Foals – Life Is Yours

VÖ: 17.06.2022

Label: Warner

Genre: Dance-/Indie-Rock / Disco

Ich wiederhole hier an dieser Stelle nicht nochmal im Detail, wie die mittlerweile zum Trio zusammengeschrumpften Oxforder Foals sich damals – anno 2008 – in die Herzen aller Indie Rock-Fans und vor allem der Kritiker/innen (mit Ausnahme der von Pitchfork) gespielt haben und noch einmal mit ihrer Musik – neben Formationen wie Vampire Weekenddas Genre frisch gehalten haben (u.a. mit Afrobeat und Math-Rock). Seit einigen Jahren geht es ja in Richtung Dance-Rock mit den Songs, was ja vor allem auf den beiden Everything Not Saved Will Be Lost – Alben (2019) sehr klar gemacht wurde. Allerdings haben diese Neuausrichtung bzw. Weiterentwicklung nicht alle Kritiker/innen goutiert, eher im Gegenteil wurde den Briten kreativer Stillstand vorgeworfen. Wenn man sich nun die Bewertungen der verschiedenen Musik-Zeitschriften und -portale zu dem neuen, von einigen namhaften Produzenten (u.a. Dan Carey) mitgestalteten Werk Life Is Yours anschaut, so lässt sich ja schon im Vorhinein vermuten, dass da wieder irgendetwas „Kontroverses“ veranstaltet wurde. Oder ist es wieder zu wenig innovativ alles? Nun, sonderlich wagemutig ist das nicht, ich kann diesen funky, ziemlich eingängigen Songs allerdings schon etwas abgewinnen, da sie für ich alles andere als eine Anbiederung an „Mainstream-Hörer“ darstellen, sondern schon interessant ausgestaltete, vor allem rhythmisch vielseitig angelegte Strukturen bieten (die teilweise fast schon wieder in Richtung der Experimente auf Antidotes geht). Sie vermitteln vor allem eines: unheimlich viel Spaß und laden zum Tanzen ein. Und ist das nicht nach all dem, was auf der Welt so passiert, auch mal wichtig? Oder findet ihr das Album auch eher wenig inspirierend? Was ist eure Meinung? Ich bin sehr gespannt auf eure Reaktionen!

Note: 2,3

https://lifeisyours.foals.co.uk/

                       

The Range – Mercury

VÖ: 10.06.2022

Label: Domino

Genre: Electronica / Experimental

Monat der Comebacks, Part 4: Vor einigen Jahren – es muss die Zeit gewesen, als der US-amerikanische Produzent James Hinton alias The Range sein Studioalbum Potential (2016) veröffentlichte – fragte mich ein Freund, ob ich von diesem bereits gehört hätte. Hatte ich damals noch nicht, doch ich fand insbesondere das besagte Werk ziemlich spannend, da hier Tracks sich spielerisch leicht zwischen Electronica und Experimental bewegten und neue Ansätze gewagt wurden. Es wurde ja auch einiges an Aufwand betrieben, unter anderem hat Hinton wohl aus über 200 Stunden YouTube-Material seine Samples gesammelt und einzigartige klangliche Mixturen erschaffen (er soll auch einige von den Personen, deren Stimmen gesamplet wurden, an dem Gewinn der LP beteiligt haben). Ich stieß dann auf ein weiteres Album von The Range, nämlich den Vorgänger Nonfiction (2013), der ebenfalls schon diesen Wagemut in all seinen Facetten erkennen ließ. Soll doch einer mal behaupten, es kämen aus dem Bereich der elektronischen Musik keine Innovationen mehr. Nun, nach eben diesen 6 Jahren Pause seit Potential kommt Mercury nach dem ersten Hören vielleicht nicht direkt innovativ herüber, doch wenn dem Werk etwas Zeit gewidmet wird, dann eröffnen sich einem schon viele atmosphärische Klangstrukturen, die dem Hörer musikalische Ausflüge u.a. in R&B/Soul, Hip-Hop und – klar – verschiedene Stilarten der Electronica bieten. The Range hat seine Sounderkundungen ganz sicher noch nicht beendet!

Note: 2,3   

http://www.therange.us/

  

hicemusic Live Show – 20. Sendung!

„hicemusic Live Show“

Sonntag, 03.07.2022, 18 Uhr

http://laut.fm/hicemusic

Inhalt:

„I’ll be back“ – Die größten musikalischen Comebacks



Ihr könnt über das Programm mitbestimmen! 

Bei Ideen, (Verbesserungs-)Vorschlägen, Tipps, Fragen oder sonstigen Kommentaren schreibt gerne an folgende Adresse: hicemusic@hice.de  

Oder auch über die verschiedenen Social Media – Kanäle von hicemusic (siehe unten)

hicemusic – Social Media:

Bitte gerne folgen 😉

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Weitere Infos!

Eine moderierte monatliche Show bei hicemusic!

Ich, Niko von hicemusic, präsentiere euch jetzt immer einmal im Monat sonntags um 18 Uhr spannende und vielfältige Musik aus Pop, Rock, Dance & Avantgarde! Kultiges, Seltenes, Klassiker und vieles mehr!

Ersttermin: Ende des Monats

Wiederholungen:

  • an den anderen Sonntagen des Monats, 18 Uhr
  • freitags, 20 Uhr

Viel Spaß beim Hören!

hicemusic Live Show: Sendung 19 – Playlist

hicemusic Live Show: Sendung 19 – Playlist

hicemusic Live Show

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Inhalt der 19.Sendung:

„Humor ist wenn man trotzdem singt“ – Lustige Lieder

Playlist:

POL1Z1STENSOHN a.k.a. Jan Böhmermann – Ich hab Polizei

Kinderzimmer Productions – Wir sind da wo oben ist

Homeboy Sandman – Fat Belly

Peter Fox – Schüttel deinen Speck

Kero Kero Bonito – Trampoline

Kaoma – Lambada

Ideal – Monotonie

Bananafishbones – Easy Day

Götz Widmann – Ich liebe mich

Otto Waalkes – Dänen lügen nicht

Otto Waalkes – Wir haben Grund zum Feiern

Helge Schneider – Katzeklo

Helge Schneider – Das Huhnlied

Harpe Kerkeling – Hurz !!!

R.I.P. Uli feat. Harpe Kerkeling – Helsinki Is Hell

Pomm Fritz – Die Fischerin vom Bodensee

Blutjungs – 2 Ringe

Team Scheisse feat. SFR – Rein ins Loch

J.B.O. – Bolle

Cartoons – Witch Doctor

Tiny Tim – Tip Toe Thru‘ The Tulips With Me

Gebrüder Blattschuss – Früh-Stück

(Otto Waalkes – Dänen lügen nicht ist momentan bei Spotify nicht verfügbar)

http://laut.fm/hicemusic

Kendrick Lamar – Mr. Morale & The Big Steppers

VÖ: 13.05.2022

Label: Interscope

Genre: (Conscious-)Hip-Hop

Es kommt nicht selten hier in der „Kontrovers“-Sparte vor, dass ein Album sehr gut ist, aber einfach aufgrund der hohen Erwartungen, die ich dann anhand der grundlegend positiven Reviews, von vornherein an das Werk stelle, diesen nicht ganz so entsprechen kann. Das ist ja im Grunde nicht schlimm, aber oft für mich persönlich interessant. Der in ein paar Tagen 35 Jahre alt werdende US-Amerikaner Kendrick Lamar hat zuvor vier großartige Studio-Alben herausgebracht, vor allem Good Kid, M. A. A. D. City (2012) und To Pimp A Butterfly (2015) gelten auch in meinen Augen nicht ohne Grund als absolute Meilensteine. Bei letztgenanntem Werk habe ich mich damals mit meiner Wertung doch recht zurückgehalten, was ich selbst aus heutiger Sicht nicht so recht verstehe. Denn sowohl in musikalischer als auch sozialpolitischer Hinsicht ist es überaus bedeutend, man denke da nur an Songs wie I oder King Kunta, die aus so vielen Gründen für Furore gesorgt haben! Jetzt ist 5 Jahre nach dem ebenfalls beeindruckenden Damn endlich wieder ein neues Album von Lamar erschienen – es handelt sich bei Mr. Morale & The Big Steppers gar um ein Doppelalbum –, das erneut ein klares Bild der aktuellen sozialpolitischen Lage zeichnet. Doch diesmal geht es auch um die Verarbeitung eigener Erlebnisse und Gefühlseindrücke. Dazu gibt es erneut eine Menge innovativer Ideen, die in die Musik einfließen und den Hip-Hop den unterschiedlichsten kaum zu überblickenden weiteren Stilrichtungen öffnet. Dazu so viele spannende Features wie Beth Gibbons (Portishead), Ghostface Killah oder Sampha (aber auch sehr umstrittene wie Kodak Black).  Das Album ist wirklich absolut beeindruckend, keine Frage. Doch trotzdem möchte ich Mr. Morale & The Big Steppers hier in dieser „Kontrovers“-Sparte aufführen, um auch bei euch abzuklopfen, ob ihr es auch für das Meisterwerk haltet wie so viele Kritiker/innen jetzt schon. Oder ist das doch übertrieben? Vielleicht bin ich aber auch viel zu zurückhaltend wie damals bei To Pimp A Butterfly. Auf eure Meinungen bin ich sehr gespannt!

Note: 2,0 (nach den ersten Eindrücken, durchaus mit Potential nach oben)  

https://oklama.com/

             

Arcade Fire – WE      

VÖ: 06.05.2022

Label: Columbia

Genre: Indie-/Folk-Rock / Dance-Pop

Gestern hörten meine Schwester und ich das neue Album der kanadischen Indie-/Folk-Rocker Arcade Fire. Sie meinte, dass sie sehr begeistert von dem sechsten Werk sei und fragt mich schon seit ein paar Wochen, wie ich dazu stehe. Ich sagte eher unfreiwillig etwas, das bei genauerer Betrachtung irgendwie kennzeichnend für WE steht. Denn ich meinte, dass ich das Album so spannend fände, weil hier Bewährtes zu hören sei, ich die neue Herangehensweise an die Komposition der Stücke heraushören würde. Dann pausierte, dachte dass das doch ein Widerspruch sei. Meine Schwester sagte dann, dass das wohl das Geheimrezept sei. Ich finde, dass sie Recht hat, denn man hört einerseits diese Electro-/Disco-/Dance-Pop-Experimente heraus, die die kanadische Band bei Everything Now (2017) und insbesondere bei Reflektor (2013) in den Arcade Fire-Sound einfließen ließen. Zum anderen kommen auch die klanglichen Strukturen wieder verstärkt zum Vorschein, welche die ersten drei Werke prägten. Vor allem: man lässt sich viel Zeit! Man versieht die Songtitel mit Teil 1, Teil 2 etc., lässt die Lieder sich über mehrere Minuten entwickeln, gibt ihnen fast schon einen progressiven Charakter. Wahrscheinlich auch, um diesen recht häufig zu vernehmenden Vorwurf zu widerlegen, man mache nur noch Musik für die Massen. Vielleicht war es auch eine super Wahl, sich für Nigel Godrich als Produzenten (hat u.a. für Radiohead, Air oder R.E.M. gearbeitet) zu entscheiden, der da sicherlich geholfen hat, neue Soundimpulse und -ideen einfließen zu lassen. In den Texten widmet man unter Bezugnahme auf den dystopischen Roman We des Schriftstellers Jewgeni Samjatin (daher sicherlich der Albumtitel) Themen wie den Verlust von Individualität in einem Überwachungsstaat, die Nachwehen der Trump-Regierung und unterwirft generell sozial-politische Begebenheiten einem kritischen Blick. Insgesamt merkt man, dass Arcade Fire weiterhin einen sehr explorativen Stil pflegen, ihr Sound weist immer noch individuelle Formen auf. Mir gefällt das sehr. Liebe Ninja, du kannst beruhigt sein, We ist auch für mich ein tolles Album geworden, ganz wie du es gemeint hast! 😊

P.S.: Als ich es noch nicht wusste, habe ich bei Unconditional II (Race And Religion) gedacht, dass Win Butler sich jetzt mit seiner Stimme sehr dem Peter Gabriel angenähert hat, nur um dann festzustellen, dass der große Sänger selbst hier tatsächlich gastiert hat. Ich habe mich wirklich sehr gefreut, da die Sympathien füreinander ja schon längere Zeit beiderseits bekundet wurden (u.a. hat der 72-Jährige im Rahmen seines 2010er-Albums Scratch My Back auch My Body Is A Cage von den Kanadiern gecovert; in der Folge boten Arcade Fire dann eine Neuinterpretation von Games Without Frontiers auf dem 2013er-Werk And I’ll Scratch Yours).    

Note: 2,0

https://www.arcadefire.com/

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