Juli 2018

Mikaela Davis – Delivery

VÖ: 13.07.2018

Label: Rounder

Genre: Indie-/Chamber-/Art-Pop, Folk

Es war doch eher Zufall, dass mir dieses Album aufgefallen ist. Ich bin aber sehr froh darüber, denn was uns die Mittzwanzigerin Mikaela Davis auf ihrem Debüt bietet, hat jeglichen Respekt verdient. Die US-Amerikanerin mit klassischer Ausbildung weiß vor allem wie die Harfe effektiv im Pop-Gewand zum Ausdruck gebracht werden kann (seit Joanna Newsom habe ich persönlich das nicht mehr erlebt!). Hier kommen darüber hinaus Folk, Rock, Klassik und leichte psychedelische Elemente zum Tragen, Davis behandelt persönliche, aber auch philosophische Themen (das menschliche Dasein z.B.). Ein variantenreiches, wirklich bewundernswertes Werk!

Note: 2,0

https://www.mikaeladavis.com/

 

 

Liars – 1/1

VÖ: 20.07.2018

Label: Mute

Genre: Electronica / Experimental

Okay, die Liars aus New York machen seit jeher für mich oftmals kaum greifbare Musik, sie haben jeder Stilrichtung, die in den über eineinhalb Dekaden des Bandbestehens schon erforscht worden ist, einen Experimentalcharakter verliehen. Egal ob Rock, Punk oder Dance/Electronica. In kinematographischen Klangsphären habe ich die Musik auch schon immer verortet, jetzt liefert die Band tatsächlich einen Soundtrack zum Film 1/1 (den Angus Andrew noch mit Ex-Mitglied Aaron Hemphill aufnahm), über den mir ehrlich gesagt kaum Informationen vorliegen. Zu dem Album selbst bleibt mir folgendes zu sagen: die Liars – die in meinen Augen manchmal richtig tolle Werke veröffentlicht haben, aber auch schon welche, die mich nicht so fesseln konnten – bieten hierauf zum Teil mitreißende Sounds, einiges verliert sich aber leider auf gesamter Länge. Im Endeffekt also nicht so zwingend wie ich mir zuvor erhofft hab!

Note: 2,7

http://liarsliarsliars.com/

 

 

The Internet – Hive Mind

VÖ: 20.07.2018

Label: Columbia

Genre: R&B / Soul / Funk / Jazz

Die Jungs des Kollektivs Odd Future – ich meine sowohl jene, die ihm noch angehören als auch diejenigen, die früher Mitglied waren – haben ja schon seit jeher bewiesen, dass sie nicht nur auf (gerne mal provokanten, niemals unumstrittenen) Hip-Hop spezialisiert sind, sondern ebenso andere Genres in ihr Repertoire aufnehmen und diese in ihrem Sinne interpretieren können. Man denke da nur an Frank Ocean oder Tyler, The Creator, der ja letztes Jahr auf dem grandiosen Flower Boy nicht nur Hip-Hop, sondern unter anderem Jazz und (Neo-)Soul in seine Musik eingearbeitet hat. Syd und Matt Martians, erstere früher mal, Zweitgenannter auch heute noch Mitglied bei Odd Future –  präsentieren mit ihrer von Kritikern zu Recht gefeierten Band The Internet nun auf ihrem vierten Album Hive Mind entspannt, funky-soulige Musik, die in der Hauptsache Liebe und Sex thematisiert und wirklich klasse instrumentiert ist. Trotz klar erkennbarer Vorbilder individuell und stets an der Moderne orientiert!

Note: 2,3

http://internet-band.com/

 

 

Ross From Friends – Family Portrait

VÖ: 27.07.2018

Label: Brainfeeder

Genre: Electronica / Ambient

Das Auffälligste an Ross From Friends ist wohl noch der Name, denn es wird wohl jeder von Euch wissen, worauf hier angespielt wird. Nun ja, sonst – bezogen auf die Sounds – ist festzustellen, dass diese mir im ersten Moment eher unaufgeregt daherkamen, was aber bitte nicht als langweilig missverstanden werden soll. Denn der britische Produzent Felix Clary Weatherall weiß genau, wie er seine House-Tracks mit höchst originellen Ambient-Texturen unterlegen kann und dabei ebenso abwechslungsreiche Rhythmen, ideenreiche Samples und Instrumente sowie weiche, gleichzeitig markante Bässe einbauen kann. Das Ergebnis kann man nun auf dem auf Flying Lotus‘ Label Brainfeeder erscheinenden Albumdebüt Family Portrait nachhören. Ich bin jedenfalls begeistert von dieser spannenden Mixtur!

Note: 2,0

http://www.rossfromfriends.net/

 

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