James Blake – Assume Form

VÖ: 18.01.2019

Label: Polydor

Genre: (Elektro-)Pop / R&B

Das Jahr 2019 startet ja ziemlich verheißungsvoll, mit einigen vielversprechenden Neuveröffentlichungen mehr oder weniger bekannter Acts! So bekam ich nach einem neugierigen Blick meinerseits auf die anstehenden Alben einen Namen präsentiert, mit dem zumindest ich kaum gerechnet hatte, vor allem nicht mit einem sofortigen Release eines neuen Werkes am 18.01. Nun gut, manchmal bin ich ja auch nicht der Aufmerksamste 🙂  Ich weiß zudem nicht, ob ich vielleicht der Einzige bin, der angesichts der vielen Kooperationen von James Blake mit Künstler/innen unterschiedlichster musikalischer Couleur in der letzten Zeit vielleicht doch ein bisschen skeptisch war, ob der 30-jährige Londoner seinen Prinzipien – z.B. der Zusammenführung von ambitionierter Electronica und souligem R&B – weiterhin treu bleiben oder doch lieber einen konventionelleren Weg einschlagen würde. Angesichts der interessanten Features mit Beyoncé, Kendrick Lamar, Frank Ocean u.a. zugegebermaßen auch eine durchaus zu hinterfragende Skepsis. Nun gut, auf seinem vierten Tonträger hat James Blake erneut namenhafte und innovative Musiker/innen eingeladen: Travis Scott, André 3000, Metro Boomin (auch als Produzent tätig), Moses Sumney und vor allem ROSALÍA (der Ihr –falls noch nicht geschehen – unbedingt Eure Aufmerksamkeit schenken solltet). Ach ja, Dominic Maker (von Mount Kimbie) hat sich unter anderem hinter die Regler gesetzt. Wie ist nun das Werk zu beurteilen? Ich sage mal so, wenn man wie ich mit dem Anspruch daran geht, dass die Qualität der Vorgänger – allen voran natürlich des selbstbetitelten Meilenstein-Debüts – sofort erreicht wird, der wird vielleicht nicht sofort hundertprozentig zufrieden sein. Ich habe Assume Form allerdings einige Hördurchläufe zugestanden, weshalb ich davon ausgehe, dass es mir im Verlauf des Jahres immer besser gefallen wird. Denn, Blake verschleiert ja gar nicht, dass er Pop bieten möchte, der in vielen Momenten zugänglicher ist als es die vorherigen Alben von ihm waren. Das Düster-Pessimistische ist ebenso nicht ohne Grund einer „fröhlicheren“ Stimmung gewichen: er ist einfach verliebt (wie sicherlich einige wissen in die The Good Place-Darstellerin Jameela Jamil) und es geht ihm auch sonst besser als in der Vergangenheit!  Man könnte nun erneut  meinen, Blake würde deshalb es sich musikalisch einfacher machen. Das könnte man allerdings wohl kaum so stehen lassen, vielleicht experimentiert er weniger, doch ein den konventionelleren Tönen zugewandter Künstler ist er deshalb noch lange nicht! Die Spielereien mit seiner Stimme beispielsweise sind immer noch kraftvoll und gekonnt in Szene gesetzt. Ich halte mich noch ein wenig bedeckt, doch das Album kann wachsen, ganz sicher! Vor allem die von Klavier begleiteten hymnenhaften Songs lassen mich fest daran glauben!

P.S.: Ich empfehle die Zeit-Rezension von Jens Balzer über Assume Form, fantastisch geschrieben!: https://www.zeit.de/2019/04/james-blake-album-assume-form-kritik

Note: 2,0 (mit Potential nach oben)

https://www.jamesblakemusic.com/

 

James Blake – The Colour In Anything

VÖ: 06.05.2016

Label: Polydor

Genre: Electronica / Pop / Soul

Sonntagabend im Juni 2014, auf dem Hurricane Festival. Die rote Bühne betritt ein nach außen sehr schüchtern wirkender Mann. Man hatte es ja schon aus Erzählungen gehört, dass dieser junge Brite trotz der zurückhaltenden Erscheinung mit seinen Live-Shows für offene Münder sorgen würde, geballte Electro-Bass-Energie treffe auf wiederum extrem ruhige poppig-soulige Melodie-Passagen. Er intoniert das wundervolle Cover des ohnehin schon großartigen Feist-Songs Limit To Your Love und man erfährt live die Kraft, die von der für Gänsehaut-Momente sorgenden Musik ausgeht. Allerdings, der junge Sänger wirkt zunehmend irritiert, schaut in Richtung einer anderen Bühne und bricht kurzfristig entnervt ab. Er spricht zum Publikum und meint, dass er unter diesen Verhältnissen nicht weiter arbeiten, zumindest diesen Song nicht weiter spielen könne. Grund war die Lautstärke, die von der benachbarten Bühne ausging (wo Fettes Brot ihre große Show darboten). Auch wenn das Konzert später fortgeführt wurde und den anwesenden einen riesigen Abend bescherte, war der junge Künstler in dem einen Moment sicherlich sehr sauer auf die Veranstalter, obwohl diese nicht unbedingt für die Ansetzung verantwortlich zu machen waren. Aber sie hatten nicht bedacht, dass James Blake – vor allem mit seinem fantastischen selbstbetitelten Debüt – den sogenannten „Post-Dubstep“ repräsentierte, diese einzigartige Mischung aus basslastiger Electronica und eben auch – extrem ruhigem, andächtigem Pop, Soul, R&B. Auf seinem Drittling macht James Blake nun wieder alles richtig, denn er hält zwar noch an Electronica fest, setzt nun noch mehr auf melodiöse Passagen, auf seine ebenso ausgezeichneten Fähigkeiten als Songwriter und Sänger als auch Instrumentalisten. Außerdem erhält er effektive Hilfe von weiteren Könnern – Justin Vernon (Bon Iver), Frank Ocean und Rick Rubin! Songs wie Radio Silence, My Willing Heart, I Need A Forest Fire und Modern Soul stehen repräsentativ für außerordentliche Qualität!

Note: 1,7                                                                                                                                           

http://jamesblakemusic.com/

 

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