Caribou – Our Love

VÖ: 03.10.2014

Label: City Slang

Irgendwie ist es letztlich doch nicht verwunderlich, dass man mit Our Love nun keine zweite Version von Swim vorliegen hat. Auch wenn eben jener Vorgänger zweifellos brillant war, so hätten Tracks wie Sun, Bowls und vor allem Odessa, die durch Einsätze in Funk und Fernsehen zu (Indie-)Hits avancierten, theoretisch dazu führen können, dass Dan Snaith ein Album aufnimmt, das sich klanglich nicht vom 2010er-Werk unterscheidet. Dass es nicht so gekommen ist, überrascht angesichts der Diskografie des Kanadiers jedoch wenig. Zuerst produzierte er unter dem Pseudonym Manitoba Electronica, die erst im IDM-Stil der Warp-Sounds um Aphex Twin und Boards Of Canada gehalten war, sich aber später Richtung Folk orientierte, und dann als Caribou auf dem Debüt (The Milk Of Human Kindness aus dem Jahr 2005) und dem Zweitwerk (Andorra, 2007) fortgeführt und mit weiteren Elementen (u.a. aus Psychedelia und Shoegaze) verfeinert und bereichert wurde. Swim war dann das Album, das sich von der Folktronica wieder etwas entfernte und trotz experimenteller Minimal-House-Exkursionen die „zugänglichste“ Veröffentlichung war, besonders wegen der bereits erwähnten drei Tracks, aber auch weil das Ergebnis im Vergleich zu den Vorgängern tanzbarer war. Die Musik, der er ab 2011 als Daphni herausbrachte, präsentierte sich hingegen noch unkonventioneller, housiger/technoider und begeisterte zum Beispiel mit afrikanischen Funksounds. Our Love ist letztendlich der Kompromiss zwischen den beiden Klangkonzeptionen. Die beiden Singles Can’t Do Without You und der Titeltrack hätten eventuell auch Platz auf Swim gefunden, so etwas wie Mars wäre wohl auf Daphnis Jiaolong nicht fehl am Platz gewesen. Es gibt Hip-Hop-Beats, einheizende Basslines und Melodien, die eingängig erscheinen, bei genauerem Hinhören sich jedoch als relativ komplex erweisen. Eine grandiose Platte, die von Anfang bis Ende fesselt und klarmacht, dass Dan Snaith einer der begnadetsten Künstler der (Pop-)Electronica ist. Tracks wie die oben genannten als auch das rauschhafte Silver sowie das von Jessy Lanza gefeaturte Second Chance legen Zeugnis davon ab.

Note: 1,7

Eine kleiner Nachtrag zur Rezension der Caribou-Single: Die Bewertung mit 2,3 ist aus heutiger Sicht etwas zu streng, eine 2,0 (oder sogar 1,7) erscheint realistischer.

www.caribou.fm/

 

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3 Antworten zu Caribou – Our Love

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