AnnenMayKantereit – Schlagschatten

VÖ: 07.12.2018

Label: Vertigo

Genre: (Indie-)Rock / (Folk-)Pop

Vor über 2 Jahren schrieb ich hier bei hicemusic – anlässlich der Veröffentlichung des Albums Alles Nix Konkretes –, dass die Jungs von AnnenMayKantereit schon im Vorfeld der Veröffentlichung zu hohen Erwartungen ausgesetzt worden seien. Nach anfänglichen Jubelarien folgten einige Verrisse einiger Fachmagazine oder Zeitungen. Beide Extreme – ob übertrieben negativ oder positiv – waren ganz sicher nicht berechtigt und der Band gegenüber unfair. Denn schon damals war klar, dass Barfuß am Klavier –  durch das die Kölner vorher bekannt geworden warenzwar ein wunderbarer Song ist, aber dass sie noch andere kreative Ideen bieten können, ihren Sound zu variieren verstehen, vor allem auch in textlicher Hinsicht einige weitere frische und sprachlich überzeugende Formulierungen zustande bringen können. So hätte also Alles Nix Konkretes wahrscheinlich schon in die „Kontrovers“-Serie gepasst, diese gab es hier bei hicemusic allerdings damals ja noch nicht. Doch man kann nun ohne Probleme das neue Album in dieser Sparte präsentieren, denn die Bewertungen sind im (unteren) Durchschnitts- bis im Negativbereich anzusiedeln. Nun, ich möchte dies als Anlass nutzen, meine Meinung über AnnenMayKantereit und ihren neuen Tonträger zu äußern. Die negative Reaktionen respektiere ich natürlich, kann sie aber kaum teilen. Na klar, es gibt einige textliche Formulierungen, die mich eher ratlos zurücklassen oder die ich nicht sonderlich aufregend finde. Eine Zeile wie „Die Vögel scheißen vom Himmel“ – egal in welchem Kontext sie generell auch zum Ausdruck gebracht wird – strotzt auch in meinen Augen nicht gerade vor Subtilität. Ebenso fällt es mir  – der sich nun auch schon ziemlich lang in seinen 30ern befindet – schwer, von wesentlich Jüngeren hören zu müssen, wie alt sie doch nun seien, man ja sinngemäß nicht mehr „um die Häuser ziehen würde“ und dass die „glorreichen Zeiten“ – die hier übrigens auch nicht gerade klischeebefreit beschrieben werden (Kiffen, Parties etc.) – ach so lang zurückliegen würden. Manche Reime haben mich zugebenermaßen in ihrer Simplizität fast schon entsetzt. Aber: Die ruhigen Lieder transportieren meiner Meinung nach größtenteils die intendierten Emotionen. Vor allem hat mir Hinter klugen Sätzen – der mit Abstand beste Song auf Schlagschatten – textlich und ebenso musikalisch imponiert. In instrumenteller Hinsicht gibt es kaum etwas zu meckern, da präsentieren die Kölner eine breite Palette. Henning May verfügt immer noch über eine memorable, stets präsente Stimme. Es fragt sich also, weshalb die Reaktionen so negativ ausfallen. Ist das nicht alles dann insgesamt noch um einiges besser als das, was uns manchmal tagsüber aus dem Radio entgegen plärrt? Was ist Eure Haltung zu dem Album? Ich bin sehr gespannt auf Eure Meinungen!

Note: 2,7

http://annenmaykantereit.com/

 

Bilderbuch – Mea Culpa

VÖ: 04.12.2018

Label: Maschin

Genre: Indie-/Funk-Rock, (Future-/Indie-)Pop

Letzte Woche sind zwei Alben von deutschsprachigen Bands erschienen, die in den letzten Jahren die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, wenn wohl auch aus unterschiedlichen Gründen: einmal von den Kölnern Annenmaykantereit (eine Besprechung folgt in Kürze), zum anderen von den Österreichern Bilderbuch. Es ist zumindest so, dass beide Veröffentlichungen von der Kritik nicht „so gut“ aufgenommen wurden. Obwohl, Mea Culpa hat sowohl hohe als auch niedrige Wertungen erhalten. Ich persönlich fand Bilderbuch bisher echt spannend, ihre Musik hält auf ihren vorigen Werken wirklich einige frische Ideen parat, ist moderner Austro-Pop mit internationalem Touch und originellen Texten. Bei hicemusic habe ich auch die beiden Vorgänger Schick Schock (2015) und Magic Life (2017) besprochen! So viel vorweg – Mea Culpa mochte ich zuerst nicht besonders – das neue Album war mir zu kurz, es gab meiner Meinung nach zuviel des Bewährten – z.B. Funk-Rock Sounds mit im Stil von „Oh Baby“ gehaltenen Gesangseinlagen von Maurice Ernst . Nun, nach ein paar weiteren Hördurchläufen relativiert sich das ein wenig für mich. Ich kann insgesamt noch keine genaue Einschätzung treffen. Für mich ist jedoch klar, dass die neue Platte auf keinen die Qualität von Schick Schock erreicht, sie sich in dieser Hinsicht eher an den direkten Vorgänger Magic Life anschließt. Es lassen sich ohnehin ein paar Parallelen feststellen, wobei Mea Culpa im Vergleich melancholischer daherkommt. Ich muss zugeben, mir gefällt manches schon jetzt ziemlich gut, z.B. wie die Streicher-Parts in Taxi Taxi eingesetzt sind. Die Formel klappt insgesamt anscheinend also doch noch größtenteils: die Texte, die alltägliche Probleme interessant und auch mal schräg thematisieren, und dazu die Musik, die sich stilistisch auch einmal in Gefilde wie R&B oder Disco bewegt. Manche Songs haben mich zwar noch nicht so richtig überzeugt, aber das kann sich durchaus ändern! So bin ich (zunächst) ein wenig vorsichtig mit der Wertung, gebe dem Album aber definitiv noch eine Chance!

Note: 2,7 (mit Potential nach oben)

http://www.bilderbuch-musik.at/

 

Spotlight On: Tim Snider

PhotoCredit: Taylor Jenson

Mit Tim Snider möchte ich Euch einen spannenden Künstler ans Herz legen, der bei seinen Live Performances nicht nur durch sein Geigenspiel, sondern auch durch seine Gitarren-, Percussion- und Gesangskünste überzeugt. Dabei entsteht ein Sound, der von Journalisten als „Mischung aus Welt- und Folkmusik, die Herz, Kopf und Füße berührt“ beschrieben wurde. Nach ununterbrochenen Welttourneen als bekannter Violinist der weltberühmten und erfolgreichen Band  Nahko and Medicine for the People nutzt Tim Snider die Tourpause der Band, um selbst auf Tour zu gehen und dabei seine neue EP Vol. 1 – Humanity (VÖ 11.01.2019) zu präsentieren.

 

  • ALBUM:

Vol. 1 – Humanity EP

VÖ: 11.01.2019

PhotoCredit: Taylor Jenson

 

  • VIDEO:

 

  • TOUR:

(die Deutschland-Termine sind fett hervorgehoben)

Di 15.01. Ludwigs Bar | Nürnberg (DE)

Mi 16.01. Viertelbar | Wuppertal (DE)

Do 17.01. Artliners | Berlin (DE)

Sa 19.01. Ølluminati | Viborg (DK)

Mo 21.01. Kaffeesatz | Chemnitz (DE)

Di 22.01. Kupfersaal | Leipzig (DE)

Mi 23.01. Apex | Göttingen (DE)

Do 24.01. Konrad Cafe | Luxemburg (LUX)

Fr 25.01. Pink | Dormagen (DE)

Sa 26.01. Galao | Stuttgart (DE)

So 27.01. Hafen 2 | Offenbach (DE)

Mo 28.01. Tonfink | Lübeck (DE)

Di 29.01. Freundlich und Kompetent | Hamburg (DE)

Mi 30.01. Altes Spital | Viechtach (DE)

Do 31.01. Bar Gabanyi | München (DE)

Fr 01.02. Schutzhaus Zukunft | Wien (AT)

Sa 02.02. Röda | Steyr (AT)

Mo 04.02. Schauspielhaus | Bergneustadt (DE)

Di 05.02. Musigbistrot | Bern (CH)

Mi 06.02. Klangkultur | Davos (CH)

Do 07.02. CULT | Scuol (CH)

Fr 08.02. Kulturpunkt | Flawil (CH)

Sa 09.02. Franks Bodega | Großkarlbach (DE)

 

  • WEB:

http://www.timsnidermusic.com/media/

https://www.facebook.com/timsnidermusic

Album des Monats – November 2018

Ihr habt das Album des Monats November 2018 gewählt.

Sieger sind: The Good, The Bad & The Queen – Merrie Land

Das hätte ich nicht gedacht, ich hatte ehrlich gesagt mit Herbert gerechnet 😉 Trotzdem natürlich eine richtig gute Entscheidung von Euch, Damon Albarn und seine Jungs mit ihrem nach fast 12 Jahren Pause (!) veröffentlichten neuen Werk zu den Siegern des Monats November zu wählen 🙂

 

 

So wurde gewählt:

  1. The Good, The Bad & The Queen – Merrie Land

2. Jens Friebe – Fuck Penetration

3. Herbert Grönemeyer – Tumult

 

Vielen lieben Dank für die rege Teilnahme! Ihr seid die Besten!

Album des Monats November 2018

Wählt bis zum 07.12. das Album des Monats November 2018!

Ihr entscheidet, welche Veröffentlichung „Album des Monats November 2018“  wird.

Zur Wahl stehen diejenigen Alben, die in dem Monat veröffentlicht und bei hicemusic vorgestellt wurden.

Ihr urteilt über die Umfrage „Wie bewertest Du die Musik?“. Das Album mit den besten Werten, also idealerweise mit dem Urteil „Großartig“, gewinnt (je mehr Nennungen, desto besser).

Zur Wahl stehen folgende Alben:

Jens Friebe – Fuck Penetration

The Good, The Bad & The Queen – Merrie Land

Herbert Grönemeyer – Tumult

 

Sowie aus den Kurzbesprechungen unter:

https://hicemusic.wordpress.com/november-2018/

Jean-Michel Jarre – Equinoxe Infinity

Anderson Paak – Oxnard

Jeff Tweedy -Warm

 

Viel Spaß beim Wählen! Vielen Dank jetzt schon an diejenigen, die bereits an den Umfragen teilgenommen haben!

Herbert Grönemeyer – Tumult

VÖ: 09.11.2018

Label: Universal

Genre: Pop / Rock

Am heutigen Samstag wird bei 3sat ein Konzert aus dem vergangenen Oktober gezeigt, in dem Herbert Grönemeyer sein neustes Album Tumult vorstellte. Durch die generelle Berichterstattung, die unterschiedlichen Reaktionen der Kritiker, habe ich mich nun ermutigt gefühlt, es einmal in der Rubrik „Kontrovers“ zur Diskussion zu stellen. Ich habe ehrlich gesagt kaum daran geglaubt, dass ich mich noch einmal mit einem Werk des Sängers beschäftigen würde. Die letzten Veröffentlichungen haben mich überhaupt nicht mehr interessiert, ich fürchtete, dass er zumindest mich nicht mehr überraschen könne. Dies hat er nun getan, worauf ich im Verlauf des Textes noch einmal genauer eingehe. Kommen wir kurz zu meinen Erinnerungen im Zusammenhang mit der Diskografie und öffentlichen Auftritten und Engagements Grönemeyers. Klar, ich habe die Filme gesehen, wie z.B. Das Boot oder auch seine Mitwirkungen an den Corbijn-Werken Control und A Most Wanted Man. Auch dass er Wiederveröffentlichungen über sein Label Grönland Records erwirkt hat (u.a. von Neu!), hat mir imponiert. Natürlich kenne ich auch die Klassiker von ihm, zum Beispiel von 4630 Bochum. Ich kann mich vor allem noch genau erinnern, dass ich vor 16 Jahren – mein Gott ist das lange her – irgendwie das Gefühl hatte, dass bestimmt in jedem deutschen Haushalt die CD von Mensch, dem elften Studioalbum von Herbert Grönemeyer vorrätig sein müsse. Es ist immerhin bis heute der meistverkaufte Tonträger in Deutschland (über 3 Millionen Mal verkauft). Von der musikalischen Qualität bin ich ebenso wie so viele überzeugt, denn es ist dem Sänger gelungen, starke Songs mit emotionalen und anspruchsvollen Texten zu präsentieren. Er verarbeitete unter anderem den Krebstod seiner damaligen Frau und seines Bruders (u.a. auf dem tollen Titelsong und Der Weg). So komme ich nun zu Tumult, denn hier sind im Vorfeld anspruchsvolle, gesellschaftsrelevante Lyrics angekündigt worden (der Release am geschichtsträchtigen 09.11. ist wohl auch kein Zufall). Angesichts aktueller soziopolitischer Geschehnisse und Entwicklungen ruft Grönemeyer zu Toleranz, Demokratiebewusstsein und Zivilcourage  auf, was unter anderem in Doppelherz / İki Gönlüm überzeugend zum Ausdruck kommt. Andere Songs haben ebenfalls gute Texte aufzubieten, sind musikalisch jedoch nicht so kraftvoll. Denn die Balance zwischen vorwärtsbewegenden, rhythmisch variantenreichen und balladenhaften Melodien hält manchmal positive Überraschungen bereit, andererseits gibt es auch Songs, die mir nicht so im Gedächtnis geblieben sind. Aber ein größtenteils positiver Eindruck bleibt bestehen. So würde ich als Fazit sagen, dass Grönemeyer ein Album veröffentlicht hat, das wieder ein wenig aufhorchen lässt, was mich überrascht. Was sagt Ihr dazu? Würde mich über ein Feedback sehr freuen.

Note: 2,7

 

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.

Nach oben ↑