Februar 2021

John Carpenter – Lost Themes III: Alive After Death

VÖ: 05.02.2021

Label: Sacred Bones

Genre: Electronica / Filmmusik

Ich habe erst im letzten Jahr nochmal ein paar der Werke des 73-jährigen Regisseurs geschaut, unter denen sich ja einige befinden, die einen exquisiten Soundtrack aufweisen können, darunter natürlich auch so Klassiker wie The Thing (einer meiner Lieblingsfilme), Assault On Precinct 13, Halloween oder Escape From New York. Der Altmeister selbst hat ja die Kompositionen zu größten Teilen eingespielt. Der dritte Teil der in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Cody und Filmkomponist Daniel Davies entstandenen Lost Themes – Reihe, dessen Vorgänger 2015 und 2016 erschienen, bietet Tracks in ähnlichem Fahrwasser. Sie sind nicht für bestimmte Filme vorgesehen (Carpenter dreht ja selbst seit über 10 Jahren nicht mehr), aber wären natürlich super geeignet für diese. Nicht revolutionär, aber irgendwie trotzdem auch nicht altbacken. Okay also!

Note: 2,7

https://theofficialjohncarpenter.com

 

Django Django – Glowing In The Dark

VÖ: 12.02.2021

Label: Caroline

Genre: Indie-/Art-Rock-/Pop / Neo-Psychedelia / Electronica

Seit dem phänomenalen selbstbetitelten Debüt aus dem Jahr 2012 verfolge ich die Diskografie der Londoner Art-Popper genau, denn ihre Musik besitzt einen ganz eigenen Charme. Sie weist einen Wiedererkennungswert auf, ist aber in ihren jeweiligen Erscheinungsformen vielseitig und offen nach allen Stilrichtungen. Naja, das macht ja gute Musik für gewöhnlich aus. Die anspruchsvolle Herangehensweise ist im Ergebnis gleichzeitig höchst unterhaltsam. Das vierte Album Glowing In The Dark bereitet im Gesamten richtig Vergnügen mit einer Message, die – kaum überraschend – Zukunftsgewandtheit impliziert. Klasse Platte mit Steigerungspotential!

Note: 2,3 (mit Potential nach oben)

http://www.djangodjango.co.uk/

 

Slowthai – Tyron

VÖ: 12.02.2021

Label: Polydor

Genre: Hip-Hop / Grime

Nach diesem zu Recht vielfach gelobten Erstling Nothing Great About Britain (2019) ist die Messlatte hochgelegt, hatte der 26-jährige Brite Slowthai sich mit pointierten, durchaus direkten und kontroversen Stellungnahmen zu den sozialpolitischen Verhältnissen in seiner Heimat doch Gehör verschaffen können. Naja, in der Nachfolge gab es so ein paar durchaus diskutable Auftritte und Statements des Rappers (Stichwort: Award-Verleihung). Auf dem nach einer kleinen Auszeit folgenden Zweitling Tyron hat Slowthai einige namhafte Künstler/innen (u.a. James Blake, Skepta) um sich versammelt und scheint nicht mehr ganz so wütend zu sein. Thematisch geht es schon noch um Gesellschaft und Identitätsfragen, aber zumindest lässt man es vor allem zum Ende hin etwas sanfter zugehen. Nicht so groß wie das Debüt, aber dennoch beeindruckend!

Note: 2,3 (mit Potential nach oben)

https://www.slowthai.com/

 

Steiner & Madlaina – Wünsch mir Glück

VÖ: 12.02.2021

Label: Glitterhouse

Genre: Indie-/Folk-Pop/-Rock

Ich muss hier zugeben, dass ich von der Existenz des Schweizer Duos um Nora Steiner und Madlaina Pollina (Schwester von Faber und Tochter von Pippo) erst seit dem fantastischen letztjährigen selbstbetitelten Album der Crucchi Gang weiß, auf dem sie ihre Version von La Dolce Vita beeindruckend zum Besten gaben. Das von der Kritik gelobte Debüt Cheers (2018) werde ich mir auf jeden Fall mal anhören in nächster Zeit. Denn die originell instrumentierten Songs von Wünsch mir Glück gefallen mir schon mal ziemlich gut. Auch in den Texten zeigen Steiner & Madlaina, dass sie sich reflektiert mit den unterschiedlichsten Themen auseinandersetzen können, die die beiden Sängerinnen zum einen privat betreffen und zum anderen im sozialpolitischen Spektrum anzusiedeln sind (u.a. positionieren sie sich stark gegen Sexismus und Menschenrechtsverletzungen)!

Note: 2,3

https://www.steiner-madlaina.com/

 

Mogwai – As The Love Continues

VÖ: 19.02.2021

Label: Rock Action

Genre: Post-Rock / Drone

Nach der Rezeption von As The Love Continues und dem Umstand, dass sich in meinen Augen am hohen Qualitäts-Status der schottischen Post-Rocker seit Every Country’s Sun (2017) nichts geändert hat, bleibt mir ein Auszug aus meiner damaligen Rezension zu zitieren: „Es ist bewundernswert, dass das Quartett seit nun über 20 Jahren (…) immer noch innerhalb des Genres Post-Rock musiziert, ohne dass dabei frische Ideen abhandenkommen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen, bleibt einfach modern und spannend!

Note: 2,3 (mit Potential nach oben)

https://mogwai.scot

 

Pauline Anna Strom – Angel Tears In Sunlight

VÖ: 19.02.2021

Label: RVNG Intl.

Genre: Electronica / Ambient / Avantgarde

Sehr traurig, Ende letzten Jahres ist die Komponistin und Synthesizer-Pionierin Pauline Anna Strom, die vor allem als Trans-Millenia Consort aktiv war, mit 74 Jahren verstorben, kurz nachdem sie Angel Tears In Sunlight fertig gestellt hatte. Nach langen 33 Jahren wieder ein Studio-Album von ihr! Naja, es bleibt die Musik! Und die ist wirklich mal wieder in ihrer klanglichen Mannigfaltigkeit in Soundwelten zwischen Electronica, Ambient, kontemporärer Klassik und Avantgarde bestechend. Schönes und würdevolles Abschiedswerk!

Note: 2,0 (mit Potential nach oben)

https://www.facebook.com/PaulineAnnaStrom/

 

Smerz – Believer

VÖ: 26.02.2021

Label: XL

Genre: Electronica / Experimental

Furioses Debüt-Album des Duos um Catharina Stoltenberg (Tochter von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg) und Henriette Motzfeldt! Auf dem ohnehin für musikalischen Wagemut bekannten Label XL Recordings sind die Norwegerinnen wirklich gut aufgehoben, denn sie erschaffen im Spannungsfeld von Electronica, Experimental/Avantgarde, Art Pop, R&B, kombiniert mit Elementen von Klassischer und skandinavischer traditioneller Musik, druckvolle Songs, denen man ihre Detailverliebtheit und Vielseitigkeit jederzeit anhören kann. Sehr kompromisslose Musik, und gerade deshalb so großartig!

Note: 2,0 (mit Potential nach oben)

http://smerz.no/

 

Stereolab – Electrically Possessed [Switched On Volume 4]

VÖ: 26.02.2021

Label: Duophonic (Warp)

Genre: Avant-/Indie-Pop / Electronica

Stereolab gehört auf jeden Fall zu meinen heimlichen Lieblingsbands! Die englisch-französische Formation um Tim Gane und Lætitia Sadier präsentiert seit über 30 Jahren (wobei sie auch zehn Jahre inaktiv war, von 2009 bis 2019) unwiderstehliche Sounds, die unterschiedliche Stilrichtungen von Electronica, Avant- und Indie-Pop über Psychedelic-, Kraut- und Post-Rock unglaublich kreativ zusammenführen. Die Compilation Electrically Possessed [Switched On Volume 4] präsentiert nun einige Songs, die zwischen 1999 bis 2009 produziert wurden und die zeigen, auf welch experimentelle Pfade Stereolab sich seit jeher eindrücklich und erfolgreich begeben haben. Wundervoll!

Note: 1,7

https://stereolab.co.uk/

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