Rhye – Blood

VÖ: 02.02.2018

Label: Caroline

Genre: (Sophisti-)Pop / Contemporary R&B / Soul

Manchmal bin ich wirklich simpel gestrickt, obwohl es in jenem Fall nun wirklich nicht beabsichtigt war. Als ich Ende 2015 auf einem Konzert von (dem damaligen Duo) Rhye war, von deren Existenz ich zu dieser Zeit noch nicht lange wusste, suchte ich recht angestrengt nach der Sängerin der Band. Auf die Idee, dass auf den Songs der Band eine männliche Stimme zu hören sein könne, kam ich in meiner Naivität nicht. Mike Milosh und Robin Hannibal stellten die Musik ihres prächtigen, 2013 veröffentlichten Debüts  Woman vor, unter anderem mit den klasse Singles Open und The Fall. Ich war fasziniert, fand diese Mischung aus Pop, R&B, Soul, elektronischen Elementen im Downtempo-Stil , etwas Jazz und Funk auch live ansprechend. Jetzt, wo der Nachfolger erhältlich ist, handelt es sich bei Rhye nur noch um ein Soloprojekt, denn Hannibal ist seit letztem Jahr nicht mehr mit an Bord. Milosh hat hohen Produktionsaufwand betrieben, alle Instrumente selbst eingespielt. Er beschäftigt sich erneut mit Liebe, Sex und Leidenschaft, glaubwürdig umrahmt von überwiegend ruhiger, intimer Musik. Dennoch – ich kann mir leider nicht helfen – bin ich nicht so begeistert, wie ich es bei Woman war. Gerade zu Beginn kommt die Musik trotz origineller instrumenteller Arrangements (z.B. im Funk-Stil) nicht richtig in Schwung. Andererseits, weshalb ich auch hin- und hergerissen bin, ist die zweite Hälfte richtig groß geraten, vor allem mit Phoenix und Sinful (das Blood absolut überzeugend beschließt). Etwas Zurückhaltung in der Beurteilung halte ich aber (noch) für angemessen!

Note: 2,7 (mit Potential zu einer 2,3)

http://www.rhyemusic.com/

 

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