PJ Harvey – The Hope Six Demolition Project

VÖ: 15.04.2016

Label: Island

Genre: Alternative-/Art-Rock, Folk

Die Britin Polly Jean Harvey hat in ihrer fast 30jährigen Karriere noch nie ein Problem damit gehabt, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, musikalisch und textlich das zu machen, wonach ihr stand. Herausgekommen sind gute bis absolut geniale Werke, auf denen sie jeweils neue Wege einschlug, sich an verschiedenen Stilen und Instrumentierungen ausprobierte, sich mit gesellschaftlich-politischen Themen auseinandersetzte, aber auch private Erlebnisse und Erfahrungen verarbeitete. Ihre Wirkung auf Andere schien ihr immer wenig wichtig zu sein, in Bezug auf ihr äußeres Erscheinungsbild, aber ebenso ihres Klangbildes. Erwartungen von Fans und Kritikern wurde allzu oft widersprochen. Musikalisch wagemutig war sie seit Anbeginn, seit Veröffentlichung ihres phänomenalen Debüts Dry (1992). Meilensteine wie Rid Of Me (1993), To Bring You My Love (1995), Stories From The City, Stories From The Sea (2000) und Let England Shake (2011), auch von der Kritik nicht ganz so gewürdigte Werke wie White Chalk (2007) begeisterten mit instrumenteller Vielfalt und Virtuosität sowie politisch-gesellschaftlicher Ausdruckskraft. PJ Harvey versteht es, Missstände anzusprechen, ehrlich, legt „(…) Finger in offene Wunden (…)“. Auf oben erwähntem Let England Shake nahm sie die Beteiligung ihres Heimatlandes an kriegerischen Auseinandersetzungen zum Anlass, um eine musikalische Abrechnung zu komponieren, textlich kein Blatt vor den Mund nehmend (detaillierte Beschreibung von Kriegsgräuel z.B.). Ähnlich geht sie auf ihrem neuen Album vor, nun klagt sie u.a. soziale Ungerechtigkeiten und Skrupellosigkeit der Politiker an, nachdem sie (zusammen mit Filmemacher Seamus Murphy und The Washington Post-Reporter Paul Schwartzman) durch Washingtons Armenviertel*, den Kosovo sowie Afghanistan reiste und die Eindrücke dokumentierte. Das Ergebnis ist eindrücklich. Direkte, auch mal sarkastische Texte werden mit vielseitigen Melodien und instrumentellen Arrangements kombiniert. Starkes Statement!                              

  *PJ Harvey wurde für ihre Texte in dem Song The Community Of Hope von Lokalpolitikern in Washington bereits scharf kritisiert.

Note: 2,0

http://pjharvey.net/

 

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11 Antworten zu PJ Harvey – The Hope Six Demolition Project

  1. Karo-Tina Aldente schreibt:

    P.J. Harvey großartig – wie immer.

    Beschwingte Grüße aus dem Garten 🙂

  2. Pingback: Moodboard 16#16 – feinschnitt

  3. Pingback: Album des Monats April | hicemusic

  4. Pingback: Album des Monats – April | hicemusic

  5. Pingback: Sing darüber! « Montbron

  6. hotfox63 schreibt:

    PJ Harvey hat ihre Reiseerlebnisse in Afghanistan, im Kosovo und in Washington vertont. Unnötig zu erwähnen, dass da eher betrübliche Musik entstanden ist. Aber einnehmend ist das allemal.

  7. Pingback: Aldous Harding – Party | hicemusic

  8. Pingback: Spotlight On: Slothrust | hicemusic

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