Album des Monats Mai

Ihr habt das Album des Monats Mai gewählt.

Sieger ist: Hot Chip – Why Make Sense?

Hot Chip – ‚Need You Now‘ by Shynola from Shynola on Vimeo.

So wurde gewählt:

1. Hot Chip – Why Make Sense? (2* Großartig, 2* Gut)

2. Róisín Murphy – Hairless Toys

2. Kamasi Washington – The Epic (beide jeweils 1* Großartig)

4. Tocotronic – Tocotronic (Das rote Album) (1* Großartig, 1* Gut)

5. Jamie XX – In Colour (1* Großartig, 1* Gut, 1* Unterirdisch)

6. Patrick Watson – Love Songs For Robots (1* Gut)

7. Shamir – Ratchet (1* Gut, 2* Mittelmäßig, 1* Unterirdisch)

8. Django Django – Born Under Saturn (1* Mittelmäßig)

9. Actress – DJ Kicks (keine Stimmen)

 

Vielen lieben Dank für die Teilnahme!

 

DJ Koze – DJ Kicks

VÖ: 12.06.2015

Label: !K7

Genre: Electronica / Alternative

Auf der neuen Ausgabe der legendären Mix-Reihe, kompiliert von niemand Geringerem als DJ Koze, ist ein niedliches Telefongespräch zu hören, in dem ein junges Mädchen seinem Großvater eine Melodie vorsingt und sich bei ihm erkundigt, ob er den Interpreten des schönen Liedes denn kennen würde. Dieser scheint erst überfragt, erinnert sich jedoch relativ schnell und gibt seiner wissbegierigen Enkelin Auskunft: es handele sich dabei selbstverständlich um Holiday, einem (mit einer rührenden Hookline versehenen) Song von (Stones Throw-Rapper) Homeboy Sandman – hierauf in der von DJ Koze höchstpersönlich (zusammen mit Kumpel und Pampa Records-Mitgründer Marcus Fink) geremixten Version vertreten. Nur einer von vielen Highlights einer großartig zusammengestellten Auswahl, die jene kürzlich erschienenen, einwandfreien Ausgaben von Actress und Nina Kraviz in qualitativer Hinsicht sogar noch übertrifft. Denn Stefan Kozalla tritt nach Amygdala (2013) und der letztes Jahr veröffentlichten zweiten Remix-Compilation von Reincarnations erneut den Beweis an, dass es zurzeit wenig andere Electro-Produzenten gibt, die ein so tadelloses Gespür für einprägsame Momente und Melodien hat und dabei – ganz im Sinne der DJ-Kicks-Richtlinien – ein umfangreiches Spektrum musikalischer Richtungen abdeckt sowie eine Riege fabelhafter Künstler (wieder)entdeckt. Andererseits, ist man wirklich von etwas Gegenteiligem ausgegangen? Jemand, dem es gelungen ist, Hildegard Knef so grandios zu würdigen (Ich schreib‘ Dir ein Buch 2013 auf Amygdala), von dem muss man ja fast schon erwarten, dass er einen Mix zusammenstellt, der gleichsam erhabene Momente aufweisen kann. Auftrag erfüllt! Wer sonst schafft es, so stilistisch unterschiedliche Sounds von Interpreten wie Madlib & Freddie Gibbs, Broadcast, Daniel Lanois, William Shatner oder The Gentle People zusammenzubringen und in eine rundum gelungene, einwandfrei ineinander übergehende und humorvolle Mischung zu verpacken?

Note: 2,0

www.djkoze.de/

 

Album des Monats Mai 2015

Wählt bis zum 25.06. das Album des Monats Mai!

Ihr entscheidet, welche Veröffentlichung „Album des Monats Mai“  wird.

Zur Wahl stehen diejenigen Alben, die in dem Monat veröffentlicht und bei hicemusic vorgestellt wurden.

Ihr urteilt über die Umfrage „Wie bewertest Du die Musik?“. Das Album mit den besten Werten, also idealerweise mit dem Urteil „Großartig“, gewinnt (je mehr Nennungen, desto besser).

Zur Wahl stehen folgende Alben:

Actress – DJ Kicks

Django Django – Born Under Saturn

Hot Chip – Why Make Sense?

Jamie XX – In Colour

Róisín Murphy – Hairless Toys

Shamir – Ratchet

Tocotronic – Tocotronic (Das rote Album)

Kamasi Washington – The Epic

Patrick Watson – Love Songs For Robots

Viel Spaß beim Wählen!

Patrick Watson – Love Songs For Robots

VÖ: 08.05.2015

Label: Secret City

Genre:  Chamber-/Indie-Pop / Folk

2007 veröffentlichte die Electro-Jazz-Band The Cinematic Orchestra das Album Ma Fleur, auf dem ein ganz besonderer Song zu finden war: To Build A Home. Diesen konnte man in den darauffolgenden Jahren öfters in Filmen, Serien oder Werbeclips hören. Ohne die Verdienste der (formidablen) Londoner Formation herabwürdigen zu wollen, hatte sie es ja hier auch einer Person zu verdanken, dass das Musikstück so einen starken Eindruck hinterließ: Patrick Watson, damals nicht nur Gastsänger, sondern er schrieb auch an den Texten mit. Der Kanadier, der solo bzw. mit seiner seit 2003 bestehenden Band u.a. schon mit Philip Glass, James Brown, Feist und John Cale zusammen arbeitete, hatte darüber hinaus im selben Jahr das von der Kritik sehr positiv aufgenommene Close To Paradise veröffentlicht (inklusive brillanter Songs wie The Great Escape oder Luscious Life). Die frühe Phase der Watson-Formation, auch mit dem 2009 folgenden Wooden Arms, zeichnete sich durch unkonventionelle, entrückte Melodien, ungewöhnlich-anmutende Rhythmuselemente (z.B. mit einem Fahrrad erzeugt) und ambitionierte Themen aus. Das neue Album Love Songs For Robots ist im Vergleich zu den beiden erwähnten Werken – ebenso wie der 2012er-Vorgänger Adventures In Your Own Backyard – nicht ganz so experimentell ausgerichtet, hat sich aber textlich ein interessantes Sci-Fi-Sujet ausgewählt: wie der Titel es aussagt, geht es um Liebe unter Robotern, als Metapher für emotionale Schwierigkeiten in menschlichen Beziehungen. Klanglich erinnert das Werk an eine Mischung aus Bon Iver, Arcade Fire, Radiohead und vielleicht auch frühe Coldplay, aber natürlich nur als grobe musikalische Eckpfeiler, auf die Patrick Watson natürlich nicht eingegrenzt werden sollte. Es gibt Songs, speziell der Titeltrack, Good Morning Mr. Wolf und Places You Will Go, die herausragen, aber auch insgesamt ist Love Songs For Robots hörenswert. Geduld muss allerdings auf jeden Fall mitgebracht werden.

Note: 2,3    

www.patrickwatson.net/

Leftfield – Alternative Light Source

VÖ: 05.06.2015

Label: Infectious

Genre:  House / IDM / Dub

Es ist ja momentan für Musik-Acts mit Legendenstatus wieder sehr en vogue, sich nach einer gefühlten Ewigkeit zurück zu melden und womöglich sogar noch eine Platte mit neuen Songs zu präsentieren. Dies reicht in alle Gattungen hinein (siehe Blur oder Faith No More). Auch in der Electronica-Szene kann man diese Tendenzen in den letzten Jahren stark beobachten. So gab es Lebenszeichen von u.a. Daft Punk, Boards Of Canada und Aphex Twin (ganz zu schweigen von Giorgio Moroder!). Jetzt taucht ein Name auf, der zumindest Genre-Kennern ebenso ein Begriff sein sollte: Leftfield. In den 1990er Jahren veröffentlichten Neil Barnes und Paul Daley zwei Alben (Leftism und Rhythm And Stealth), die von Kritikern zu Recht in höchsten Tönen gelobt wurden und bis heute einen starken Einfluss auf die verschiedensten Produzenten jeglicher Spielarten der elektronischen Musik ausüben (es gibt gar ein Genre, das in Anlehnung an den Stil der Formation benannt wurde). Tracks wie Open Up, Song Of Life, Release The Pressure, Melt oder Afrika Shox kennt man eventuell entweder aufgrund der Videos im (damals noch vorhandenen) Musikfernsehen, des Einsatzes auf diversen Ambient/Chillout-Compilations sowie Soundtracks oder der markanten Gast-Beiträge (u.a. Afrika Bambaataa, Roots Manuva, John Lydon, Toni Halliday oder Earl Sixteen). Nun ist Leftfield zurück, nach sage und schreibe 16 Jahren! Allerdings handelt es sich dabei nicht mehr um ein Duo, sondern ein Solo-Projekt von Barnes. Der zu erwartenden Frage, ob sein Sound noch den Maßstäben der aktuellen Entwicklungen der Electronica entspricht, kann man Folgendes entgegnen: Ja…zumindest zum großem Teil. Es gibt auf Alternative Light Source einige Beispiele zu hören, die zwar nicht die Qualität der oben erwähnten Klassiker erreichen, aber auf denen Barnes die Möglichkeiten des progressiven House und Dance im Mix mit Dub (der im Ergebnis seit jeher ein Markenzeichen von Leftfield dargestellt hat) erforscht und in ein modernes Gewand, tanzkompatibel, schön vorwärts treibend und abwechslungsreich verpackt hat. Außerdem helfen erneut tolle Gäste aus (u.a. Tunde Adebimpe von TV On The Radio, Poliça-Sängerin Channy Leaneagh oder die Sleaford Mods)!

Note: 2,3

http://leftfieldmusic.com/

 

Kamasi Washington – The Epic

VÖ:  15.05.2015

Label: Brainfeeder

Genre:  Bebop / West Coast Jazz

In der heutigen Zeit wird Jazz-Musikern oftmals vorgeworfen, dass sie dem Genre keine neuen Impulse verleihen würden. So heißt es nicht selten, dass den Künstlern der Verweis auf den einstigen hohen politischen, gesellschaftlichen und musikalischen Stellenwert des Genres als Alibi diene, die großen Ikonen und ihre erbrachten als auch zurecht gefeierten Leistungen – z.B. hinsichtlich der Entwicklung und Etablierung moderner, innovativer Melodie- und Rhythmusstrukturen als auch neuer Interpretationsmöglichkeiten – lediglich zu  kopieren oder die vorgegebene Grundidee nur gering zu variieren. Manche Kritiker bemängeln zudem, dass in zeitgenössischen Jazz-Werken kein künstlerischer Anspruch zu erkennen sei, die „Unterhaltung“ im Vordergrund stehe und sie nur die Funktion der Hintergrundbeschallung erfüllen würden. Ob diese Vorwürfe in ihrer Gesamtheit auf den gegenwärtigen Jazz zutreffen, darf gerne diskutiert oder in Frage gestellt werden. Denn das neue Album von Kamasi Washington, das einen ziemlich aussagekräftigen Titel wie The Epic trägt, wird jenen Hörern, die weiterhin an das Entwicklungspotential des Jazz glauben, stichhaltige Argumente liefern. Der Saxophonist und Arrangeur konnte ja bereits vorher auf sich aufmerksam machen. Er hat nicht nur mit Genre-Größen wie George Duke, Herbie Hancock, McCoy Tyner zusammengearbeitet, sondern sich auch außerhalb des Jazz engagiert. Der 34-Jährige veredelte ganz aktuell das großartige, jüngst erschienene Werk von Kendrick Lamar und auch das letztjährige Meisterstück You’re Dead von Flying Lotus (das besonders durch Washingtons Beitrag einen effektiven Ausflug in die Welten des Fusion unternahm). Auf dessen Label erscheint nun das monumentale Debüt The Epic (es umfasst eine Dauer von fast 3 Stunden), das oben erwähnten Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen wird. Ein solch ambitioniertes, politisches, klanglich und instrumentell vielseitiges Werk (es gibt unter anderem wundervoll arrangierte Orgelpassagen zu hören), das bezüglich der Harmonik und Rhythmik keine Komplexität scheut, hat es im Jazz tatsächlich lange nicht mehr gegeben. Ein wahrlich imposantes Album!

Note: 1,7

http://kamasiwashington.com/

 

2015.05.04 KamasiWashington — THE EPIC ReleaseParty from Paulo von Borries on Vimeo.

Midnight Music TV w LeRoy Downs + Kamasi Washington from Live From The Blue Whale on Vimeo.

Shamir – Ratchet

VÖ: 15.05.2015

Label: XL

Genre:  Disco / Electronica

Anfang der 2000er Jahre entwickelte sich in Großbritannien der Grime, ein höchst aufregender Stil, dessen Vertreter sich aus den Zutaten von Hip-Hop, Dancehall, UK Garage und weiteren Electronica-Spielarten eine ganz eigene Mixtur kreierten.  Es handelte sich um junge, experimentierfreudige Underground-Künstler, wie z.B. Kano, Wiley,  Lady Sovereign und Dizzee Rascal. Man fühlt sich nun durchaus an jene Zeit zurück erinnert, wenn man die Debüt-LP von Shamir hört, allerdings nicht vordergründig wegen der Musik selbst. Denn der Zwanzigjährige webt zwar Grime in sein Soundbild ein, macht ihn zum Bestandteil eines, auf dem Album konkret feststellbaren stilistisch vielseitigen Klangspektrums zwischen so unterschiedlichen Polen wie Disco, Electronica, R&B, Funk, Soul & Pop, aber es lässt sich eine noch eindeutigere Parallele ziehen. Er gibt sich ähnlich forscherisch, mutig und kämpferisch wie oben erwähnte Vertreter, hat über die soundtechnische Unerschrockenheit hinaus – unterstützt durch ein mannigfaltiges Instrumentenaufgebot – auch einen in textlicher Hinsicht unverkrampften sowie neuartigen Blick auf soziale Themen und Phänomene zu bieten. Shamir offenbart also bereits im jungen Alter ein sicheres Auftreten, einen androgynen, extrovertierten Gesangsstil, kombiniert mit einem universellen Klang- und Songwriting-Konzept, das in Hinsicht der Stimmung und Ausprägung stets variiert.  Die Disco-Elemente zum Beispiel erinnern ein wenig an Hercules & Love Affair, vielleicht auch Sylvester oder LCD Soundsystem, jedoch wird der Sound dieser Künstler zu keiner Zeit kopiert, sondern nur ansatzweise eingearbeitet. Wie vielseitig Shamir tatsächlich ist, stellt er in Songs wie On The Regular oder Make A Scene unter Beweis.

Note: 2,0

http://shamir326.tumblr.com/

 

Shamir „On the Regular“ (Official Music Video) from CUTSDATFLO on Vimeo.

Shamir „Call it Off“ from Sam Gezari on Vimeo.

Shamir „Darker“ (Official Music Video) from CUTSDATFLO on Vimeo.

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