LCD Soundsystem – American Dream

VÖ: 01.09.2017

Label: DFA

Genre: Electronica / Dance-Punk / Synthie-Pop

Ich erinnere mich noch genau, wie könnte ich es aber auch vergessen?!? Sommer 2010 auf der Motorradbahn Eichenring, das bei einer kleinen Gemeinde namens Scheeßel liegt. Ein Gelände, das von vielen Besuchern – nicht nur aus den nahe liegenden Städten Bremen und Hamburg – besucht wird, wenn dort jährlich ein Festival stattfindet . Viele Leser werden es natürlich kennen – gemeint ist das Hurricane. Ich war dort damals mit meiner Schwester und ein paar Freunden, freute mich besonders auf die Strokes, Phoenix, Massive Attack und – vor allem – ein schon du dieser Zeit zu Recht gefeiertes Projekt aus New York, LCD Soundsystem. Es hatte bis dahin zwei geniale Alben veröffentlicht, die im Electronica/Dance-Punk-Sektor, nein auch Genre-übergreifend, zu den besten Werken des letzten Jahrzehnts zu zählen sind: LCD Soundsystem (2005) und Sound Of Silver (2007). Ich liebe Hymnen wie Daft Punk Is Playing At My House, Tribulations, Yeah, North American Scum, All My Friends oder Someone Great – und das sind ja nur die Singles, nicht zu vergessen die weiteren Schätze*₁! Auf dem Hurricane hatten sich jedenfalls James Murphy und seine gleichfalls versierte Crew – ich sage nur Nancy Whang! – eingefunden, sie spielten recht früh am letzten Tag des Festivals, lieferten dabei eine grandiose Show ab. Zusätzlich veredelt wurde dies dann durch folgendes Ereignis:  Ich hatte –  so etwas muss man auch erst einmal fertigbringen –vergessen, mehr als nur eine Jacke mit einzupacken. Jeder weiß, der schon einmal dort war, dass das keine gute Idee ist! Es regnet häufig, auch mal heftiger. Genau dies geschah natürlich während besagter Show. Ich wurde pudelnass – und was singt James Murphy?: „But if you’re worried about the weather / Then you picked the wrong place to stay” (aus All My Friends). Aus diesem Grund, weil es mir tatsächlich während der Show egal war, dass da Unmengen an Wasser vom Himmel fielen, gehört dies zu den absolut denkwürdigsten Show-Momenten meines Lebens! Was ich damals nicht wusste, LCD Soundsystem brachten im selben Jahr ein klasse drittes Album,This Is Happening, heraus (es war da bereits veröffentlicht), waren dann aber 2011 weg*₂! Nun, man möchte es ja nicht wahrhaben, aber sie sind wieder da! Als ich das vernahm, war ich voller Vorfreude auf neues Material.  Obwohl mich die im Vorhinein erschienenen Singles Call The Police und American Dream zunächst noch nicht so packten wie erhofft (nach mehrmaligem Hören dann doch), befürchtete ich kaum eine Enttäuschung. Was kann mal also nun über das Comeback-Album sagen? Es gibt hier wieder die großen Referenzen – vor allem auf David Byrne und Brian Eno, auch Grace Jones –, generell werden Sound-Trademarks der Band aufgeboten, jedoch wieder in solch origineller Vorgehensweise, wie man es von Murphy & Co. kennt. Wieder mit einprägsamen, mit Schlagwörtern gespickten  Lyrics! Es ist sicherlich wie auf dem letzten Album: erst findet man es „nur“ gut, nach einiger Zeit jedoch liebt man es!

*₁ Da wäre zum einen die Debütsingle Losing My Edge (2002), in der Murphy davon singt, viele große Ereignisse der Pop-Geschichte an vorerster Front selbst miterlebt zu haben (z.B. Shows von Can, Daft Punk), bei denen auch nicht immer klar ist, dass sie wirklich stattgefunden haben. Ein Glanzstück!

*₂ Es gibt einen fantastischen, absolut empfehlenswerten Film, der das dokumentiert, unter anderem mit einer riesigen Abschiedsshow im Madison Square Garden. Er heißt Shut Up And Play The Hits (dies schrie Arcade Fire-Sänger Win Butler, als Murphy seiner Meinung nach auf der Bühne zu viel geschwafelt habe).

Note: 2,0 (mit Tendenz nach oben)

https://lcdsoundsystem.com/

 

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Minden – Sweet, Simple Things

VÖ: 01.09.2017

Label: Hit City

Genre: Indie-Pop / Soul

Die Indie-Band Minden wurde von mir ja hier bei hicemusic bereits im Rahmen der neuen Reihe Spotlight vorgestellt. Falls ihr es noch nicht getan habt, lege ich euch nochmal ans Herz, das launige Interview mit Sänger Casey Burge zu lesen! Auf die kommende, in der nächsten Woche startende Europa-Tour sei an dieser Stelle ebenfalls ausdrücklich hingewiesen, denn auch Deutschland wird angesteuert (die genauen Daten findet ihr auch hier)! In der heimischen Szene sind sie längst keine Unbekannten mehr, das Quintett hat genug dafür getan, sich im ohnehin für großartige und vielfältige musikalische Spielarten stehenden Portland durchzusetzen. Bands und Künstler/innen wie die Shins, Sleater Kinney, Courtney Love, Elliott Smith und viele mehr stammen ursprünglich daher  oder haben die Ortschaft zu ihrem Lebens- und/oder Arbeitsmittelpunkt erkoren. Nun, Minden kommen ursprünglich aus Kansas City, Missouri (wo sie 2011 gegründet wurden), fanden in Portland jedoch die idealen Voraussetzungen, um musikalisch aktiv zu werden. Die Debüt-LP Exotic Cakes und die EP What’s More Than Appropriate,  verschiedene Kompilationsbeiträge  als auch Live-Shows machten deutlich, dass höchste Ansprüche angestrebt werden. Klanglich wird die Musik, die nun auf dem zweiten Album Sweet, Simple Things zu hören ist, so zwischen gegenwärtigen Bands wie Unknown Mortal Orchestra, Ariel Pink und Phoenix verortet, aber auch Ikonen wie Curtis Mayfield, Sly Stone und Bill Withers werden wegen der funky-souligen Note als Vorbilder herangezogen. Ich kann nur festhalten, dass diese Vergleiche zwar berechtigt sind – dieses lässige, gleichzeitig psychedelische Klangbild ist momentan im Indie-Pop/Rock durchaus beliebt –, das Quintett allerdings nicht so spannend wäre, wenn es keine eigenen Ideen einfließen lassen würde. Dieser Sound ist höchst abwechslungsreich, es werden sehr eingängige Melodien und vorwärts pushende Rhythmen geboten, zudem überzeugt Minden mit spaßigen, gleichzeitig anspruchsvollen Texten (z.B. über Liebe und Sex). Die Single Real Sugar steht repräsentativ dafür, wobei auch andere Songs wirklich in nichts nachstehen – vor allem Artist Statement, Love Is Bad, der Titelsong und das einprägende  All The Girls. Ein wirklich tolles Album, auf dem es einiges zu entdecken gibt, versprochen!

Note: 2,0

http://www.mindenmusic.com/

 

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Kurzkritik – September

Mogwai und Hercules And Love Affair in der Kurzkritik – September:

https://hicemusic.wordpress.com/september-2017/

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Hinweis in eigener Sache!

Ab sofort werde ich hier alle Rezensionen auf hicemusic in der Ich-Form schreiben, damit die Seite nicht so anonym daherkommt (so wie ich es in der Classics-Reihe bereits getan habe), gerade weil es sich ja um eine Privat- und keine Firmenseite handelt.

Sämtliche „Der Autor/Schreiber dieser Zeilen“ oder „man“ gehören also der Vergangenheit an 🙂 Eine Meinung aus der Sicht von „hicemusic“ behalte ich mir aber immer noch vor 😉

Viel Spaß weiterhin beim Lesen dieses Blogs! Es gibt soviel gute Musik, die ich zukünftig zu entdecken hoffe! Freut Euch darauf und begleitet mich gerne dabei 🙂

 

 

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Mixtape – Songs für September 2017

Ausgabe für September:

 

Vorsicht, am Anfang die Lautstärke nicht zu weit aufdrehen, sehr laut, die werten Herren Patton und Co. 😉

Viel Spaß beim Hören!

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Laut.fm – hicemusic: Programmübersicht (ab 06.09.)

hicemusic – Programm:

https://hicemusic.wordpress.com/hicemusic-radioprogramm-sendungen/

 

Viel Spaß beim Hören, es lohnt sich 🙂

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Album des Monats – August

Ihr habt das Album des Monats August gewählt.

Da waren sich wohl alle einig! Sieger ist: Grizzly Bear – Painted Ruins

Ist aber auch einfach eine super Platte 🙂

 

 

 

So wurde gewählt:

  1. Grizzly Bear – Painted Ruins 

2. Steven Wilson – To The Bone

3. Fortuna Ehrenfeld – Hey Sexy

 

Euch allen vielen lieben Dank für die rege Teilnahme! Das freut hicemusic sehr, auf Euch ist Verlass!

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Album des Monats August

Wählt bis zum 04.09. das Album des Monats August!

Ihr entscheidet, welche Veröffentlichung „Album des Monats August“  wird.

Zur Wahl stehen diejenigen Alben, die in dem Monat veröffentlicht und bei hicemusic vorgestellt wurden.

Ihr urteilt über die Umfrage „Wie bewertest Du die Musik?“. Das Album mit den besten Werten, also idealerweise mit dem Urteil „Großartig“, gewinnt (je mehr Nennungen, desto besser).

Zur Wahl stehen folgende Alben:

Jen Cloher – Jen Cloher

Dead Cross – Dead Cross

Grizzly Bear – Painted Ruins

Kesha – Rainbow

Queens Of The Stone Age – Villains

 

Sowie aus den Kurzbesprechungen unter:

https://hicemusic.wordpress.com/august-2017/

First Breath After Coma – Drifter

Girl Ray – Earl Grey

Soccer Mommy – Collection

Everything Everything – A Fever Dream

Fortuna Ehrenfeld – Hey Sexy

Ghostpoet – Dark Days & Canapés

Unkle – The Road: Part 1

Steven Wilson – To The Bone

EMA – Exile In The Outer Ring

Liars – TFCF

Nadine Shah – Holiday Destination

The War On Drugs – A Deeper Understanding

 

Eine große Auswahl, hier bei hicemusic ist man sehr gespannt 🙂 Viel Spaß beim Wählen!

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Kesha – Rainbow

VÖ: 11.08.2017

Label: RCA

Genre: (Dance-)Pop

Okay, jetzt werden sich vielleicht einige Leser wundern, Pop-Sängerin Kesha bei hicemusic, wo man sich an dieser Stelle doch für gewöhnlich mit Platten beschäftigt, die weniger mit dem Mainstream zu tun haben.  Normalerweise ist das auch richtig, das dritte Studioalbum der 30-Jährigen ist allerdings nun von so vielen Musikmedien in den Fokus genommen worden – eben auch jenen eher Charts-fernen von ihnen – dass man hier einfach das Bedürfnis hat, sich mit dem Werk auseinanderzusetzen. Jetzt mal unabhängig davon, dass Kesha bereits mit den Flaming Lips zusammengearbeitet hat – einer eher dem „Indie“ zuzurechnenden Formation. Irgendetwas muss diese Platte haben, dass sie – jetzt nur auf die Musik bezogen, nicht auf private Angelegenheiten von Kesha – eine solche Aufmerksamkeit generiert, vor allem zu wirklich großen Teilen mit sehr positiven Kritiken bedacht wird, sowohl national als auch international. Die Tatsache, dass der NME mal ein Album mit Lobeshymnen überschüttet, ist jetzt vielleicht keine riesige Überraschung , aber egal ob Pitchfork, Rolling Stone, The Guardian, ja selbst Anthony Fantano („The internet’s busiest music nerd“) von The Needle Drop – der ja mal gerne kräftig austeilen kann –, sie sind alle ziemlich angetan von Rainbow. Es ist keinesfalls so, dass man es der Künstlerin nicht gönnen würde, sie hat ja auch wirklich viel durchgemacht in den letzten Jahren. Ihre Bulimie beispielsweise, vor allem der Rechtsstreit mit dem Produzenten Dr. Luke. Hier bei hicemusic weiß man allerdings dann doch zu wenig über die Angelegenheiten, so dass man sich diesbezüglich nicht eindeutig positionieren kann/möchte. Es soll ja sowieso um die Musik gehen, aber da bleiben doch einige Fragezeichen stehen. Was ist so großartig daran? Es erschließt sich dem Schreiber dieser Zeilen nicht. Die feministische Botschaft, die es nach all den Erlebnissen Keshas vermittelt, die ist tatsächlich stark und zeichnet das Album aus. Die Gäste (Dolly Parton, Eagles Of Death Metal, The Dap-Kings Horns) sind gleichfalls ideenreich ausgewählt. Jedoch das Musikalische reißt hicemusic nicht vom Hocker, die Musik lässt seiner Meinung nach nur vereinzelt abwechslungsreiche Ideen aufblitzen. Ihr könnt ihm gerne helfen, klärt ihn darüber auf, was dieses Album in klanglicher Hinsicht so stark oder zumindest gut/okay macht, solange bleibt man hier eher ratlos zurück!

Note: 3,0 (dies soll keine Festlegung sein)

http://www.keshaofficial.com/

 

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Kurzkritik – August

EMA, Liars, Nadine Shah und The War On Drugs in der Kurzkritik – August:

https://hicemusic.wordpress.com/august-2017/

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