Herbert Grönemeyer – Tumult

VÖ: 09.11.2018

Label: Universal

Genre: Pop / Rock

Am heutigen Samstag wird bei 3sat ein Konzert aus dem vergangenen Oktober gezeigt, in dem Herbert Grönemeyer sein neustes Album Tumult vorstellte. Durch die generelle Berichterstattung, die unterschiedlichen Reaktionen der Kritiker, habe ich mich nun ermutigt gefühlt, es einmal in der Rubrik „Kontrovers“ zur Diskussion zu stellen. Ich habe ehrlich gesagt kaum daran geglaubt, dass ich mich noch einmal mit einem Werk des Sängers beschäftigen würde. Die letzten Veröffentlichungen haben mich überhaupt nicht mehr interessiert, ich fürchtete, dass er zumindest mich nicht mehr überraschen könne. Dies hat er nun getan, worauf ich im Verlauf des Textes noch einmal genauer eingehe. Kommen wir kurz zu meinen Erinnerungen im Zusammenhang mit der Diskografie und öffentlichen Auftritten und Engagements Grönemeyers. Klar, ich habe die Filme gesehen, wie z.B. Das Boot oder auch seine Mitwirkungen an den Corbijn-Werken Control und A Most Wanted Man. Auch dass er Wiederveröffentlichungen über sein Label Grönland Records erwirkt hat (u.a. von Neu!), hat mir imponiert. Natürlich kenne ich auch die Klassiker von ihm, zum Beispiel von 4630 Bochum. Ich kann mich vor allem noch genau erinnern, dass ich vor 16 Jahren – mein Gott ist das lange her – irgendwie das Gefühl hatte, dass bestimmt in jedem deutschen Haushalt die CD von Mensch, dem elften Studioalbum von Herbert Grönemeyer vorrätig sein müsse. Es ist immerhin bis heute der meistverkaufte Tonträger in Deutschland (über 3 Millionen Mal verkauft). Von der musikalischen Qualität bin ich ebenso wie so viele überzeugt, denn es ist dem Sänger gelungen, starke Songs mit emotionalen und anspruchsvollen Texten zu präsentieren. Er verarbeitete unter anderem den Krebstod seiner damaligen Frau und seines Bruders (u.a. auf dem tollen Titelsong und Der Weg). So komme ich nun zu Tumult, denn hier sind im Vorfeld anspruchsvolle, gesellschaftsrelevante Lyrics angekündigt worden (der Release am geschichtsträchtigen 09.11. ist wohl auch kein Zufall). Angesichts aktueller soziopolitischer Geschehnisse und Entwicklungen ruft Grönemeyer zu Toleranz, Demokratiebewusstsein und Zivilcourage  auf, was unter anderem in Doppelherz / İki Gönlüm überzeugend zum Ausdruck kommt. Andere Songs haben ebenfalls gute Texte aufzubieten, sind musikalisch jedoch nicht so kraftvoll. Denn die Balance zwischen vorwärtsbewegenden, rhythmisch variantenreichen und balladenhaften Melodien hält manchmal positive Überraschungen bereit, andererseits gibt es auch Songs, die mir nicht so im Gedächtnis geblieben sind. Aber ein größtenteils positiver Eindruck bleibt bestehen. So würde ich als Fazit sagen, dass Grönemeyer ein Album veröffentlicht hat, das wieder ein wenig aufhorchen lässt, was mich überrascht. Was sagt Ihr dazu? Würde mich über ein Feedback sehr freuen.

Note: 2,7

 

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