Mac DeMarco – This Old Dog

VÖ: 05.05.2017

Label: Captured Tracks

Genre:  Indie-/Psychedelic-Rock

Die Musik von Vernor Winfield McBriare Smith IV alias Mac DeMarco lässt sich nicht einfach einordnen, weshalb schon einige Begrifflichkeiten aufgekommen sind, die sie näher beschreiben sollten, unter anderem „Blue Wave“, „Slacker-Rock“ oder auch „Jizz-Jazz“ . Wie oder wo man auch immer die Sounds verortet,  Fakt ist, dass einige Elemente unterschiedlichster Couleur hier zusammenkommen und eine unheimlich launige und spannende Mischung ergeben. Erinnert in Ansätzen an die frühen Zeiten eines Beck. Schon erstaunlich, könnte man doch bei oberflächlichem Hinhören meinen, man habe es mit sonniger Gute Laune-Pop- und -Surfmusik zu tun. Nichts gegen Künstler wie Jack Johnson, aber da steckt in den Songs von DeMarco schon noch mehr (Spiel-)Witz und Kreativität drin. Bereits ab seiner frühen Jugend hat der 27-jährige Kanadier viel musiziert und experimentiert, sich in vielen Bands engagiert, erste Songs, EPs und Compilations veröffentlicht (u.a. mit Makeout Videtape), produziert (u.a. verschiedene Videoprojekte). Dann folgte das Signing bei Captured Tracks und spätestens mit dem feinen Solo-Debüt  2 konnte er die Aufmerksamkeit der Kritiker auf sich ziehen und wurde in der Folge einem größeren Publikum bekannt – sicherlich auch dank einer Tour mit Phoenix. Nach dem wunderbaren Zweitwerk Salad Days (2014) und der kaum weniger begeisternden, ein Jahr später erschienenen  Mini-LP Another One ist nun das Album This Old Dog da. Es verfügt über dieselbe Eigenschaft wie die tollen Vorgänger, die Lyrics sind erneut äußerst geistreich und es wird ein entspannter, in Glücksgefühlen schwelgender Eindruck vermittelt. DeMarco fährt erneut Sounds auf, die Psychedelisches mit fröhlichen Indie-Klängen kombinieren, dabei Ausflüge in unterschiedlichste Spielarten, fußend in der Pop-Historie unternehmen.  Vor zwei Jahren hieß es hier bei hicemusic, dass der Künstler es nicht mit den leiernden Melodien übertreiben dürfe. Diese gibt es zwar genügend zu hören, aber es wird dennoch mal wieder kurzweilig. Insgesamt nicht so gut wie Salad Days, jedoch macht das alles erneut Spaß. Wirklich bewundernswert, wie er das immer schafft!

Note: 2,3

https://www.mac-demarco.com/

 

Album des Monats – April

Ihr habt das Album des Monats April gewählt.

Sieger ist: Feist – Pleasure

 

So wurde gewählt:

  1. Feist – Pleasure

2. Joe Goddard – Electric Lines

3. Future Islands – The Far Field

Eine sehr gute Wahl, vielen lieben Dank für die Teilnahme!

Album des Monats April

Wählt bis zum 24.05. das Album des Monats April!

Ihr entscheidet, welche Veröffentlichung „Album des Monats April“  wird.

Zur Wahl stehen diejenigen Alben, die in dem Monat veröffentlicht und bei hicemusic vorgestellt wurden.

Ihr urteilt über die Umfrage „Wie bewertest Du die Musik?“. Das Album mit den besten Werten, also idealerweise mit dem Urteil „Großartig“, gewinnt (je mehr Nennungen, desto besser).

Zur Wahl stehen folgende Alben:

Feist – Pleasure

Future Islands – The Far Field

Joe Goddard – Electric Lines

Gorillaz – Humanz

Sowie aus den Kurzbesprechungen unter:

https://hicemusic.wordpress.com/april-2017/

Arca – Arca

Father John Misty – Pure Comedy

Alexandra Savior – Belladonna Of Sadness

Kendrick Lamar – DAMN.

 

Viel Spaß beim Wählen!

Gorillaz – Humanz

VÖ: 28.04.2017

Label: Parlophone

Genre: Elektropop / R&B / Hip-Hop

Die Gorillaz, im Kern ein Projekt des Blur-Frontmanns Damon Albarn sowie des Künstlers (und Erschaffers des Tank Girl-Comics) Jamie Hewlett, stellt – wie wohl bereits hinlänglich bekannt ist – ein virtuelles musikalisches Quartett dar, welches sich auf ihren Alben seit jeher von einer Reihe an exzellenten Gästen unterstützen ließ. Dies war stets von künstlerischem als auch kommerziellem Erfolg gekrönt, die Fusionen der verschiedener Stilrichtungen (unter anderem Spielarten des Rock, Hip-Hop, Reggae, Pop und gar Lateinamerikanischer Musik) als auch der Rückgriff auf einige ihrer bekanntesten und hervorstechendsten Vertreter als Unterstützer funktionierte durchgehend bestens. Ihr 2001 erschienenes, selbstbetiteltes Werk war atemberaubend vielfältig, hielt eingängige, gleichzeitig höchst originelle Songs wie Clint Eastwood, 19-2000 oder auch Rock The House bereit. Der vier Jahre später veröffentlichte Nachfolger Demon Days war kaum weniger fesselnd, hatte ja unter anderem diesen Überhit  Feel Good Inc. aufzubieten. Auf dem Drittwerk von 2010, Plastic Beach, konnte die Erfolgsformel ein weiteres fortgeführt und umgesetzt werden, wieder einmal wurden Gaststars wie Bobby Womack, Snoop Dogg, Lou Reed und Mark E. Smith erfolgreich in das Projekt eingebunden (u.a. ja auch Bruce Willis als Darsteller für das Video zu Stylo hinzugewonnen).  Das im selben Jahr herausgebrachte The Fall wurde allerdings bereits weniger gut aufgenommen. Nun gibt es nach langer Zeit endlich ein Comeback, in Form einer neuen LP. Auf dieser werden – wie zu erwarten war – eine Menge bekannter Supporter aufgeboten (Danny Brown, Vince Staples, Grace Jones, Mavis Staples, Rag’n’Bone Man uvm.) und die von vielen Medien bereits positiv aufgenommen wurde. Allerdings mischen sich auch einige kritische Stimmen herein, was letztlich nicht ganz unbegründet ist. Im Grunde genommen wurden neue musikalische Pfade eingeschlagen, man widmet sich noch mehr als sonst verschiedenen Hip-Hop- und R&B-Sounds („Black Music“). Dies funktioniert stellenweise ganz gut, man wird mitgerissen, andererseits entfaltet es in manchen Momenten nicht das Potential, das es angesichts von Albarn/Hewlett sowie der Gäste durchaus haben könnte oder sollte. Es fehlt insgesamt ein wenig die Kohärenz. So bleibt der Schreiber dieser Zeilen mit gemischten Gefühlen zurück. Vielleicht war die Vorfreude doch zu groß. Was sagt ihr zu der Platte?

Note: 3,0

http://www.gorillaz.com/

 

Feist – Pleasure

VÖ: 28.04.2017

Label: Polydor

Genre: Folk / Blues

Wer erinnert sich noch an dieses wundervolle Musikvideo, in dem die bezaubernde Leslie Feist auf ein Feld rennt, einen Stock in ihren Händen hält und mit diesem auf verschiedene Ölfässer einschlägt, woraufhin jeweils ein beachtliches Feuerwerk entfacht wird? Das alles wurde in einem Shot gedreht, wirkte so simpel und doch so effektiv. Genau, es handelt sich um das Video zu dem Song I Feel It All, der wiederum auf dem sowohl künstlerisch als auch kommerziell erfolgreichen The Reminder (2007) enthalten war. Einige Kinder und Jugendliche – auf jeden Fall jene US-amerikanischer Herkunft – werden sich auch an Feist, zumindest ihre Musik erinnern können, da ein weiterer Song des besagten Albums dort in einer daraufhin konzipierten Version präsentiert wurde:  1234.So oder so, The Reminder ist auch heute noch höchst faszinierend! In Indie-Kreisen war die Kanadierin bereits zuvor nicht unbekannt, sie kooperierte mit einigen Größen, vor allem ihren Landsleuten Peaches, Mocky, Chilly Gonzales sowie natürlich innerhalb des Kollektivs Broken Social Scene, legte zudem bereits 2004 ein beeindruckendes Album mit Let It Die ab. Bereits in früher Zeit stellte sie unter Beweis, dass sie äußerst vielseitig ist, sich nicht von musikalischen Trends lenken lässt. Auf ihrem letzten Werk, dem nun auch schon 6 Jahre zurückliegenden Metals, wurde deutlich, dass sie einen anderen Weg als auf ihrem „Erfolgsalbum“ einschlug. Wies The Reminder noch Hits auf, legte Feist nun Wert auf eine breitere Palette an musikalischen Zutaten und Themen, die eingebaut werden sollten, was sich wiederum in ausgeklügelten Arrangements niederschlug. Dies gilt auch für ihr neues Werk, das in der Mehrheit in Blues/Folk-Manier sehr spartanisch, roh, intim erscheint, dann aber auch mal mit Ausbrüchen überrascht (z.B. einem Mastodon-Sample). Dies passt zu dem Thema von Pleasure, denn auf dem Album werden die unterschiedlichen Gefühlszustände des Menschen detailliert beleuchtet und durch raffinierte Arrangements zum Ausdruck gebracht. Richtig stark!

Note: 2,0 (mit Tendenz nach oben)

http://listentofeist.com/

 

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