Best Of 2010-2019: FKA Twigs – Magdalene

VÖ: 08.11.2019

Label: XL

Genre: Art-Pop / R&B / Electronica

Ich mach es heute mal kurz, ohne damit diese Album natürlich herabwürdigen zu wollen. Ganz im Gegenteil, es ist ein ganz großes Werk…und das jetzt schon, es wird seine Wirkung noch weiter entfalten, da bin ich mir sicher! Die Britin Tahliah Debrett Barnett hat nach dem schon großartigen LP-Debüt sowie vieler weiterer EPs und Singles – die ihren Status als herausragende, sich um Unkonvenionalität verdient gemachte Künstlerin aufgebaut haben – diesen nun kraftvoll mit dem Zweitling Magdalene untermauert. FKA Twigs verarbeitet ihre persönlichen, oftmals schwierigen Erlebnisse und Eindrücke der jüngsten Vergangenheit in den Texten und unterfüttert sie mit ambitionierten, vielschichtigen Sounds, die nicht weniger als die Zukunft des Pop definieren (können)!

Album-Review: https://hicemusic.wordpress.com/2019/11/23/fka-twigs-magdalene/ (Note: 1,7; mit Potential nach oben)

Alben des Monats – November 2019

Die Stichwahl konnte keine Entscheidung herbeiführen bzw. ihr findet einfach alle drei Alben großartig. Kann ich verstehen, bin da gleicher Meinung 🙂

Die Alben des Monats November 2019 sind: Faber – I Fucking Love My Life, Michael Kiwanuka – Kiwanuka und FKA Twigs – Magdalene

 

Vielen lieben Dank für die Teilnahme!

Best Of 2010-2019: FKA Twigs – LP1

VÖ: 08.08.2014

Label: XL

Genre: R&B / Electronica / Avant-Pop

Vor kurzem habe ich ja noch das zweite, absolut fantastische neue Werk Magdalene  von der Britin an dieser Stelle gefeiert. Das ist ja der futuristische Entwurf von Pop, der durch die umfangreiche Stimme der Künstlerin FKA Twigs (bürgerlich Tahlia Debrett Barnett) und mit Texten über Liebe und Sex sowie damit zusammenhängender Freuden und Probleme in einer verführerischen, manchmal dunkel dräuenden, stets nach verschiedenen Musikrichtungen offenen Electro-/Avantgarde-Klangumgebung einen ganz edlen und natürlich innovativen Touch erhält. Das klingt vielleicht manchmal nach James Blake, The XX oder Björk. Aber ihr wisst es eigentlich auch, das ist hier was ganz Eigenes, was schon vor 5 Jahren ganz groß war und im Kontext der neuen Veröffentlichung Magdalene zeigt sich, dass mit LP1 die Grundlagen eines Future-Sounds gelegt wurden. Das zweite Werk ist vielleicht besser, doch das bedeutet lange nicht, dass dieses hier nicht auch grandios ist!

Album-Review: https://hicemusic.wordpress.com/2014/08/24/fka-twigs-lp1/ (Note: 2,0)

FKA Twigs – Magdalene

VÖ: 08.11.2019

Label: XL

Genre: Art-Pop / R&B / Electronica

Ich befinde mich jetzt in einem Alter, in dem man für gewöhnlich anfängt – naja, es ist auch durchaus möglich, dies früher zu tun –, die Musik „von heute“ als eher schwierig bis unhörbar zu erachten und eher die „älteren“, vertrauteren Sounds zu hören. So bin ich manchmal nicht davor sicher, etwas schnell als nicht so toll abzutun, allein aus einer Grundskepsis heraus. Allerdings bemühe mich als passionierter Hörer den unterschiedlichsten Genres immer noch offen gegenüber zu bleiben (deshalb ja auch dieser Blog). Dem gegenwärtigen Charts-Pop kann ich allerdings – bis auf wenige Aufnahmen (ich habe mich letztens dabei erwischt, das letztjährige Flames von David Guetta feat. Sia richtig gut zu finden) – gar nichts abgewinnen. Jedoch sind im „Indie“-Sektor doch einige große Acts vertreten, was den Skeptikern, die behaupten, es gebe heute nichts Spannendes oder Innovatives mehr, den Wind aus den Segeln nehmen sollte. Ich suche wie so viele andere auch immer wieder darunter die Künstler/innen, die dem Pop in neue Bahnen lenken, eine Art „Zukunftssound“ produzieren. In diesem Zusammenhang muss der Name Tahliah Debrett Barnett fallen, besser bekannt als FKA Twigs. Ihre Sounds bewegen sich im Spannungsfeld von Pop, R&B, Electronica und Avantgarde, und das ist dann schon sehr verkürzt dargestellt, so vielfältig und aufregend sind sie. Vor fünf Jahren erschien ihr herausragendes, von mir damals wie von Kritikern gefeiertes Debüt, schlicht LP 1 betitelt. Darauf wurde von der heute 31-jährigen Britin – schon wie auf den zuvor veröffentlichten EPs – ausgiebig experimentiert, mit den musikalischen Strukturen als auch mit ihrem Gesang. Songs wie Two Weeks zeigen auch heute noch, dass sich ihre Musik 2014 weitab der gängigen Trends bewegte. Was soll man dann jetzt sagen, angesichts des Releases ihres zweiten Albums Magdalene? Hier bewegt sie sich schon beinah so weitab konventioneller Strukturen wie Radiohead damals zu Zeiten von Kid A. Ich finde diesen Vergleich nicht übertrieben, wenn man mal registriert, wie viele Wendungen sie allein innerhalb eines Songs jeweils nimmt und wie sie mit ihrer Stimme und anderen musikalischen Parametern spielt. Ich habe selbst mir so viel Zeit genommen, über dieses Album zu schreiben, da es hier wirklich so viel zu entdecken gibt, wobei ich sicherlich noch mehr brauche, es in seiner Gesamtheit und Komplexität zu erfassen. Wenn es überhaupt gelingen sollte. Das ist eine so geniale Verbindung von Pop und Avantgarde, wie ich sie schon lange nicht mehr vernommen habe. Noch größer als LP 1, wirklich! FKA Twigs hat vieles Persönliches zu verarbeiten gehabt, und wie so oft in der Musikgeschichte hat dies zu einem großartigen Werk geführt. Hier wird eindeutig belegt, dass oben erwähnte Skepsis gegenüber „neuer“ Musik einfach unsinnig bleibt. Punkt!

Note: 1,7 (mit Potential nach oben)

https://fkatwi.gs/

 

FKA Twigs – LP1

VÖ: 11.08.2014

Label: Young Turks

Scheint so, als sei der Hype um FKA Twigs gerechtfertigt. Denn wenn man die erforderliche Geduld mitbringt, die das erste Album, schlicht LP1 betitelt, vom Hörer zweifelsohne abverlangt, so wird man in musikalische Welten hineingetragen, die im Pop alles andere als alltäglich sind. Schon die beiden EPs (EP1 und EP2) hatten bereits angedeutet, dass die 26-jährige neue Wege zu beschreiten gedachte, abseits von gängigen Klangstrukturen und orientiert an einem verheißungsvollen Amalgam aus experimenteller Elektronik und alternativem R&B. Eine Idee, die zwar nicht neu (auch andere Künstler wie James Blake, aber auch Interpreten ihres Labels Young Turks versuchen sich an diesem Sound), aber aufgrund der Gabe der Sängerin, ihrer Stimme eine ganz eigene Dynamik zu verleihen und sie geschickt mit den fantasievollen Melodien und Rhythmen zu verschmelzen, doch neugierig machte. Auf ihrem Langspiel-Debüt ist von dieser experimentellen Attitüde glücklicherweise nichts verloren gegangen. Ein ambitioniertes Album, das für den Hörer einige Überraschungen bereithält. Die Sängerin als auch die Produzenten (u.a. Paul Epworth, Sampha) haben tolle Arbeit geleistet. Tracks wie Two Weeks erbringen den überzeugenden Nachweis.

Note: 2,0

http://fkatwi.gs/

FKA TWIGS [two weeks] from nabil elderkin on Vimeo.

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