Best Of 2010-2019: David Bowie – Blackstar

VÖ: 08.01.2016

Label: Columbia

Genre: Art-/Experimental-Rock / Jazz

Im Musikexpress gibt es derzeit einen spannenden Artikel (Stephan Rehm Rozanes / André Bosse, Rest In Pop, In: Musikexpress, 12/2019, S. 22 ff.), in dem unter anderem über Alben von Künstler/innen geschrieben wird, die posthum erschienen sind und inwiefern diese im Sinne der Betreffenden seien. Natürlich geht es da auch um David Bowie (der auf dem Cover zu sehen ist). Da sind ja einige Veröffentlichungen in seinem Namen gefolgt (Live-Mitschnitte, Wiederveröffentlichungen, Sammlungen etc.). Um die soll es jetzt nicht gehen, denn die Legende hat – wir wir nun wissen – mit Blackstar ein würdiges und geniales Abschiedswerk abgeliefert, an seinem 69. Geburtstag und zwei Tage vor seinem Tod. Es wird sicherlich nicht nur mir so gegangen sein, dass ich es kaum fassen konnte, als ich die Nachricht bekommen habe. Bowie soll 2015 die Leberkrebsdiagnose erhalten haben, hielt sie aber öffentlich lange geheim. Demzufolge bekommen die düsteren, beklemmenden, aber auch beeindruckenden Bilder in den Videos zum Titelsong und Lazarus einen Sinn, lassen einiges in einem anderen Licht erscheinen. Ich muss zugeben, dass ich das Album zunächst erst „nur“ sehr gut fand, doch aus heutiger Sicht empfinde ich es als Meisterwerk. Allerdings lege ich auf Folgendes Wert: Blackstar ist nicht nur im Kontext von Bowies Tod so brilliant, es ist es auch darüber hinaus! Nach einer schwierigen Phase in den 1980er Jahren, einer wechselhaften in den 1990er Jahren sowie einer okayen Zeit in den 2000er Jahren, gab es in dieser Dekade ein richtig gutes Werk (The Next Day aus 2013) sowie eben diesen unbestrittenen Meilenstein! Bowie war so kreativ und stark wie lange nicht mehr! Ein textlich starkes Album, auf dem Bowie sich den modernen Musikströmungen gegenüber offen gibt, dafür mit interessanten Musiker(inne)n zusammenarbeitet und seinen Stammproduzenten Tony Visconti einlädt. Inspiriert von Acts wie Kendrick Lamar, Flying Lotus, Boards Of Canada, Death Grips usw. gibt es hier unkonventionelle Pop und Rock-, Jazz-, Electro- sowie sogar Hip-Hop und Folk-Elemente als auch weitere, in dessen Klangkosmos nicht unbedingt zu erwartende Genres zu hören. Absolut majestätisch! R.I.P., lieber David, wir vermissen dich sehr!

Album-Review: https://hicemusic.wordpress.com/januar-2016/ (keine Note, lediglich in den Kurzkritiken besprochen)

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9 Antworten zu Best Of 2010-2019: David Bowie – Blackstar

  1. Ekko San Music schreibt:

    David Bowie war ist und bleibt ein Musik-Titan! Zwar muss ich (leider) zugeben, kaum eines seiner Werke zu kennen 😅 aber ich weiß, dass er seine kreativste Phase in Berlin hatte. Er soll einmal über die Weltstadt gesagt haben, dass er sich nie wieder so frei gefühlt hat, wie dort. Muss mir unbedingt noch das Hörspiel dazu anhören. 🤔 Als Schauspieler hat er mir übrigens auch sehr gefallen. Er war ein vielschichtiger, sehr talentierter Künstler. 😀
    Finde es auch echt tragisch, dass er tot ist. 😢 Warum nur mussten die Pioniere und Meister ihrer Zeit schon so schnell die Bühne verlassen? 😢😢 David Bowie, Michael Jackson, Prince … 😦

    • hicemusic schreibt:

      Da sagst du was, sehr traurig. Gerade 2016 sind ja einige Ikonen leider von uns gegangen ☹️ ja, David Bowie ist großartig, seine Musik ist einzigartig. Selbst den weniger guten Songs kann ich irgendwie etwas abgewinnen… Ich liebe auch die Alben seiner Berlin-Phase! Das Hörspiel sollte ich auch einmal hören oder seine Filme sehen! Ein schönes Wochenende und danke für dein Feedback!

      • Ekko San Music schreibt:

        Die David Bowie Hörspiel-Doku hatte ich mir damals mal runtergeladen, hab es aber jetzt bei meiner Recherche nicht wieder gefunden. Wurde wohl gelöscht. Zum Glück hat es ein netter Mensch auf Youtube hochgeladen: 🙂 https://www.youtube.com/watch?v=iMkqph_d4IQ
        Und seine Filme, kann ich mich wage erinnern, waren „Die Reise ins Labyrinth“ und „Der Mann der vom Himmel fiel“. In letzterem spielt er ein Alien, was auf den Planeten Erde kam, um sich für seinen Planeten Wasser zu holen. Ich weiß noch, dass mich beide Filme sehr fasziniert hatten. 😀
        Dir ebenso ein schönes Wochenende. 🙂 Und: Bitte. ^^

      • hicemusic schreibt:

        Dankeschön. Werde ich mir mal zu Gemüte führen. Viele Grüße 😊

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  3. Stephanie Jaeckel schreibt:

    Ich habe auf dem Rückflug aus LA ein Hörbuch auf den Ohren gehabt, in dem jemand über die Bedeutung von David Bowie auf sein Leben erzählte. Das war so irre, weil er sich noch an die erste Platte erinnerte, da war er acht oder so – und wie ihm diese Musik eine neue Welt eröffnete. Lebensbegleitende Lieblingsmusik, und was das an Möglichkeiten bietet, vom eigenen Weg abzuschweifen, bzw. zu erkennen, dass es so viele Wege gibt. Blöderweise kann ich mich gerade nicht an den Namen des Autors erinnern. Aber das hat mir Bowie gerade wieder sehr nah gebracht – von seiner Musik natürlich mal ganz abgesehen…

    • hicemusic schreibt:

      Klingt sehr spannend 👍 vielleicht fällt dir der Name des Autors noch ein. Kann ich mir gut vorstellen, dass dir Bowie und sein Werk sehr nahe gebracht wurde. Viele Grüße und ein schönes Wochenende

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