Childish Gambino – “Awaken, My Love!”

VÖ: 02.12.2016

Label: Glassnote

Genre: Funk / Soul / R&B

Manchmal ist es einfach wichtig, dass man einem/einer Künstler/in, mit dessen/deren vorheriger Arbeit man nicht so recht etwas anfangen konnte, noch einmal eine verdiente Chance gibt. Dann kommt so etwas heraus wie jetzt anlässlich des Erscheinens des dritten Werkes von Donald Glover alias Childish Gambino. Es könnte daran liegen, dass der Schreiber dieser Zeilen den 33-Jährigen eher im TV verortet hat. Ihm war zwar bewusst, dass dieser auch einer musikalischen Tätigkeit nachgeht, aber sowohl Camp (2011) als auch Because The Internet (2013) haben nicht so recht zu überzeugen gewusst, darauf lag in den Augen von hicemusic zwar gut produzierter Hip-Hop vor, allerdings unterschied er sich klanglich nicht sonderlich von Gleichgesinnten wie Tyler, The Creator, Vince Staples oder Earl Sweatshirt (die insgesamt doch etwas durchschlagskräftiger erschienen). Natürlich rein subjektiv gesehen, denn dem Schreiber dieser Zeilen geht es nicht selten so, dass er Kreativen, die im TV oder Filmgeschäft tätig sind, die dann ebenso musikalisch aktiv sind bzw. werden, skeptisch gegenüber steht. Dieser Donald Glover ist jedenfalls den Fernsehschauern, die US-(Comedy-)Serien bevorzugen, keinesfalls unbekannt, spielt er doch unter anderem in 30 Rock und Community mit. Seine Eigenkreation Atlanta soll auch toll sein, bald wird er zudem als Lando Calrissian in einem der neuen Star Wars – Filme zu sehen sein. Wie bereits erwähnt, war das Gesicht bekannt, jetzt für hicemusic auch endlich im Zusammenhang mit Musik, und zwar mit richtig feinstimmigen, absolut gekonnt instrumentierten Klängen, die sich im Spannungsfeld von Soul, Funk, R&B und ein wenig Psychedelia bewegen. Ein Freund mit einem exzellenten Geschmack wies den Autoren auf die Einzigartigkeit des neuen Werkes hin, und klar, er sollte natürlich Recht behalten. Dafür einen großen Dank an dieser Stelle! Hörer, die klassischen, aber auch „neueren“ Soul im Stil von D’Angelo mögen, werden diese Platte lieben, versprochen! Man höre nur Redbone!        

Note: 2,0 (mit Potential nach oben)

https://www.facebook.com/donaldglover/

 

Laut.fm – hicemusic: Programmhinweis

hicemusic spielt eine Auswahl der besten Songs des Jahres 2016!

Best Music Of 2016

Heiligabend, 13 – 19 Uhr

Erster Weihnachtsfeiertag, 7 – 13 Uhr

Zweiter Weihnachtsfeiertag, 13 – 19 Uhr

 

Außerdem weiteres Feiertagsprogramm:

Hicemusic: Originals, Samples & Covers

Heiligabend, 20 – 00 Uhr

Hicemusic-DJ-Mix

1.Weihnachtsfeiertag, 13 – 19 Uhr

 

Viel Spaß beim Hören!

Von Wegen Lisbeth – Grande

VÖ: 15.07.2016

Label: Sony

Genre: Indie-Pop/-Rock

Hier bei hicemusic wurde es zuletzt wieder thematisiert, dass deutschsprachige Popmusik, die insbesondere in den am Mainstream orientierten Radiostationen gespielt wird, oftmals nicht so recht überzeugen kann. Viele Texte fallen eher durch Oberflächlichkeit und Klischees auf, Gefühle, die vermittelt werden sollen, kommen zumindest beim Schreiber dieser Zeilen nicht so recht an, manche Songs nerven ihn gar, durch einen schablonenhaften Gesamtstil. Natürlich soll jetzt  nicht so getan werden, als ob die Musik, die abseits chartrelevanter Bereiche hauptsächlich stattfindet, automatisch immer besser ist. Auch hier gibt es Musiker, die manchmal seitens der Kritiker positiver beurteilt werden, als sie tatsächlich sind oder sie werden im Vorhinein so hochgejubelt, dass sie den Erwartungen letztlich nicht standhalten können. Generell nimmt der Schreiber dieser Zeilen also eine eher kritische Haltung ein, wenn er von neuer deutschsprachiger erfährt. So ging es ihm auch, als er erstmals von einer Band mit dem Namen Von Wegen Lisbeth hörte, deren Song Meine Kneipe im Radio gespielt wurde und er die Musik mit von ihm nicht selten wenig geschätzten „Spaßkapellen“ in Verbindung brachte (weshalb auch noch keine Rezension im Juli hier bei hicemusic erfolgte). Doch der Text überzeugte, mit amüsanten Passagen, die schließlich im Gesamten auf dem Debüt Grande zu hören sind. Es werden zudem ironische und sozialkritische Elemente eingebaut, wie Sushi, das sich mit dem Thema „Facebook“ ironisch auseinandersetzt: „Ich will Dein Sushi gar nich‘ seh’n / Warum ist Dein Leben so prima / Und Du immer so wunderschön?“ (der Song hat sich inzwischen selbst zum Facebook-Hit entwickelt) oder Wenn du tanzt, einer charmanten Liebeserklärung: „(…) dass diese Welt / Nicht zusammenfällt, liegt / Allein an deinen Beinen“. Nur Beispiele einer insgesamt wirklich launigen Platte der Berliner, die sich musikalisch ebenso vielfältig aufstellen, insbesondere in instrumenteller Hinsicht. Diese gekonnte Balance zwischen interessanten, amüsanten Texten und mannigfaltig angelegten Sounds hat man in dieser Form lange nicht mehr gehört (wahrscheinlich seit Wir Sind Heldens Debüt nicht mehr). Ein wirklich großes Vergnügen!

Note: 2,0

http://www.vonwegenlisbeth.de/

 

Frank Ocean – Blonde

VÖ: 20.08.2016

Label: Boys Don’t Cry

Genre: Contemporary R&B / (Dream) Pop

Fokussiert man sich auf die Ausdrucksweise des 29-Jährigen, so mutet es eventuell ein wenig verwunderlich an, dass Frank Ocean aus dem Umfeld der Odd Future Wolf Gang Kill Them All (um Tyler, The Creator) stammt. Während einige andere Mitglieder des Hip-Hop-Kollektivs oftmals einen aggressiveren, auch vor ziemlich derber Sprache nicht zurückschreckenden Stil pflegen, um sich Gehör zu verschaffen und schonungslose Sozialkritik anzubringen, gibt sich dieser sich oftmals extrem verletzlich, teilt seine Gefühlswelt ohne große Umschweife seiner Hörerschaft mit, schlägt einen sehr persönlichen Ton an, thematisiert nichtsdestotrotz auch mal gesellschaftliche Missstände. Natürlich haben beide konträren Ausdrucksweisen ihre Berechtigung und es sollen an dieser Stelle auf keinen Fall Stereotypen gefördert werden, die im Kontext des Hip-Hops generell kursieren, aber diese Offenheit ist innerhalb des Musikgenres alles andere als selbstverständlich. Allerdings geht der Stil Frank Oceans sowieso mehr in Richtung R&B, Pop und Soul, die mit experimentellen, elektronisch unterstützten Elementen kombiniert werden. Hip-Hop spielt da eher weniger eine Rolle, macht zumindest nicht den Hauptteil der Musik aus. Als individuell kann man den Stil auf jeden Fall bezeichnen, Kritiker und auch Musik-Kollegen waren schon früh von den kreativen Leistungen begeistert, bereits als Ocean sein erstes Mixtape Nostalgia, Ultra (2011) veröffentlichte, waren es zudem weiterhin, als die Debüt-LP Channel Orange im darauffolgenden Jahr erschien. In beiden Fällen kein Wunder, die Begeisterung kann nur geteilt werden (man höre nur mal Songs wie Novacane, Pyramids, Thinkin Bout You oder Bad Religion). Viele der Fans und Kritiker haben nun lange auf den Nachfolger gewartet, auf dem sich Ocean textlich erneut viel mit persönlichen Eindrücken und Erlebnissen auseinandersetzt, musikalisch im Vergleich zum Vorgänger noch unkonventionellere Strukturen präsentiert, unter anderem durch den Einsatz spannender und wirkungsvoller Samples. Insgesamt ist Blonde sehr atmosphärisch geraten, erfordert vom Hörer Geduld und Aufmerksamkeit, ist letztendlich ein wundervolles Album geworden. Zu Recht gerade vielfach in den Bestenlisten!

Note: 2,0

http://boysdontcry.co/

Frank Ocean – 'Nikes' from DoBeDo Productions on Vimeo.

Self Control — Frank Ocean from Joshua Tetreault on Vimeo.

 

A Tribe Called Quest – We Got It From Here…Thank You 4 Your Service

VÖ: 02.12.2016

Label: Epic

Genre: Hip-Hop / Jazz-Rap

Comeback, Teil 3 (Zusatz zu den Dezember-Kurzkritik-Rezensionen zu Peter Doherty und den Rolling Stones):  Die Rückkehr der New Yorker Hip-Hop-Formation hätten wir Musikfans wohl zu keinem Zeitpunkt  mehr ersehnen können als jetzt, nicht allein aus dem Grund, dass kürzlich Donald Trump zum neuen US-Präsidenten gewählt wurde und viele Menschen sich Sorgen um die Zukunft des Landes, aber auch die internationalen Belange machen. Generell die Lage der Bevölkerung auf der Erde macht es erforderlich, dass neben Kendrick Lamar und weiteren jungen Künstlern auch bewährte Größen sich erheben, die sozialpolitischen Probleme konfrontativ und ohne große Umschweife benennen/anklagen und womöglich alternative Wege eröffnen/vorschlagen. Auch wenn es im Hip-Hop Bands gab, die vordergründig politischer waren als A Tribe Called Quest, wird ihnen zu Recht zugehört und in diesem Zusammenhang zugetraut, dass sie eine Stimme für Minderheiten sein können, davon mal abgesehen, dass sie seit jeher das Spiel mit subtiler Kritik an sozialpolitischen Missständen perfekt beherrschen. Den Status musikalischer Genies haben sie sich vor allem mit dem Meister-Debüt People’s Instinctive Travels And The Paths Of Rhythm (1990, mit Klassikern wie Bonita Applebum, Can I Kick It? oder I Left My Wallet In El Segundo) sowie dem nicht minder fantastischen Nachfolger The Low End Theory (Stichwort: Check The Rhime) erarbeitet. Es gibt jedoch auch eine persönliche Komponente, einen traurigen Hintergrund, denn Mitglied Phife Dawg verstarb während der Aufnahmen an Diabetes. Er hat mit seinen Kollegen ein riesiges Vermächtnis hinterlassen. Nachdem De La Soul, wie A Tribe Called Quest eine Band der sogenannten „Native Tongues“, dieses Jahr ein tolles Album veröffentlicht hat, handelt es sich hierbei um eine wahre Großtat. Umgeben von jungen Hip-Hop-Kollegen, auf die die New Yorker sicherlich Einfluss ausgeübt haben (Kendrick Lamar, Kanye West, André 3000, Anderson Paak, Busta Rhymes, Talib Kweli u.a.) und weiteren bemerkenswerten Gästen (Elton John z.B.) sowie untermalt von wunderbaren Samples (u.a. von Can) spielen A Tribe Called Quest so frisch auf als wären sie gar nicht weg gewesen. Einzigartig!

Note: 1,7

http://atribecalledquest.com/

 

Album des Monats – November

Ihr habt das Album des Monats November gewählt.

Sieger ist: Hundreds – Wilderness 

 

 

So wurde gewählt:

  1. Hundreds – Wilderness 

2. Jim James – Eternally Even

3. Alicia Keys – Here

Vielen lieben Dank für die Teilnahme!

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