August 2020

Deep Purple – Whoosh!

VÖ: 07.08.2020

Label: Ear

Genre: Hard-Rock

Ja natürlich, die Grundskepsis war schon da bei mir, geht mir aber auch immer so bei den neuen Aufnahmen von „alten Helden“. Ist ja nicht so, als wäre das immer zu Unrecht so (ich war beispielsweise von Pink Floyds The Endless River unterwältigt). Allerdings hat ja Deep Purple auch in der letzten Dekade geliefert, sowohl So What?! (2013) und Infinite (2017) bekamen gute Kritiken (ich selbst habe mich noch nicht davon überzeugt). Zum neuen Jahrzehnt muss ich sagen, dass der Einstieg mit Whoosh! durchaus gelungen ist. Man weiß natürlich was man bekommt, aber das klingt herrlich frisch und unverkrampft, und kommt mit ordentlich Power daher. Respekt, werte Herren!

Note: 2,3

https://deeppurple.com/

 

 

Glass Animals – Dreamland

VÖ: 07.08.2020

Label: Polydor

Genre: Indietronica / Psychedelic-Pop

Die Briten nehmen auf ihrem dritten Album Dreamland Bezug auf einige popkulturelle Phänomene der 1990er und 2000er-Jahre Bezug. Zusätzlich werden persönliche Erfahrungen verarbeitet (u.a. der schwere Unfall von Drummer Joe Seaward vor zwei Jahren). Dabei bleiben die Sounds weiterhin in ihrem Charakter recht unkonventionell mit diesen Indie-/Pop-/Electronica-/Hip-Hop-/R&B-Bezügen. Allerdings nicht so sehr im Vergleich zu den beiden Vorgängern. Manches ist dann letztlich nicht ganz so bestechend wie sicherlich beabsichtigt. Im Gesamten okay!

Note: 2,7

https://opensource.glassanimals.com/

 

 

Whitney – Candid

VÖ: 14.08.2020

Label: Secretly Canadian

Genre: Indie-/Folk-Rock / Soft-Pop

Die Indie-/Folk-Rocker aus Chicago haben mit Light Upon The Lake (2016) ein geniales und mit dem vor ziemlich genau einem Jahr erschienenen Forever Turned Around ziemlich ordentliches Album abgeliefert. Nun versuchen sie sich an Cover-Versionen von Künstler/innen, die sie beeinflusst und/oder begeistert haben. Da gibt es in ihrem Sound-Kontext eventuell Erwartbares, aber auch Überraschungen wie Neuinterpretationen von Kelela oder David Byrne/Brian Eno. Ich finde es insgesamt wirklich schön, mit diesen von Whitney bekannten ruhigen, sehnsuchtsvollen und warmen Klängen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: John Denvers Take Me Home, Country Roads, was hier mit Waxahatchee gesungen wird, ist nichts Besonderes! Trotzdem wie gesagt, gutes Cover-Album.  

Note: 2,3

http://www.whitneytheband.com/

 

 

The Killers – Imploding The Mirage

VÖ: 21.08.2020

Label: Island

Genre: Album-Oriented-/Pop-/Heartland-/Alternative-Rock / Synthie-Pop

Ich habe im Vorfeld schon die positiven Kritiken zu Imploding The Mirage wahrgenommen, war aber aufgrund der Durchschnittlichkeit der letzten Alben der Las Vegas-Quartetts um Brandon Flowers eher skeptisch. Wie schön ist es, wenn man wirklich positiv überrascht wird! Das neue Werk überzeugt mit tollen Melodien und einer Menge Kitsch und Bombast. Die Produzenten Shawn Everett und Jonathan Rado haben tolle Arbeit geleistet, aber auch die Band präsentiert sich in ausgezeichneter Verfassung. Mit richtig gutem Pop eben,  Respekt!

Note: 2,3

http://thekillersmusic.com/

 

 

The Lemon Twigs – Songs For The General Public

VÖ: 21.08.2020

Label: 4AD

Genre: Psychedelic-Pop / Soft-/Glam-/Indie-Rock

Wo wir schon bei gut gemachtem Pop sind, das US-Duo The Lemon Twigs widmet sich auf ihrem neuen Album mit dem vielsagenden Titel Songs For The General Public dem Psychedelic Pop sowie Soft-/Glam-Rock der 1970er Jahre. Seit die fantastischen Soundtracks der beiden Guardians Of The Galaxy-Filme erschienen sind, funktioniert das ja auch ausgezeichnet. Wer T. Rex, Sweet, Electric Light Orchestra, Supertramp, Todd Rundgren, Brian Wilson und einiges in diesem Stil mag, der ist hier richtig. Macht Laune!

Note: 2,3

https://thelemontwigs.com/

 

 

Angel Olsen – Whole New Mess

VÖ: 28.08.2020

Label: Jagjaguwar

Genre: Indie-Rock/-Folk / Dream-/Baroque-/Art-Pop

Whole New Mess gilt als fünftes Studioalbum, obwohl einige umarrangierte Versionen von Songs ihres letztjährigen Meisterwerkes All Mirrors enthalten sind. Es handelt sich um intimere, instrumental reduzierte Interpretationen, die bereits Ende 2018 aufgenommen wurden. Diese Stimmung, die hier erzeugt wird, unterstützt perfekt die sehr persönliche Thematik, die von der 33-jährigen US-Künstlerin behandelt wird: sie arbeitet wieder ihr auf dem besagten Vorgänger behandelte gescheiterte Beziehung und die darauf folgenden Konsequenzen auf. Schon ziemlich beeindruckend und intensiv ist das Ergebnis, obgleich nicht ganz so nachwirkend wie auf All Mirrors. Trotzdem wie gewohnt super!

Note: 2,0

https://angelolsen.com

 

 

Kelly Lee Owens – Inner Song

VÖ: 28.08.2020

Label: Smalltown Supersound

Genre: Electronica / Dream Pop

Vor kurzem hat ja Lianne La Havas Radioheads Weird Fishes/Arpeggi von dem großartigen In Rainbows (2007) gecovert, jetzt hat sich Kelly Lee Owens diesem Song gewidmet. Ist ja nicht die allerleichteste Disziplin. Ist aber ganz gut gelungen. Sonst gibt es auf dem Nachfolger des gefeierten selbstbetitelten Debüts eine interessante Mischung aus voranschreitenden Electronica- und intim-nachdenklichen Dream-Pop-Sounds zu hören. Mir gefällt das jetzt schon, insbesondere aufgrund Owens‘ Gesang!

Note: 2,3 (mit Potential nach oben)

https://www.kellyleeowens.com/

 

 

Helge Schneider – Mama

VÖ: 28.08.2020

Label: Roof

Genre: Jazz / Pop / Rock

Also ganz klar: wenn ihr schlechte Laune habt – und vorausgesetzt ihr könnt mit Helge Schneiders Humor etwas anfangen –, dann hört euch nur den ersten Song Heute hab ich gute Laune. Euch wird es wieder gutgehen! Aber auch sonst ist das Album superklasse, zumindest für mich als absoluter Fan. Musikalisch gewohnt hochwertig, mit diesen vielen Ausflügen in die unterschiedlichsten Richtungen. Dann diese großartigen Texte, die teilweise wieder so herrlich absurd sind, gleichzeitig fantastische Auseinandersetzungen mit alltäglichen Themen bieten (auch sehr passend zur Corona-Zeit). Ich bin beispielsweise von Die neue Mode begeistert. Einfach der Hit, lieber Helge. Man muss natürlich – wie gesagt – was mit ihm und seinem Humor anfangen können!

Note: 2,0     

https://helge-schneider.de/