Björk – Utopia

VÖ: 24.11.2017

Label: Embassy Of Music

Genre: Experimental(-Pop) / Folktronica

Eines ist ja mal klar, Björk Guðmundsdóttir muss keinem mehr etwas beweisen! Das was die kürzlich 52 Jahre alt gewordene Isländerin für die Musik getan hat, ist enorm. So vielschichtig, so bunt-schillernd ist ihr Sound bzw. ihr gesamtes Auftreten seit jeher. Man muss sich ja mal begreiflich machen, dass sie nicht erst seit 1993 aktiv ist – was eh schon eine lange Zeit wäre (da erschien ihr internationales, eben auch Debut betiteltes Erstlingswerk). Als sie gerade einmal 11 Jahre alt (!) war, hatte die Sängerin in ihrer Heimat bereits ein Album eingespielt, schlicht Björk genannt. Darauf coverte sie unter anderem Songs von Stevie Wonder (Your Kiss Is Sweet) und The Beatles (The Fool On The Hill) in isländischer Sprache. Es gibt eine ganz nette Review dazu bei Allmusic, die allerdings kein gutes Haar daran lässt. Dann gibt es noch die Bands, die sie seit ihren Teen-Jahren angehörte, die jeweils unterschiedlichste Stilrichtungen repräsentierten, unter anderem Punk, Jazz- und Gothic-Rock, natürlich nicht zu vergessen die wunderbare 80er-Avant-Pop/Alternative-Rock-Band The Sugarcubes, die dann bis 1992 existierte. Was folgte, ist insgesamt zu weitläufig, um es in diesem Text auszuformulieren. Es ist jedoch so, dass Björks ersten drei Solo-Werke der 1990er Jahre  – vor allem Post (1995) – schlichtweg genial sind, ich persönlich ihre gesamte Diskografie überaus schätze. Da ist so viel – die atemberaubenden Videos (ich sage nur: All Is Full Of Love!), die spektakulären Album-Cover (man betrachte nur mal jetzt wieder das Kunstwerk von Utopia), die Klanguniversen, die sie mit Hilfe großartiger Produzenten (Nellee Hooper, Tricky, Howie B, Mark Bell etc.) erschuf. Vieles trifft nun auch auf die neue Veröffentlichung zu: Arca, eine der spannendsten Musiker dieser Zeit, hilft wieder wie auf dem intensiv-emotionalen Vorgänger Vulnicura (2015) aus. Es geht jedoch nicht wie auf letztgenanntem um Trennungsschmerz, die Verarbeitung ihrer gescheiterten Beziehung (die langjährige Partnerschaft mit dem Künstler Matthew Barney endete damals), sondern nun um die Aussicht auf eine neue Liebe, eine effektive Reise in ihre Gefühlswelt. So ausführlich die Thematik ergründet wird, so komplex ist die Instrumentierung. Zudem bietet Björk – so wie der Titel des neuen Werks es deutlich macht – eine alternative Welt zur gegenwärtigen an. Es ist immer wieder eine Freude, dass die Isländerin jederzeit neue Impulse setzt, wie hier auf Utopia. Ein 70 Minuten dauernder, einnehmender Geniestreich!

Note: 1,7

https://bjork.com/splash/

 

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