Double Feature: Foo Fighters / The Killers  

Ich werde diese beiden Bands im Rahmen der “Kontrovers”-Sparte besprechen, da sie längst verdienstvoll im Genre des Alternative Rock musizieren, sich darin einen sehr hohen Bekanntheitsstatus erarbeitet haben, ihre letzten Platten – so auch die jeweils neuen – von der Kritik jedoch gemischt aufgenommen wurden. Dabei ist natürlich berücksichtigt, dass die beiden Formationen durchaus unterschiedliche Ansätze und Herangehensweisen verfolgen, was ihr allgemeines Klangbild anbetrifft.

 

Foo Fighters – Concrete And Gold

VÖ: 15.09.2017

Label: RCA

Genre: (Alternative-/Hard-)Rock

Nicht, dass man mich falsch versteht. Ich halte Dave Grohl für einen großartigen Musiker. Ich werde ihm ewig dankbar sein für seine Verdienste als Drummer, egal ob zum Beispiel in Diensten von Nirvana oder als „Gast“ auf dem Meilenstein Songs For The Deaf (2002) der Queens Of The Stone Age. Das Schlagzeug hat er unter anderem in der Frühzeit seiner Foo Fighters noch gespielt – wo er generell viele Instrumente bediente (Gitarre, Bass und vieles mehr). Nun nimmt er ja hauptsächlich die Funktion des Sängers ein, worüber ich eine zweigeteilte Meinung vertrete. Denn es gibt Momente, in denen seine Stimme effektiv zur Geltung kommt, wiederum andere, in denen sie mir nicht so imponiert, wie sie vielleicht sollte. Dementsprechend mag ich die früheren und mittleren Werke der Foo Fighters – finde genauer gesagt ihre ersten beiden Alben (Foo Fighters, The Colour And The Shape) großartig, There Is Nothing Left To Lose (Stichwort: Learn To Fly, das eben nicht nur ein lustiges Video bieten konnte) und One By One waren auch noch ziemlich gut. Dann aber stellte sich für mich folgender Effekt ein: die US-Amerikaner präsentierten Tonträger, auf denen mir eigentlich nur noch die Singles (und da auch nicht alle) gefielen (Best Of You und The Pretender vor allem). Vieles klang für mich insgesamt zu ähnlich, die Stimme Grohls imponierte mir oftmals nicht wirklich. Auf ihrer mittlerweile neunten LP Concrete And Gold muss man den Foo Fighter allerdings zugutehalten, dass sie wieder ein wenig experimentierfreudiger werden, zum Beispiel härtere und progressivere Elemente einbinden (z.B. das jazzige Klavier am Ende von Sunday Rain). Dabei sind schon klasse Songs herausgesprungen. In anderen Momenten werden jedoch wieder altbekannte Schemata aufgefahren, die Überraschungen vermissen lassen. Schwierig also, die Platte fair und abschließend zu beurteilen!

Note: 3,0 (vorerst)

https://foofighters.com/

 

 

The Killers – Wonderful Wonderful

VÖ: 22.09.2017

Label: Island

Genre: (Indie-)Pop, (Indie-/Alternative-)Rock

Die Entwicklung der Killers sehe ich ähnlich wie bei den Foo Fighters. Allerdings muss ich sagen, dass ich hier eigentlich nur das Debüt sehr schätze. Hot Fuss (2004)präsentierte modern produzierten Indie- und Alternative-Rock mit Anleihen an Pop und New Wave. Das Album steht nicht ohne Grund in vielen Bestenlisten der nationalen und internationalen Musikfachzeitschriften, wenn es um die besten Veröffentlichungen des Erscheinungsjahres sowie allgemein der 2000er Jahre geht (obwohl es damals anlässlich des Releases noch gemischt aufgenommen wurde), Songs wie Mr. Brightside oder Somebody Told Me sind einfach gut geschriebene und produzierte Hits! Die darauffolgenden LPs gefielen mir nicht mehr, obwohl  Day & Age zumindest noch Human zu bieten hat  – welches ich mag, Andere wiederum sicherlich wegen seines schlagerhaften Charakters hassen werden. Es gibt zudem noch ein Cover von Joy Divisions Shadowplay, das ich super finde (es ist auf dem Soundtrack-Album des entsprechenden Biopics Control zu finden). Was ich vor allem als nicht sonderlich spannend erachte, waren diese absolut poppigen, fast schon zu 80’s-Balladen/-Schlager tendierenden Sounds – was ja schon interessant sein kann, wenn man individuelle Ideen einbringt, aber zuletzt eben nicht der Fall war. Dementsprechend langweilig fand ich Battle Born (2012) sowie Sänger Brandon Flowers Solo-LPs Flamingo und The Desired Effect (2015). Die neue Platte bietet nun zwar recht gute Singles (vor allem der Titelsong und The Man), aber zum Schluss hat es leider nicht sehr aufregende Balladen, generell ziemlich belanglose Pop-/Rock-Songs im Programm. Mich hat es insgesamt nicht gepackt, was ich schon bedauerlich finde!

Note: 3,3

http://www.thekillersmusic.com/

The Killers – Trailer for new album „Wonderful Wonderful“ from Dizzy Zebra on Vimeo.

 

 

Was sagt ihr dazu? Bin ich zu streng in der Beurteilung der beiden Platten? Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir Eure Meinungen mitteilen würdet!

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9 Antworten zu Double Feature: Foo Fighters / The Killers  

  1. Chrisamar schreibt:

    Die Foo Fighters liebe ich. Auch wenn die gar keine Musik machen, finde ich die toll. Deiner Kritiken stimme ich aber zu. Gut gemacht!

    • hicemusic schreibt:

      Vielen Dank 🙂 Ja, Dave Grohl scheint sehr sympathisch zu sein. So kommt er zumindest auch in dem Making Of zum neuen Album herüber. Danke für Dein Feedback. Beste Grüße

  2. Katinka Bell schreibt:

    An die Foo Fighters und die Killers kam ich nie ran. Ich schätze Dave Grohl sehr für Songs for the deaf und durfte ihn beim Berliner Konzert der Them Crooked Vultures auch mal live als Schlagzeuger erleben, aber gekommen bin ich überhaupt nur für Josh Homme (<3). Stoner-Rock ist halt ein Zacken cooler.
    Mein hochnäsiges Teenager-ich fand die Killers damals schon zu Mainstream-Indie mäßig, daher haben die bis heute bei mir schlechte Karten. Die machen meiner Meinung nach Pop-Musik. XD jedenfalls damals, ich hör halt nicht mehr rein. Ich Musik-Nazi…

    • hicemusic schreibt:

      Kann ich nachvollziehen, Homme ist ja auch der kreative Geist bei QOTSA 🙂 Ich finde persönlich, dass ein hoher Anteil an der unglaublichen Energie von Songs For The Deaf durch das kraftvolle Schlagzeugspiel Grohls erzeugt wird. Aber natürlich haben auch die anderen Musiker tatkräftig mitgeholfen, Homme, Oliveri und Lanegan 🙂 LG und liebsten Dank für Dein Feedback

  3. hicemusic schreibt:

    Das geht mir genauso 😉

  4. Pingback: Album des Monats September | hicemusic

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