Frank Ocean – Blonde

VÖ: 20.08.2016

Label: Boys Don’t Cry

Genre: Contemporary R&B / (Dream) Pop

Fokussiert man sich auf die Ausdrucksweise des 29-Jährigen, so mutet es eventuell ein wenig verwunderlich an, dass Frank Ocean aus dem Umfeld der Odd Future Wolf Gang Kill Them All (um Tyler, The Creator) stammt. Während einige andere Mitglieder des Hip-Hop-Kollektivs oftmals einen aggressiveren, auch vor ziemlich derber Sprache nicht zurückschreckenden Stil pflegen, um sich Gehör zu verschaffen und schonungslose Sozialkritik anzubringen, gibt sich dieser sich oftmals extrem verletzlich, teilt seine Gefühlswelt ohne große Umschweife seiner Hörerschaft mit, schlägt einen sehr persönlichen Ton an, thematisiert nichtsdestotrotz auch mal gesellschaftliche Missstände. Natürlich haben beide konträren Ausdrucksweisen ihre Berechtigung und es sollen an dieser Stelle auf keinen Fall Stereotypen gefördert werden, die im Kontext des Hip-Hops generell kursieren, aber diese Offenheit ist innerhalb des Musikgenres alles andere als selbstverständlich. Allerdings geht der Stil Frank Oceans sowieso mehr in Richtung R&B, Pop und Soul, die mit experimentellen, elektronisch unterstützten Elementen kombiniert werden. Hip-Hop spielt da eher weniger eine Rolle, macht zumindest nicht den Hauptteil der Musik aus. Als individuell kann man den Stil auf jeden Fall bezeichnen, Kritiker und auch Musik-Kollegen waren schon früh von den kreativen Leistungen begeistert, bereits als Ocean sein erstes Mixtape Nostalgia, Ultra (2011) veröffentlichte, waren es zudem weiterhin, als die Debüt-LP Channel Orange im darauffolgenden Jahr erschien. In beiden Fällen kein Wunder, die Begeisterung kann nur geteilt werden (man höre nur mal Songs wie Novacane, Pyramids, Thinkin Bout You oder Bad Religion). Viele der Fans und Kritiker haben nun lange auf den Nachfolger gewartet, auf dem sich Ocean textlich erneut viel mit persönlichen Eindrücken und Erlebnissen auseinandersetzt, musikalisch im Vergleich zum Vorgänger noch unkonventionellere Strukturen präsentiert, unter anderem durch den Einsatz spannender und wirkungsvoller Samples. Insgesamt ist Blonde sehr atmosphärisch geraten, erfordert vom Hörer Geduld und Aufmerksamkeit, ist letztendlich ein wundervolles Album geworden. Zu Recht gerade vielfach in den Bestenlisten!

Note: 2,0

http://boysdontcry.co/

Frank Ocean – 'Nikes' from DoBeDo Productions on Vimeo.

Self Control — Frank Ocean from Joshua Tetreault on Vimeo.

 

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9 Antworten zu Frank Ocean – Blonde

  1. soliveyourlive schreibt:

    Für mich eines DER Alben des Jahres. Es ist absolut stimmig und sehr durchdacht konzipiert worden! 🙂

  2. Tempest schreibt:

    Nicht schlecht! Aber „Lost“ fand ich richtig toll!

  3. kh boehmer schreibt:

    sehr gut, habs in meiner Seite eingefügt

  4. Pingback: Chilliger Song | Tempest

  5. Pingback: Tyler, The Creator – Flower Boy | hicemusic

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