Radiohead – A Moon Shaped Pool

VÖ: 08.05.2016

Label: XL

Genre: Art-Rock / Electronica

Diese Briten sind einfach nicht zu schlagen. Immer wenn man glaubt, man habe diese Band nur im Ansatz verstanden, sie in Momenten erwische, wo sie „Schwächen“ zeigen oder irritiert sind und sich im Kreis drehen, kommen Thom Yorke und Co. daher und strecken einem die Zunge heraus, machen einem deutlich, dass man sich wieder einmal unglaublich geirrt hat. Natürlich sind die Alben, die in Nachfolge der unglaublich genialen OK Computer (1997), Kid A (2000) und dessen „Zwilling“ Amnesiac (2001, mit Meisterstücken wie dem Pyramid Song) erschienen sind, nicht mehr so großartig wie diese, aber wer möchte bitte leugnen, dass Werke wie Hail To The Thief (2003) oder In Rainbows (2007), selbst das letzte,  The King Of Limbs (2011), doch immer noch auf ihre Weise  atemberaubend waren? Es wird sicherlich vielen Menschen ein Rätsel bleiben, wie Radiohead es hinbekommen, die Messlatte so hoch zu legen, dass so gut wie keine Band diese auch nur ansatzweise erreichen können. Denn jetzt legen sie noch einen drauf, indem sie einem ein Album präsentieren, das Songs beinhaltet, die teilweise klanglich in ähnlicher Form schon auf vergangenen Veröffentlichungen zu hören waren (man findet sicherlich immer wieder jeweils ein Äquivalent aus der früheren Zeit). Einige wurden auch schon vor vielen Jahren geschrieben oder gehören nahezu ebenso lang zum Live-Repertoire der Band.  True Love Waits beispielsweise datiert bereits aus dem Jahr 1995! Trotz allem ist A Moon Shaped Pool inhaltlich und musikalisch kohärent, behandelt persönliche Erlebnisse und Erfahrungen (z.B. die Trennung  Yorkes von seiner Lebensgefährtin nach 23 Jahren Beziehung).  Es ist zu vermuten, dass Radiohead ihrer Diskografie ein weiteres Meisterwerk hinzugefügt haben. Denn es ist immer wieder verrückt, wie selbstsicher, versiert die Briten Melodien kreieren können, die den Hörer fesseln, in ungläubiges Erstaunen versetzen. Mit Hilfe des London Contemporary Orchestra und Radioheads Stammproduzenten Nigel Godrich ist ein Album entstanden, dessen Größe sich wohl erst nach einiger Zeit offenbaren wird. Songs wie Burn The Witch oder Identikit sind Stellvertreter eines Wunderwerks!

Note: 1,7 (mit Potenzial nach oben)

 

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10 Antworten zu Radiohead – A Moon Shaped Pool

  1. chopps schreibt:

    ich weiss leider immer noch nicht, ob ich das album grossartig oder nervtötend finde … ist mir auch noch nie passiert 😉

    • hicemusic schreibt:

      Ich kenne ein paar Personen, denen es vor allem mit der Stimme Thom Yorkes so geht 🙂 Wie fandest Du die letzten Alben bwz. was ist Dein Lieblingsalbum?

      • chopps schreibt:

        ich muss gestehen, dass ich die alben, die die band nach der ok computer veröffentlicht hat, nicht oft angehört habe. das war einfach nicht mehr mein ding. die platte, die ich auch heute noch ab und zu höre, ist die pablo honey …

      • hicemusic schreibt:

        Ah, okay. Bei mir ist es eher andersherum. Fand sie ab OK Computer super spannend. Danke für Dein Feedback!

  2. gegenvernunft schreibt:

    Ach du hast ja sooooooo Recht. Und doch habe ich mir als alter Radiohead-Fan das Album gekauft und es liegt nur herum… Man muss dafür halt auch sehr in Stimmung sein…

  3. Pingback: Transistor Girl – Righteous-Sinner | hicemusic

  4. Pingback: Thom Yorke – Suspiria (Music For The Luca Guadagnino Film)    | hicemusic

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