März 2018

Moby – Everything Was Beautiful, And Nothing Hurt

VÖ: 02.03.2018

Label: Embassy Of Music

Genre: Ambient / Electronica

Vor ein paar Jahren saß ich mit meinem Vater auf dem Balkon meines Elternhauses, von dem man eine wirklich herrliche Aussicht genießen kann. Wir lauschten beim Betrachten der Landschaft einer extrem tollen Platte, nämlich Play von Moby. Ich weiß noch, wie ich mir so dachte, dass doch der Künstler wahrscheinlich niemals mehr ein  Album von vergleichbarer Anziehungskraft produzieren würde. Den Nachfolger 18 mit diesem fantastischen Bourne-Soundtrack-Song Extreme Ways fand ich noch klasse, aber ab Hotel hatte ich irgendwie das Interesse verloren. Da war schon so einiges, was Moby seitdem veröffentlicht hat, auch mit vielen sozialpolitischen Messages. Aber mich hat das alles leider nicht mehr gepackt. Dementsprechend wenig habe ich von seiner neuen LP erwartet. Ich muss allerdings sagen, dass die Musik trotz der Soundähnlichkeiten zu Play seit langem wieder Zugkraft aufweist. Natürlich lange nicht so großartig wie der besagte Klassiker, aber dennoch allemal eine Erwähnung wert!

Note: 2,3

http://moby.com/

 

 

Superorganism – Superorganism

VÖ: 02.03.2018

Label: Domino

Genre: (Indie-/Psychedelic-/Synthie-)Pop / Dance

Das ist amüsant: Jochen Overbeck schreibt in seiner ME-Rezension zu Superorganism, dass sich die Entstehungsgeschichte der gleichnamigen, in England ansässigen Band aufgrund der Internationalität und der unterschiedlichen ursprünglichen Berufshintergründe der Mitglieder anhöre, als entstamme sie einem Roman Nick Hornbys. Es ist auf jeden Fall so, dass Superorganism schon im Vorfeld der Veröffentlichung ihres Debüts ordentlich gehypt wurden, u.a. wegen dem Song Something For Your M.I.N.D., der ja tatsächlich klasse  ist. Ich finde es immer wieder schön, wenn dem Pop neue Facetten abgewonnen werden, vor allem wenn es so frisch und direkt wie hier geschieht. Allerdings: Ist das verwunderlich, wenn ich dem Rest des Albums (noch) nicht so euphorisch gegenüberstehe? Ich glaube, ich brauche noch etwas Zeit!

Note: 2,7 (mit Tendenz nach oben, wenn sich die Platte mir noch erschließt)

http://www.wearesuperorganism.com/woohoo/

 

 

Suuns – Felt

VÖ: 02.03.2018

Label:  Secretly Canadian

Genre: Psych-/Art-Rock

Die Kanadier produzieren Sounds, die sich schwer auf bestimmte musikalische Richtungen festlegen lassen. Das macht sie ja gerade so spannend! Vor allem, so großartig auch 2020 von Images Du Futur (2013) ist, die Suuns lassen sich nicht auf diesen Quasi-„Hit“ reduzieren. Angeblich haben die Bandmitglieder in Interviews gesagt, dass so manch ein Genre, dem ihr Sound zugeordnet wurde, doch gar nicht zu hören sei (Prog, Jazz z.B.). Stilistisch bunt ausgestaltet ist er aber auf jeden Fall!  Meiner Meinung ist Felt auch insgesamt stärker als der Vorgänger Hold/Still (2016). Hört mal rein, es gibt viel zu entdecken!

Note: 2,3

http://secretlycanadian.com/artist/?name=suuns

 

 

Anna Von Hausswolff – Dead Magic

VÖ: 02.03.2018

Label: City Slang

Genre: Experimental / Drone(-Metal)

Ja, Ihr dachtet vielleicht, dass der Vorgänger The Miraculous (2015) düster war! Okay, war er auch, aber was die 31-jährige Schwedin hier auftischt, ist es noch weitaus mehr, und das nicht nur wegen des verstörenden Albumcovers! Das muss man erst einmal verdauen, Anna Von Hausswolff entführt uns in die dunkelsten Ecken von Mythologie und Fantasie. Vor allem, was die Künstlerin uns hier musikalisch Phänomenales bietet: atemberaubende Melodien, die in ihrer pessimistischen Grundstimmung auch mal ins Hymnische gleiten. Über die instrumentellen Fähigkeiten von ihr kann man ja eh nicht genügend lobende Worte finden. Genauso fantastisch wie das letztjährige Chelsea Wolfe-Album!

Note: 2,0

https://www.annavonhausswolff.org/

 

 

David Byrne – American Utopia

VÖ: 09.03.2018

Label: Todomundo

Genre: Art-Pop/-Rock

Der vielseitige David Byrne hat uns ja nicht nur mit den Talking Heads so viele fantastische Musik-Momente geschenkt, sondern ebenso in Solofunktion bzw. in Kooperation mit einigen großartigen Künstlern/innen. Die Zusammenarbeiten mit Brian Eno (ich sage nur My Life In The Bush Of Ghosts!) und St. Vincent wären da insbesondere hervorzuheben. Eine Soloarbeit gab es seit 14 Jahren nicht mehr. In Zeiten von Trump & Co. ist es durchaus wünschenswert, dass Byrne ein sozialpolitisches Statement abgibt, das nicht so sarkastisch daherkommt wie ich persönlich erwartet hätte. Das Album wird im Zusammenhang mit seinem Kunst-Projekt Reasons To Be Cheerful veröffentlicht, mit dem eher dazu aufgerufen wird, eine optimistische Grundhaltung trotz der gesellschaftlichen Entwicklungen zu haben. Musikalisch nicht wirklich neu, aber experimentell ist Byrne allemal noch. Mir gefällt es ganz gut!

Note: 2,3

http://davidbyrne.com/

 

 

The Decemberists – I’ll Be Your Girl

VÖ: 16.03.2018

Label: Beggars

Genre: Indie-/Synthie-Pop, Indie-Rock

Ich werden den Decemberists aus Portland für immer dankbar für ihre tollen Werke der frühen bis mittleren 2000er Jahre sein. Unglaubliche, gleichzeitig anspruchsvolle wie eingängige Melodien mit hintergründigen Texten. Wie so viele Bands aus der Zeit musste sich die Formation um Colin Meloy etwas einfallen lassen, um auch gegenwärtig noch musikalisch relevant zu sein. Ist ein bisschen ähnlich wie bei Belle & Sebastian, die vor ein paar Jahren mit Disco-Elementen um die Ecke kamen. The Decemberists versuchen es mit Synthie-Pop. Das haben einige Fans nicht so begeistert aufgenommen, z.B. als die Single Severed veröffentlicht wurde. Diese ist aber anfangs nun wirklich kaum den US-Amerikanern zuzuordnen! Ich finde diesen Wagemut allerdings recht lobenswert. Insgesamt gesehen ist das Album in Ordnung, aber natürlich nicht mehr so gut wie die ersten vier Werke!

Note: 2,7

http://www.decemberists.com/

 

 

Preoccupations – New Material

VÖ: 23.03.2018

Label: Jagjaguwar

Genre: Post-Punk / Indie-Rock / Industrial

Auch wenn die Kanadier Preoccupations (ehemals Viet Cong) auf ihrem dritten Werk, schlicht New Material betitelt, vom Sound her nicht wirklich Neues an musikalischen Stilrichtungen bieten, so ist lobend hervorzuheben, dass er zumindest höchst abwechslungsreich daherkommt. Es gibt Post-Punk, New- und Dark-Wave sowie Industrial zu hören, das in seiner Gesamtheit u.a. an The Cure, Interpol und Joy Division erinnert. Das ist dann alles noch etwas düsterer vom Grundton als auf den Vorgängern! Wenn man einen Song wie das wunderbare voranschreitende Antidote hört, bekommt man als Hörer bestätigt, dass Musik dieser Art immer noch spannend sein kann! Im Gegensatz zum neuen Editors-Album (das mich bis auf die Singles überhaupt nicht überzeugte) kann ich New Material ziemlich viel abgewinnen!

Note: 2,3

http://preoccupationsband.com/

 

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