Rhye – Home

VÖ: 22.01.2021

Label: Caroline

Genre: (Sophisti-) Pop / Contemporary R&B / Soul

Gerade in diesen Zeiten – aber natürlich auch darüber hinaus – bin sicher nicht nur ich eher für die optimistisch-gestimmten, leicht-lockeren, gemütlichen Töne zu haben. Im Bereich des Films und der Serie habe ich da die Tendenz, möchte lieber die Geschichten sehen, die mir im Stile eines Little Miss Sunshine oder Almost Famous (einer meiner Lieblingsfilme) eher vermitteln, dass Werte wie Familie, Freundschaft, Liebe und Glück im Leben zählen. Generell gesehen sind es auch Momente wie zuletzt bei The Mandalorian Baby Yoda zu sehen, die mir Freude bereiten. Im Bereich der Musik war es letztens sicherlich kein Zufall, dass ich das Live-Album von Belle & Sebastian (von euch gerade zum Album des Monats Dezember hier bei hicemusic gewählt) so toll fand und es mir einige Male angehört habe. Wenn da jetzt der kanadische Künstler Mike Milosh mit seinem Projekt Rhye ein Album veröffentlicht, das Home heißt, bin ich schon neugierig. Musikalisch gibt es das ja her, rangieren die Klänge, die er produziert, im Großen und Ganzen im Feld von Pop/R&B und Soul (mit Elementen aus Jazz, Funk und Electronica u.a.), die von vornherein wohl eher Wärme vermitteln. Es werden auch thematisch positive Aspekte in den Fokus gerückt, Liebe und Sex aus unterschiedlichen Perspektiven in all ihren Ausdrucksformen beleuchtet. Das gefiel mir vor allem auf dem noch mit Ex-Mitglied Robin Hannibal entstandenen Debüt Woman (2013), mit klasse Songs wie Open und The Fall. Nach den beiden okayen Nachfolgern Blood (2018) und Spirit (2019) war ich wie bereits erwähnt neugierig, was Home aufbietet. Milosh bezieht den Titel auf das Persönliche, da er in Los Angeles seine Heimat gefunden hat und eben die positiven Erfahrungen in dem Zusammenhang in den Vordergrund gerückt werden. So habe ich mit der Annahme des Optimistischen natürlich nicht falsch gelegen, denn auch die Liebe und die Leidenschaft erscheinen hier im selbigen Licht. Über das Musikalische lässt sich sagen, dass die Songs erneut super instrumentiert sind, die Sounds bei aller Unaufgeregtheit trotzdem oder gerade deswegen schön zu hören sind. Gefällt mir im Gesamten, aber wahrscheinlich auch kein Wunder, oder?

Note: 2,3

https://www.rhyemusic.com/

Rhye – Blood

VÖ: 02.02.2018

Label: Caroline

Genre: (Sophisti-)Pop / Contemporary R&B / Soul

Manchmal bin ich wirklich simpel gestrickt, obwohl es in jenem Fall nun wirklich nicht beabsichtigt war. Als ich Ende 2015 auf einem Konzert von (dem damaligen Duo) Rhye war, von deren Existenz ich zu dieser Zeit noch nicht lange wusste, suchte ich recht angestrengt nach der Sängerin der Band. Auf die Idee, dass auf den Songs der Band eine männliche Stimme zu hören sein könne, kam ich in meiner Naivität nicht. Mike Milosh und Robin Hannibal stellten die Musik ihres prächtigen, 2013 veröffentlichten Debüts  Woman vor, unter anderem mit den klasse Singles Open und The Fall. Ich war fasziniert, fand diese Mischung aus Pop, R&B, Soul, elektronischen Elementen im Downtempo-Stil , etwas Jazz und Funk auch live ansprechend. Jetzt, wo der Nachfolger erhältlich ist, handelt es sich bei Rhye nur noch um ein Soloprojekt, denn Hannibal ist seit letztem Jahr nicht mehr mit an Bord. Milosh hat hohen Produktionsaufwand betrieben, alle Instrumente selbst eingespielt. Er beschäftigt sich erneut mit Liebe, Sex und Leidenschaft, glaubwürdig umrahmt von überwiegend ruhiger, intimer Musik. Dennoch – ich kann mir leider nicht helfen – bin ich nicht so begeistert, wie ich es bei Woman war. Gerade zu Beginn kommt die Musik trotz origineller instrumenteller Arrangements (z.B. im Funk-Stil) nicht richtig in Schwung. Andererseits, weshalb ich auch hin- und hergerissen bin, ist die zweite Hälfte richtig groß geraten, vor allem mit Phoenix und Sinful (das Blood absolut überzeugend beschließt). Etwas Zurückhaltung in der Beurteilung halte ich aber (noch) für angemessen!

Note: 2,7 (mit Potential zu einer 2,3)

http://www.rhyemusic.com/

 

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