November 2019

Faber – I Fucking Love My Life

VÖ: 01.11.2019

Label: Vertigo

Genre: Indie-Pop / Folk

Vor zwei Jahren war ich doch recht angetan vom Debüt des 26-jährigen Schweizers mit dem Titel Sei ein Faber im Wind, vor allem wegen der Vielfältigkeit sowohl in Bezug auf die Musik als auch die Texte. Das war frech und ironisch – aber eben nicht so verkrampft, sondern wirklich mit pointierten Kommentaren zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Trends –, gleichzeitig in manchen Momenten melancholisch. Genau das trifft nun ebenso auf den Nachfolger zu. Es kann auch mal sehr weit gehen und direkt daherkommen, das wird nicht jedermann zusagen. Mir schon ziemlich!

Note: 2,3

https://fabermusik.de

 

 

Sudan Archives – Athena

VÖ: 01.11.2019

Label: Stones Throw

Genre: Electronica / R&B /

Brittney Denise Parks ist in der US-amerikanischen Stadt Cincinnati geboren, deren lokale Elektro-Szene sie ebenso zu ihren Sounds inspiriert haben wie diejenige ihres Wohnortes L.A.. Aber auch die traditionellen Klänge ihres familiären Herkunftslandes Sudan machen eine wesentliche Einflussgröße aus. Diese Pole vereint  die Künstlerin nach einigen vielversprechenden Singles und EPs im Vorfeld weiterhin auf ihrer Debüt-LP Athena. Das ist mal experimentell, mal soulig, immer wieder melodiebetont. Gesellschaftspolitische Kommentare sind inbegriffen. Tolle Platte, die auf dem renommierten Label Stones Throw erscheint!

Note: 2,3

https://sudanarchives.com/

 

 

Underworld – Drift Series 1

VÖ: 01.11.2019

Label: Caroline

Genre: Electronica / Experimental

Ich habe vor ca. zwei Jahren noch einmal Danny Boyles Klassiker Trainspotting gesehen, was für ein Film! Einen wesentlichen Einfluss auf die Genialität hat natürlich auch die dort eingesetzte Musik, unter anderem von Underworld. Deren Born Slippy .NUXX ist natürlich der Wahnsinn, bis heute! Dieses Niveau der Mitt-90er werden die beiden Briten Karl Hyde und Rick Smith wohl kaum mehr erreichen, doch langweilig sind sie dennoch nicht geworden. Die  „Drift Series“, der zufolge seit November letzten Jahres jede Woche ein neuer Track samt Extras (Visuals, Videos etc.) veröffentlicht wurde, und die nun auf einem Album noch einmal zusammengebracht werden, ist in meinen Augen zwar nicht so sensationell wie teilweise geschrieben, aber alles andere als altbacken. Geht gut nach vorne!

Note: 2,3

https://underworldlive.com

 

 

Kele – 2042

VÖ: 08.11.2019

Label: Kola

Genre: Indie-Pop/-Rock /Electronica

Interessante neue Solo-Veröffentlichung von Bloc Partys Kele Okereke. Normalerweise sind seine Werke ja schon recht passabel, er scheint nur manchmal ein wenig den Faden über das gesamte Album zu verlieren. Hier ist alles – wenn auch nicht sensationell – zumindest kompakt und vielseitig instrumentiert. Es gibt unter anderem Worldbeat-Elemente, R&B der 90er-Schule und Electronica-Experimente in verschiedenen Formen, die dem Indie-Pop kreativ beigemengt werden. Vor allem ist das hier ungemein politisch! Warum aber auch nicht? Gelungenes Album mit tollen, trotz der oft ernsten Themen unverkrampften Songs wie Let England Burn!

Note: 2,3

https://www.facebook.com/kele/

 

 

Voodoo Jürgens – ‘S klane Glücksspiel

VÖ: 08.11.2019

Label: Lotterlabel

Genre: Indie-/Austro-Pop

Bitte tut mir einen Gefallen: wenn ihr es noch nicht getan habt, dann leiht der Musik von Voodoo Jürgens ein Ohr! Ja klar, lustiger Name und so…Aber ähnlich wie bei dem schweizerischen Kollegen Faber (siehe oben) hat man es hier mit einem aus Österreich kommenden Künstler zu tun, der großartige Geschichten erzählen kann, der ein feiner Beobachter von Alltagsgeschichten ist. Klar, das Wienerische ist auch für mich oft schwer zu verstehen, aber wenn man einen großartigen Song wie Angst haums hört, versteht man genau, dass David Öllerer sich zu tagesaktuellen politischen Entwicklungen positioniert. Wunderbare Platte!

Note: 2,0

http://voodoojuergens.com/

 

 

DJ Shadow – Our Pathetic Age

VÖ: 15.11.2019

Label: Caroline

Genre: Electronica / Ambient / Hip-Hop

Was mache ich nur mit dem guten DJ Shadow und seiner neuen zweigeteilten LP Our Pathetic Age? Ich als großer Fan des kalifornischen Produzenten war zunächst nach den ersten Hördurchläufen kaum zufrieden mit dem Resultat, das klang mir doch zu sehr nach einer Kopie früherer Großtaten der Endtroducing– oder meinetwegen auch The Private Press-Ära. Nach aufmerksameren Rezipieren bin ich passenderweise zwiegespalten. Unter den Electronica/Ambient-Instrumentals des ersten Teils finden sich ein paar interessante Tracks, doch die Hip-Hop-Songs mit sehr namhaften Features sind einerseits okay, haben mich andererseits größtenteils nicht so erwischt. Ich gebe eine 2,7, bin aber immer noch unentschlossen, Tendenz in beide Richtungen möglich!

Note: 2,7 (vorerst)

https://djshadow.com/