Dezember 2020

Sigur Rós – Odin’s Raven Magic

VÖ: 04.12.2020

Label: Krunk

Genre: Ambient / Klassik

Über die Isländer von Sigur Rós und ihre fantastische Musik muss ich an dieser Stelle wohl nicht viele Worte verlieren. Man höre sich nur Werke wie Ágætis byrjun (2000) an und lasse sich von ihrer Meisterklasse überzeugen. Kurz nachdem Frontmann Jónsi sein Solo-Album Shiver veröffentlicht hat (im letzten Oktober), wird nun ein lange verfolgtes Projekt (angefangen wurde es 2002) auf einem Tonträger festgehalten. Der Titel verrät es Skandinavisten wie mir, es geht um nordische Mythologie. Wie die Edda-Dichtung hier vertont wurde, lässt einen als Hörer erstaunen.  Bombastisch, mitreißend und großartig instrumentiert!

Note: 2,0  

https://sigurros.com/

 

 

Belle & Sebastian – What To Look For In Summer

VÖ: 11.12.2020

Label: Matador

Genre: Indie-/Chamber-Pop / Folk-/Indie-Rock

Soweit ich weiß, war der große John Peel ein Anhänger der schottischen Band Belle & Sebastian. Ich kann das zu hundert Prozent verstehen! Hab erst letztens ihr 2006er-Werk The Life Pursuit im Auto gehört (ja, auf CD!) und habe festgestellt, wie toll ich sowohl das Album als auch die Band an sich finde. Eventuell eine meiner All Time-Favorites! Auf What To Look For In Summer wird anhand von Mitschnitten (von Songs aus über 25 Jahren Bandbestehen) zudem deutlich, wie versiert die Formation aus Glasgow auch live ist. So herzerwärmende Melodien und wundervolle Texte über die Themen, die uns als Menschen bewegen, sowie herrliche Duette und grandiose Konversationen mit dem Publikum. Ich selbst konnte mich davon einst auf dem Hurricane-Festival überzeugen, als Stuart Murdoch und Co. die Zuschauer auf die Bühne holten. Ein Gefühl von familiärer Nähe und Freundschaft wurde mir irgendwie vermittelt, was die Band wohl nicht nur für mich stets symbolisiert hat. Wundervolles Live-Album!

Note: 2,0

www.belleandsebastian.com

 

 

James Blake – Covers

VÖ: 11.12.2020

Label: Republic

Genre: Pop / Soul

Streng genommen ist Covers eine EP. Doch einerseits weiß man im Zusammenhang mit James Blake, dass auch diese in der Vergangenheit schon immer sehr zwingend waren (CMYK oder Klavierwerke oder vor kurzem auch Before). Andererseits zeigt der 32-jährige Brite, dass er ganz wunderbare Neuinterpretationen von mehr oder minder bekannten Songs produzieren kann. Auf Instagram hat er zuletzt einige dargeboten, u.a. ein Cover von Nirvanas Come As You Are. Hier auf dieser EP gibt es unter anderem grandiose Versionen von Joy Divisions Atmosphere (Gänsehaut!), Billie Eilishs When The Party’s Over) oder vor allem Frank Oceans Godspeed. Ohne Electro-Elemente, mit wunderbaren Piano-Performances. Unbedingt hören, James Blake ist einfach ein Könner!

Note: 2,0

https://www.jamesblakemusic.com

 

 

Taylor Swift – Evermore

VÖ: 11.12.2020

Label: Republic

Genre: (Folk-/Chamber) Pop

Nach dem wirklich im Gesamten überzeugenden, von The Nationals Aaron Dessner produzierten Folklore (mit Gästen wie Bon Iver) kommt nicht mal ein halbes Jahr später mitten im Weihnachtsgeschäft mit Evermore ein Nachfolger heraus. Taylor Swift scheint in Sachen Musik und Texten momentan unheimlich viele kreative Ideen zu haben, zumindest kann ich als jemand, der zuvor nicht so den Zugang wie erwünscht gefunden hat, wie auf besagten Vorgänger viel mit den Experimenten (insbesondere die Instrumentierungen betreffend) anfangen. Es wird genügend Interpretationsfreiraum in Bezug auf die Lyrics gelassen und den Melodien größtenteils genug Zeit gelassen sich zu entfalten. Ach ja, The National ist in Komplettbesetzung dabei (Coney Island)! Also, ich finde Evermore erneut ziemlich gut, nur noch nicht so herausragend wie es derzeit viele Kritiker finden. Alles zu seiner Zeit!

Note: 2,3 (mit Potential nach oben)

https://www.taylorswift.com/

 

 

Paul McCartney – McCartney III

VÖ: 18.12.2020

Label: Capitol

Genre: Pop / Rock

Also hier passt ein Wort richtig gut: „unpeinlich“! Paul McCartney gelingt es 2020 (nach einigen, von der Kritik zwiespältig aufgenommenen Werken in der letzten Dekade) ein Album zu präsentieren, auf dem die Musik kraftvoll zum Ausdruck kommt und keine Alterserscheinungen festzustellen sind. Schon die ersten beiden McCartney betitelten LPs sollten stets einen Wendepunkt darstellen und waren Reaktionen auf Erfahrungen negativer Natur. Es ist wohl offensichtlich, was der 78-Jährige nun meint: Corona und die Folgen. Die Erlebnisse arbeitet er reflektiert auf. Musikalisch gibt es tolle, eben „unpeinliche“ Ausflüge in Blues oder Hard-Rock. Richtig klasse, Mister McCartney!

Note: 2,0

https://www.paulmccartney.com/

 

 

Four Tet – Parallel

VÖ: 25.12.2020

Label: Text

Genre: Electronica / Ambient / Experimental

Im Zusammenhang mit Four Tet fühlt es sich für mich falsch an, wenn ich das Wort „enttäuschend“ ins Spiel bringe. Nur war Sixteen Oceans aus dem März dieses Jahres halt nicht genial, sondern halt „nur“ ganz gut (mit Ausnahme von Baby, der Track ist genial!). Insgesamt ist es schon beeindruckend, wie der 43-Jährige im Bereich von Electronica/Experimental immer noch den Ton angibt. Nun hat Four Tet uns ein Weihnachtsgeschenk gemacht und Parallel (neben einem weiteren, schlicht 871 betitelten Werk, das ich noch nicht hören konnte) veröffentlicht, das dem Hörer noch einmal vor Augen führt, was für ein begnadeter Soundforscher er ist. Erinnert an die großen Zeiten der 1990er-Warp-Schule, wundervoll!

P.S.: Es gab dieses Jahr auch eine wunderbare Kollaboration mit Thom Yorke und Burial (Her Revolution / His Rope)!

Note: 2,0

http://www.fourtet.net/

 

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