Animal Collective – Painting With

VÖ: 19.02.2016

Label: Domino

Genre: Neo-Psychedelia, Experimental-Pop

Wenn man liest, dass die Mitglieder schon zu Jugendzeiten den Indie-Rock-Idolen Pavement, Krautrock-/Experimental-Bands wie Can oder Silver Apples, gleichzeitig auch den Soundtracks von kultigen Horrorfilmen wie Texas Chainsaw Massacre und The Shining – bei letztgenannten somit den Werken von Komponisten Neuer Musik wie Krzysztof Penderecki oder György Ligeti – nacheiferten, egal ob in ihren ersten selbst gegründeten Formationen oder schlichtweg durch gemeinsame Begeisterung für die Musik, dann ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Sound der US-Amerikaner stets höchst experimentell ausgefallen ist. Schon seit 1999 musiziert man unter dem Namen Animal Collective und hat schon die verschiedensten klanglichen Felder beackert, Freak-Folk (z.B. auf der 2005er-EP Prospect Hummer, zusammen mit Vashti Bunyan), einige Formen der psychedelischen als auch alternativer Pop- und Rockmusik, ebenso wie Electronica und  diverse komplexe Avantgarde-Stilrichtungen. Vor allem das 2007er-Werk Strawberry Jam (mit dem schön exaltierten Peacebone) war klasse, ihr absolutes Highlight stellt der Nachfolger Merriweather Post Pavilion (2009) dar (mit den ebenso bizarren Singles My Girls, Summertime Clothes sowie Brother Sport). Die Experimentierfreude von Animal Collective ist höchst lobenswert und sie stehen seither in Kritikerkreisen hoch im Kurs, als Aushängeschild für ambitionierte Sounds. Allerdings, manchmal übertreiben sie mit den psychedelischen Klangabenteuern, in seltenen Fällen ist die Musik ein wenig anstrengend. Was auch für ein paar Stellen auf ihrem zehnten Album Painting With gilt, gerade zum Schluss klingen einzelne Songs etwas überladen. Allerdings ist eines der US-Band kaum vorzuwerfen, nämlich dass sie sich wiederholen würde. Dies ist nach wie vor nicht festzustellen. Überhaupt ist der Anfang – mit tollen Stücken wie Lying In The Grass – ausgesprochen prima gelungen. Ein abschließendes Urteil fällt trotz allem sehr schwer!

Note: 2,7 (vorerst)           

http://myanimalhome.net/

 

Jochen Distelmeyer – Songs From The Bottom, Vol. 1

VÖ: 12.02.2016

Label: Sony

Genre: Indie-Pop / Folk

Wenn es um Coversongs geht, weiß jeder Musikfan, dass dies ein sehr diskussionsanregendes Thema ist. Es gab in der Popgeschichte einfach schon zu viele Neuinterpretationen, die dem Original nicht gerecht werden konnten oder schlichtweg mies waren. In manchen Fällen war dies vorauszusehen, war der Song, der sich zum Vorbild genommen wurde, einfach eine Nummer zu groß. Nicht jeder Künstler hat das Format eines Johnny Cash oder einer Tori Amos, die ja eine Menge toller Coversongs schrieben, weil sie eine der wichtigsten Grundregeln befolgt haben: man muss das Original nicht nur verstanden haben, sondern muss ihm auch neue Aspekte, Ideen abgewinnen können, die eine Neuinterpretation rechtfertigen und sie auch interessant machen. Wenn das Cover sich allerdings in keiner Weise unterscheidet, im höchsten Fall durch die Gesangsstimme, wird es oft fade. Man erinnere da z.B. an unglückliche Versuche von Britney Spears, die Rolling Stones oder Arrows zu covern. Eben jene Pop-Sängerin kommt nun umgekehrt zu Ehren, einer ihrer Songs wird neu interpretiert von Jochen Distelmeyer. Der ehemalige Blumfeld-Frontmann hat sein zweites Soloalbum aufgenommen, das ausschließlich aus Coverversionen besteht und eben auch den stärksten Song von Spears im Programm hat: Toxic. Distelmeyers Interpretation ist richtig gut gelungen, weil er das Original in ein schön bluesiges Akustikarrangement einbettet. Überzeugend ist er generell mit Covern von Künstlern, von denen man kaum erwarten konnte, dass er sich für sie interessieren würde: z.B. von Lana Del Rey (Video Games) oder Avicii (I Could Be The One). Weniger gut ist seine Neuinterpretation von Radioheads epochalem Pyramid Song, weil Distelmeyer die hypnotische Wirkung des modernen Klassikers nicht in seine Version übertragen kann. Dennoch: der Großteil der Cover (u.a. von Joni Mitchell, Al Green und The Verve) überzeugt. Die Vorbilder werden nicht bloß kopiert, sondern mit neuen, originellen Ideen umgedeutet.

Note: 2,3

http://www.jochendistelmeyer.de/

 

JOCHEN DISTELMEYER – Toxic from Kim Frank on Vimeo.

JOCHEN DISTELMEYER – This old Road from Kim Frank on Vimeo.

DIIV – Is The Is Are

VÖ: 05.02.2016

Label: Captured Tracks

Genre: Indie-Rock / Shoegaze              

Is The Is Are ist das zweite Album der New Yorker Quintetts um Frontmann Zachary Cole Smith, das vor knapp 4 Jahren mit dem Debüt Oshin bereits auf sich aufmerksam machen konnte. Darauf gab es eine stimmige Mischung aus verschiedensten (Indie- und Alternative-)Rock-/Pop-Elementen zu hören, vornehmlich nahm man sich darauf Post-Punk, Krautrock, Shoegaze und Dream Pop an. Die Kritiken fielen sehr positiv aus. Bandchef Smith war kreativer Initiator, produzierte das Album selbst und schrieb die Texte, die sich laut eigener Aussage weniger um persönliche als allgemeine Angelegenheiten drehten. Mit der Produktion des Zweitlings habe er dies ändern wollen, was nach dem Hören ziemlich deutlich, besser gesagt völlig klar wird. Ist ja auch kein Wunder, musste Smith doch einiges verarbeiten, was ihm privat widerfahren ist. Eine bewegte Vergangenheit hatte er ohnehin schon, musste er sich doch vor seiner Karriere (mit DIIV) durchschlagen, zum Beispiel verschiedenste Berufe ergründen, bevor er sich der Musik widmete – zunächst als Mitglied von Bands wie Soft Black, Darwin Deez oder Beach Fossils, dann erst als Hauptverantwortlicher dieser Formation. Insbesondere die letzten Jahre, vor allem in Folge des Release von Oshin, haben Smith zugesetzt, ein ewiges Auf und Ab musste er erdulden. Modeljobs für Yves Saint Laurent, Beziehung mit Sängerin und Model Sky Ferreira, Verhaftung wegen verschiedener Vergehen (u.a. Drogenbesitz) etc. Einige Ereignisse werden nun auf Is The Is Are behandelt. Nicht nur durch die jetzt persönlicheren Lyrics wirkt alles noch intensiver, kraftvoller als auf Oshin, sondern auch durch die vielschichtigen Klangstrukturen. Es werden weiterhin die auf dem Debüt verwendeten Elemente aufgegriffen, alles aber mit einem wesentlich düstereren Anstrich versehen. Fängt richtig stark an (vor allem Under The Sun und Blue Boredom, ein Duett mit Ferreira, wissen zu gefallen), lässt nur zum Ende ein wenig nach. Insgesamt allerdings zufriedenstellend!

Note: 2,3

http://www.diiv.net/

 

Album des Monats – Januar

Ihr habt das Album des Monats Januar gewählt und einem der ganz Großen die Ehre erwiesen.

Sieger mit riesigem Abstand ist: David Bowie – Blackstar

R.I.P. David

 

So wurde gewählt:

  1. David Bowie – Blackstar

2. Conrad Keely – Original Machines

Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen – Rüttel mal am Käfig, die Affen sollen was machen!

 

Vielen lieben Dank für die Teilnahme!

Album des Monats Januar

Wählt bis zum 06.02. das Album des Monats Januar!

Ihr entscheidet, welche Veröffentlichung „Album des Monats Januar“  wird.

Zur Wahl stehen diejenigen Alben, die in dem Monat veröffentlicht und bei hicemusic vorgestellt wurden.

Ihr urteilt über die Umfrage „Wie bewertest Du die Musik?“. Das Album mit den besten Werten, also idealerweise mit dem Urteil „Großartig“, gewinnt (je mehr Nennungen, desto besser).

Zur Wahl stehen folgende Alben:

Bloc Party – Hymns

Conrad Keely – Original Machines

Daughter – Not To Disappear

David Bowie – Blackstar

Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen – Rüttel mal am Käfig, die Affen sollen was machen!

Erik Cohen – Weisses Rauschen

Get Well Soon – LOVE

Hinds – Leave Me Alone

Savages – Adore Life

Tindersticks – The Waiting Room

Tortoise – The Catastrophist

Tricky – Skilled Mechanics

Viel Spaß beim Wählen!

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