August 2015

Wilco – Star Wars

VÖ: 21.08.2015

Label: dBPM

Genre: Alternative-/Indie-Rock

Seit der Veröffentlichung von Being There (1996), in jedem Fall Summerteeth (1999) schmücken Wilco ihren Alternative-/Americana-/Country-Sound mit experimentelleren Elementen, die über Psychedelia, Kraut- bis Space Rock hinaus noch an einige weitere musikalische Spielarten einschlossen, je nach Album mal mehr, mal weniger ambitioniert. Allerdings fast immer mutig, unverkrampft und dabei stets musikhistorisch beschlagen. Kein Wunder, dass die Band aus Chicago zumindest im Indie/Alternative-Segment zu den absoluten Kritikerlieblingen zählen. Auf Album Nummer 9 von Wilco (es wurde vorher bereits als kostenloser Download auf der Band-Webseite angeboten), das ziemlich unvermittelt nach vierjähriger Pause erscheint (in dieser Zeit nahm Sänger Tweedy das Album Sukierae mit Sohn Spencer auf u.a.), gibt es erneut einige variantenreiche musikalische Ausflüge zu hören. Wie vielschichtig sie immer noch klingen, stellen sie mit Songs wie EKG, More… oder You Satellite unter Beweis.

http://wilcoworld.net/splash-star-wars-links2/

 

spotify:track:3xZyWniWiPE688scDzLlrZ

spotify:track:2tpQSdEnsGnZqkCDHnSyEw

Herrenmagazin – Sippenhaft

VÖ: 07.08.2015

Label: Grand Hotel Van Cleef

Genre: Indie-/Alternative-Rock

Zurzeit braucht man sich nicht zu beschweren, dass es zu wenige Künstler geben würde, die in deutscher Sprache singen. Man braucht sich ja nur einmal die inländischen Charts anzuschauen (vor kurzem bestand die gesamte Top Ten der Album-Hitparade aus deutschsprachigen Veröffentlichungen). Natürlich lässt sich da über die Qualität diskutieren, denn viele Texte vermitteln ziemlich banale Botschaften und Werte. Andererseits gibt es ein paar Bands, bei denen sich ein genaueres Hinhören lohnt, die aber für gewöhnlich von Mainstream-Medien ignoriert werden. Dazu zählen zum Beispiel Acts wie Herrenmagazin. Auf ihrem vierten Album Sippenhaft präsentieren diese einen schönen Mix aus rockigen und ruhigen, vom Klavier getragenen Songs mit wunderbar hintergründigen Texten, u.a. nachzuhören in den beiden Auftaktsongs Ehrenwort und Halbes Herz. Das Album fesselt nicht durchgehend, was den guten  Gesamteindruck aber nicht trübt.   

http://herrenmusik.com/herrenmagazin/

spotify:track:6jT0P1KwwyoVffObnXwAwb

spotify:track:7vZqMaissdLNcdSHq1RrqK

BOY – We Were Here

VÖ: 21.08.2015

Label: Grönland

Genre: Indie-Pop / – Rock

Man kann ja über Herbert Grönemeyer und seine Musik selbstverständlich unterschiedlicher Meinung sein, aber wenn es um sein Label Grönland Records geht, ihm wohl kaum vorwerfen, einen durchschnittlichen Geschmack zu haben. Alben von Künstlern wie Neu!, Metric, Roedelius oder Fujiya & Miyagi  wurden bereits darauf veröffentlicht, aber auch das charmante, mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnete Debüt von BOY, Mutual Friends. Besonders Little Numbers wird sicherlich heute noch für den einen oder anderen Ohrwurm verantwortlich sein. Auf selbigem Label erscheint nun der Nachfolger We Were Here, der im Gesamten der reizvollen, hymnischen Single – dem Titeltrack des Albums – leider nicht das Wasser reichen kann. Diese beeindruckt vor allem mit einem schön bombastischen Finale. In diesem Fall, aber auch im Song Hotel überzeugt die Produktion. Anderes wiederum klingt etwas mutlos, zumindest den ersten Höreindrucken zufolge. Schlecht ist We Were Here natürlich trotzdem nicht.

www.listentoboy.com/

BOY – WE WERE HERE – Albumteaser from Benedikt Schnermann | VISUALS on Vimeo.

 

Destroyer – Poison Season

VÖ: 28.08.2015

Label: Dead Oceans

Genre: Indie Rock / Kammerpop

Kürzlich, im Zusammenhang mit der Rezension von Chelsea Wolfes meisterhaften neuen Album, wurde ja an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Künstlerin das Spiel mit den unterschiedlichsten Genres spielend leicht meistern kann. Genau dies trifft auch auf die Band Destroyer um Sänger Dan Bejar zu, was sie spätestens mit dem letzten, von der Kritik in höchsten Tönen gelobten Kaputt unter Beweis gestellt haben. Darauf wurden u.a. Soft Rock- und Disco- als auch Dance-Elemente absolut gekonnt zusammengeführt, nachdem die Kanadier ohnehin eine bemerkenswerte Entwicklung vorweisen konnten, kannte man Destroyer zuvor doch eher als eine Formation, die eher ruhigere Töne anschlug. Auf Poison Season wird der Weg des Vorgängers weiter eingeschlagen, d.h. es können komplexere instrumentelle Arrangements festgestellt werden – u.a. mit Streichern, Blasinstrumenten als auch einer vielschichtigen Rhythmussektion – die u.a (Glam-)Rock, Jazz und Kammerpop gekonnt in Szene setzen.           

www.mergerecords.com/destroyer

Beach House – Depression Cherry

VÖ: 28.08.2015

Label: Bella Union

Genre: Dream Pop

Der Rummel, der zuletzt um das US-Duo veranstaltet wurde, war ihm einfach zu viel. Es musste umgedacht werden, man brauchte eine Pause vom Touren, fühlte sich vor allem in kreativer Hinsicht ausgelaugt. Insbesondere das Klangbild gefiel Victoria Legrand und Alex Scally nicht mehr, sie schienen sich zu sehr in öffentlich zu viel beachtete Mainstream-Bereiche hineingedrängt zu fühlen. Interessant dabei ist, dass insbesondere die Alben, auf die sich bezogen wird, von den Kritikern und Fans geliebt wurden (Teen Dream und Bloom). Die Entscheidung stand jedoch fest, man wollte wieder den sparsamer arrangierten Dream Pop des selbstbetitelten Debüts sowie dessen Nachfolgers Devotion. Vor allem die Texte fallen wieder im Vergleich zu den direkten Vorgängern pessimistischer aus. Die schon im Juli veröffentlichte, den Genre-Vorbildern (vor allem My Bloody Valentine und Cocteau Twins) huldigende Single Sparks hat bereits auf die Richtung vorbereitet. Die Neuorientierung hat sich insgesamt gelohnt!   

www.beachhousebaltimore.com/

spotify:track:6epJtaqfx8qGMN5ljliExS

spotify:track:78W6Wj2IBE2leu2fz7dVXv