Laut.fm – hicemusic: Programmübersicht (ab 26.04.)

Hicemusic-Programm ab 26.04.:

https://hicemusic.wordpress.com/hicemusic-radioprogramm-sendungen/

 

Neue Sendungen:

Hicemusic: Great Female Vocal Artists

Hicemusic: Große Alben des Shoegaze

Hicemusic: Relaxing Soundwaves

Hicemusic: Some „Neue Deutsche Welle“- Hits

Hicemusic: Sounds Of Finland

Hicemusic: The Works Of Conny Plank (Part 1)

Young Fathers – White Men Are Black Men Too

VÖ: 03.04.2015

Label: Big Dada

Genre: Hip-Hop / Alternative

Es ist dieser Tage zu lesen, dass die Young Fathers die neuen TV On The Radio seien und vor allem mit dem aktuellen Album White Men Are Black Men Too ein stringenteres Werk abliefern würden als die New Yorker mit ihrem, im vergangenen Jahr erschienenen Seeds. Auch wenn Letztgenanntes nun wirklich nicht allzu schlecht geredet werden sollte (man denke doch nur an die klasse Single Happy Idiot), so lässt sich der Vergleich zugunsten der Schotten nicht ganz entkräften. Denn schon mit dem Intro Still Running macht die Band deutlich, dass sie diesem Titel alle Ehre macht, anknüpft an ihren, 2014 mit dem Mercury Prize ausgezeichneten Vorgänger Dead und im Rennen mit TOTR’s Seeds entschlossener, mutiger zu Werke geht. Die folgenden Songs, angefangen mit der glänzenden Single Shame, halten das Tempo und verwöhnen den Hörer mit einem feinen experimentellen, nach allen Seiten Ausschau haltendem Soundgebräu aus Hip-Hop, (Avant-)Pop, (Kraut-)Rock, World und elektronischen Spielarten. Was im Ergebnis tatsächlich an TV On The Radio, aber in deren früher Phase, erinnert. Natürlich sind die Texte bei White Men Are Black Men Too, wie der Albumtitel es bereits verrät, politisch und gesellschaftskritisch gehalten, insbesondere bezogen auf die derzeitige Situation in Großbritannien. Allerdings haben die Bandmitglieder ausdrücklich betont, dass man ihr Werk nicht als aggressives, anklagendes Statement zu verstehen habe, sondern selbstverständlich als friedlichen Aufruf zur Toleranz. Diese Band hat es mehr als verdient, dass man ihrer Musik und ihren Absichten Gehör verleiht.

Note: 2,0

www.young-fathers.com/

FTTF presents Young Fathers from Lemonade Money on Vimeo.

Young Fathers ‚SHAME‘ from Jeremy Cole on Vimeo.

An Interview with Young Fathers from wehearttech C.I.C. on Vimeo.

Gang Of Four – What Happens Next

VÖ: 27.02.2015

Label: Membran

Genre: Alternative-/Industrial-Rock

Den Albumtitel sollte man mal als Frage an Andy Gill, einzig verbliebenes Gründungsmitglied der Post-Punk/New-Wave-Heroen Gang Of Four, formulieren. Wie geht es weiter mit seiner Band, 10 Jahre nach der Reunion, nach zwei guten Veröffentlichungen seither (wovon eine, Return The Gift , allerdings lediglich Neuaufnahmen alter Hits enthielt) und dem Ausstieg des Sängers und Co-Gründungsmitglieds Jon King? Nun, ein musikalischer Wechsel wurde angestrebt , mit Hilfe namhafter Gäste wie Herbert Grönemeyer (auf dessen Label das letzte Studioalbum Content in Europa veröffentlicht wurde), The Kills-Sängerin Alison Mosshart, Tomoyasu Hotei und Robbie Furze (The Big Pink) u.a. Gill übernahm auch gleich den Großteil der Produzentenarbeit, um seine Vorstellungen eines neuen musikalischen Klangbildes möglichst detailgetreu umsetzten zu können. Alles wahrlich keine schlechten Voraussetzungen! Aber: Was hat ihn dazu bewogen, Sounds zu verwenden, die 1990er-Alternative-Rock, speziell Industrial à la Nine Inch Nails, lediglich kopieren, ohne erwähnenswerte frische, eigene Ideen beizusteuern? So stellt sich schließlich folgender Effekt ein: Gleichgültigkeit – was ja im Grunde genommen nicht weniger schlimm ist, als wenn eine legendäre Band ein neues Projekt völlig in den Sand setzt. Denn dann hat man womöglich noch die eindeutige Bestätigung erhalten, dass nur die alten Platten der Helden hörbar sind. Bei einem Album wie diesem hier nimmt man die Musik wahr, ohne sich groß aufzuregen, da sie zwar keiner Katastrophe gleichkommt, aber ebenfalls wenig bis keine Höhepunkte präsentiert. Man hofft zukünftig auf ein Comeback, schreibt die Band nicht ab, befürchtet aber stets, doch wieder enttäuscht zu werden.

Note: 4,0

www.gangoffour.co.uk/

Sufjan Stevens – Carrie & Lowell

VÖ: 27.03.2015

Label: Asthmatic Kitty

Genre: Indie / Folk

Während Kritiker überwiegend begeistert über Stevens‘ letztes Studio-Album The Age Of Adz waren, das 2010 in einigen nationalen als auch internationalen Jahresbestenlisten vertreten war, gab es unter Fans durchaus den einen oder anderen, der sich angesichts des experimentellen Charakters überfordert oder gar entfremdet fühlte. Bei aller Klasse des Werks konnten die vielen elektronischen Spielereien mit Samples, Hip-Hop-Beats, verfremdeter Stimme etc. auf Dauer tatsächlich ein wenig erdrückend sein – auch unter Berücksichtigung und Anerkennung seiner Entscheidung, sich bewusst von den nachdenklich-akustischen aber auch mal orchestral-bombastisch ausfallenden Songs seiner beiden Meisterwerke Michigan (2003) und Illinois (2005) abzugrenzen (und sich wieder mehr jenen Sounds zu widmen, die bereits auf Enjoy Your Rabbit von 2001 vermehrt zu hören waren). Jetzt ist also Carrie & Lowell erschienen, das klanglich nun deutlich hörbar wieder mehr Bezug auf besagte Alben nimmt (die als Auftakt eines vermeintlichen, seitens Stevens vermutlich niemals ernsthaft bestätigten US-Bundesstaaten-Projekts verstanden wurden). Thematisch aber wird es im Vergleich viel persönlicher, denn hauptsächlich steht auf dem neuen Werk des Songwriters die Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit – besonders der Beziehung zu seiner Mutter (die im Albumtitel erwähnte Carrie) – im Vordergrund. Intim, authentisch und anmutig, ohne nostalgisch verklärend zu sein.

Note: 2,0

http://sufjan.com/

Sufjan Stevens, „Carrie & Lowell“ (Official Album Trailer) from Asthmatic Kitty on Vimeo.

Sufjan Stevens, „No Shade in the Shadow of the Cross“ (Official Audio) from Asthmatic Kitty on Vimeo.

Kendrick Lamar – To Pimp A Butterfly

VÖ: 16.03.2015

Label: Interscope

Genre: Hip-Hop

Kendrick Lamar ist nicht nur in kommerzieller Hinsicht äußert erfolgreich – To Pimp A Butterfly stieg gerade erst u.a. auf Platz 7 in Deutschland sowie auf 1 in Großbritannien und den USA ein –, auch Kritiker liegen dem 27-jährigen zu Füßen, spätestens seit Erscheinen seines letzten Studioalbums good kid, m.A.A.d city (2012). Des Weiteren wurde er erst kürzlich mit dem Grammy ausgezeichnet, in den Sparten Best Rap Song bzw. Best Rap Performance, für den Song I, der auf dem neuesten Werk des Rappers enthalten ist. Obwohl noch nicht abzusehen ist, ob To Pimp A Butterfly insgesamt betrachtet ein vergleichbares Meisterstück darstellt wie besagtes good kid, m.A.A.d city, so wird man sicherlich schon jetzt zu folgender Einsicht gelangen: der Grammy mag ja ab und zu fragliche Gewinner hervorbringen, nicht aber wenn es sich dabei um Künstler wie Kendrick Lamar handelt. Dieser serviert hier, unterstützt von unzähligen Produzenten und Gästen (u.a. Dr. Dre, Snoop Dogg, Pharrell Williams, Flying Lotus u.a.), ein beeindruckendes Konglomerat vielfältiger musikalischer Stilformen (Jazz, Funk, Spoken Word usw.), das seine Raps stilvoll unterfüttert und ergänzt. Außerdem wird es höchst politisch, wenn Lamar in seinen Lyrics soziale Missstände anprangert, z.B. gegen Afroamerikaner gerichteten Rassismus (dessen Existenz angesichts der jüngsten Ereignisse in den USA fatalerweise wieder einmal bestätigt wurde). Nicht umsonst ist der Albumtitel an Harper Lees Romanklassiker Wer die Nachtigall stört angelehnt. Höchst eindrückliches Werk mit absolut starken Songs (wie King Kunta und How Much A Dollar Cost)!

Note: 1,7

www.kendricklamar.com/

KENDRICK LAMAR – I – from alexandre moors on Vimeo.

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