Best Of 2010-2019: Angel Olsen – All Mirrors

VÖ: 04.10.2019

Label: Jagjaguwar

Genre: Dream-/Baroque-/Art-Pop / Indie-Rock

Angel Olsen hat bereits mit Burn Your Fire For No Witness (2014, Platz 26 in Pitchforks „The 200 Best Albums of the 2010s“) sowie My Woman (2016) großartige Werke vorgelegt, die eigentlich in eine solche Liste gehören. Ich fand aber insbesondere All Mirrors – Studioalbum Nummer Vier – genial, auf dem die 32-Jährige erneut eine fantastische Melange aus Indie-Rock und ambitionierten Pop-Stilen erschafft, dazu immer wieder eine gewaltige Prise Folk, Soul und Country. Die künstlerische Weiterentwicklung ist tatsächlich – wie bereits in der Besprechung des Albums erwähnt – stets feststellbar. Nun ist alles noch opulenter orchestriert, das Songwriting ist absolut brilliant! Die Texte sind hintergründig und beschäftigen sich vielfältig mit Themen über menschliche Beziehungen, ihre Eigenarten und Tücken. Das geschieht äußerst direkt, und spart auch düstere Perspektiven darauf nicht aus. Dies alles gipfelt in unvergleichlichen Songs mit herausragenden Melodien wie z.B.  Lark und All Mirrors! Geniale Künstlerin, schon jetzt! Vor allem diese Stimme!

Album-Review: https://hicemusic.wordpress.com/2019/10/11/angel-olsen-all-mirrors/ (Note: 1,7)

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The Who – Who

VÖ: 06.12.2019

Label: Universal

Genre: Rock

Ich bin ja zunächst davon ausgegangen, dass es sich angesichts der Weihnachtszeit um eine weitere Best-Of-Compilation der größten Hits von The Who handeln würde. Dann wurde es mir klar: nein, die britischen Rock-Giganten haben doch tatsächlich ein neues reguläres Studiowerk veröffentlicht. Unglaublich! Klar, man ist von ihnen gewohnt, dass sie seit den frühen Achtzigern mal weg waren, dann plötzlich wieder auf der Bildfläche auftauchten, seit 1996 ja wieder recht regelmäßig. In Sachen Studioalbum ist man da aber schon seltenere Lebenszeichen gewohnt, nach der 1982er-Veröffentlichung It’s Hard kam da ganze 24 Jahre nichts mehr. 2006 war plötzlich Endless Wire da. So richtig Freude kam vielleicht nicht auf, obwohl die eine oder andere gute Reaktion der Kritiker/innen dabei war. Ich muss zugeben, dass ich höchstens ein, zwei Songs von dem Album gehört habe, mein Interesse war nicht wirklich geweckt. Es ist ja bei den legendären Bands so, dass man – gerade wenn man sie so liebt / geliebt hat – nicht enttäuscht werden möchte. Es ist schnell passiert, dass diese dann nicht mehr mit dem Zeitgeist mithalten können oder verkrampft versucht wird, die „good old days“ wieder herauf zu beschwören. So ein bisschen hatte sich das Gefühl bei mir eingestellt. Ich kenne nicht alles von The Who, halte sie aber natürlich ebenfalls für absolut einflussreiche Legenden. Mein Vater erzählte damals von legendären Live-Auftritten der Band, in denen Konzertsäle, Instrumente und was nicht alles zerstört worden seien. Ich denke, dass Endless Wire von mir deshalb vorsichtig behandelt wurde, damit dieser Status nicht verloren geht in meinen Augen. Das neue Album Who, das nun wieder geschlagene 13 Jahre später erscheint (es gab zwischendrin u.a. eine Solo-LP von Roger Daltrey), habe ich erneut vorsichtig rezipiert. Die Kritiken sind ja wieder durchaus gespalten, allerdings habe ich es ebenso bereits in Jahresbestenlisten gesehen. Jetzt meine Einschätzung: ich finde das Album nicht supertoll, es ist jedoch okay! Es klingt teilweise sogar recht modern, bietet feine Instrumentierungen. So funktionieren ein paar Songs wirklich gut. Klar, es gibt auch etwas altbackenes Material, manche Texte funktionieren in ihrer soziopolitischen Kritik nicht wie sie vielleicht sollten. Dennoch bin ich insgesamt recht angetan! Wie geht es euch mit diesem Comeback-Album? Auf eure Meinungen bin ich gespannt!

Note: 2,7

 

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The Music Of 2019 – Part 3

Bis Silvester gibt es hier nun schrittweise meine Rückschau auf das Jahr 2019!

Heute „Meine liebsten Newcomer“, „Meine liebsten Comebacks“ und „Meine liebsten deutschsprachigen Acts“ hier:

https://hicemusic.wordpress.com/the-music-of-2019/

Viel Spaß 🙂

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Best Of 2010-2019: Lana Del Rey – Norman Fucking Rockwell!

VÖ: 30.08.2019

Label: Universal

Genre: (Dream-/Indie-/Chamber-)Pop, Psychedelic-/Folk-Rock

In meiner Kurzkritik zu Norman Fucking Rockwell!, das von euch im übrigen mit überwältigender Mehrheit zum Album des Monats August 2019 gewählt wurde, schrieb ich damals: „Auf jeden Fall ist dies ein qualitativ hochwertiges Album einer nach wie vor spannenden Künstlerin. Aber ist das wirklich so genial, wie es größtenteils in (vor allem in den internationalen) Musikkritiken gesehen wird? Da möchte ich mich etwas zurückhalten.“ Ich vergab eine 2,0 mit Potential nach oben. Nur vier Monate später ist für mich klar: es ist genial, ein verdammt vielfältiges Werk, deren Musikstil mit den oben Genre-Bezeichnungen nur im Ungefähren umrissen ist. Lana Del Rey ist eben nicht „nur“ auf Video Games zu beschränken, da ist noch so viel mehr, die Künstlerin scheut keine neuen musikalischen Ufer. Ihr Songwriting ist überwältigend! In den Texten werden Themen behandelt, die Nostalgie und positive Gefühle hervorrufen können (z.B. jene Werke von Norman Rockwell), gleichzeitig wird dies alles andere als unkritisch betrachtet, es wird direkt und detailliert hinter die Kulissen geschaut. Ein imposantes Werk von einer der spannendsten und wichtigsten Künstlerinnen unserer Zeit!

Album-Review: https://hicemusic.wordpress.com/august-2019/  (Note: 2,0; mit Potential nach oben; bitte ein wenig herunterscrollen)

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The Music Of 2019 – Part 2

Bis Silvester gibt es hier nun schrittweise meine Rückschau auf das Jahr 2019!

Heute „Meine besonderen Erwähnungen“, „Mein Geheimtipp“ und „Mein Guilty-Pleasure Song“ hier:

https://hicemusic.wordpress.com/the-music-of-2019/

Viel Spaß 🙂

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Best Of 2010-2019: FKA Twigs – Magdalene

VÖ: 08.11.2019

Label: XL

Genre: Art-Pop / R&B / Electronica

Ich mach es heute mal kurz, ohne damit diese Album natürlich herabwürdigen zu wollen. Ganz im Gegenteil, es ist ein ganz großes Werk…und das jetzt schon, es wird seine Wirkung noch weiter entfalten, da bin ich mir sicher! Die Britin Tahliah Debrett Barnett hat nach dem schon großartigen LP-Debüt sowie vieler weiterer EPs und Singles – die ihren Status als herausragende, sich um Unkonvenionalität verdient gemachte Künstlerin aufgebaut haben – diesen nun kraftvoll mit dem Zweitling Magdalene untermauert. FKA Twigs verarbeitet ihre persönlichen, oftmals schwierigen Erlebnisse und Eindrücke der jüngsten Vergangenheit in den Texten und unterfüttert sie mit ambitionierten, vielschichtigen Sounds, die nicht weniger als die Zukunft des Pop definieren (können)!

Album-Review: https://hicemusic.wordpress.com/2019/11/23/fka-twigs-magdalene/ (Note: 1,7; mit Potential nach oben)

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The Music Of 2019 – Part 1

Ab heute bis Silvester gibt es hier nun schrittweise meine Rückschau auf das Jahr 2019!

Heute „Mein enttäuschendstes Album“ und „Mein schlechtestes Album“ hier:

https://hicemusic.wordpress.com/the-music-of-2019/

Viel Spaß 🙂

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Best Of 2010-2019: Nick Cave & The Bad Seeds – Ghosteen

VÖ: 04.10.2019

Label: Ghosteen

Genre: (Avant-/Alternative-)Rock / Ambient

Nick Cave schließt mit diesem Album seine geniale Trilogie mit den Bad Seeds ab, nach Push The Sky Away (2013) und Skeleton Tree (2016) kommt nun das wieder großartig instrumentierte, mit einigen neuen Ideen auftrumpfende Ghosteen. Welches Werk man auch persönlich am besten findet, es ist vielleicht ratsam, alle drei als Gesamtpaket zu sehen, als Nachweis dafür, dass die Australier eine der wichtigsten Protagonisten dieser Dekade sind, mit gleich drei Meilensteinen. Nach dem verständlicherweise sehr düsteren Skeleton Tree – das ja unter dem Eindruck von Caves Sohn entstand -, schien es bei all dem Schmerz wieder ein bisschen Optimismus für den australischen Künstler zu geben. Nicht falsch verstehen, Ghosteen ist immer noch voll von traurigen Momenten, das Düstere verschwindet natürlich nicht vollständig – wie kann es aber auch nach so einem Verlust? -, doch ein Schimmer Hoffnung scheint hier ab und zu durch. Das war auf dem Vorgänger feststellbar, doch hier ist es eindeutiger, es wird immer wieder Trost gespendet. Und das ist ja auch das,was man Nick Cave wünscht: dass er wieder optimistisch sein kann!

Album-Review: https://hicemusic.wordpress.com/oktober-2019/ (Note: 1,3; mit Potential nach oben; bitte ein bisschen herunterscrollen)

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Best Of 2010-2019: Tocotronic – Die Unendlichkeit

VÖ: 26.01.2018

Label: Vertigo

Genre: Indie-Rock/-Pop

Diese Band ist einfach unglaublich! Über Schall und Wahn (2010) habe ich ja bereits geschrieben, dass von den Hamburgern immer wieder Neues zu erwarten ist, dass sie im Bereich des Indie-Rock/-Pop immer wieder die verschiedensten Wege suchen, mit teils ausgesprochen hintergründig-anspruchsvollen Texten, in denen sich wiederum den unterschiedlichsten Künsten gewidmet wird, um dann Bezug auf aktuelle Geschehnisse und Phänomene zu nehmen. Das war schon in der Vergangenheit der Formation so, da gab es in den beiden vorigen Jahrzehnten einige große Werke. In dieser Dekade eben jenes Schall und Wahn, dann das unterschätzte „romantische“ Tocotronic (Das rote Album) (2015) und vor allem das hier nun aufgeführte Die Unendlichkeit, auf dem Tocotronic sich Themen widmen, die sie vor allem persönlich betreffen, z.B. auf die Jugendjahre des Sängers Dirk von Lowtzow in Baden-Württemberg. Es wird in den Texten zudem ein Blick in die Gegenwart als auch die Zukunft gerichtet, pointiert und selbstironisch. Zugegebenermaßen ist es manchmal schwer, sich nicht in den ganzen Details zu verlieren. Das ist eben das Spannende! Die Musik bietet jedenfalls wieder einige neue Ideen, auch wenn immer mal wieder ein Bezug auf die musikalische Vergangenheit der Band festzustellen ist. So oder so, ein überaus vielschichtiges, wunderbares Album!

Album-Review: https://hicemusic.wordpress.com/2018/02/04/tocotronic-die-unendlichkeit/ (Note: 2,0; mit Potential nach oben)

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Best Of 2010-2019: Mouse On Mars – Dimensional People

VÖ: 13.04.2018

Label: Thrill Jockey

Genre: Electronica / Experimental

Ich habe damals Folgendes über das Album geschrieben: „Es braucht Zeit, ich muss Dimensional People auch noch in seiner Gesamtheit erfassen, ich bin mir aber ziemlich sicher: das hier ist ganz groß!“ Dieses Mal hatte ich es erahnt, denn ich bin der Meinung, dass das Werk der Köln-Düsseldorf-Connection fast sogar ein bisschen unterschätzt wird, obwohl es von der Musikkritik vielfach gelobt wurde. Mouse On Mars war schon immer groß, sie waren in meinen Augen die deutschen Repräsentanten jenes innovativen Electronica/Experimental-Sounds, den man vor allem aus Großbritannien in den 1990er Jahren kannte (vor allem aus der Warp-Schmiede um Aphex Twin, Autechre etc.). Da sind dann einige Klassiker entstanden, z.B. Iaora Tahiti (1995), Autoditacker (1997) und Glam (1998)…und das für die letzte Dekade des 20. Jahrhunderts.  In den 2000ern hat mir insbesondere Idiology (2001) gefallen, aber auch das mit Mark E. Smith unter dem Projekt Von Südenfed entstandene Tromatic Reflexxions (2007). Aber wie war das mit diesem Jahrzehnt? Mir hat Parastrophics (2012) zugesagt, doch hier auf Dimensional People haben sie eben jenen Sound produziert, der aufgrund seines breiten klanglichen Spektrums beeindruckt. Klar, die vielen spannenden Bereiche der Electronica haben Jan St. Werner und und Andi Toma schon vorher ausgiebig erforscht, aber sie bleiben neugierig und liefern immer wieder Atemberaubendes! Insbesondere wenn sie dann noch innovative Klassik-, Jazz- und World Music-Elemente so genial dabei einarbeiten. Nicht weniger als ein weiterer Meisterstreich aus der Feder von Mouse On Mars (mit namhaften und relevanten Gästen wie Bon Ivers Justin Vernon, Aaron und Bryce Dessner von The National)!

Album-Review: https://hicemusic.wordpress.com/2018/04/28/mouse-on-mars-dimensional-people/ (Note: 2,0; mit Tendenz nach oben)

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