Mai 2018

Gaz Coombes – World’s Strongest Man

VÖ: 04.05.2018

Label: Hot Fruit

Genre: Indie-Pop/-Rock

Ich hab ja letztens im Zusammenhang mit der tollen neuen Platte von den Manic Street Preachers natürlich auch deren Verdienste für den Britpop thematisiert. Wie viele von Euch sicherlich wissen, gibt es neben Oasis und Blur – ja auch Radiohead in seinen Anfängen – viele weitere Bands, die innerhalb dieses Genres im Vergleich nicht so viel Aufmerksamkeit erfahren (haben), zum Beispiel Kula Shaker oder Supergrass. Dabei ist ein Alright von letztgenannter Formation ja doch so vielen bekannt! Was für ein unglaublich genialer Song, auch heute noch (fast 23 Jahre nach Erscheinen!). Supergrass ist leider Geschichte, aber deren Frontmann Gaz Coombes hat – World’s Strongest Man eingerechnet – drei Soloalben veröffentlicht. Das neue Werk ist in meinen Augen das Beste davon. Der 42-Jährige serviert ausgesprochen rockige, fein arrangierte Melodien mit selbstironischen Lyrics. Nein, das ist keinesfalls sensationell, aber die Songs bereiten trotzdem Laune!

Note: 2,3

http://www.gazcoombes.com/

 

 

Jon Hopkins – Singularity

VÖ: 04.05.2018

Label: Domino

Genre: Electronica / Ambient

Es überrascht mich selbst, dass ich innerhalb der Spielarten der elektronischen Musik – mit denen ich mich seit mindestens 20 Jahren sehr ausführlich beschäftige – immer wieder Alben nicht angemessen würdigen kann, weil ich fälschlicherweise davon ausgehe, die Tracks auf den betreffenden Tonträgern würden sich alle gleich oder ziemlich ähnlich anhören. Ja klar, davon gibt es sicherlich einige Vertreter, das möchte ich nicht bestreiten. Aber: bei Jon Hopkins, dem 38-jährigen Produzenten und seinem Output habe ich mich nicht so gewidmet, wie es erforderlich wäre. Sein letztes, vor 5 Jahren erschienenes, von Kritikern gefeiertes Album Immunity beispielsweise. Hopkins Wiederholungen vorzuwerfen ist so abwegig wie eine derartige, generalisierende Unterstellung an Brian Eno. Das sind teilweise richtige Klangerlebnisreisen, wie jetzt auch auf Singularity – der Titel wirkt hier übrigens bestätigend –, die zeigen wie vielseitig und individuell der Brite seine Sounds ausgestaltet! Man, dieser Monat scheint perfekt für Electronica-Fans wie mich zu sein!

Note: 2,0 (mit Potential nach oben)   

http://jonhopkins.co.uk/

 

 

Beach House – 7

VÖ: 11.05.2018

Label: Bella Union

Genre: Dream- / Psychedelic-Pop

Das aus Baltimore stammende Duo gehört ja auch zu jenen Bands, bei denen man nicht glauben sollte, dass sie immer die gleiche Musik machen würden. Natürlich sind Victoria Legrand und Alex Scally in einer Musikrichtung hauptsächlich verankert, doch ihren Dream Pop reichern sie mit spannenden rockigen und psychedelischen Zutaten an, was mir zumindest zusagt. Zuletzt wurde es ja etwas düsterer auf Depression Cherry und vor allem Thank You Lucky Stars (beide 2015), nachdem man Platten mit etwas „publikumswirksameren“ Sounds vorgelegt hatte (insbesondere das 2012 erschienene Bloom mit Songs wie Myth). Diesmal, auf dem neuen Werk – wohl nicht schwer zu erraten, das wievielte es ist – gibt man sich wieder verträumter, doch auch psychedelische und an Shoegaze angelehnte Elemente werden sinnvoll integriert. Weiterhin vielseitig und progressiv!

Note: 2,3 (mit Potential nach oben)

http://www.beachhousebaltimore.com/

 

 

Simian Mobile Disco – Murmurations

VÖ: 11.05.2018

Label: Wichita

Genre: Electronica

Hier bei hicemusic habe ich schon auf die musikalische Wandlungsfähigkeit des Duos Simian Mobile Disco hingewiesen. Okay, das letzte Album Welcome To Sideways (2016) fand ich damals nicht ganz so spannend, sollte aber vielleicht darüber nachdenken, auch diesem Werk noch einmal eine Chance zu geben. Denn es ist tatsächlich so, dass James Ford und Jas Shaw (Erstgenannten kennt ihr eventuell auch als Produzenten von Bands wie den Arctic Monkeys oder Depeche Mode) immer wieder mit abwechslungsreichen Sounds aufwarten, egal ob es in den elektronisch geprägten Klanggewänden eher in Richtung Disco-House (wie auf dem wunderbaren 2007er-Debüt Attack Decay Sustain Release) oder Tech-House ging. Jetzt bieten die Briten zu den Electro-Klängen die experimentellen Gesänge des Deep Throat Choir, was von Beginn an (für Simian Mobile Disco-Verhältnisse kommt vieles „gemächlich“ daher) Eindruck macht. Denn die Kombination funktioniert ziemlich gut. Atmosphärisch!

Note: 2,3

http://www.simianmobiledisco.co.uk/

 

 

Stephen Malkmus & The Jicks – Sparkle Hard

VÖ: 18.05.2018

Label: Domino

Genre: Indie-Rock/-Pop

Ich bin froh, dass ich dem neuen Album Sparkle Hard von Ex-Pavement Stephen Malkmus und seinen Jicks die wohlverdiente Chance gegeben habe! Zunächst hatte mich der Song Shiggy, den ich bereits vor ein paar Wochen erstmalig gehört hatte, nicht so recht gepackt. Normalerweise ist es ja oft so, dass einem nur ein Lied einer Platte gefällt, der Rest nicht so. Hier verhält es sich fast andersherum: Shiggy ist zwar gut (das Gitarrenspiel imponiert mir besonders), im Bandkontext aber fast schon gewöhnlich, so dass einige weitere Songs noch mehr herausstechen. Gesamt gesehen liegt ein richtig spaßiges Werk vor, auf dem das Quartett um Malkmus sich experimentierfreudig gibt (u.a. recht originell Autotune-Effekte einbaut). Die Band, die es ja jetzt auch schon fast 20 Jahre gibt, versteht es, den Hörer weiterhin zu überraschen. Vielleicht schafft Malkmus dies nicht mehr in dem Maße wie mit den legendären Pavement, aber trotzdem ist es beachtenswert, wie wandelbar er weiterhin ist (der Abschluss Difficulties / Let Them Eat Vowels beispielsweise ist richtig stark)!

Note: 2,3

http://stephenmalkmus.com/

 

 

Parquet Courts – Wide Awake!

VÖ: 18.05.2018

Label: Rough Trade

Genre: Indie-Rock / Post-Punk

Ich hab ja gerade vor ein paar Tagen – nämlich im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des wunderbaren neuen Arctic Monkeys-Albums – geschrieben, dass es doch kaum noch Bands der 2000er-Indie-/Garage-Rock-Welle gäbe, die gegenwärtig wirklich überzeugen könnten. Schon klar, die Texaner Parquet Courts sind nicht mehr zu jenen Formationen zu zählen, denn sie musizieren erst seit 2010. Wenn ihr aber die Stimmung jener Tage von Anfang bis ca. Mitte des letzten Jahrzehnts noch einmal nachvollziehen möchtet, dann hört euch Wide Awake! an. Genau wie bei den Bands damals, wird die Musik der großen Vorbilder des 1960-/70-Rocks/Punks stilvoll zitiert und gekonnt in die Gegenwart transferiert, wobei her auch die Indie-Hymnen der 1990er Jahre im Stile von Pavement in den Fokus rücken. Danger Mouse hat hier als Produzent fantastische Arbeit geleistet! So oder so, manchmal – wie in diesem Fall – darf ein Album auch einfach mal höllisch Spaß machen!

Note: 2,0

https://parquetcourts.wordpress.com/

 

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