Desaparecidos – Payola

VÖ: 19.06.2015

Label: Epitaph

Genre: Indie-Rock / Punk

Zunächst könnten sich so manche folgende Frage anlässlich des Erscheinens von Payola stellen: „Conor Oberst macht Punk, seit wann?“. Eventuell ist nämlich nicht jedem geläufig, dass der Singer-Songwriter mit der Veröffentlichung kein bisher unerforschtes Gebiet betritt, geschweige denn eine brandneue Band gegründet hat. Der 35-Jährige folgt vielmehr einem aktuellen Trend, nämlich ein Comeback-Album nach einer langen Zeit zu veröffentlichen (die Pause von mind. einer Dekade scheint beliebt zu sein, siehe aktuell Leftfield und Giorgio Moroder). Es gab tatsächlich schon einmal eine Desaparecidos-LP. Sie hieß Read Music / Speak Spanish, erschien 2002, vereinte Post-Hardcore mit Emo und setzte sich höchst kritisch mit damals brisanten Themen auseinander, insbesondere natürlich der Politik der George W. Bush-Administration. Den Kritikern gefiel die Platte überwiegend, aber bekannter wurde Oberst letztlich durch andere Formationen, an vorderster Stelle selbstverständlich Bright Eyes. Die Desaparecidos hingegen trennten sich noch im selben Jahr des Erscheinens ihres Debüts. Dennoch folgte 2010 die Reunion, welche in der darauf folgenden Zeit mit dem Produzieren einiger Singles und einer Tour  „gerechtfertigt“ wurde. Klanglich orientierte man sich am Sound der Anfangstage, weshalb es auch keine Überraschung ist, dass Album Nummer Zwei auf einem der – zumindest in früherer Zeit – einflussreichsten Punk / Hardcore Labels erscheint: Epitaph. Auch wenn Conor Oberst mit seiner Band keine innovativen Wunderwerke vollbracht hat, ist es höchst angenehm seine Stimme auch mal wieder ein einem anderen musikalischen Kontext als dem Folk oder weiteren „sanften“ Stilen zu vernehmen. Er ist vielmehr in der Lage, ganz im Sinne des Punk aggressivere Töne anzuschlagen. Politisch bleiben die Desaparecidos weiterhin, denn auch wenn Bush Jr. nicht mehr da ist, gibt es einige brandaktuelle Missstände, auf die hingewiesen wird (u.a. soziale Ungerechtigkeiten). Gut gemacht!                     

Note: 2,3

www.desaparecidosband.com/

 

Desaparecidos – „City on the hill“ from Rob Soucy on Vimeo.

spotify:track:5IgPCPcJdCpE7iGI8T2N7f

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