September 2016

King Creosote – Astronaut Meets Appleman

VÖ: 02.09.2016

Label: Domino

Genre: Indie-Folk/-Rock

Wenn man sagen würde, der schottische Sänger Kenny Anderson produziere viele Alben, dann wäre das eine glatte Untertreibung. Insgesamt sollen es ja angeblich an die 40 sein (da befinden sich auch einige inoffizielle Releases darunter), allein seit dem wundervollen 2014er-Werk From Scotland With Love sind ja noch einige Veröffentlichungen hinzugekommen. In der letzten Zeit in der Hauptsache auf Folk ausgerichtet, aber stets offen für andere Stilrichtungen (man erinnere in diesem Zusammenhang an die Zusammenarbeit mit dem Electro-Produzenten Jon Hopkins). Bemerkenswert an Anderson ist vor allem, dass er mehrheitlich sehr ruhige Musik macht, die beständig packend bleibt, das Interesse des Hörers weckt, zum Beispiel mit originellen, auf den ersten Eindruck hin auch gern mal ungewöhnlich anmutenden instrumentellen Arrangements, wie er erneut auf dem neuen Album klarstellt (u.a. mit einem Dudelsack). Berührende Songs, in denen sich der Künstler auch mal viel Zeit lässt. Schön!      

http://www.kingcreosote.com/

King Creosote – You Just Want (Official Video) from Toby Mortimer on Vimeo.

 

 

James Vincent McMorrow – We Move

VÖ: 02.09.2016

Label: Believe

Genre:  Soul / R&B

Eines muss man dem 33-Jährigen ja tatsächlich zugestehen, er bleibt stilistisch abwechslungsreich aufgestellt, so wie er es seit seinen ersten Jahren im Musikbusiness intendiert hat. So beschäftigte er sich auf seinem Debüt Early In The Morning (2011) mit Folk im Stile Bon Ivers, um sich dann auf dem 3 Jahre später veröffentlichten Zweitling Post Tropical am Electro-Soul eines James Blake zu versuchen. Er ist ja mittlerweile auch einer breiteren Hörerschaft ein Begriff, spätestens durch den Einsatz seines Chris Isaak-Covers Wicked Games in Game Of Thrones oder seiner Zusammenarbeit mit dem norwegischen Tropical House-Produzenten Kygo (I’m In Love). Auf dem dritten Album We Move geht es vielleicht auch wegen des sich andeutenden Popularitätsgewinns in Richtung eines R&B-Sounds à la Pharrell Williams, der aber weiterhin mit dem Neo Soul eines James Blakes oder Jamie Woons kombiniert wird. Auf Gesamtlänge geht ein wenig der Schwung verloren, der mit dem funky Rising Water furios initiiert wird.

http://www.jamesvmcmorrow.com/

JAMES VINCENT MCMORROW | RISING WATER from david m. helman on Vimeo.

James Vincent McMorrow – Get Low from Greatcoat Films on Vimeo.

 

 

Nils Petter Molvær – Buoyancy

VÖ: 02.09.2016

Label: Sony

Genre: Jazz / Electronica

Dem norwegischen Jazzkünstler Nils Petter Molvær geht es ja wie so vielen Musikern, egal welcher Gattung sie sich verpflichtet haben. Der 56-Jährige hat mit dem atemberaubenden Werk Khmer – das nächstes Jahr tatsächlich schon 2 Dekaden alt wird – eine kaum zu übertreffende Symbiose aus Jazz mit ambitionierter, auch heute noch modern klingender Electronica hinbekommen. Natürlich wurde jeder Nachfolger mit diesem Meisterstreich verglichen. Molvær schien aber stets entspannt zu bleiben. Alben wie Solid Ether (2000) oder auch Hamada (2009) konnten – auch wenn sie die Qualität von Khmer nicht erreichten – wirklich großartige Momente aufbieten. Das neue Werk Buoyancy kann man nun auch zu diesen erwähnenswerten Vertretern hinzuzählen, denn Molvær unternimmt mit dem Hörer eine Klangreise voller emotionaler Intensität, die ihn – ja auch erkennbar an den Titeln der Songs – an verschiedene exotische Orte dieser Welt führt. Ein beachtliches musikalisches Statement!

http://www.nilspettermolvaer.info/

 

 

Angel Olsen – My Woman

VÖ: 02.09.2016

Label: Jagjaguwar

Genre: Indie-Rock / Dream-Pop

Man kann ja zurzeit nur Positives über die 29-Jährige lesen, ihr Album My Woman ist in vielen Musikmedien ausgiebig gelobt worden. So könnte – sofern man noch nicht von Angel Olsen gehört hat – leicht der Eindruck entstehen, man habe es hier mit einer Newcomerin zu tun, die sich mit den Hype-Mechanismen im Musik-Business auseinanderzusetzen hat. Doch die US-Amerikanerin ist schon seit Ende des letzten Jahrzehnts aktiv, unter anderem in Solofunktion – es sind bereits 2 tolle LPs von ihr erschienen – sowie in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern (u.a. als Background-Sängerin von Bonnie ‚Prince‘ Billy und seiner Cairo Gang). Der Einstieg Intern (wie auch manch andere Songs) des besagten My Woman  erinnert in seiner Langsamkeit – wie in der Intro angegeben – an den Soundtrack Twin Peaks (speziell an den Klassiker Falling von Julee Cruise). Anderes verweist mit beschwingten Lo-Fi/Indie-Rock-Klängen auf Courtney Barnett oder PJ Harvey. Wer Geduld mitbringt, wird das Album bald lieben!

http://www.angelolsen.com/

Angel Olsen – Indie Retailer Video from Record Store Day on Vimeo.

 

 

Warhaus – We Fucked A Flame Into Being

VÖ: 02.09.2016

Label: PIAS

Genre: Indie-Rock/-Pop

Warhaus ist ein neues Projekt des Belgiers Maarten Devoldere, den man sonst vielleicht als Mitglied von der Indie-Rock-Formation Balthazar kennt. Hier geht es allerdings zu großen Teilen in eine andere musikalische Richtung, die sich stark auf die Pop-Historie beruft. Zu allererst denkt man, wenn man Devolderes tiefe, vibrierende Gesangsstimme hört, an Leonard Cohen, aber danach an weitere Ikonen wie Tom Waits, Nick Cave oder Scott Walker, die Klänge verweisen ebenso vornehmlich auf die späten 1960er bis -80er, lassen unter anderem Erinnerungen an die Chansons von Serge Gainsbourg zu. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass das Album ohnehin thematisch ausgesprochen erotisch aufgeladen ist, wie der Titel es andeutet – We Fucked A Flame Into Being ist ein Verweis auf Lady Chatterleys Liebhaber von D. H. Lawrence –, geht es hauptsächlich um Sexualität in all ihren Erscheinungsformen. Das Resultat: Klanglich abwechslungsreich und insgesamt schön durchtrieben!

http://warhausmusic.com/

Warhaus – The Good Lie [Official Video] from PIASGermany on Vimeo.

 

 

Nick Cave & The Bad Seeds – Skeleton Tree

VÖ: 09.09.2016

Label: Bad Seed

Genre: Alternative-/Avant-Rock

Eines kann man 2016 schon einmal feststellen. Tieftraurige Anlässe haben dafür gesorgt, dass herausragende Alben produziert wurden. Nachdem David Bowie Anfang des Jahres das intensive Blackstar veröffentlichte – 2 Tage vor seinem Tod –, dessen Musik, Texte und vor allem Videos in der Folge in einem anderen Licht erschienen, hat nun ein weiterer Großmeister der Pop-/Rock-Musik ein gigantisches Werk voller Düsternis und Traurigkeit geschaffen. Dies ist in der Welt von Nick Cave nun wahrlich kein Novum, aber nun spielt eine persönliche Tragödie eine große Rolle, der „Prince Of Darkness“ musste während der Produktion von Skeleton Tree den Unfalltod seines Sohnes verkraften*. Die Themen – Trauer, Verlust, Tod – die auf dem Album ohnehin schon behandelt wurden, wirken dementsprechend noch intensiver, manche Texte lassen den Hörer den unendlichen Schmerz nachfühlen. Steht dem großartigen Push The Sky in nichts nach. Musikalisch ebenso meisterlich!

*Zusätzlich zu dem Album wurde ein Dokumentationsfilm mit dem Titel One More Time With Feeling produziert, der sich mit dem Umständen und den Folgen des Todes befassen.

http://www.nickcave.com/

‚One More Time with Feeling‘ trailer from #KyivMusicFilm on Vimeo.

 

 

Okkervil River – Away

VÖ: 09.09.2016

Label: ATO [PIAS]

Genre: Indie-Rock/-Folk

Will Sheff musste in letzter Zeit einiges verkraften: sein Großvater verstarb, seine Band, die uns solch großartige Werke – wie Mitte der 2000er Jahre das Trio aus  Black Sheep Boy , The Stage Names und The Stand Ins – schenkte, drohte komplett auseinanderzubrechen, weil einige Mitglieder Okkervil River verließen. Der bewusste Rückzug war die Folge. Hört man nun das musikalische Ergebnis, hat sich mal wieder folgendes bewahrheitet: private Schicksalsschläge und Probleme als auch Angelegenheiten anderer Art, die einer Verarbeitung in Einsamkeit bedürfen, führen oft zu kreativen  Höchstleistungen (wie damals bei Bon Ivers Debüt). Wie bereits der erste Song des Albums, das berührende Okkervil River R.I.P. erahnen lässt, melancholisch, von Trauer erfüllt, oft ins Depressive tendierend,  aber gleichzeitig nicht ohne Hoffnung und mit beseeltem Rückblick auf schönere Zeiten in der Vergangenheit. Außerdem warten hier interessante Gäste auf ihren Auftritt (u.a. Marissa Nadler). Zudem wunderbar arrangiert!

http://www.okkervilriver.com/

Okkervil River – Okkervil River R.I.P. [Official Video] from PIASGermany on Vimeo.

Okkervil River- The Industry from Christopher Good on Vimeo.

 

 

Wilco – Schmilco

VÖ: 09.09.2016

Label: Anti

Genre: Indie-Rock / Folk

Es ist in der jüngeren Bandhistorie ein sich andeutender Trend, der aber immer mal wieder gerne von Wilco bewusst anders vorgetragen oder präsentiert wird, als es der Hörer grundlegend erwartet. Denn natürlich scheinen Tweedy & Co. jetzt etwas humorvoller geworden zu sein als in ihren früheren Zeiten, wie ein Albumtitel naheliegt, der vor allem im deutschsprachigen Raum als albern erscheinen mag (ist ein Bezug auf Harry Nilsson). Das Cover mit Zeichnungen des spanischen Cartoonisten Joan Cornellà Vázquez, vermittelt ja trotz der recht makabren Bilder auch eher einen Eindruck Schwarzen Humors. Allerdings – wie erwähnt – spielt die Band damit. Das Album beinhaltet durchaus heitere Momente, wobei jedoch ebenso ernstere Themen ihren Platz finden, so macht man beispielsweise auf soziale Probleme aufmerksam. Die Songs sind im Großen und Ganzen gewohnt anspruchsvoll arrangiert, mit Verweisen auf die musikalische Vergangenheit, auch wenn die Schärfe von damals ein wenig fehlt.

http://wilcoworld.net/

 

 

Preoccupations – Preoccupations

VÖ: 16.09.2016

Label: Jagjaguwar

Genre: Post-Punk, Indie-/Art-Rock

Meistens hat man es ja mit Debüts zu tun, wenn Alben selbstbetitelt sind. So könnte man meinen, man habe mit Preoccupations einen solchen Vertreter vorliegen. Dem ist aber nicht so, es handelt sich um eine Band, die ihren vorherigen Namen nach Querelen nicht weiter verwenden wollten/sollten und deren Mitglieder zudem eine recht ereignisreiche Vergangenheit vorweisen können. Manch einer kann sich sicherlich noch an das ebenso selbstbetitelte Werk (und tatsächlichem Debüt) von Viet Cong aus dem letzten Jahr erinnern, das wirklich beeindruckte mit seiner Mischung aus Post-Punk und weiteren ambitioniertem Rockstilen (mit dem tollen Song Continental Shelf). Nun orientiert man sich auf der neuen LP soundtechnisch weiterhin an diesen Stilen, was aber nicht bedeutet, dass man sie lediglich kopiert. Die Kanadier um Matt Flegel stellen – mit dem exzellenten Anxiety beginnend – unter Beweis, dass punkige Klänge nach wie vor überraschende Momente beinhalten können. Richtig starkes Album!

http://preoccupations.bandcamp.com/

Preoccupations – „Anxiety“ from Yoonha Park on Vimeo.

 

 

Devendra Banhart – Ape In Pink Marble

VÖ: 23.09.2016

Label: Nonesuch

Genre: Indie-/Psychedelic-Folk

Der Folk, den der 35-Jährige aus Houston, Texas uns seit mittlerweile fast 15 Jahren serviert, ist nun wirklich alles andere als gewöhnlich. Das hat er uns bereits in den Anfangstagen seiner Karriere bewiesen, beginnend mit The Charles C. Leary (2002), auf dem Banhart sich dem Freak Folk um Stilikone Vashti Bunyan aus den 1960ern widmete, also akustischen Instrumentierungen Elemente aus Psychedelia und Avantgarde hinzufügte, vor allem auch in Hinsicht des Gesangs und der Texte unkonventionellere, schrullige Pfade aufsuchte. Diesen Weg, Klischees zu umgehen, die mit dem Folk für gewöhnlich in Verbindung gebracht werden, hat er auf den folgenden Alben fortgeführt, mit teils großartigen Resultaten, wie auf Smokey Rolls Down Thunder Canyon (2007). Sein mittlerweile neuntes Werk weist solche Momente ebenfalls auf – vor allem im wundervollen Middle Names –, beinhaltet tolle Songs mit ziemlich ungewöhnlichen Texten über die Liebe. Nur zum Ende hin fehlt etwas die Linie!

P.S.: Wer sich immer schon gefragt hat, welcher (perfekt zur dort durch die Bilder vermittelten Stimmung passende) Song den Teaser Trailer zum (leider nicht so guten) Horrorstreifen The Hills Have Eyes 2 untermalt, hierbei handelt es sich um eine Komposition von Banhart: Insect Eyes aus dem 2004er-Album Rejoicing In The Hands.

http://devendrabanhart.com/

 

 

Warpaint – Heads Up

VÖ: 23.09.2016

Label: Rough Trade

Genre:   Dream-Pop / Indie-Rock

Bei der Musik des Quartetts aus Los Angeles geht es dem Autor dieser Zeilen ein wenig so wie bei jener von Bands wie Beach House oder The XX. Er weiß, dass sie in der Mehrheit ausgezeichnet ist, benötigt aber ein paar Hördurchläufe mehr, um die Klasse in Gänze nachzuvollziehen und schätzen zu können. Es handelt sich um einen Sound, der zwischen Dream-/Indie-Pop sowie Rockstilen mit Rückgriff auf elektronische Elemente vermittelt, wodurch eine wahlweise traurig-düstere und/oder ruhig-entspannte Atmosphäre erzeugt wird. Diese wird von beschwingteren, rockigeren Passagen durchbrochen, die sich jedoch nicht immer sofort „aufdrängen“. Bringt man die Geduld auf, wird man dann zumeist belohnt. War ja auch bei Warpaint so, deren ersten beiden LPs The Fool (2010) und Warpaint (2014) zu Recht gefeiert wurden. Der dritte Tonträger Heads Up kann insgesamt qualitativ nicht ganz mithalten, beherbergt allerdings einige schöne neue Ideen, z.B. mit fast tanzbaren Momenten wie in New Song.

http://warpaintwarpaint.com/

 

 

Banks – The Altar

VÖ: 30.09.2016

Label: Capitol

Genre: (Electro-/Dark-)Pop / R&B

Jillian Rose Banks hat vor zwei Jahren eine Platte veröffentlicht, die bei hicemusic sträflich missachtet wurde, The Goddess. Hierauf hat die 28-Jährige so versiert mit Elementen aus elektronischer Bassmusik, Pop, R&B und Soul experimentiert, ähnlich effektiv wie beispielsweise James Blake, Jamie Woon, FKA Twigs, Sohn oder Sampha. Banks und ihre Musik wurden schon vor der Albumveröffentlichung – wie für gewöhnlich üblich – von Kritikern und auch Branchenkollegen gefeiert, gefolgt von ausgiebigen Tourneen/Showauftritten, Radio-Rotationen und dem Einsatz ihrer Lieder in verschiedene TV-Formaten (z.B. in Grey’s Anatomy). Manche Songs sind natürlich Pop-affin, in Ansätzen Mainstream-tauglich, aber haben mehrheitlich auch doppelten Boden, sind atmosphärisch verdichtet und vielseitig arrangiert. Banks, gesangstechnisch eh auf hohem Niveau unterwegs, präsentiert uns auch auf The Altar ihre Talente im Songwriting, gibt sich in den Texten äußerst verletzlich. Dabei zudem gewohnt provokativ!

http://www.hernameisbanks.com/

BANKS I Fuck with myself from Emilie Aubry on Vimeo.

 

 

Pixies – Head Carrier

VÖ: 30.09.2016

Label: Pixies Music

Genre: Indie-/Alternative-Rock

Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass Kurt Cobain ein Riesenfan der Pixies war, er soll beispielsweise  Smells Like Teen Spirit  mit der Absicht geschrieben haben, endlich mal einen Song im Stile seiner Vorbilder zu komponieren. Das will ja schon einmal etwas bedeuten, dass dabei ein solcher Übersong entstanden ist, so einflussreich waren Black Francis, Kim Deal, Joey Santiago und David Lovering. 1980er-Meisterwerke wie Surfer Rosa oder Doolittle mit unglaublichen Songs wie Where Is My Mind? (u.a. bekannt aus Fight Club), Gigantic, Monkey Gone To Heaven oder Here Comes Your Man haben bis heute nichts von ihrer Größe verloren. 1993 trennte man sich, die Reunion in Urbesetzung gab es 2004, allerdings ging Deal nach 9 Jahren. Dies merkt man leider*. Nach dem durchschnittlichen Indie Cindy (2014) kann Head Carrier mehr überzeugen, hat seine Momente, viele Songs sind okay, auch wenn insgesamt relativ wenig neue Ideen dazugekommen sind. Um Chagga Lagga ist jedoch gut gelungen!

*auch wenn Nachfolgerin Paz Lenchantin eine tolle Bassistin und Backgroundsängerin ist.

http://www.pixiesmusic.com/

Pixies – Tenement Song from Krank! Collective on Vimeo.

 

 

Regina Spektor – Remember Us To Life

VÖ: 30.09.2016

Label: Sire

Genre: (Indie-)Pop / Alternative-Rock

Man bleibt zunächst etwas ratlos zurück, wenn man sich das mittlerweile siebte Album (rechnet man die Frühwerke 11:11 und Songs hinzu, die heutzutage schwieriger zu beschaffen sind) von Regina Spektor anhört. Es ist natürlich gut, wenn ein/eine Künstler/in ein Album mit möglichst vielen neuen Ideen, stetiger Veränderung vorweisen kann. Eigenschaften, die auf die Musik der 36-Jährigen ja generell zutreffen, der Folk-Pop ihren Zuschnitts zeichnet sich seit jeher durch Experiment und Abwechslung aus, dies war schon zu Frühzeiten ihrer Karriere so. Nun geht es in Remember Us To Life (wenig bis gar) nicht um „Anti-Folk“, sondern sie wendet sich noch stärker als zuvor dem Pop zu, mit mehr Piano-Balladen, emotional-besinnlichen Momenten. Man hat vielleicht zuerst den Eindruck, sie hätte dabei die eingängigere Komponente zu stark betont. Die Befürchtungen dürften sich aber mehrheitlich zerschlagen, wenn man genauer hinhört. Regina Spektor ist glücklicherweise weiterhin neugierig!            

http://www.reginaspektor.com/