Beck – Hyperspace

VÖ: 22.11.2019

Label: Capitol

Genre: (Indie-/Experimental-)Pop / Dance-Rock

Lieber Herr Beck Hansen, mit dieser Besprechung möchte ich mich einmal persönlich an Sie wenden, auch wenn Sie dies hier höchstwahrscheinlich nicht lesen werden. Sicher haben Sie wichtigeres zu tun. Achso, zu den aktuellen Themen, wie Ihrer Mitgliedschaft bei Scientology, werde ich mich nicht äußern. Nun gut, komme ich mal zur Sache: vor zwei Jahren konnte ich mich mit meiner Enttäuschung über Ihr letztes Werk Colors nun wirklich nicht hinter dem Berg halten, das war irgendwie nicht mehr der Beck, den ich aus früheren Tagen kannte, den ich wegen seiner Individualität, seiner guten Portion Schrägheit, seiner Andersartigkeit, wegen generell seines Innovationsdrangs kennen- und schätzen gelernt hatte. Ich erwartete nicht die Großartigkeit Ihrer 90er-Werke Mellow Gold, vor allem Odelay, Mutations oder Midnite Vultures. Es war nur so, dass ich selbst jene Alben mochte, die dann von einigen Kritiker(inne)n schon eher zwiespältig aufgenommen wurden, z.B. Guero oder The Information. Doch in dieser Dekade habe ich langsam nicht mehr so verstanden, was Sie mit Ihrer Musik sagen wollten. Liegt sicherlich auch an mir, aber Morning Phase konnte mich schon nicht mehr erreichen, da es für mich nur eine nicht so gute Version des großartigen Sea Change darstellte. Jedoch war die Enttäuschung dann bei besagtem Colors vollends eingetroffen. Was sollte das sein? Für mich haben Sie da leider etwas verkrampft versucht, mit gegenwärtigen Pop-Trends mitzuhalten. Letztendlich waren das aber in meinen Augen – darauf lege ich die Betonung, denn die Kritiker/innen waren da ja vielfach anderer Meinung – maue Neuversionen von Songs ihrer großen 90er Zeit…Okay, weshalb schreibe ich das Ganze? Weshalb  wende ich mich da an Sie? Weil ich Ihnen zu dem neuen Album Hyperspace gratulieren möchte! Die Songs, die sie ja unter anderem zusammen mit Pharrell Williams und mit ein paar weiteren namhaften Gästen produziert haben, sind modern und frisch, bieten tolle, stilistisch vielseitige Melodien und Rhythmen, Ihr Gesang überzeugt mich und es wirkt alles vor allem: unverkrampft! Das steht ihrer Musik wirklich sehr! Zudem haben die Texte Stil! Das ist alles nicht sensationell oder innovativ wie in den frühen Tagen, aber mir gefällt es wirklich. Ich kann Ihnen nur sagen, ich verstehe die eher gemischten Kritiken diesmal überhaupt nicht. Ich frage mal meine Leser, wie Sie das Album finden, okay? Bis dann mal, ich wünsche Ihnen schon einmal eine schöne Advents- und Weihnachtszeit sowie einen guten Rutsch! Bin schon gespannt, was Sie uns dann in der nächsten Dekade so bieten werden. Viele Grüße, hicemusic      

Liebe Leser, wie findet Ihr das Album? Bin gespannt auf Eure Antworten 😊

Note: 2,3

https://www.beck.com

 

Beck – Colors

VÖ: 13.10.2017

Label:  Capitol

Genre: (Experimental-)Pop / Dance-Rock

Alte Helden: Der gute Beck Hansen hat jeglichen Respekt verdient, was seine musikalische Karriere angeht. Jeder kennt sein Loser, das der Slacker-Bewegung der frühen bis mittleren 1990er Jahre seinen Stempel aufdrückte, aber auch heute noch bedenkenlos auf jeder Party aufgelegt, in jede Radio-Playlist aufgenommen werden kann. Das zugehörige Album  war insgesamt ein ausgesprochen gutes Studio-Debüt, das beispielsweise das Guitar World-Magazin zu den „Superunknown: 50 Iconic Albums That Defined 1994“ zählte. 1996 folgte dann das ultimative Statement des Künstlers, das stilistisch vielseitige, eklektische Alternative-Rock-/Pop-Meisterstück Odelay, das so großartige Songs wie Where It’s At, Devils Haircut, The New Pollution oder Jack-Ass (genau, das mit dem Them-Sample) aufbot. Die nachfolgenden Werke von Beck waren weiterhin super, egal ob Mutations (1998), Midnite Vultures (1999) oder das emotional-introvertierte Sea Change (2002). Danach beginnt jedoch eine Phase in seiner Diskografie, über die man gewiss unterschiedlicher Meinung sein darf. Guero (2005) und The Information (2006) fand ich persönlich okay, das von Danger Mouse produzierte Modern Guilt (2008) sogar ziemlich klasse, aber danach, naja. Wurden alle genannten Alben ab 2005 von der Kritik ohnehin zwiegespalten aufgenommen, empfand ich das an Sea Change angelehnte Morning Phase als eine schwächere Version von eben jenem Werk. Das neue – Colors – ist hingegen eine wenig überzeugende Ausgabe seines Expermental-Pop/-Rock-Outputs à la Odelay oder Midnite Vultures. Es ist klar, Beck versucht sich am Pop der Gegenwart, nimmt viele zeitgenössische Elemente in seinen Sound auf, es wirkt meiner Meinung nach auf Albumlänge irgendwie zerstückelt, in seiner Gesamtheit nicht kohärent. Er nimmt ältere Songs mit auf den Tonträger (Wow oder Dreams, letzteres hier in einer wenig sinnvollen Neuabmischung), die kaum passen oder andere Songs beginnen vielversprechend (z.B. Dear Life), sind dann aber nicht so toll, wie sie zu sein scheinen. Die Kritiker sind teilweise doch recht angetan von Colors, andere wiederum sind maßlos enttäuscht. Mir geht es wie Letztgenannten. Für mich wirkt das alles seelen-, ja ich muss es so sagen: lieblos. Schade, denn Beck als Künstler schätze ich sehr! Was sagt Ihr zu dem Album?  Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Note: 4,0

http://www.beck.com/

 

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