Januar 2019

Deerhunter – Why Hasn’t Everything Already Disappeared?

VÖ: 18.01.2019

Label: 4AD

Genre: Indie-/Art-Rock, Psychedelic-Pop

Wieder einmal ein stilistisch bunt aufgestelltes Album, auf dem sich das Quintett aus Atlanta noch mehr in die verschiedensten Bereiche hinauswagt als in der Vergangenheit ohnehin schon. Die Texte stehen mehrheitlich im Kontrast zu der eher optimistisch gestimmten, fein instrumentierten Musik, man stellt sich – wie der Titel verrät – existenzielle Fragen.  Mal wieder hat man es hier mit einem Werk zu tun, das rundum überzeugt, mit vielen wunderbaren Songs!

Note: 2,0

https://deerhuntermusic.com/

 

 

Alice Merton – Mint

VÖ: 18.01.2019

Label: Paper Plane

Genre: (Indie-)Pop /

Ich als alter Radio-Pessimist, dem so viele Lieder, die es in die Playlisten der Sender schaffen, nicht viel bedeuten bzw. ein verzweifeltes Kopfschütteln bereiten, finde dieses No Roots richtig klasse, trotz der Dauerbeschallung. So hatte ich gehofft, dass das endlich erscheinende Debüt der 25-jährigen Absolventin der Popakademie Baden-Württemberg mich ähnlich überraschen und -zeugen kann. Dem ist leider nicht so. Insgesamt schon in Ordnung, aber irgendwie fehlt mir das Individuelle!

Note:  3,0

https://www.alicemerton.com/

 

 

Pedro The Lion – Phoenix

VÖ: 18.01.2019

Label: Big Scary Monsters

Genre:  Indie-/Alternative-Rock

Auch wenn ich ehrlich gesagt aus musikalischer Sicht (noch) nicht hundertprotzentig vom sicherlich nachvollziehbar Phoenix betitelten Comeback-Werk – 15 Jahre nach dem tollen Achilles Heel –mitgerissen wurde, freue ich mich dennoch für David Bazan und seine Mitstreiter, dass sie sich wieder zusammengefunden haben. Gerade der Frontmann hat in persönlicher Hinsicht einiges durchmachen müssen. Ein paar wirklich gute Songs finden sich schon darauf, weshalb ich noch keine eindeutige Bewertung abgebe!

Note: 2,7 (mit Potential nach oben)

https://pedrothelion.com/

 

 

Toro Y Moi – Outer Peace

VÖ: 18.01.2019

Label: Carpark

Genre: (Synthie-)Pop / Electronica / Funk / R&B

Ich hatte bereits im Zusammenhang mit der Besprechung des letzten Albums Boo Boo (2017) geschrieben, dass Chaz Bear alias Toro Y Moi auf seinen letzten Veröffentlichungen ein wenig das Problem hat, dass einzelne Songs hervorstechen, ohne das auf Albumlänge die Qualität gleichbleibend erreicht werden kann. Das Disco- und Funk-infizierte Outer Piece ist im Vergleich schon fokussierter, gerade der Beginn (bis ungefähr zur Mitte) ist richtig klasse. Irgendwie wird zum Ende ein wenig der Schwung verloren. Oder stehe ich da mit meinem Eindruck allein? Gut ist das ja schon, vielleicht erwarte ich einfach zu viel!

Note: 2,3

https://toroymoi.com/

 

 

Sharon Van Etten – Remind Me Tomorrow

VÖ: 18.01.2019

Label: Jagjaguwar

Genre: Indie-/ Folk-Rock

Wenn Sharon Van Etten etwas veröffentlicht, dann weiß man als Hörer meistens, dass die 37-jährige US-Amerikanerin bereit ist, ihr Gefühlsleben offen zu legen, ehrlich und direkt, eben unverstellt. Remind Me Tomorrow ist ziemlich düster geraten, aber zieht gerade daraus seine Reize. Musikalisch zwischen Indie-Rock und Folk verortet, werden hier wirkungsvoll Zutaten aus unter anderem Pop, Soul und kaum zu überhörender Electronica beigemengt. Ziemlich atmosphärisch, das Ganze!

Note: 2,3

https://www.sharonvanetten.com/

 

 

Balthazar – Fever

VÖ: 25.01.2019

Label: PIAS

Genre: Indie-Pop / Disco

Schon als ich die ersten Töne von dem Titelsong Fever zu hören bekam, dachte ich mir, dass ich doch die Stimme von irgendwoher kenne: „Klingt wie eine junge Variante von Leonard Cohen…Ach ja, das müssen die Belgier von Balthazar sein“, deren Bandleader Maarten Devoldere vor drei Jahren richtig ordentliche Arbeit mit seinem Soloprojekt Warhaus ablieferte. Das neue Album seiner hauptamtlichen Formation macht ähnlich viel Laune, verzückt mit frischen Disco-angehauchten R&B-/Indie Pop-Sounds!

Note: 2,3

http://balthazarband.com/

 

 

Blood Red Shoes – Get Tragic

VÖ: 25.01.2019

Label: Jazz Life

Genre:  Indie-/Alternative-/Garage-Rock

Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich auf das Duo aus Brighton kaum einen Pfifferling mehr gesetzt, da mich ihre Interpretation des Indie-/Alternative-Rock gerade auf den letzten Alben ziemlich oft angeödet hat, mir fehlte die individuelle Komponente. Aber: auch wenn sie nicht nur einmal auf Get Tragic wie eine Variante eines anderen bekannten, von mir immer noch favorisierten Duos – The Kills – klingen, kann ich Laura-Mary Carter und Steven Ansell diesmal wenig vorwerfen. Nach einer persönlich schwierigen Zeit haben die beiden nahezu zu alter Stärke gefunden, u.a. mit Electro-Elementen!

Note: 2,3

https://www.bloodredshoes.co.uk/

 

 

The Dandy Warhols – Why You So Crazy

VÖ: 25.01.2019

Label: Dine Alone

Genre:  Indie-/Psychedelic-/Power-Pop

Apropos, Bands von früher: Ich weiß, dass die Dandy Warhols schon einige Veröffentlichungen zu verzeichnen haben, aber mir ist persönlich eigentlich nur der zugegeben wunderbare Song Bohemian Like You in Erinnerung geblieben. Das kann aber an meiner Ignoranz liegen. Grundsätzlich lobe ich jede Experimentierfreude einer Band, aber was bitte soll das hier auf dem passenderweise betitelten Why You So Crazy? Ja klar, der psychedelische Anstrich macht Spaß, aber…Oder habe ich einfach wieder den Witz nicht verstanden?

Note: 3,0

https://www.dandywarhols.com/

 

 

Die Türen – Exoterik

VÖ: 25.01.2019

Label:  Staatsakt

Genre:  Indie-/Kraut-Rock, Post-Punk, Electronica

Die Türen aus Berlin fand ich schon immer speziell und gerade deshalb so interessant, ich liebte beispielsweise ihre Wortspiele auf Popo (2007, zum Beispiel „Rheinland-Pfalz uns da jemand hört“ aus Indie Stadt) oder ihre Veröffentlichung als Der Mann (Wir sind der Mann). Auf Exoterik huldigt man hörbar von Beginn an der experimentellen Blütezeit des Krautrock in seinen vielen Varianten, aber auch anderen Genres. Das weiß zu großen Teilen zu überzeugen, sofern man die Musik an sich heranlässt.

Note: 2,3

https://www.staatsakt.com/tueren/

 

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