SOHN – Rennen

VÖ: 13.01.2017

Label:  4AD

Genre: Electronica / Contemporary R&B

Im Jahr 2008 wurde im Guardian über die Stimme eines damals neu vorgestellten Musikers folgendes geschrieben: „(…) a mainly falsetto voice that (…) simultaneously recalls Thom Yorke at his most existentially anxious and Justin Timberlake at his most sexually rapacious.” Es ging um ein Solo-Projekt, das ein gewisser Christopher Taylor zu dieser Zeit auf die Beine gestellt hatte, namens Trouble Over Tokyo. Dessen LP Pyramides sorgte unter anderem wegen der gekonnten Verschmelzung von verschiedenen Musikspielarten für lobende Erwähnungen, auch von Kritikern über den Guardian hinaus. Die Erwähnung der oben aufgeführten beiden Sänger bzw. der Vergleich mit ihnen bringt auf den Punkt, welche Sounds man darauf finden kann: zeitgenössische Formen des R&B/Pop (Wikipedia beschreibt die Musik unter anderem als „Angstpop“) mit Electro-infiziertem Alternative-/Indie-Rock. Das besagte Projekt existiert heute nicht mehr, doch der Musiker dahinter hat seit ein paar Jahren ein neues, mittlerweile wohl auch bekannteres am Start: SOHN. Das fabelhafte Albumdebüt Tremors ist sicherlich manchen Indie-Electronica-Fans noch ein Begriff – vielleicht auch in Folge seiner (Zusammen-)Arbeiten danach, zum Beispiel eines Remixes für Lana Del Rey –, zumindest die Singles Bloodflows und Lessons. Musik, die sich mühelos in die klanglichen Gefilde eines James Blakes, Jamie Woons, Chet Fakers oder einer FKA Twigs einordnen lässt, da der viele Jahre in Wien residierende Taylor seine soulige Stimme ebenso wie die Genannten in fein ausgeklügelte Electronica-Sounds einzubetten versteht.  Auf dem Nachfolger Rennen scheint er in Sachen Experimentierfreude noch einen Schritt weiter zu gehen, nicht nur mit noch komplexeren Rhythmusstrukturen, sondern mit einer Hinwendung zu Blues und Gospel sowie recht melancholischen Anklängen. Insbesondere der Anfang mit den Singles Hard Liquor ,Conrad und Signal  deutet die neuen Richtungen an, erinnert nur in seltenen Momenten an den Vorgänger. Auch wenn es sich dabei um die stärksten Titel von Rennen handelt, nimmt die hohe Qualität im weiteren Verlauf kaum ab. Ein rundum gelungener Tonträger, der mit vielen Überraschungen und kreativen Ideen aufwartet!

Note: 2,0

http://sohnmusic.com/

 

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