Metronomy – Metronomy Forever

VÖ: 13.09.2019

Label: Because Music

Genre: Indietronica / Indie-Pop

Metronomy haben ein neues Album draußen, nach drei Jahren Pause. Was ich mich in diesem Zusammenhang im Vorfeld gefragt habe ist, ob Joseph Mount wieder eher einen Alleingang wie auf dem letzten Werk, das auf die eigene Bandvergangenheit referenzierende Summer 08, unternimmt. Oder hat er seine Mitstreiter/innen wieder mehr mit eingebunden? Schon eine wichtige Grundsatzfrage für mich, da ich mit besagtem Album bis heute weniger anfangen kann als mit dem zackigen, immer noch fantastischen Vorgänger Love Letters (2014), der dem Klassiker The English Riviera (2011) in Nichts nachsteht. Da war eben unter anderem ein großartiger Auftritt auf dem Hurricane Festival vor fünf Jahren, als alle Bandmitglieder eine launige, das Publikum anheizende Show ablieferten. Die Musik war Pop in Reinform, der verschiedene große Momente von dessen Geschichte mit der Gegenwart – hauptsächlich Electronica-Elemente (u.a. Chillwave) – sozusagen in Einklang brachte. Dem entgegengesetzt steht die Quasi-Solo-Unternehmung Summer 08, die schon okay war, mich aber nicht ganz gecatcht hat. Mittlerweile weiß ich, dass Joseph Mount seine Mitstreiter/innen wieder mehr in die Arbeit eingebunden hat, was sich tatsächlich positiv auf den Gesamtsound ausgewirkt hat. Denn die Songs schaffen wieder eine insgesamt gut funktionierende Balance von Electronica und (Indie-)Pop, formidabel instrumentiert und rhythmisiert. Dabei kommen dann so tolle Nummern raus wie Salted Caramel Ice Cream oder Lately. Erneut werden die vielen Facetten beider „Musikwelten“ gekonnt beleuchtet, auch der eigene Bandsound zitiert. Das ist dann im Gesamten nicht so groß wie auf The English Riviera oder Love Letters, doch Spaß macht es auf jeden Fall. Vielleicht wäre mal wieder ein Konzertbesuch angesagt!

Note: 2,3

http://www.metronomy.co.uk/

 

Metronomy – Summer 08

VÖ: 01.07.2016

Label: Because Music

Genre: Indietronica / Elektropop

Joseph Mount, Kopf der Briten Metronomy, hat den Titel seines neuen Albums nicht ohne Grund gewählt, denn er bezieht sich auf eben jenes Jahr, als er der (zu dieser Zeit noch nicht allzu sehr auf den Act aufmerksam gewordenen) Öffentlichkeit Nights Out präsentierte, ein geschickt zwischen Electronica-Stilen und diversen weiteren Sounds aus New Wave/Synthie-Pop, Indie, Disco, Funk und gar Krautrock balancierendes Werk, das er mit einem Konzept versah. Es sollte um das Party-Leben gehen, das er im Vorfeld der Produktion in vollen Zügen genießen konnte, ein Soundtrack zum Nachtleben also, mit Melodien, die im Vergleich zum experimentelleren 2006er-Debüt Pip Paine (Pay The £5000 You Owe) eingängiger erschienen. Ab 2008 wurde Metronomy einem größerem Publikum bekannt, gipfelnd in den beiden großartigen, nicht nur künstlerisch, sondern auch kommerziell erfolgreichen Alben The English Riviera (2011) und Love Letters (2014). Der Sound von Metronomy wurde Pop-affiner, es gab effektive klangliche Ausflüge in Motown-basierten Soul und Psychedelic-Rock, ohne dass dabei die Electronica-Wurzeln vergessen wurden. Weiterhin eine perfekte Balance zwischen Vergangenheit und Gegenwart also. Aus einem mehr oder weniger Ein-Mann-Projekt ist über die Jahre eine Band geworden, Mount umgab sich mit charismatischen Mitstreitern, mit denen er furiose Live-Shows abliefert. Aus diesem Grund mutet es eventuell ein wenig seltsam an, dass Mount das neue Album quasi im Alleingang einspielte und wieder mehr auf Synthie- und Disco-Sounds aus den 2008er-Tagen baute. Er versteht es selbst als Ode an die Zeit, als er noch das Nachtleben erleben durfte. Das Ergebnis ist schon recht gut gelungen (mit tollen Tracks wie Old Skool, Back Together oder das von Robyn unterstützte Hang Me Out To Dry). Trotz allem lässt das Album den Autor dieser Zeilen etwas ratlos zurück, manches wirkt ein wenig zu unterkühlt. Es kann aber durchaus sein, dass es noch ein paar Hördurchläufe mehr bedarf.

Note: 2,7 (vorerst)

http://www.metronomy.co.uk/

Metronomy „Old Skool“ from Somesuch on Vimeo.

 

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