Gorillaz – Gorillaz

VÖ: 26.03.2001

Label: Virgin

Genre: (Electro-/Art-/Indie-)Pop / (Alternative-/Punk-)Rock / Hip-Hop

Sie gehört zu meinen Lieblingsbands, die Brit-Pop-Band Blur. Natürlich möchte ich den Anteil von Graham Coxon, Alex James und Dave Rowntree am künstlerischen als auch kommerziellen Erfolg der Formation nicht kleinreden, aber betrachtet nur einmal die Geschichte und die damit zusammenhängenden weiteren Erfolge anderer Musikgruppen, an denen er beteiligt war, dann stellt sich auf keinen Fall die Frage, wer hier auf jeden Fall eine treibende Kraft dahinter dargestellt hat. Dieser 1968 in London geborene Herr kann mit Recht als eine der auch heute noch künstlerisch aktivsten und vielseitig versiertesten Persönlichkeiten im Musik-Business angesehen werden: Damon Albarn. Man schaue sich nur mal die Bands und Projekte an, in denen er neben den großartigen Blur musiziert (hat) bzw. er beteiligt war/ist: The Good, The Bad & The Queen, Rocket Juice & The Moon, DRC Music, The Heavy Seas, sein Solo-Album (Everyday Robots von 2014), natürlich seine Arbeiten an Mali Music (2002), seine Organisationen (Africa Express z.B.), seine Soundtrack-Arbeiten, seine Oper Monkey: Journey To The West (2008), seine unzähligen Kollaborationen darüber hinaus (Massive Attack, The Strokes usw.) und und und…Zudem darf natürlich jene Band nicht vergessen werden, die neben Blur ebenfalls zu Albarns künstlerisch und kommerziell erfolgreichsten Formationen gehört: die Gorillaz. Sie wurde schon 1998 von ihm zusammen mit Jamie Hewlett (unter anderem Miterfinder der Comics um Tank Girl) gegründet. Somit zu einer Zeit, kurz nachdem Blur gerade Erfolge mit ihrem selbstbetitelten Album und vor allem der Single Song 2 gefeiert und sich erfolgreich vom Brit-Pop emanzipiert hatten. Mit der neuen Band ging es noch weiter weg vom Sound alter Tage, vor allem mit einer neuen visuellen Erscheinung. Denn handelte sich um eine aus vier animierten Figuren (repräsentativ für Albarn, Hewlett, Del Tha Funky Homosapien und Miho Hatori) bestehende Gruppe, die fortan einen wahrlich mannigfaltigen Soundmix zusammen mit verschiedensten namhaften Gästen (u.a. Ibrahim Ferrer, Dan The Automator) präsentieren sollte, der unter anderem unterschiedlichste Pop- und Rock-Richtungen, Hip-Hop, Electronica, Funk sowie verschiedene World Music-Elemente umfasste. Im Jahr 2001 wurde dies effektiv und für mich unvergesslich umgesetzt, nämlich auf dem selbstbetitelten Debüt! Wer erinnert sich nicht an die unvergleichlichen, von Jamie Hewlett (zum größten Teil in Zusammenarbeit mit Pete Candeland) gedrehten Videos zu den allesamt fabelhaften Singles Clint Eastwood, 19-2000, Rock The House und Tomorrow Comes Today? Ich habe sie erstmals klassisch im Musik-Fernsehen (VIVA, VIVA Zwei, MTV) gesehen und war sofort fasziniert! Was für fantastische, einige Ohrwürmer bereitende Klänge, die auch 20 Jahre nach Entstehung nichts von ihrer Zugkraft verloren haben. Die beiden direkten Nachfolger des Debüts – Demon Days (2005, mit der Super-Single Feel Good Inc.) und vor allem Plastic Beach (2010) –  haben mir ebenfalls unheimlich gut gefallen, doch das Original wird meiner Meinung nach nicht geschlagen. Neben Blur gehören auch die Gorillaz seitdem auf jeden Fall zu meinen All Time-Lieblingsbands!

P.S.: Ich hatte lange Zeit einen Klingelton von Rock The House. Eines Tages hatte ich vergessen das Handy auf „lautlos“ zu stellen und es ging während einer Vorlesung an der Uni los. Ein Kommilitone pfiff daraufhin sofort die Melodie mit. Spricht für die Beliebtheit und die Ohrwurm-Qualität der Gorillaz, oder?

Note: 1,3

https://www.gorillaz.com/    

     

Gorillaz – The Now Now

VÖ: 29.06.2018

Label: Parlophone

Genre: (Electro-/Synthie-)Pop / Funk / Soul

Für mich kam das schon ein wenig überraschend, dass die Gorillaz ein neues Album veröffentlichen, etwas mehr als ein Jahr nach ihrem letzten. Ich muss zugeben, dass – obwohl die Briten um Damon Albarn und Jamie Hewlett (die Band wird dieses Jahr schon 20 Jahre alt!) zu meinen All-Time Favoriten gehören – ich auch jetzt nicht in totale Begeisterung versetzt wurde, meine Erwartungen nicht die höchsten waren. Dies liegt daran, dass mir der besagte letzte Release Humanz (er landete hier bei hicemusic in der Kategorie „Kontrovers“) nicht wirklich zusagte. Irgendwie wirkte das zu bemüht, zu sehr an angesagten Trends (vor allem Hip-Hop und R&B) orientiert, ohne die individuelle Note, die die Gorillaz seit jeher ausgezeichnet hat, einzubringen. Viele tolle Gäste (u.a. Danny Brown, Grace Jones, Benjamin Clementine) waren darauf vertreten, jedoch war das in meinen Augen nicht jene vergleichbare  Magie, die ich verspürte, wie als ich damals die Kooperationen mit  Del The Funky Homosapien, Tina Weymouth oder De La Soul, ja auch Bobby Womack und Snoop Dogg hörte (es wurde wohl auch von vielen kritisiert, dass das Album mit so vielen Features vollgepackt sei). Dann glaubte ich ohnehin an eine eventuelle Bonus-LP, die nicht verwendetes Material aus den Humanz-Sessions versammeln würde. Kein Wunder also, dass ich da wenig zuversichtlich war. Nun, vor ein paar Wochen hörte ich dann die Vorabsingle Humility bei 1Live (mit George Benson), eine wirklich eingängige, frische Nummer, die dank Multitalent Albarns Gesang so angenehm entspannt rüberkam, wie ich es von den Gorillaz früher kannte. Insgesamt kann The Now Now, das mich vom allgemeinen Klangbild stark an Plastic Beach (aber nicht nur, weil Snoop Dogg erneut als Gast vertreten ist) erinnert, mit teilweise mit hübschen Melodien, netten Texten und einer Crew punkten, die scheinbar wieder motivierter ist. Das ist dann nicht so groß wie die ersten drei Studioalben (allen voran das selbstbetitelte Debüt), jedoch interessanter als Humanz, keine Frage. Hat manchmal ein paar kleine Durchhänger, jedoch gerade zum Ende hin gefällt The Now Now mir gut!

Note: 2,3

http://www.gorillaz.com/

 

Gorillaz – Humanz

VÖ: 28.04.2017

Label: Parlophone

Genre: Elektropop / R&B / Hip-Hop

Die Gorillaz, im Kern ein Projekt des Blur-Frontmanns Damon Albarn sowie des Künstlers (und Erschaffers des Tank Girl-Comics) Jamie Hewlett, stellt – wie wohl bereits hinlänglich bekannt ist – ein virtuelles musikalisches Quartett dar, welches sich auf ihren Alben seit jeher von einer Reihe an exzellenten Gästen unterstützen ließ. Dies war stets von künstlerischem als auch kommerziellem Erfolg gekrönt, die Fusionen der verschiedener Stilrichtungen (unter anderem Spielarten des Rock, Hip-Hop, Reggae, Pop und gar Lateinamerikanischer Musik) als auch der Rückgriff auf einige ihrer bekanntesten und hervorstechendsten Vertreter als Unterstützer funktionierte durchgehend bestens. Ihr 2001 erschienenes, selbstbetiteltes Werk war atemberaubend vielfältig, hielt eingängige, gleichzeitig höchst originelle Songs wie Clint Eastwood, 19-2000 oder auch Rock The House bereit. Der vier Jahre später veröffentlichte Nachfolger Demon Days war kaum weniger fesselnd, hatte ja unter anderem diesen Überhit  Feel Good Inc. aufzubieten. Auf dem Drittwerk von 2010, Plastic Beach, konnte die Erfolgsformel ein weiteres fortgeführt und umgesetzt werden, wieder einmal wurden Gaststars wie Bobby Womack, Snoop Dogg, Lou Reed und Mark E. Smith erfolgreich in das Projekt eingebunden (u.a. ja auch Bruce Willis als Darsteller für das Video zu Stylo hinzugewonnen).  Das im selben Jahr herausgebrachte The Fall wurde allerdings bereits weniger gut aufgenommen. Nun gibt es nach langer Zeit endlich ein Comeback, in Form einer neuen LP. Auf dieser werden – wie zu erwarten war – eine Menge bekannter Supporter aufgeboten (Danny Brown, Vince Staples, Grace Jones, Mavis Staples, Rag’n’Bone Man uvm.) und die von vielen Medien bereits positiv aufgenommen wurde. Allerdings mischen sich auch einige kritische Stimmen herein, was letztlich nicht ganz unbegründet ist. Im Grunde genommen wurden neue musikalische Pfade eingeschlagen, man widmet sich noch mehr als sonst verschiedenen Hip-Hop- und R&B-Sounds („Black Music“). Dies funktioniert stellenweise ganz gut, man wird mitgerissen, andererseits entfaltet es in manchen Momenten nicht das Potential, das es angesichts von Albarn/Hewlett sowie der Gäste durchaus haben könnte oder sollte. Es fehlt insgesamt ein wenig die Kohärenz. So bleibt der Schreiber dieser Zeilen mit gemischten Gefühlen zurück. Vielleicht war die Vorfreude doch zu groß. Was sagt ihr zu der Platte?

Note: 3,0

http://www.gorillaz.com/

 

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