Album des Monats – März

Ihr habt das Album des Monats März gewählt.

Sieger ist: Depeche Mode – Spirit

 

 

So wurde gewählt:

  1. Depeche Mode – Spirit

2. Goldfrapp – Silver Eye

3. Laura Marling – Semper Femina

 

Vielen lieben Dank für die Teilnahme!

Album des Monats März

Wählt bis zum 17.04. das Album des Monats März!

Ihr entscheidet, welche Veröffentlichung „Album des Monats März“  wird.

Zur Wahl stehen diejenigen Alben, die in dem Monat veröffentlicht und bei hicemusic vorgestellt wurden.

Ihr urteilt über die Umfrage „Wie bewertest Du die Musik?“. Das Album mit den besten Werten, also idealerweise mit dem Urteil „Großartig“, gewinnt (je mehr Nennungen, desto besser).

Zur Wahl stehen folgende Alben:

Depeche Mode – Spirit

Goldfrapp – Silver Eye

The Shins – Heartworms

Sleaford Mods – English Tapas

 

 

Sowie aus den Kurzbesprechungen unter:

https://hicemusic.wordpress.com/maerz-2017/

Laura Marling – Semper Femina

Spoon – Hot Thoughts

The Jesus And Mary Chain – Damage And Joy

Soulwax – From Deewee

 

Viel Spaß beim Wählen!

Goldfrapp – Silver Eye

VÖ: 31.03.2017

Label: Mute

Genre: Synthie-/Ambient-Pop, Electroclash

Okay, hicemusic muss zugeben, ein absoluter Fan von Alison Goldfrapp zu sein. Eine unglaubliche Präsenz und Ausstrahlung hat diese Frau! Schon ihre frühen Arbeiten aus den Prä-Band-Zeiten waren mehr als faszinierend, vor allem jene Kooperationen mit Orbital auf deren meisterhaften Alben Snivilisation (1994) und In Sides (1996, unter dem Pseudonym Auntie) – letzteres enthielt auch das brillante The Box – oder die mit Tricky auf dessen Großtat Maxinquaye (1995). 1999 lernte sie schließlich Will Gregory kennen, mit dem sie seitdem die nach ihrem Nachnamen benannte Band bildet. Ihr Ende 2000 erschienenes Debüt Felt Mountain mit seinen im kinematographischen Stil gehaltenen Ambient-Sounds und der unglaublichen Stimme der Sängerin gehört laut hicemusic mindestens zu den besten Alben des letzten Jahrzehnts. Auf dem Nachfolger Black Cherry (2003) gab man sich nicht mehr introvertiert, sondern bot vorwärtspumpende Synthie-Electronica auf, die immer noch fabelhaft war. Vielleicht werden sich einige noch an die Werbungen einer bekannten Elektronik-Fachmarktkette erinnern, in denen der Song Strict Machine von diesem Album, aber auch einer des zwei Jahre später veröffentlichten, ebenso „härtere“ Electronica-Sounds präsentierenden Nachfolgers Supernature –  Ooh La La – verwendet wurde. Danach erschienen im Zwei- bis Dreijahrestakt weitere Werke von Goldfrapp,  die den Eindruck vermittelten, man wechsle sich stets zwischen verträumtem, „weichererem“ Ambient- und kraftvollem, „harten“ Synthie-Pop/Disco-Klängen ab. Die Wahrheit ist aber, dass mittlerweile stilvoll kombiniert wird und dem Sound des Duos einen individuellen, stets von neuen Ideen geprägten Stil verleiht.  Nach dem wundervollen Tales Of Us (2013) nun das starke Statement auf Silver Eye! Man hat sich allerdings auch mit großartigem Personal verstärkt, die mitgewirkt haben, unter anderem Leo Abrahams, John Congleton und The Haxan Cloak (der schon das letzte Björk-Werk veredelte).  Unverwechselbar bleibt das Duo aber auch ohne Hilfe von außen. Wer dem Mond ein Album widmet und dabei so ein tolles Ergebnis abliefert, kann nur bewundert werden. Vor allem Alison Goldfrapp!

Note: 2,0   

https://www.goldfrapp.com/

 

Depeche Mode – Spirit

VÖ:  17.03.2017

Label: Columbia

Genre:  Synthie-Pop / EBM

Depeche Mode geben sich ungemein politisch auf ihrem 14. Studioalbum Spirit, nehmen Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Natürlich  ist es gerade jetzt wichtig, dass Künstler/innen aus allen Richtungen dazu Stellung nehmen, ihren Sorgen und Ängsten Ausdruck verleihen.  Es werden sicherlich viele weitere folgen, auch aus dem musikalischen Sektor. Davon gibt es ja zurzeit auch ein paar. Warum sollte also nicht auch jene Band mit einer derartigen Breitenwirkung einen solchen Beitrag leisten? Dave Gahan, Martin Gore und Andy Fletcher können sich ganz sicher Gehör verschaffen. Okay, vordergründig politisch waren sie zumindest in der jüngeren Vergangenheit nicht, nun war es ihnen wohl ein besonderes Anliegen, gerade jetzt, wo so manches aus den Fugen zu geraten scheint. Nicht falsch verstehen: der Schreiber dieser Zeilen verehrt Depeche Mode, allerdings ist es auch so, dass die letzten Veröffentlichungen von  ihnen seiner Meinung nach  in Ordnung waren,  insgesamt aber nicht mehr so die Wirkungskraft der Großtaten entfalten konnten. Sounds Of The Universe  (2009) – abgesehen von dem Song Wrong – und Delta Machine (2013) haben kaum Eindruck bei ihm hinterlassen*. Jetzt hat man sich für Spirit James Ford (Simian Mobile Disco) als Produzenten an Bord geholt, der schon auf so manchen Alben seinen individuellen Stil hinterlassen konnte (u.a. von den Foals oder den Arctic Monkeys). Man merkt, dass der Sound wieder mehr Durchschlagskraft entwickelt, den teilweise recht düster ausfallenden Texten Ausdruck verleiht, komplexere Arrangements enthalten sind. Stilistisch werden neben den bandtypischen Klängen zwischen Synthie-Pop und New Wave unterschiedliche Felder der Electronica beackert. Andererseits sind hier Songs enthalten, die leider wieder nicht wirklich ins Ohr gehen, etwas oberflächlich wirken, auch in textlicher Hinsicht. Vielleicht hat hicemusic das aber auch alles nicht so richtig verstanden und müsste sich noch mehr Zeit für das Hören nehmen. Die Kritiken tendieren ja gemeinhin eher zum Positiven. Was meint ihr? Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen.

*Anders als beispielsweise das selbstbetitelte Album von Gores  Soloprojekt MG (2015), das mit moderner Electronica überzeugte.

Note: 3,0

http://www.depechemode.com/

 

The Shins – Heartworms

VÖ: 10.03.2017

Label: Aural Apothecary

Genre: Indie-Pop/-Rock

Na, wer erinnert sich noch? Die von Natalie Portman gespielte, Kopfhörer tragende Sam wird von dem von Scrubs-Hauptdarsteller Zach Braff verkörperten Andrew gefragt, welche Musik sie gerade hören würde. Sie antwortet daraufhin, dass es sich um die Shins handeln würde und erkundigt sich bei ihm, ob er die Band kennen würde. Andrew verneint mit einem etwas genervt anmutenden Gesichtsausdruck. Sam erklärt ihm, dass er sie unbedingt hören müsse, der zu hörende Song würde sein Leben verändern. Wer hat den Film erkannt? Genau, es handelt sich um den von Zach Braff inszenierten Kinofilm Garden State (2004). Der darin angepriesene Song ist New Slang und stammt von dem wundervollen Debüt Oh, Inverted World (2001). Im Zuge des Einsatzes in besagtem Film wurde die Band einem etwas breiteren Publikum bekannt, unmittelbar nachdem die US-Amerikaner ihr fantastisches und von Kritikern besonders gefeiertes zweites Album Chutes Too Narrow veröffentlicht hatten. Es handelte sich um liebenswürdigen, verträumten Indie Pop mit extrem tollen Melodien und Harmonien. James Mercer und seine Mannen spielten nahezu in einer eigenen Liga, machten zumindest auf den Schreiber dieser Zeilen den Eindruck, unantastbar zu sein.  Ihm gefiel ihr drittes Werk Wincing The Night Away (2007) immer noch sehr, ebenso wie die Sounds  auf dem selbstbetitelten Debüt der Broken Bells (2010), Mercers Nebenprojekt mit Brian Burton (alias Danger Mouse). Doch bereits in der Phase zwischen den jeweiligen Veröffentlichungsdaten der besagten Werke hatten sich bei den Shins besetzungstechnische Veränderungen vollzogen, mittlerweile ist Mercer einzig verbleibendes Gründungsmitglied. Die musikalische Qualität hat zwar nicht vollständig eingebüßt, aber es ist dennoch klar, dass weder Port Of Morrow (2012) noch das nun veröffentlichte  Heartworms die Klasse der früheren Alben erreichen kann. Die im Vergleich zum unmittelbaren Vorgänger hörbare Rückbesinnung auf den Indie-Pop der Anfangstage ist in einigen Momenten ziemlich gut geraten und es gibt diese wundervollen Melodien zu hören, ist in anderen Momenten jedoch leider auch etwas harmlos. Insgesamt doch okay!

Note: 2,7

http://www.theshins.com/

 

Sleafords Mods  – English Tapas

VÖ: 03.03.2017

Label: Rough Trade

Genre:  Post-/Electro-Punk

The Fall, die einflussreichen, experimentellen Post-Punker und John Peel-Favoriten um ihren einzigartigen Frontmann Mark E. Smith werden gerne als Referenz herangezogen, wenn es um die Einordnung der Musik von den Sleaford Mods geht. Ob dieser Vergleich (noch) zu hoch gegriffen ist, muss natürlich jeder für sich selbst beurteilen. Weit hergeholt erscheint er in den Augen von hicemusic nicht unbedingt. Wenn Jason Williamson mal so richtig seine Wut über sozialpolitische Missstände herauslässt, sind gerade in akustischer Hinsicht – mit diesen unterlegten rohen, minimalistisch gehaltenen Sounds –  Parallelen erkennbar. Man schert sich gleichfalls wenig um Erwartungen oder aktuell angesagte musikalische Strömungen oder auch damit zusammenhängende marketingstrategische Fragestellungen. Da werden beispielsweise im Ein- bis Zweijahrestakt Alben veröffentlicht, immer wieder neues musikalisches Material herausgebracht. Andererseits kommen bei der Rezeption des Sleaford Mods- Sounds  die britischen Hip-Hop / Grime – Acts der frühen bis mittleren 2000er Jahre ins Gedächtnis, gerade weil hier in ähnlicher Weise freiheraus auf Probleme innerhalb der Gesellschaft hingewiesen wird, man sich als Sprachrohr der benachteiligten Bevölkerungsgruppen versteht. Dabei kann es sehr böse und äußert pessimistisch werden! Allen Grund hat das Duo aus Nottingham ja allemal, ihrer Wut freien Lauf zu lassen, wie nun auch wieder auf ihrem neuen Album. Da fällt einem mit Blick auf Großbritannien natürlich der anstehende „Brexit“ ein, dessen anzunehmende soziopolitischen Konsequenzen ebenso thematisiert werden wie die Schließung der Kaufhauskette BHS (British Home Stores), in dessen Folge sehr viele  Menschen ihre Arbeit verloren.  Diese Band wird zu Recht gefeiert, wenn man auch bedenkt, dass sie musikalisch keineswegs langweilig wird, ihr Sound kraftvoll den markigen, oft bildhaften Worten noch mehr Ausdruck verleiht.

Note: 2,3

https://sleafordmods.com/

 

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