Album des Monats – Juni

Ihr habt das Album des Monats Juni gewählt.

Sieger ist:

Everything Everything – Get To Heaven

 

So wurde gewählt:

1. Everything Everything – Get To Heaven (1* Großartig)

2. Desaparecidos – Payola

Leftfield – Alternative Light Source

Wavves & Cloud Nothings – No Life For Me

Wolf Alice – My Love Is Cool (alle jeweils 1* Gut)

 

Vielen lieben Dank für die Teilnahme!

Album des Monats Juni 2015

Wählt bis zum 20.07. das Album des Monats Juni!

Ihr entscheidet, welche Veröffentlichung „Album des Monats Juni“  wird.

Zur Wahl stehen diejenigen Alben, die in dem Monat veröffentlicht und bei hicemusic vorgestellt wurden.

Ihr urteilt über die Umfrage „Wie bewertest Du die Musik?“. Das Album mit den besten Werten, also idealerweise mit dem Urteil „Großartig“, gewinnt (je mehr Nennungen, desto besser).

Zur Wahl stehen folgende Alben:

Desaparecidos – Payola

DJ Koze – DJ Kicks

Everything Everything – Get To Heaven

FFS – FFS

Friska Viljor – My Name Is Friska Viljor

Giorgio Moroder – Déjà Vu

Hudson Mohawke – Lantern

Leftfield – Alternative Light Source

Prinzhorn Dance School – Home Economics EP

Thundercat – The Beyond / Where The Giants Roam

Wavves & Cloud Nothings – No Life For Me

Wolf Alice – My Love Is Cool

Viel Spaß beim Wählen!

Wolf Alice – My Love Is Cool

VÖ: 19.06.2015

Label: Dirty Hit

Genre: Alternative-/Indie-Rock

Man kann momentan vielerorts lesen, dass das Londoner Quartett mit der Debüt-LP eine Bewährungsprobe zu bestehen habe, nach dem es im Vorfeld – insbesondere mit den von der Kritik ausführlich gerühmten, seit 2012 veröffentlichten Singles und EPs – gehypt wurde. Wahrlich nichts Neues, haben doch nicht erst seit heute viele Bands mit diesem Druck zu kämpfen. Bekannt ist auch, dass einige von ihnen diesem nicht standhalten können und ebenso schnell wieder von der Bildfläche verschwinden wie sie auf eben jener aufgetaucht sind. Allerdings sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass viele der über Wolf Alice schreibenden Kritiker feierlich verkündet haben, dass die Briten besagte Feuertaufe bestanden hätten und jeglichen Ansprüchen, die im Vorhinein an sie gestellt wurden, entsprächen. Man mag ja angesichts der immer noch vom New Musical Express beinah wöchentlich angekündigten Heldenbands ruhig skeptisch sein. So stellt sich nun also folgende Frage: Stimmt es, haben Wolf Alice eine (mindestens) gute Debüt-LP vorgelegt? Klare Antwort: Ja, auf jeden Fall! Denn wenn es einer Band so beachtlich gelingt, jegliche vorher gesammelten, auf den EPs und Singles (zwei davon – Bros und Fluffy – sind auch auf diesem Werk zu finden) bereits erwiesenen Stärken in puncto Songwriting noch einmal zu bündeln und auf den Punkt zu bringen, kann man ihr kaum etwas vorwerfen. Schön ist auch die klangliche Vielfalt und Abwechslung. Mal geht es besonnener, auch melancholisch-verträumt zu, mal selbstbewusst und aggressiv. Es wird ein musikalisch mannigfaltiges Klangspektrum aufgefahren, das von Alternative Rock, folkigen Pop über Grunge, Riot Grrrl, Shoegazing bis gegenwärtigen Indie-Rock/-Pop im Stile Warpaints reicht. Daraus schaffen sie eine klangliche Atmosphäre, die ihren Texten über Trauer, Verzweiflung und Liebeskummer wirkungsvoll Ausdruck verleiht. Highlight: die vorwärts pumpende Single Giant Peach!

Note: 2,3

http://wolfalice.co.uk/

 

Wolf Alice – Giant Peach from gareth phillips on Vimeo.

Wolf Alice – Bros from gareth phillips on Vimeo.

Giorgio Moroder – Déjà Vu

VÖ: 12.06.2015

Label: Sony

Genre: Electro-Pop / Disco

Giorgio Moroder ist eine Produzenten-Ikone der Disco-und Electronic Dance-Music, dessen Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Man muss sich ja nur einmal die Liste der Künstler anschauen, mit denen der Südtiroler bereits zusammen gearbeitet hat. Nicht nur Donna Summer verdankt ihm legendäre Hits wie I Feel Love, Love To Love You Baby und Hot Stuff, auch Blondie, David Bowie, Irene Cara oder Berlin u.a. kamen in den Genuss künstlerisch und/oder kommerziell erfolgreicher Songs. Mal ganz zu schweigen von all den Interpreten aus Pop, Disco und Dance, auf die Moroder Einfluss geübt hat. Die French House-Pioniere Daft Punk wussten schon ganz genau, weshalb sie ihn anlässlich ihres Comeback-Albums Random Access Memories dazu bewegten, über seine musikalischen Anfänge und Erfolge zu sprechen. Dies führte bekanntlich zu dem großartigen Giorgio By Moroder, das den darin Geehrten wiederum zu einer Rückkehr ins Musik-Business ermutigte. Er begann im Alter von über 70 Jahren damit, als DJ zu arbeiten, touren und Songs zu remixen. 2014 folgte ein erstes selbst produziertes Hi-NRG-Stück (Giorgio’s Theme). Dann waren von ihm allerdings Aussagen zu vernehmen, die etwas irritierend anmuteten: er bezeichnete z.B. David Guetta und Tiësto als „die Besten“ ihres Faches und äußerte den Wunsch, mit Sängerinnen wie Miley Cyrus oder Katy Perry zusammen arbeiten zu wollen. Diese Meinung bleibt ihm zwar durchaus vorbehalten, aber es lässt auch ein wenig nachvollziehen, weshalb er uns ein solch profilloses, austauschbares LP-Comeback (nach 30 Jahren!) präsentiert. Mit fast allen Songs scheint er sich an die gegenwärtige, Charts-orientierte Jugend anbiedern zu wollen, mit Kylie Minogue, Sia, Kelis und Britney Spears (mit der Moroder ein lahmes Cover des Suzanne Vega-Hits Tom’s Diner vorlegt) u.a., die allesamt keine Akzente setzen können. Nur selten überzeugt er, bezeichnenderweise mit jenen Tracks, die er ohne Gast produzierte (vor allem 74 Is The New 24).

Note: 5,0   

www.giorgiomoroder.com/

 

Giorgio Moroder feat Kylie Minogue from Daniel Börjesson on Vimeo.

Die größten Giorgio Moroder-Hits auf laut.fm – hicemusic:

https://hicemusic.wordpress.com/hicemusic-moroder-time/

Everything Everything – Get To Heaven

VÖ: 19.06.2015

Label: RCA

Genre: Indie Pop / Art Rock

Die Briten Everything Everything haben mit den beiden Vorgängern Man Alive (2010) und Arc (2013) bestechende Argumente vorgebracht, weshalb sie in einem Atemzug mit Bands wie Alt-J oder Django Django genannt werden sollten. Denn sie begegneten den verschiedensten Stilen ebenso aufgeschlossen und unerschrocken wie es die erwähnten Formationen stets getan haben und machten auch deutlich, dass sie dabei gleichfalls den Blick über die Bereiche außerhalb der Populärmusik wagen. Die Redakteure des New Musical Express haben vielleicht ein wenig übertrieben, sie gleich als die „Picassos des Pop“ zu bezeichnen. Auch einige Vergleiche sind amüsant – wie z.B. jener von Paul Lester, der die Musik als eine Mischung von R&B und Progressive Rock ansah:„(…) think Timbaland if he cocked an oblique ear to Yes“. Aber wirklich falsch liegen sie nicht, vor allem weil sie mit diesen Ausführen nur ausdrücken wollen, wie vielseitig Everything Everything sind. Dies ist angesichts der musikalischen Vorbilder der Mitglieder wiederum kein Wunder: Michael Jackson, Radiohead, Nirvana, The Beatles, Destiny’s Child, R.Kelly und wahrscheinlich noch einige mehr. Unkonventionelle Melodie- und Rhythmusstrukturen, markanter Falsett-Gesang des Vokalisten Jonathan Higgs und ausgefallenere Formen des Songwritings sind nur ein paar Ausdrucksmittel, die aus dieser Experimentierfreude resultieren. Das Quartett präsentiert auch auf Get To Heaven einen vielseitigen Klangkosmos, der komplexe musikalische Formen bereithält, dabei aber niemals in Verkrampfung oder Überheblichkeit ausartet. „Eingängige“ Hits im Stile von Kemosabe gibt es nämlich auch auf diesem Album zu hören, die vereinzelt Bands wie die Foals oder Alt-J anklingen lassen, jedoch stets einen individuellen Touch beibehalten. Die klasse Singles Distant Past und Regret, aber auch der Opener To The Blade oder The Wheel (Is Turning Now) können als Aushängeschilder einer wunderbaren, künstlerisch wertvollen Platte angesehen werden. Produzent ist Stuart Price!

Note: 2,0

www.everything-everything.co.uk/

 

Everything Everything – Regret – Director Of Photography from David Tree on Vimeo.

Everything Everything – Distant Past – Director of Photography from David Tree on Vimeo.

Desaparecidos – Payola

VÖ: 19.06.2015

Label: Epitaph

Genre: Indie-Rock / Punk

Zunächst könnten sich so manche folgende Frage anlässlich des Erscheinens von Payola stellen: „Conor Oberst macht Punk, seit wann?“. Eventuell ist nämlich nicht jedem geläufig, dass der Singer-Songwriter mit der Veröffentlichung kein bisher unerforschtes Gebiet betritt, geschweige denn eine brandneue Band gegründet hat. Der 35-Jährige folgt vielmehr einem aktuellen Trend, nämlich ein Comeback-Album nach einer langen Zeit zu veröffentlichen (die Pause von mind. einer Dekade scheint beliebt zu sein, siehe aktuell Leftfield und Giorgio Moroder). Es gab tatsächlich schon einmal eine Desaparecidos-LP. Sie hieß Read Music / Speak Spanish, erschien 2002, vereinte Post-Hardcore mit Emo und setzte sich höchst kritisch mit damals brisanten Themen auseinander, insbesondere natürlich der Politik der George W. Bush-Administration. Den Kritikern gefiel die Platte überwiegend, aber bekannter wurde Oberst letztlich durch andere Formationen, an vorderster Stelle selbstverständlich Bright Eyes. Die Desaparecidos hingegen trennten sich noch im selben Jahr des Erscheinens ihres Debüts. Dennoch folgte 2010 die Reunion, welche in der darauf folgenden Zeit mit dem Produzieren einiger Singles und einer Tour  „gerechtfertigt“ wurde. Klanglich orientierte man sich am Sound der Anfangstage, weshalb es auch keine Überraschung ist, dass Album Nummer Zwei auf einem der – zumindest in früherer Zeit – einflussreichsten Punk / Hardcore Labels erscheint: Epitaph. Auch wenn Conor Oberst mit seiner Band keine innovativen Wunderwerke vollbracht hat, ist es höchst angenehm seine Stimme auch mal wieder ein einem anderen musikalischen Kontext als dem Folk oder weiteren „sanften“ Stilen zu vernehmen. Er ist vielmehr in der Lage, ganz im Sinne des Punk aggressivere Töne anzuschlagen. Politisch bleiben die Desaparecidos weiterhin, denn auch wenn Bush Jr. nicht mehr da ist, gibt es einige brandaktuelle Missstände, auf die hingewiesen wird (u.a. soziale Ungerechtigkeiten). Gut gemacht!                     

Note: 2,3

www.desaparecidosband.com/

 

Desaparecidos – „City on the hill“ from Rob Soucy on Vimeo.

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