August 2017

First Breath After Coma – Drifter

VÖ: 04.08.2017

Label: Omnichord

Genre: Indie-/Post-Rock, Shoegaze

Quizfrage: Wer weiß, welche Band den Song geschrieben hat, nach dem sich die Portugiesen benannt haben? Antworten können gerne in den Kommentaren abgegeben werden. Nur so, es handelt sich um Stück, das auf einem modernen Klassiker aus dem Jahr 2003 zu finden ist, der dem Genre des Post-Rock zuzuordnen ist. Noch als zusätzlichen Tipp, diese großartige Formation, denen wir das betreffende Werk verdanken, stammt aus Texas. Es passt auf jeden Fall, dass sich First Breath After Coma das entsprechende Vorbild gesucht haben, sie halten sich innerhalb ähnlicher klanglicher Gefilde auf. Es wird deutlich, dass man hier mit einer vergleichbaren Akribie vorgeht, anspruchsvolle, komplex arrangierte, sich über mehrere Minuten entwickelnde, von langsamen, leise-verträumten zu schnelleren, orchestral-hymnenhaften Stimmungsbildern, ganz wie es den Post-Rock mit der Orientierung an Shoegazing-Sounds eben oft charakterisiert. So kommen Momente vor, die auf dem zweiten Album von First Breath After Coma wirklich großen Eindruck hinterlassen, trotzdem ist hicemusic noch nicht so davon angetan, wie er vorher erwartet hatte. Es braucht Zeit, soviel ist sicher! Salty Eyes ist allerdings wirklich klasse, im Gesamten!

Note: 2,7 (vorerst)

http://www.firstbreathaftercoma.com/

 

 

Girl Ray – Earl Grey

VÖ: 04.08.2017

Label: Moshi Moshi

Genre: Indie-Pop / Lo-Fi / Folk

Bei Girl Ray handelt es sich um ein Trio aus dem Norden Londons, das so einen locker-flockigen,  teils minimal, jederzeit fein instrumentierten, teils beschwingten, geräuschvolleren Indie-Pop macht, der dem Hörer – sofern er es natürlich zulässt – immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird. Poppy Hankin, Iris McConnell und Sophie Moss machen sicherlich keine Musik, die man als neu bezeichnen könnte, aber wie sie mit bekannten Zutaten experimentieren können, ist wirklich bewundernswert, gerade wenn man bedenkt, dass es sich um Newcomer handelt. Laut eigener Auskunft lieben sie den absolut fabelhaften Soft-/Art-Rocker Todd Rundgren, dessen Charakteristika man in den Melodien sicherlich entdecken kann, ebenso wie von Carole King oder Belle & Sebastian. Es werden viele Stimmungen erzeugt, es geht ja textlich auch um den Umgang mit Liebeskummer. Zumindest hicemusic ging es jedoch so, dass beim Anhören gute Laune dominierte. Andererseits ist eine ambitionierte Herangehensweise deutlich erkennbar, man höre nur mal das 13 Minuten lange Earl Grey (Stuck In A Groove). Feine Platte!

Note: 2,3

https://girlray.bandcamp.com/

 

 

Soccer Mommy – Collection

VÖ: 04.08.2017

Label: Fat Possum

Genre:  Indie-Pop/-Rock, Lo-Fi

Wo wir schon bei eingängigem Indie-/Lo-Fi-Pop sind, so kann man sich ruhig auch mal das neue Album von Sophie Allison alias Soccer Mommy anhören. Denn das ist hier wirklich auch sehr passabel produziert. Wie der Plattentitel es schon verrät, handelt es sich bei Collection um eine Sammlung von älteren und ein paar neueren Songs, die sie in Eigenregie eingespielt hat. Die Melodien gehen gut ins Ohr, es werden Themen des Alltags behandelt, wie bei Girl Ray wird auch hier eine breite Palette an Stimmungen und Klangwirkungen bedient. Man denkt an gegenwärtig aktive Musikerkollegen/innen wie Tegan And Sara, Courtney Barnett, Waxahatchee (die ja gerade erst ein neues Album veröffentlicht haben, siehe Kurzkritik – Juli) und Real Estate. Vielleicht ist das von hicemusic etwas zu streng beurteilt, aber irgendwie fehlen – bei aller musikalischen Klasse – ein wenig die Ecken und Kanten. Andererseits ist der jungen Sängerin zuzutrauen, dass ihre Individualität auf zukünftigen Alben erkennbar wird. Nett!

Note: 2,7

https://sopharela.bandcamp.com/

 

 

Everything Everything – A Fever Dream

VÖ: 18.08.2017

Label: RCA

Genre: Indie-/Art-Pop

Die Briten Everything Everything konnten sich mit dem letzten Album Get To Heaven hier bei hicemusic den Titel des „Album des Monats – Juni 2015“ ergattern, was natürlich völlig verdient war. So einen gleichzeitig eingehenden und ambitionierten, in jeglicher Hinsicht mannigfaltigen Pop – vor allem mit diesen wuchtig-lässigen (Single-)Hits Distant Past, Regret, No Reptiles sowie Spring/ Sun/Winter/Dread – musste man einfach mögen. An den Produzententisch holte man sich damals Stuart Price, der ja in der Vergangenheit so viele Tonträger mit seinem Handwerk veredelt hat. Für den Nachfolger A Fever Dream hat man sich wieder einen namhaften Mann an Land gezogen, um in Zusammenarbeit die Songs zusammenzustellen, nämlich James Ford von Simian Mobile Disco, der ja auch schon einige bekannte Musiker/innen (u.a. Arctic Monkeys, zuletzt auch Depeche Mode) produziert hat. Das Ergebnis ist wirklich hörenswert. Man greift zuallererst gesellschaftspolitische Entwicklungen auf, die den Mitgliedern große Sorgen zu bereiten scheinen. Vor allem musikalisch sind die Songs stilistisch vielseitig ausgefallen, wenn auch insgesamt letztlich nicht ganz so druck- und wirkungsvoll wie auf Get To Heaven. Trotzdem, das ist schon ziemlich fein geraten (wie beispielsweise Ivory Tower belegt)!

Note: 2,3

http://www.everything-everything.co.uk/

 

 

Fortuna Ehrenfeld – Hey Sexy

VÖ: 18.08.2017

Label: Grand Hotel Van Cleef

Genre: Indie-Pop

Das wunderbare Hamburger Indie-Label Grand Hotel Van Cleef – dem wir so tolle Musik von Kettcar, Tomte, Herrenmagazin etc. verdanken – wurde diesen Monat – genauer gesagt am 02. August – 15 Jahre alt. Letzten Freitag fand zu diesem Anlass das zugehörige Fest Van Cleef statt. Die drei Gründer des Labels traten mit ihren Bands auf dem Großmarkt  auf: Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff  (beide Kettcar) sowie Thees Uhlmann (& Band). Daneben spielten außerdem der großartige Gisbert zu Knyphausen sowie Fortuna Ehrenfeld aus Köln. Jetzige und ehemalige Labelkollegen fanden ausgesprochen lobende Worte für das zweite Album des Projekts von Martin Bechler. Den Meinungen kann nur entsprochen werden. Denn auch wenn die Titel (des Albums sowie einzelner Songs, z.B. Der Puff von Barcelona) Albernes vermuten lassen könnten, hat man es hier mit gefühlvollem, manchmal doch ein wenig ausgeflipptem deutschen Songwriter-Pop mit hintergründig-gewitzten Texten zu tun, der an die Musik oben genannten Bands erinnert, ebenso wie an Kölner Kollegen wie Locas In Love oder auch PeterLicht. Wirklich empfehlenswert!

Note: 2,3

https://fortunaehrenfeld.wordpress.com/

 

 

Ghostpoet – Dark Days & Canapés

VÖ: 18.08.2017

Label: Play It Again Sam

Genre: Electronica / Experimental

Das letzte Werk des Briten Obaro Ejimiwe alias Ghostpoet – Shedding Skin – ist aus heutiger Sicht wohl noch etwas besser als es hicemusic es damals gesehen hat. Off Peak Dreams, X Marks The Spot (mit der großartigen Nadine Shah) oder der Titelsong (mit der ebenfalls absolut bewundernswerten belgischen Jazz-Sängerin Mélanie De Biasio) sind ja nur ein paar der Beispiele, die nach zwei Jahren kaum etwas von ihrer Faszination verloren haben. Es ist wie so oft, Alben mit Musik dieser Art – also ambitionierte Electronica, die mit verschiedenen Elementen anderer Stilrichtungen vermengt wird – erfordert die Geduld der Hörer, man muss sich auf die Klänge einlassen. Das ist sofort klar, wenn die ersten Töne des Nachfolgers Dark Days & Canapés angeschlagen werden. Da wird direkt der experimentelle Weg angedeutet und auf den folgenden Songs fortgeführt und ausgearbeitet. Man fühlt sich oft an frühere Trip-Hop-Werke erinnert, von Massive Attack oder Tricky, ebenso wie an gegenwärtige Kollegen wie SBTRKT oder James Blake. Andernfalls wird deutlich, dass Ghostpoet ein ganz eigenes Klanguniversum erschaffen hat(mit Hilfe von Leo Abrahams u.a.). Es wird zudem politisch (wie im fantastischen Immigrant Boogie nachvollzogen werden kann). Außerordentlich spannend, auch wenn hicemusic noch ein wenig mit der vollen Begeisterung zögert, was sich aber nach weiteren Hördurchgängen schnell wieder ändern kann. Das ist ziemlich wahrscheinlich!

Note: 2,3 (vorerst)

https://www.ghostpoet.co.uk/

 

 

Unkle – The Road: Part 1    

VÖ: 18.08.2017

Label: Songs For The Def

Genre: Electronica / Art-Pop

Der 18. August 2017 hat ja – wie auf dieser Seite zu sehen ist – als Release-Datum einige neue Alben von höchst interessanten Künstlern und Formationen zu bieten, zumindest mit bekanntem Namen. Da wäre zum Beispiel auch die Londoner Band Unkle um James Lavelle. Zu den Mitgliedern gehörten immerhin unter anderem einmal (Mitgründer) Tim Goldsworthy (der mit Lavelle 1992 das Trip-/Hip-Hop-Label  Mo‘ Wax ins Leben rief, später mit James Murphy und Jonathan Galkin das ebenso fantastische DFA Records) und DJ Shadow! 1998 wurde die geniale Debüt-LP Psyence Fiction unter effektiver Mithilfe der Beiden veröffentlicht, nicht zu vergessen die fantastischen Gäste darauf, unter anderem Richard Ashcroft, Ian Brown, Badly Drawn Boy, Mike D, Kool G Rap und vor allem Thom Yorke – wer erinnert sich nicht an das einzigartige Rabbit In Your Headlights mit diesem atemberaubenden Video? Seitdem hat Unkle zwar keine herausragenden, dennoch hörenswerte Alben veröffentlicht. Auch der 5. Tonträger The Road: Part 1 bietet hymnische, fein arrangierte Sounds, die mit dem Gesang oder dem Einsprechen markanter Texte von einigen Gaststars (u.a. ein toller Auftritt von Mark Lanegan!) geschmückt werden. Manchmal atmosphärisch, manchmal düster, jederzeit unterschiedliche Stimmungen erzeugend. Wenn nicht unbedingt herausragend, so ist es nach 7 Jahren ein ordentliches Comeback von James Lavelle und seinen Mitstreitern!

Note: 2,3

https://www.facebook.com/unkle

 

 

Steven Wilson – To The Bone

VÖ: 18.08.2017

Label: Caroline

Genre: Progressive-Pop/-Rock, Art-Rock

Es wurde hier schon hinreichend über die Bewunderung von hicemusic für Steven Wilson geschrieben, neulich ja in Zusammenhang  mit der Rezension von Blackfields letzter Veröffentlichung im Februar. Andererseits stellt der 49-Jährige mit seinem fünften Solo-Album erneut die klangliche Diversität unter Beweis. Es geht vor allem um die Details, die sich vielleicht auch erst nach mehrmaligem Hören zu erkennen geben. Natürlich hat sich Wilson mit dem bei hicemusic viel zu wenig gewürdigten Vorgänger Hand. Cannot. Erase (2015) eine hohe Hürde gesetzt, mit einem einer absolut hohen Qualität, die er – so viel sei verraten – auf die gesamte Albumlänge gesehen nicht ganz erreicht. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass der ehemalige Frontmann der leider nicht mehr existierenden Porcupine Tree sich hier auf Abwegen befindet, zu ähnliche Klänge zum Besten gibt. Allein ein Song wie Permanating beweist da ja wohl das Gegenteil! Es wird halt immer poppiger im musikalischen Universum des Steven Wilson. Man findet auf jeden Fall einige Perlen auf To The Bone, soviel ist sicher!

Note: 2,3 (mit Tendenz nach oben)

http://stevenwilsonhq.com/sw/

 

 

EMA – Exile In The Outer Ring

VÖ: 25.08.2017

Label: City Slang

Genre: Noise-Pop/-Folk

Vor ein paar Jahren spielte die US-Sängerin Erika M. Anderson – eher bekannt als EMA – im Kölner Luxor. Sie bot eine wirklich brillante Show, hicemusic hatte das Glück dabei zu sein. Auch wenn er sich selbst damals nicht traute, mit der Künstlerin zu reden, empfand er es als außerordentlich sympathisch, dass sie mit ihren Fans nach dem Konzert das Gespräch suchte, sich den Fragen und Äußerungen ihrer Fans stellte. Zu der Zeit war gerade ihr von den Kritikern ziemlich gut aufgenommenes Album The Future’s Void erschienen, das ja hier bei hicemusic sträflich missachtet wurde. Es besteht dringendster Nachholbedarf, denn bis heute hat er noch nicht wirklich oft das Werk gehört. Aber eines ist klar, Past Life Martyred Saints (2011) ist richtig groß, ein Kracher. Die Thematik, die nun den neuen Tonträger Exile In The Outer Ring dominiert, ist die sozialpolitische Lage in der Heimat der 35-Jährigen, insbesondere unter der Präsidentschaft Trumps. Interessant, dass sie versucht, sich in jene Bevölkerung hineinzuversetzen, die ihn gewählt hat, sie nach den Gründen sucht. EMA stammt selbst aus South Dakota, wo dieser ja triumphierte. Die Sängerin scheut sich nicht vor Direktheiten, die Musik ist dabei wie zu erwarten sehr düster ausgefallen. Richtig stark!

Note: 2,0

http://www.iwannadestroy.com/

 

 

Liars – TFCF

VÖ: 25.08.2017

Label: Mute

Genre: Experimental-Rock/-Punk/-Pop, Electronica

Die Liars aus New York haben ja immer schon eine eigene Vorgehensweise bevorzugt, was das Zusammenführen der beiden Genres des Punk mit Electronica-Elementen angeht. Möglichst experimentell sollte die Musik halt immer sein, individuell, so dass die Band nicht auf bestimmte Soundrichtungen festgelegt wird. Das Debüt They Threw Us All In A Trench And Stuck A Momument On Top (2001) passte super in die Zeit, denn es gab die vielen Indie-Rock/Post-und Garage-Punk-Formationen (The Strokes, The White Stripes, Yeah Yeah Yeahs etc.), nur dass eine mehr in elektronischere Gefilde reichende Marschroute einschlug, ähnlich wie bei ihren Landsleuten, den Kaliforniern von !!! (chk-chk-chk). Die folgenden Alben wiesen weitere kluge, sehr ambitionierte Ideen auf, vor allem die selbstbetitelte LP aus dem Jahr 2007 (mit dem immer noch tollen Plaster Casts Of Everything) hinterließ großen Eindruck. Nachdem die letzte Veröffentlichung Mess (2014) hicemusic im Gesamten nicht so gefallen hat wie sie vielleicht sollte, bietet TFCF wieder einige interessante Klangexperimente. Angus Andrew muss nun ohne die Langzeit-Mitglieder Aaron Hemphill und Julian Gross auskommen. Das gelingt ihm wohl, die Ideen sind ihm jedenfalls noch nicht ausgegangen!

Note: 2,3

https://www.musicglue.com/liarsliarsliars

 

 

Nadine Shah – Holiday Destination

VÖ: 25.08.2017

Label: 1965

Genre:  Indie-/Gothic-Rock

An wen erinnert diese wirklich versierte Stimme nur? In Kombination mit den pop-affinen Indie-, Art- und Goth-Rock-Sounds denkt man an Kolleginnen wie Anna Calvi, Joan Wasser (Joan As A Police Woman), PJ Harvey, Andrea Schroeder, vielleicht auch Annie Clark (St.Vincent). Hat das was von Annie Lennox? Oder befindet sich hicemusic mit dieser Einschätzung nun voll auf dem Holzweg?  Antworten und Einschätzungen Eurerseits werden gerne angenommen! Nadine Shah hat nicht nur verheißungsvolle EPs herausgebracht, sondern ebenso kraftvolle LPs – die letzte, famose Platte Fast Food (2015) und deren Vorgänger Love Your Dum And Mad (2013) – sowie im Gedächtnis haftende Gastbeiträge – erinnert sei da an ihre Auftritte auf Ghostpoets vorletztem Werk Shedding Skin. Nun legt die Britin mit norwegisch-pakistanischen Wurzeln den dritten, eindeutig soziopolitisch intendierten Tonträger vor, der von Beginn an Gas gibt, auf dem sie in Rage über die Reaktionen und den Umgang vieler Menschen mit den Nöten der Flüchtlinge dieser Welt, generell nationalistischer Tendenzen in der Gesellschaft gerät. Es überrascht nicht, dass alles sehr pessimistisch-düster gehalten ist, Shah in den Texten kein Blatt vor den Mund nimmt, sie unbequeme Sachverhalte anspricht. Die Musik ist dabei vielfältig ausgelegt, es werden unterschiedlichste Klangelemente (z.B. asiatisch angehauchte Melodien) eingebaut. Die ausgezeichnete Stimme Shahs wurde ja bereits erwähnt, aber auch sonst ist hier alles fein instrumentiert. Richtig gut!

Note: 2,0

http://nadineshah.co.uk/

 

 

The War On Drugs – A Deeper Understanding

VÖ: 25.08.2017

Label: Atlantic

Genre: Heartland Rock / Americana

The War On Drugs ist eine aus Philadelphia stammende Band, die 2005 von Adam Granduciel und dem heute in Solofunktion bzw. mit seiner Begleitband aktiven, ebenso klasse musizierenden Kurt Vile gegründet wurde. 2008 wurde zusammen das Debüt Wagonwheel Blues produziert, dann war Letztgenannter nicht mehr da. Nun, er war ja irgendwie doch noch anwesend, auch auf dem folgenden Album Slave Ambient (2011) wirkte dieser als Gitarrist mit, so wie Granduciel im Gegenzug bei seinem Kumpel aushalf. Doch auch ohne Vile überzeugte er auf ganzer Linie, Lost In The Dream (2014) ist ein mit etwas Psychedelia angereichter Indie-/Americana-Volltreffer mit richtig wuchtigen Songs wie Under The Pressure und Red Eyes. Klar, da klangen immer die großen Vorbilder durch, egal ob Bruce Springsteen, Neil Young, Tom Petty, Bob Dylan, Van Morrison. Dennoch, die Musik wurde ausgezeichnet in die Gegenwart transferiert. A Deeper Understanding ist ähnlich klasse, stellt wahrscheinlich sogar einen ganz großen Wurf dar. Granduciel gibt viel von seiner eigenen Person preis, seinen Ängsten und Hoffnungen, erzählt ganz im Stile der oben genannten Ikonen große Geschichten. Klar, hat was von Springsteen und Co, ist wieder so voller Emotion, verfügt dabei aber über eine starke individuelle Präsenz! Vielleicht ist eine Höchstwertung wie bei Plattentest etwas übertrieben, das vermag hicemusic noch nicht wirklich zu beurteilen. Riesenpotential steckt in der hymnischen, sehnsuchtsvollen Platte in jedem Fall!

Note: 2,0 (mit Tendenz nach oben)

http://thewarondrugs.net/albumannounce/

 

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