Arcade Fire – Everything Now

VÖ: 28.07.2017

Label: Columbia

Genre: (Indie-/Disco-)Pop, Dance-Rock

Es ließ sich angesichts der gemischten Reaktionen von Fans und Kritikern auf das neue Werk der Kanadier nicht verhindern, die Besprechung in der Sparte “Kontrovers” hier bei hicemusic unterzubringen. Es gibt jene Stimmen, die Everything Now nach dem auch schon umstrittenen Vorgänger Reflektor (2013) nun als eindeutigen Beleg dafür sehen, dass die einstigen Indie Rock-Heroen komplett die musikalische Orientierung verloren haben, sie gar am Tiefpunkt angekommen seien, mit  langweiligem, seelenlosem Disco-Pop für die Massen. Andererseits sind auch viele Kritiker angetan, das fünfte Studioalbum wurde in den Himmel gelobt. So schreibt Christian Steinbrink, dass es ein „(…) faszinierendes Sammelsurium an Stilen und überbordender Kreativität“ sei. Hier bei hicemusic möchte man versuchen, eine Herangehensweise  zu finden, die sich abseits beider Extreme bewegt. Man muss zwar zugeben, dass man schon seit ihren Anfangstagen ein Fan von Arcade Fire ist, somit also ja durchaus ein Risiko besteht, alles durch eine „rosarote Brille“ zu betrachten, die objektive Sicht vermissen zu lassen. Es könnte nur ebenso möglich sein, dass die Formation angesichts ihrer bisher erbrachten Leistungen eventuell zu hohen Erwartungen ausgesetzt ist. So oder so, eine schwierige Ausgangslage, eine Auseinandersetzung erfolgt natürlich trotzdem. Der Titelsong z.B. wurde als erste Single ausgekoppelt, begleitet von einer netten Marketing-Kampagne. Da gab es aber bereits erste kontroverse Reaktionen, angesichts einer eindeutig bei ABBA angelehnten Melodie. Thematisch nimmt man eine sehr pessimistische Haltung gegenüber den sozialen Medien und im Allgemeinen technischen Neuerungen ein. Kann sein, dass der Schreiber dieser Zeilen diesen Song so liebt, weil die Klänge sowie einzelne Passagen in den Lyrics – auch wenn es nicht in den Kontext passt – ihn angesichts eines Trauerfalls in seiner Familie so sehr berühren, aber das Stück gehört zu seinen Favoriten. Creature Comfort, Signs Of Life und vor allem Put Your Money On Me haben ebenso Eindruck hinterlassen. Es ist ihm natürlich bewusst, dass manche Songs nicht wirklich neu sind, sie kaum zu leugnende Ähnlichkeiten zu „Klassikern“ aufweisen. So könnte man beispielsweise Electric Blue mit Sängerin Régine Chassagne als ein nicht ganz so gutes Sprawl II (Mountains Beyond Mountains) sehen, das rockige, gewöhnungsbedürftige Chemistry vielleicht als ein zweites Month Of May etc. Das Album ist insgesamt sicherlich nicht so ergreifend hymnisch wie ihr meisterhaftes Debüt Funeral, so vielseitig, ambitioniert, gleichfalls packend wie das ebenso großartige  The Suburbs, auch die Klasse von Neon Bible und selbst Reflektor wird letztlich nicht erreicht, was aber nicht bedeutet, dass man es hier mit einem Komplettausfall zu tun hat. Auf keinen Fall, mit Hilfe von Thomas Bangaltar (Daft Punk), Geoff Barrow (Portishead) u.a. hat man den auf dem Vorgänger eingeschlagenen Weg zu Dance-/Disco-Pop weiter recht überzeugend fortgeführt (auch wenn der Mitteilteil ein wenig schwächelt).  Oder ist hicemusic hier doch zu subjektiv? Was meint ihr?

Note: 2,3 (nach der ersten Einschätzung)

http://www.everythingnow.com/

 

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3 Antworten zu Arcade Fire – Everything Now

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