M83 – Junk

VÖ: 08.04.2016

Label: Naïve

Genre: (Synthie-/Future-/Dream-)Pop, Softrock

Apropos, man könnte es ja glatt vergessen: die französische Band M83, von deren ursprünglicher Besetzung lediglich Anthony Gonzalez übrig geblieben ist, gab es vor fast 5 Jahren, als Hurry Up, We’re Dreaming erschien, schon eine lange Zeit. Mit diesem Werk wurde ihnen die öffentliche Aufmerksamkeit zuteil, hohe Charts-Positionierungen weltweit (vor allem in den USA) sowie Würdigungen seitens der Musikkritiker und damit einhergehend die mehrfache Nennung in Jahresendlisten diverser Fachzeitschriften. Vor allem ein Song blieb den Fans – sowohl jenen seit Anfangstagen als auch den neu hinzugewonnenen – nicht verborgen, nicht nur weil er in TV-Shows/Werbeclips und Filmen ausgiebig eingesetzt wurde, sondern ebenso weil er tatsächlich wahnsinnig effizient, eingängig und erstklassig produziert, kurz gesagt ein grandioser Synthie-Hit war: Midnight City. Bei aller Würdigung der 2011er-Veröffentlichung sollte daran erinnert werden, dass die Franzosen sich bereits Anfang des Jahrtausends gegründet haben, 2001 ihr Debüt und 4 weitere LPs publizierten, die von den Kritikern oft geschätzt, jedoch von der Öffentlichkeit wenig beachtet wurden. Musikalisch zuerst eher an Ambient bzw. abstrakteren, ins Düstere tendierenden Shoegazing und Electronica-Sounds orientiert, später immer mehr in Richtung Dream- und Synthie-Pop, New Wave tendierend. Auffällig war seit jeher der Bezug zu Film und TV in den Werken (z.B. durch den Gebrauch von entsprechenden Samples). Nun nimmt Gonzalez – seit Gründung einziges beständiges Mitglied und Mastermind von M83 – mit dem neuen Werk Junk laut eigener Aussage konkret Bezug auf Serien der 1970er- und 80er Jahre, mit der Intention, beim Hörer Nostalgiegefühle zu wecken. Dies gelingt ausgezeichnet, es gibt Synthie-Pop, Softrock und Disco-Sounds sowie Gitarren- und Saxofoneinlagen zu hören. Viele tolle Einfälle, oft trashig, manchmal auf der Grenze zu purem Kitsch, im Sinne des Albumtitels. Trotzdem oder gerade deshalb so gut!

Note: 2,0

http://ilovem83.com/

 

Deerhunter – Fading Frontier

VÖ: 16.10.2015

Label: 4AD

Genre:  Dream Pop / Indie-Rock

In letzter Zeit wurde ja hier auf hicemusic öfter über Musiker geschrieben, denen es gelingt, eine höchst vielseitige Palette an Sounds und Genres zu vereinen, ohne dabei zu verkrampfen oder die Übersicht zu verlieren, stattdessen fortwährend neue Ideen einzubringen und sie in absolut kreativer Weise zum Erblühen zu bringen. Da passt es auch, dass das US-Quartett um Frontsänger Bradford Cox sich nach 2 Jahren mit einem neuen Album zurückmeldet. Auch wenn es sich sicherlich schnell mal behaupten lässt, aber Deerhunter haben in der Vergangenheit folgendes nachvollziehbar unter Beweis gestellt: sie verfügen wie kaum eine andere Formation über ein feines Gespür, der eigenen Musik individuelle und abwechslungsreiche Züge zu verleihen. Immer wieder wurden neue Wege gesucht. Deerhunter heben sich folglich von anderen Bands ab und haben sich damit einen mehr als beachtlichen Stellenwert innerhalb der Indie-Szene gesichert. Was soll man allerdings auch anderes erwarten von ihnen, wenn sie so verschiedene Idole haben (von Sonic Youth, The Breeders über Stereolab und Rolling Stones wurden einige namhafte Interpreten angegeben)? Obwohl es gerade gegenwärtig einige ähnlich experimentell veranlagte Musikgruppen gibt, die Indie-Rock, Dream Pop und Psychedelia zusammenführen und mit weiteren, auch mal vermeintlich konträr zueinander stehenden  Elementen unterschiedlichster Spielarten kombinieren, haben sich Deerhunter – die beispielsweise Ambient, Shoegaze oder Post-Punk mit einbringen –  schon seit mittlerweile über 10 Jahren nicht beirren lassen. Das 2010er-Meisterwerk Halycon Digest mag sich eventuell kaum toppen lassen, aber dennoch sollte man den US-Amerikanern weiterhin Gehör verschaffen. Denn auch wenn jetzt nicht grundlegend neue Soundscapes im Vergleich zum Vorgänger Monomania zu verorten sind, hat das neue Album einige erwähnenswerte Momente vorzuweisen. Das gilt nicht nur für die tollen Singles Snakeskin und Breaker.

Note: 2,3

http://deerhuntermusic.com/

 

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