ist man sich da nicht so einig, was ich gut nachvollziehen kann. Denn mir geht es ähnlich. Irgendwie schwanken die Empfindungen bei mir zwischen Begeisterung und leichter Enttäuschung. Denn man sollte sich einmal die Voraussetzung klarmachen. Hinter den Reglern saß die tolle Künstlerin Annie Clarke, besser bekannt als St. Vincent. Da klar ist, dass diese bei ihren Sounds die mindestmöglichen Kompromisse eingeht, hätte hier sicherlich ein richtig kraftvolles Album herausspringen können. Ist es aber leider irgendwie nicht richtig. Vielleicht liegt es auch an den Entstehungsprozessen, die wohl von einigen Querelen begleitet worden sein sollen. Schlussendlich hat ja Janet Weiss die Band verlassen. Insgesamt ist ein immer noch überdurchschnittliches Album bei herausgekommen, was aber angesichts der Geschichte und Bedeutung der US-Amerikanerinnen schon etwas enttäuschend ist, oder nicht? Oder seid ihr zufrieden mit dem neunten Werk von Sleater-Kinney? Auf euer Feedback bin ich sehr gespannt!

Note: 2,7

http://www.sleater-kinney.com/

 

Sleater-Kinney – No Cities To Love

VÖ: 16.01.2015

Label: Sub Pop

Genre: Punk-/Indie-Rock

Wenn Musiker nach einer gewissen, womöglich auch langen Zeit zurück kehren und ein neues Album präsentieren, so ist man ja gemeinhin etwas skeptisch, ob die einstmalige Energie, Entschlossenheit sowie Überzeugungskraft noch vorhanden ist. Es gibt ja leider auch einige zumindest diskussionswürdige Beispiele, die solche kritische Infragestellungen nachvollziehbar werden lassen. Man denke da beispielsweise an das kürzlich veröffentlichte Pink Floyd-Comeback Endless River. Sleater-Kinney, das grandiose US-Trio, das sich seit den 1990er Jahren um die Riot Grrrl-Bewegung verdient gemacht hat und mit ausgezeichneten Werken wie Call The Doctor (1996), Dig Me Out (1997) und One Beat (2002) einen unwiderstehlichen Indie-/Punk-Rock-Sound inklusive intelligenter politischer, sozialkritischer Texte konzipierten (weshalb Greil Marcus sie einmal als „America’s best rock-band“ bezeichnete), sollte die Skepsis nicht nur in Maßen halten, sondern schnell verfliegen lassen. Denn auch wenn seit dem Erscheinen des letzten Albums The Woods 10, sowie 9 Jahre seit der zwischenzeitlichen Bandauflösung vergangen sind, wird deutlich, dass diese Pause Sleater-Kinney nicht sanft, genügsam oder bequem werden ließ. Ganz im Gegenteil, mit No Cities To Love ist ihnen ein beeindruckendes Comeback gelungen, das druckvolle, vielfältig-moderne Sounds präsentiert (Produzent John Goodmanson stand erneut hinter den Reglern), mit höchst kritischen Lyrics, die sich beispielsweise mit bedenklichen Entwicklungen des Kapitalismus auseinandersetzen. Ganz sicher das erste bedeutsame Statement des Jahres 2015!

Note: 1,7

www.sleater-kinney.com/

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