Juli 2015

Ezra Furman – Perpetual Motion People

VÖ: 03.07.2015

Label: Bella Union

Genre: Indie Rock / Alternative

Ezra Furman gibt in der brillanten Single Restless Year Folgendes zu Protokoll: “Death is my former employer / Death is my own Tom Sawyer / Death waits for me to destroy her / I never wanna die and I never grow older”. Untermalt werden diese Zeilen dabei von Tönen, die wohl kaum eine optimistischere Grundstimmung vermitteln könnten, ein typischer Feel-Good-Song im Doo Wop-Gewand. Repräsentativ für ein Album, das die Unsicherheit und Rastlosigkeit des intersexuellen Sängers widerspiegeln soll. Mal wieder schafft er es dabei, eine beachtliche Bandbreite an musikalischen Spielarten zu zitieren, vereinen und in einen modernen Kontext zu setzen. Vornehmlich jene, die uns die 1950er und -60er Jahre geboten haben, von Skiffle, Country Blues über Power Pop und Garage Rock. Furman untermauert aber vor allem seine Fähigkeiten des Textens (was insbesondere Fans wohl nicht er seit heute klar gewesen sein dürfte). Zitieren ließe sich so einiges. Reinhören lohnt sich also!

http://ezrafurman.com/

 

spotify:track:2jB4ieYM3aFT3xHakwN6EW

 

The Chemical Brothers– Born In The Echoes

VÖ: 17.07.2015

Label: Virgin

Genre: House / Electronica

20 Jahre nach ihrem Debüt Exit Planet Dust und eine halbe Dekade nach ihrem letzten Lebenszeichen Further präsentiert das Duo nun endlich wieder eine reguläre Studio-LP (2012 veröffentlichten die Briten sowohl den Soundtrack zu Hanna als auch das Live-Album Don’t Think). So viel vorweg, der Anfang ist richtig klasse. Born In The Echoes beginnt mit den drei Singles Sometimes I Feel So Deserted, Go (mit Abstand der beste Track) und Under Neon Lights, die noch einmal die Stärken bündeln, welche die Chemical Brothers einst so auszeichneten: moderne, rhythmisch vorantreibende und kraftvolle Beats und Melodien, die nicht nur tanzbar, sondern auch progressiv sind. Auch andere Tracks verfügen über diese Eigenschaften und überzeugen aus diesem Grund (EML Ritual oder Reflexion z.B.). Manchmal nur übertreiben es die Briten mit ausufernden Passagen (z.B. in Radiate). Insgesamt aber – nach genauerem Hinhören – okay! Wieder mit einigen interessanten Gäste: Q-Tip, St. Vincent, Beck u.a.

www.thechemicalbrothers.com/#credit-start

On Set With Michel Gondry from Mathieu Rathery on Vimeo.

Behind the scenes of The Chemical Brothers music video „Go“ directed by Michel Gondry.

Video featured on Nowness.com : https://www.nowness.com/story/michel-gondry-the-chemical-brothers-go-born-in-the-echoes

Made by Mathieu Rathery
Produced by Partizan

spotify:track:2JpP6bBwQGtwAf3CkE46NY

spotify:track:5QddZe4byaJM0ih9MiOIb7

 

Ratatat – Magnifique

VÖ: 17.07.2015

Label: Because Music

Genre: Electro Rock

Random Access Memories, das letzte Disco-Album von Daft Punk, hat hörbar Eindruck auf Ratatat gemacht. Ist ja wahrlich nicht das erste Mal, denn diese Verbindung von Rock- und Electro-Elementen war schon auf den vier Vorgängern des New Yorker Duos auszumachen, die eben jenen Klängen frönten, die unter anderem durch besagte Franzosen populär gemacht wurden. Bezeichnend für Mike Stroud und Evan Mast war also stets, dass sie elektronische Sounds in Verbindung mit Hard Rock-artigen Gitarrenmelodien (insbesondere Queen scheint ein großes Vorbild zu sein) zu Gehör brachten oder ihre Musik in klangliches Umfeld verpflanzten, das an 1970er und -80er Soundtracks erinnerte. Diese Zutaten sind natürlich auch auf Manifique auszumachen, inklusive der oben erwähnten Disco-Elemente. Insbesondere Cream On Chrome kann überzeugen, Nightclub Amnesia macht Laune, zum Teil gibt es wie in Drift spaßig-trashige Hawaii-Klänge zu hören, zum Ende hin wird es allerdings etwas langweilig.

www.ratatatmusic.com/

RATATAT – CREAM ON CHROME from theoffstream on Vimeo.

THE OFFSTREAM
http://theoffstream.com
http://facebook.com/theoffstream

ARTISTS:
STEVE SCOTT
http://www.stevescott.com.au/
WILL SWEENEY

The Maccabees – Marks To Prove It

VÖ: 31.07.2015

Label: Fiction

Genre: Indie Rock / Alternative

Wenn es wirklich eines weiteren Beweises bedarf, dass die Maccabees – deren Sounds sich stets im Spannungsfeld von Bands wie den Editors, Doves, British Sea Power oder auch Arcade Fire bewegen – gute Songs schreiben können, muss man sich nur den Eröffnungs- und Titelsong des neuen Albums Marks To Prove It anhören. Ein eindrucksvolles Musikstück, das den schönen Gesang Orlando Weeks mit progressiven, nach vorne treibenden Melodie- und Rhythmuselementen ergänzt. Die Londoner hatten ja spätestens mit ihrer letzten LP Given To The Wild (2012) angedeutet, dass man tunlichst vermeiden möchte, eine dieser Indie-Pop/-Rock-Bands zu werden, die für balladenartige, wenig individuelle Klänge mit ebenso schematischen Texten stehen. Beliebigkeit ist auch auf Marks To Prove It nicht auszumachen, denn es gelingt den Briten allzeit die Spannung aufrechtzuerhalten. Obwohl der Titelsong schon heraussticht, ist das Album auch in seiner Gesamtheit sehr überzeugend ausgefallen.

www.themaccabees.co.uk/

The Maccabees : Marks To Prove It from Joe Connor on Vimeo.

The task from the band was to create a trilogy of videos based around Elephant and Castle. Looking at the way people move around this area, the hustle and the bustle, the energy, the flow and relentless cascade of people, buses and cars, it felt like the perfect place to kick off the three videos. Elephant and Castle can be a cacophonous place at times but I became interested in what happens if you stop and take a look around, how surreal the mundane can become if the right light is shone on it.

The Elephant, like most of London is changing beyond all recognition so the hope is that these videos document the place as it is in some way.

The Maccabees : Something Like Happiness from Joe Connor on Vimeo.

The Second in the trilogy, we head to the ‚Most Notorious Estate In the UK‘ to make the mundane seem amazing, the grotesque beautiful and the forgotten prominent.

These brutalist monoliths stand imposing on the skyline and dominate the news but these are places where people live, families have grown and nature very much has a part to play in the landscape dominated by concrete and high rises.

Using exciting photographic techniques and giving each frame a specifically chosen aspect ratio I present the most beautifully perfect representation of the area. Everything you see in these images is really there, nothing is added, it all exists, we just had to look at it differently.

Advertisements

2 Antworten zu Juli 2015

  1. Pingback: Kurzkritik – Juli | hicemusic

  2. Pingback: Album des Monats Juli | hicemusic

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s